Mr_Miller

    Zitat

    Jetzt bin ich also zu Hause, nicht mehr in Österreich, bekomme so langsam die Erkenntnis, dass nicht nur die letzten zwei Jahre für mich falsch gelaufen sind. Sondern eigentlich die letzten 11 Jahre. Wollte als Jugendlicher schon Erzieher oder Sozailpädagoge werden. Leider habe ich vor 12 Jahren meinen Zivildienst in der falschen Jugendeinrichtung gemacht. Die dortigen Erfahrungen führten mich weit weg vom dem Wunsch etwas mit Pädagogik zu machen.

    Vielleicht sind deine Erfahrungen hilfreicher, als du denkst. Viele kleine und unscheinbare Erfahrungsfragmente sind oftmals unschätzbar wertvoll, was man allerdings oft erst sehr viel später merkt.

    Die Fragen bzw. Gedanken sind mir irgendwie vertraut.


    Erstmal: Ruhe bewahren.


    Vielleicht ist es für dich hilfreicher, wenn du dir darüber Gedanken machst, was deine absoluten Prioritäten im Leben sind, was für dich unverzichtbar ist, was du unbedingt brauchst, und dann daran dein weiteres Vorgehen ausrichtest.


    Natürlich muss das Ganze auch subjektiv sein, denn es ist dein Leben - deine Erfahrungen, deine Fähigkeiten, deine Vorstellungen davon, wie du die einzelnen Tage deines Lebens füllen möchtest.


    Stichwörter, die dir vielleicht helfen: das Richtige, das Bestmögliche, Ausschlussverfahren

    Übrigens ist auch (viel) Wasser sehr gesund – kann ebenfalls Wunder wirken. :)^


    Genaugenommen gibt es kein günstigeres und besseres Getränk als (Leitungs-) Wasser.


    Wasser mit Kohlensäure zu versetzen ist total sinnfrei.


    Ich glaube, Kohlensäure dient nur dazu, dass man einige, merkwürdig bunte und unverhältnismäßig teure "Getränke" überhaupt runterbekommt.

    Einen "wahren Kern" vermutend, finde ich bestimmte Aussagen der Bibel bzw. der christlichen Religion teils höchst interessant, z.B. diese Aussage:

    Zitat

    Dir wird es an nichts mangeln.

    Um so faszinierender, als viele Menschen verhältnismäßig oder unverhältnismäßig viel Besitz haben, aber dennoch – zumindest scheinbar – nur wenig erfüllt sind.

    Wie jeden Abend saß ich vor der Tür auf der Stufe. Meine Meditationsstufe quasi. Als Kind saß ich schon oft einfach so "herum", auf Bordsteinen, auf der Treppe vor unserem Haus, auf Bauernhöfen. Ich konnte sitzen und nichts tun, auch schon in einem Alter, in dem ein Kind sowas eigentlich nicht tut.


    Meine Mutter ließ mich immer einfach so sitzen. Einzig und allein der Ruf "Mittagessen!" holte mich aus meiner Ruhe.


    Eben saß ich wie gesagt wieder so hier. Vor einem anderen Haus als meinem Elternhaus, mit einer anderen Figur, einer längeren Vergangenheit und mit Bier statt Schokolade.


    Ich beobachtete die wilde Katzenmutter mit ihren drei Kleinen, die ich einfallsloser Weise Tick, Trick und Track genannt habe. Sie sind etwa 5 Wochen alt.


    Tick ist graugetigert und hat lange Zeit auf dem Vorderbeinchen gelahmt. Sie ist nur so lange nett, wie es nicht ums Essen geht.


    Trick ist ebenfalls graugetigert, hat aber braune Spitzen und eine braune Nase. Trick ist sehr mickrig und im Vergleich zu Tick und Track zu zierlich. Trick kämpft nie um das Essen, sie wartet lieber bis die anderen ihr etwas übrig lassen, was aber nie der Fall ist.


    Track ist ein Kater wie er im Buche steht: Wunderschön, kräftig, guter Körpertonus, schöne breite Streifen, klare Augen. Track hat definitiv ein egozentrisches Wesen und scheut auch keine Gewaltausbrüche.


    Mir ist Trick sehr ans Herz gewachsen. "Survival of the fittest" habe ich in meinem Hof außer Kraft gesetzt, ich habe ganz offiziell einen Sozialstaat gegründet, in dem jeder gleich viel zu Essen bekommt. Und so bekommt Trick ihre Extraportion geschützt zwischen meinen Beinen.


    Heute habe ich beobachtet, dass Trick die einzige ist, die noch an das Gesäuge der Mutter darf.


    Ich frage mich, ob diese Güte und Behutsamkeit der Beweis für die Funktionalität der Natur ist, oder ob hier die Natur außer Kraft gesetzt wurde: Ganz offensichtlich möchte die Mutter auch ihr schwächstes Kind durchbringen und spendet ihm die letzte Milch, die sie aus ihrem ausgemergelten Körper noch herausholen kann.


    Faszinierend.

    Vermutlich gibt es mindestens zwei Formen von "Intelligenz":


    Die eine erhält sich (und seinesgleichen).


    Die andere zerstört sich (und seinesgleichen).




    Das Leben ist letzten Endes auch immer ein gemeinschaftlicher Akt – von der Wiege bis zur Bahre.


    Es ist ein und dieselbe Einstellung, welche das eigene und das Leben anderer fördert (oder zerstört).


    Das Leben ist insofern intelligent, als dass es nicht nur auf sich selbst schaut, sondern auch auf andere.