@ _Tsunami_

    Wiedereinmal Danke für deine Ausführungen!


    Ich werde morgen die hiesige Klinik verlassen und werde versuchen mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Jedenfalls komme ich irgendwie von den hiesigen Behindertenwerken nicht los und war heute wieder dort.


    Jedes Mal wenn ich eine der Einrichtungen besuche empfinde ich ein warmes Gefühl in meiner Herzregion. Hier geht es ja um die Logik vom Glücklichsein und wir schauen meist nur aus unserer Perspektive.


    Ich habe noch nie glücklichere Menschen gesehen als die Behinderten dieser Einrichtung.


    Man kann hinschauen wo man will...in Familien, in Schulen, auf der Arbeit, auf Campussen, beim Einkaufen egal wo, jedem drückt irgendwie der Schuh.


    Ich stelle einfach folgende These auf...


    wir machen uns das Leben einfach zu schwer...haben alle zu hohe Erwartungen an andere und uns selbst...manchmal sind die Erwartungen so groß dass sie niemals Erfüllung finden.


    Die Behinderten der Werke verblüffen mich jeden Tag, obwohl sie körperliche oder geistige Behinderungen haben, haben sie dich Möglichkeit zu arbeiten, werden akzeptiert, einige betreut, andere gepflegt scheinen sie die glücklichsten Menschen zu sein, die ich je sehen durfte. Ich glaube man kann nur permantent Glücklich sein wenn man keine großen Ansprüche stellt.


    _Tsunami_ ich freue mich auf deine Kritik !!! :=o

    Mr_Miller

    Zitat

    Jedenfalls komme ich irgendwie von den hiesigen Behindertenwerken nicht los und war heute wieder dort.


    Jedes Mal wenn ich eine der Einrichtungen besuche empfinde ich ein warmes Gefühl in meiner Herzregion.

    Das ist interessant, sogar faszinierend. Sicherlich auch ein Zeichen, aber ein Zeichen für was?


    Erstmal sind Behinderte Menschen wie alle anderen Menschen auch – allerdings mit leichten oder enormen Einschränkungen – körperlicher und/oder geistiger Natur. Ob behinderte/eingeschränkte Menschen immer oder gar permanent glücklich sind, wage ich sehr stark zu bezweifeln. Körperliche und/oder geistige Beschränkungen machen nicht wirklich glücklich.

    Zitat

    Hier geht es ja um die Logik vom Glücklichsein und wir schauen meist nur aus unserer Perspektive.

    Ja, die höchst eigene Perspektive kann verheerend sein. Gemeinschaft oder das Leben an sich funktionieren anders. Eine einzelne Perspektive ist eben nur eine einzelne Perspektive.


    So magst du denken, dass du als Behinderter sehr viel glücklicher wärest, aber der Behinderte würde vielleicht jederzeit und liebend gerne mit dir tauschen. So gesehen, eigentlich ein fairer Deal.


    Konsequenzen nicht absehbar.


    De facto ist es so, dass du wahrscheinlich sehr viel mehr Wahlmöglichkeiten hast, als ein Behinderter. Im Endeffekt kommt es aber nicht darauf an, wieviele Möglichkeiten du hast, sondern darauf, welche und wie du sie nutzt. In diesem Sinne sind ein Behinderter und ein Normaler gleich, und ja, ich denke, dass man sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen kann. Wäre meines Erachtens widersinnig, wenn es nicht so wäre.


    In jedem Falle ist beides Leben, was man sich nicht wirklich ausgesucht hat.

    Zitat

    Ich habe noch nie glücklichere Menschen gesehen als die Behinderten dieser Einrichtung.

    Ja, vielleicht.

    Zitat

    Man kann hinschauen wo man will...in Familien, in Schulen, auf der Arbeit, auf Campussen, beim Einkaufen egal wo, jedem drückt irgendwie der Schuh.

    Ich stimme dir zu. Und Vieles davon sieht irgendwie schick aus, aber entwickelt sich hin und wieder zu einer Psychose oder gar psychischen Krankheit.


    Zwänge, Erwartungen und Ansprüche motivieren zwar das Leben, aber sind höchstgefährlich, wenn man sich nicht bewusst ist, worauf diese eigentlich beruhen.

    Zitat

    wir machen uns das Leben einfach zu schwer...haben alle zu hohe Erwartungen an andere und uns selbst...manchmal sind die Erwartungen so groß dass sie niemals Erfüllung finden.

    Erwartungen sind wie die Pest – eine Krankheit, die den eigenen Willen aufoktruieren will, anstatt zu sehen, was wirklich ist.


    Man sollte tun und wünschen, und akzeptieren, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden. Es kommt nicht darauf an, dass Wünsche erfüllt werden, sondern auf das, was man tut.