Ich versuche "mein System" sauberzuhalten, also das in meinem Kopf, allerdings ist es das Einzige, was halbwegs sauber funktiopniert. Alles andere um mich herum bricht zusammen. Das System in meinem Kopf ist gewissermaßen die letzte Bastion.


    Das Problem ist, dass ich die Brücke zwischen meiner Innenwelt und meiner Außenwelt nicht mehr hinbekomme oder nur sehr schlecht, weil ich visuell denke und durch meine Sehstörung die Bilder sich nicht mehr richtig überlagern.


    Ist ein rein technisches Problem, vergleichsweise so, als sei das Bild in meinem Kopf ein anderes als das in der Realität. Eigentlich ist es dasselbe Bild, aber in der Realität ist es dann doch eher vernebelt, ein Gegenstand vielleicht doch kleiner oder größer, als ich es annehmen würde, oder in einer anderen Entfernung, als ich es annehmen würde. Das schränkt meine Handlungsfähigkeit enorm ein, weil ich mich vergreife, danebengreife oder etwas umstoße. Um dies zu vermeiden, muss ich die beiden Bilder möglichst gut in Einklang bringen, und das kostet enorm viel Kraft. Ist jetzt nur ein bildliches Beispiel, aber so in etwa kann man sich das vorstellen.


    Meine Bilder sind meine Gedanken, und weil der optische Reiz der Außenwelt nicht richtig als schlüssiges Bild an die Bilder in meinem Kopf übertragen wird, kann ich meine Bilder nicht richtig oder nur mit sehr viel Anstrengung auf die Außenwelt "übertragen", oder gaz einfach gesprochen, ich kann meine Gedanken nicht richtig in Taten umwandeln, was meine Handlungsfähigkeit einschränkt, auch bei so eigentlich simplen Aufgaben wie dem Aufräumen.


    Die Behinderung besteht also einmal darin, dass ich meine Umwelt optisch nicht mehr richtig wahrnehme, und zum anderen aus den damit einhergehenden Erschöpfungszuständen. {:(


    Mit ein bisschen Glück, aber ich habe auch wirklich lange und hart daran gearbeitet, werde ich diese oder nächste Woche nun endlich die Gläser bekommen, die wirklich die korrekte und flüssige Übertragung der optischen Reize wieder herstellen.


    Es ist mir etwas mulmig zumute, denn dieses nicht sehen können ist mir zur Gewohnheit geworden, keine schöne, aber eine sehr vertraute, und wie mit allen Gewohnheiten ist eine Trennung oft mit einem merkwürdigen Gefühl des Ungewissen verbunden, auch wenn ich denke, dass es dann besser sein wird.


    Auf der anderen Seite ist es so, dass ein weiterer Fehlschlag aller Wahrscheinlichkeit nach dazu führen wird, dass es mit mir mehr und mehr bergab geht, weil ich die Dauerbelastung nicht mehr verkrafte und die einfachsten Dinge nicht mehr auf die Reihe kriege, was zwar jetzt schon so ist, aber sich dann bestimmt verschlimmern wird.


    Keine rosigen Aussichten. Die Hoffnung bleibt.

    Meine Mutter hat vorhin angerufen. Kurzes Gespräch. Sie hat auch gefragt, was ich mache. Habe gesagt, dass ich aufräume. Ja, klar, gedanklich bestimmt – es fehlt nur der eine oder andere Handschlag. Ich bin erschöpft, aber ich kann auch nicht schlafen. Also werde ich mich jetzt zusammenreißen und etwas tun. Bitternötig ist es ja.


    Also los.

    Zitat

    Auf der anderen Seite ist es so, dass ein weiterer Fehlschlag aller Wahrscheinlichkeit nach dazu führen wird, dass es mit mir mehr und mehr bergab geht, weil ich die Dauerbelastung nicht mehr verkrafte und die einfachsten Dinge nicht mehr auf die Reihe kriege, was zwar jetzt schon so ist, aber sich dann bestimmt verschlimmern wird.

    Solange du dich noch selbst reflektieren kannst ist aufgeben keine option. :)*

    Weiter. Ja.


    Ein paar Handschläge habe ich jetzt gemacht. Immerhin.


