Verdammt, ich bin nicht fleißig und oftmals nachlässig, aber ich werde nicht als weinerlicher und inkompetenter Lappen zugrunde gehen.


    Ich bin standhaft, und ich stehe und ich gehe – so gut ich kann.


    Meine Mitmenschen dürfen Einiges von mir erwarten. Jeder.


    Letzten Endes obliegt die Beurteilung jedoch allen anderen, nicht mir.

    Mein Leben ist gut, zumindest gut genug, es sei denn, dass ich mich einer offen hervorgebrachten Anschuldigung nicht mit den Mitteln natürlichen Menschverstands oder der Verhältnismäßigkeit verteidigen könnte.


    Solange es mir keiner hieb- und stichfest widerlegt:


    Mein Leben ist gut.

    Hmm... schwierig. Zwar nicht mit drohender Guillotine oder so, aber ich habe den Eindruck, dass wir sehr häufig über andere richten und das auch ganz gerne tun. Erlaubt es doch ein Gefühl von Erhabenheit und/oder das Gefühl von Identitätsbildung durch Abgrenzung.


    Natürlich könnte mir das persönlich eigentlich egal sein. Doch hin und wieder finde ich so etwas wie konstruktive Kritik oder bemühe mich, es so zu sehen. In diesen Fällen wär es dann irgendwie ein Verlust, nicht hinzuschauen bzw. die Kritik nicht aufzunehmen. Oftmals kann ich in den Urteilen anderer allerdings kaum eine sinnvolle Kritik erkennen.


    Also bleibt mir oftmals nur, mich selbst sinnvoll und produktiv zu kritisieren.

    Zitat

    Vielleicht ist das Leben sehr kompliziert, vielleicht ist es aber auch sehr einfach.


    Dabei geht es gar nicht wirklich darum, ob du das Leben gerade als angenehm oder unangenehm empfindest, sondern darum, dass du verstehst, wie du tickst und warum du tust, was du tust.

    :)z :)^ Das ist viel dran. @:)

    Ich verstehe unter Richten im einfachsten Falle, ein Urteil über eine andere Person zu sprechen, welches unabhängig etwaiger Konsequenzen der Person erstmal mangelhaftes oder (im positiven Sinne) vorbildhaftes Verhalten attestiert.


    Da mag dann im Kern etwas dran sein, oder auch nicht, was ich als konstruktive Kritik (oder Zustimmung) verwerten kann, obwohl das Ganze eventuell gar nicht als solches gedacht war.


    Ehrlich gesagt, finde ich Kritik für mich hilfreicher, als zum Beispiel ein Lob oder Kompliment. Finde auch Lob und Komplimente durchaus angenehm, aber nur für recht kurze Momente. Mit guter/fundierter Kritik – möglichst ohne drohenden, aggressiven oder herablassenden Unterton – kann ich jedoch langfristig und nachhaltig arbeiten.


    Ein Richterspruch ist für mich insofern akzeptabel, wenn er gut recherchiert und fundiert ist. Allerdings erwarte ich das auch, wenn es um einen eher komplexen Sachverhalt und ein endgültiges Urteil geht.


    Ich denke, der Unterschied zwischen (guter) Kritik und dem Richten ist auch, dass das eine eher sanft und diskutierbar ist, das andere jedoch eher hart und endgültig.


    Mein Eindruck ist, dass viele Menschen in ihren alltäglichen Begegnungen mit anderen Menschen nur geringfügig oder gar nicht zwischen dem einen und dem anderen differenzieren, ganz unabhängig davon, ob es tatsächlich ausgesprochen wird oder nicht.


    Manchmal kann ich regelrecht "hören", wie es in den einzelnen Köpfen rumort, wenn sie jemandem begegnen und meist recht schnell ein endgültiges Urteil gebildet wird, ob eine andere Person es Wert ist, mit ihr ein Gespräch oder Kontakt aufrechtzuerhalten oder man lieber das Weite sucht. Selbiges gilt jedoch nicht nur für die alltäglichen Begegnungen mit Menschen, sondern auch die Begegnungen mit Dingen und Sachverhalten: oft ist das Urteil endgültig, aber nicht fundiert.


    Kritik kann einem Richten schon sehr nahe kommen – zumindest soweit es die Härte und Endgültigkeit betrifft.