    Ein Beispiel für, ja, was eigentlich:


    Habe mir vor 3 oder 4 Wochen eine Wassermelone gekauft. Die lagert seit dem kühl und dunkel in meinem Kühlschrank. Habe sie einfach vergessen, konnte mich nicht aufraffen, sie zu essen, whatever, keine Ahnung. Denke mal, dass es jetzt ein Fall für die Bio-Tonne ist.

    @Tsunami


    bist du Junge oder Mädel ? ich kann anhand von deinen Beiträgen kein klares Profil bilden. Entweder du bist ein locker, leichter blauäugiger Jüngling oder eine Intellektuelle junge Frau mit philosophischen Tendenzen. Frauen denken so anders, dass ich dazu neige ihre Geistigen Fähigkeiten abzuwerten. Diese Symbiose von Gefühl und Verstand regt mich persöhnlich sehr auf, ich finde die meisten Mädchen können einfach nicht kühl und berechnend denken. Will man ne philosophische Unterhaltung führen und bisschen abdriften in Gedanken geht das bei mir nicht mit Weibern. Ich fühl mich so als wäre die spirituelle Ebene zwischen Mann und Frau nichtmal ansatzweise so ausgeprägt wie die biologische. Ich hab vieles was ich an einer Frau mag, aber irgendwie nicht die Seele, weil sie mir ohne all die anderen Merkmale, zu fremd scheint. Ich bin auch nicht der Typ der Frauen nicht versteht, im gegenteil, ich kann sie sehr gut manipulieren und durchschauen, problem ist nur, mir gefällt nicht was ich drinnen vorfinde. Vll. denken Frauen im inneren genauso über uns Männer, ich weiß nicht, aber ich fühl mich so als könnte ich keine Seelenverwandtschaft mit ner Frau haben. Eine Erweiterung meiner beschränkten männlichen Perspektive bestimmt, aber ich glaub wir können nicht eins werden, weil wir uns irgendwie immer abstoßen. Ist das schlimm ? ich glaub nicht, vll. sogar besser... was ich eigentlich sagen wollte, wenn du ein Mädchen bist, haste mein Respekt für diese ,,männliche'' Art zu den denken, biste ein typ, dann biste leider nur einer von vielen.

    cool-hand-luke


    Deine Fragen sind leicht beantwortet.


    Was die Farbe des Nicks betrifft, habe ich mich an den gängigen Konvention hier im Forum und an meiner Körperanatomie orientiert.


    Philosphie empfinde ich als eine der spannendsten Disziplinen des Geistes. Da ich in den letzten fünf Jahren stark auf meinen Geist zurückgeworfen war – was Vor- und Nachteile hat -, habe ich mich ein weiteres Mal durchaus ausgiebig mit Philosophie befasst, wobei das Meiste für mich schon vor dieser Zeit "abgegessen" war – zumindest jene Dinge, die ich als herausfordernd und spannend empfand.


    Was meine Sicht auf Menschen betrifft, ist sie so, dass ich in erster Linie den Menschen sehe, weniger das Geschlecht. Natürlich ist mir die Attraktion zwischen Mann und Frau bewusst, und ich schätze sie sehr. Weitergehend sehe ich jedoch weniger Unterschiede zwischen Frau und Mann, als ich zwischen verschiedenen Persönlichkeiten bzw. Charakteren sehe. Obwohl es vielleicht unmännlich klingt, entscheidet sich meine Sympathie für einen anderen Menschen generell und primär nach dem Charakter, nicht nach dem Geschlecht.

    cool-hand-luke:

    Zitat

    Will man ne philosophische Unterhaltung führen und bisschen abdriften in Gedanken geht das bei mir nicht mit Weibern.

    Vielleicht bemerken "die Weiber" deine eher ablehnende, pessimistische Grundhaltung?

    @ fragnurso:

    Zitat

    Vielleicht hat man als Kind einen klareren Blick für das Wesentliche. Ich erinnere mich an Sommerabende auf dem Hof, ich sass am Feldrand, aus dem Stall hörte ich das zischen der Melkmaschine, die Katze schleckte ihre warme Milch. Die Schwalben jagten in der Abendsonne zwischen den Gebäuden nach Insekten, über dem Roggenfeld schwebte eine Pollenwolke. Die Welt war in Ordnung.

    Ich danke dir für diesen Beitrag.

    Zitat

    Weitergehend sehe ich jedoch weniger Unterschiede zwischen Frau und Mann, als ich zwischen verschiedenen Persönlichkeiten bzw. Charakteren sehe. Obwohl es vielleicht unmännlich klingt, entscheidet sich meine Sympathie für einen anderen Menschen generell und primär nach dem Charakter, nicht nach dem Geschlecht.

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    Zitat

    In Wirklichkeit aber ist kein Ich, auch nicht das naivste, eine Einheit, sondern eine höchst vielfältige Welt, ein kleiner Sternenhimmel, ein Chaos von Formen, Stufen und Zuständen, von Erbschaften und Möglichkeiten.


    (Hermann Hesse)

    cool-hand-luke


    Okay, vielleicht etwas detaillierter bzw. mit näherem Bezug auf einzelne deiner Aussagen.

    Zitat

    Frauen denken so anders, dass ich dazu neige ihre Geistigen Fähigkeiten abzuwerten. Diese Symbiose von Gefühl und Verstand regt mich persöhnlich sehr auf, ich finde die meisten Mädchen können einfach nicht kühl und berechnend denken.

    Ich denke, jeder Mensch denkt ein wenig anders. Dass alle Frauen gleich denken oder dass alle Männer gleich denken, halte ich für ausgemachten Humbug. Hatte schon das Glück und Vergnügen, viele Menschen über verschiedene Altersgruppen, Kulturen und soziale Schichten kennenlernen zu dürfen. Und ehrlich gesagt, bildet sich bei mir da kein klares Bild heraus, dass Frauen auf "diese eine Weise" denken und Männer auf eine "ganz andere Weise". Womöglich liegt das einfach nur an dem sehr breiten Spektrum, dass ich kennengelernt habe, dass ich Frauen kennengelernt habe, die sehr viel rationaler denken und handeln als Männer, und umgekehrt Männer, die sehr viel emotionaler denken und handeln als Frauen. Ich sehe darin grundsätzlich kein Problem. Viel eher denke ich, dass jedem Menschen eine anständige Portion an Gefühl und Verstand gut zu Gesicht steht.

    Zitat

    Will man ne philosophische Unterhaltung führen und bisschen abdriften in Gedanken geht das bei mir nicht mit Weibern.

    Ist jetzt aber auch nicht essentiell wichtig, denke ich.

    Zitat

    Ich fühl mich so als wäre die spirituelle Ebene zwischen Mann und Frau nichtmal ansatzweise so ausgeprägt wie die biologische.

    Ich denke, das kommt immer darauf an, wer wem begegnet.

    Zitat

    Ich hab vieles was ich an einer Frau mag, aber irgendwie nicht die Seele, weil sie mir ohne all die anderen Merkmale, zu fremd scheint.

    Ist fraglich, ob die Seele eines Menschen ein Geschlecht hat, oder nicht bei Frau und Mann sehr ähnlich und vielleicht noch am Ehesten das ist, was Mann und Frau besser als alles andere sehr stark verbindet.

    Zitat

    Ich bin auch nicht der Typ der Frauen nicht versteht, im gegenteil, ich kann sie sehr gut manipulieren und durchschauen, problem ist nur, mir gefällt nicht was ich drinnen vorfinde.

    Klingt so, als wären alle Frauen gleich und würden einen "wahren Kern" verbergen. ":/

    Zitat

    Vll. denken Frauen im inneren genauso über uns Männer, ich weiß nicht, aber ich fühl mich so als könnte ich keine Seelenverwandtschaft mit ner Frau haben.

    Irgendwie pauschalisierst du sehr stark.

    Zitat

    Eine Erweiterung meiner beschränkten männlichen Perspektive bestimmt, aber ich glaub wir können nicht eins werden, weil wir uns irgendwie immer abstoßen. Ist das schlimm ? ich glaub nicht, vll. sogar besser...

    Ich denke, "Anziehung" und "Abstoßung" gehören irgendwie zu jedem Prozess im Leben – Bewegung halt.

    Zitat

    was ich eigentlich sagen wollte, wenn du ein Mädchen bist, haste mein Respekt für diese ,,männliche'' Art zu den denken, biste ein typ, dann biste leider nur einer von vielen.

    Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was an meiner Art zu denken besonders "männlich" oder "weiblich" ist. Im Übrigen messe ich mich weniger an anderen, als an mir selbst und dem, was ich persönlich für richtig halte.