Sehen-Update


    Das Ganze geht mir nicht aus dem Kopf. Will auch nicht ausschließen, dass ich außer diversen Einschränkungen mittlerweile auch eine Neurose haben. Keine Ahnung.


    Mir egal. Ich will das jetzt klären, auch wenn es nicht klärbar ist. ":/


    Muss unbedingt heute und morgen noch eine Kleinigkeit beim Optiker überprüfen. Es lässt mir einfach keine Ruhe.


    Hoffentlich finde ich nicht noch etwas, was geändert werden müsste. {:(

    Tsunami


    Auch wenn du das vielleicht nicht hoeren willst (und ich obendrein kein Experte bin): Mein Eindruck ist, dass du mittlerweile an die 100 (wenn nicht noch mehr) Versuche gemacht hast, durch die Aenderung irgendwelcher Kleinigkeiten das Ergebnis zu verbessern. Mehrfach schon hast du geschrieben, du seist jetzt ganz kurz davor und nur eine kleine Sache muesse noch angepasst werden. Mehrfach hast du nach Erhalt einer neuen Brille (oder neuer Glaeser oder irgendwas anderem) schon geschrieben, das sei jetzt so sehr gut, aber ungewohnt, bloss um kurz danach erneut zu sagen, dass noch was geaendert werden muss.


    Ich weiss nicht, wieviel Energie, Zeit und Geld du in diese Sache schon gesteckt hast. Ich weiss auch nicht, ob du eine klare Diagnose hast, und ob viele deiner Versuche darin bestehen, durch eigene Experimente etwas zu versuchen, wo von aerztlicher Seite schon lange alles ausgereizt ist, worauf der Augenarzt gekommen waere.


    Natuerlich ist es an dir, zu entscheiden, ob das alles lohnt, und weiterhin zu glauben, dass es da irgendeinen "heiligen Gral" zu finden gibt, aber ganz ehrlich: Ich kann es mir schwer vorstellen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass es an extrem feinjustierten Details liegt, ob du stark sehbehindert bist oder gut sehen kannst. Ich kann mir schwer vorstellen, dass eine moegliche "Loesung" deines Problems dermassen instabil ist, dass sie an irgendwelchen winzigkleinen Aenderungen haengt, so dass sie nicht erreicht wird, wenn irgendein Parameter bloss ein ganz kleines bisschen zu hoch oder zu niedrug gewaehlt ist.


    Ich habe dir immer gewuenscht, und wuensche dir immer noch, dass irgendwann mal ein Posting kommt: "Das ist es, und die lange Sucherei hat ein Ende", aber ganz ehrlich, ich glaube nicht daran, und ich glaube, dass du neben was auch immer du in dieser Richtung noch versuchst, du auch daran arbeiten solltest, das Leben so zu akzeptieren, und so so gluecklich wie moeglich zu werden, wie es eben jetzt ist. Denn vielleicht ist die Wahrheit: Ja, du bist sehbehindert, und du wirst es bleiben.


    Ich bin in eine Schule gegangen, in der blinde und sehbehinderte Kinder integriert waren. Freunde von mir sind stark sehbehindert, ich hatte auch lange Zeit einen sehr guten Freund, der blind war. Die meisten von denen waren von Geburt an blind bzw. sehbehindert. Die haben sich damit immer arrangieren zu koennen und fuehren ein gutes Leben (bzw. soweit das nicht der Fall ist, hat es mit ganz anderen Sachen zu tun als der Sehbehinderung).


    Viel schwerer ist es einem anderen Freund gefallen, dessen Sehstaerke langsam immer weiter zurueckgegangen ist und der mittlerweile fast blind ist. Auch wenn der nie gut hat gucken koennen, hat es ihn extrem belastet, dass er wusste, was ihm verlorengegangen ist. Ich habe ihn einige Zeit nicht getroffen, aber ich glaube, er hat sich mittlerweile gefangen, und akzeptiert, was nicht zu aendern ist. Aber ich habe gesehen, wie schwer das ist und wie sehr es ihn ueber viele Jahre beschaeftigt und auch deprimiert hat. Natuerlich weiss ich selber nicht genau, wie das ist und kann es daher nur sehr bedingt nachfuehlen...


    Aber ich bin ueberzeugt, dass eine der wichtigsten Sachen am Gluecklichsein auch ist, die Gegebenheiten des Lebens akzeptieren zu koennen (das, was sich nicht aendern laesst), und zum Leben "ja" sagen zu koennen, wie es ist, und nicht das Leben bloss als eines zu leben, in dem etwas ganz Wesentliches anders sein sollte, als es nun mal ist.


    Ich habe keine Meinung darueber, ob es lohnt, nach weiteren Verbesserungen zu suchen... deine Entscheidung. Aber ich wuensche dir, dass du die Gegenwart, so wie sie ist, leben und geniessen lernst ohne dich in den Gedanken zu verbeissen, "ich muss besser sehen, und erst dann kann ich wieder richtig zu leben beginnen".


    :)* :)* :)* :)*

    Tja, Lewian, da hast du den Nagel mal wieder voll auf den Kopf getroffen.


    Ich weiß es alles nicht, bin mir unschlüssig. Noch bin ich mittendrin und kann nicht aufhören. Das kann man sicherlich als Zwang bezeichnen.


    Wäre es besser, wenn ich nun aufhören würde? Ich habe den Eindruck, dass ich so nicht leben kann. Irgendwie überleben schon, aber nicht wirklich leben, weil mir die Einschränkung wirklich enorm groß erscheint. Allerdings sagen es die Begriffe "habe den Eindruck" und "erscheint" schon - vielleicht ist es einfach nur eine psychische Sache, dass ich mich an den Umstand gewöhnen muss. Mir fällt allerdings beim besten Willen keine Möglichkeit oder Methode ein, wie ich mich daran gewöhnen kann.


    Erschwerend kommt hinzu, dass ich zumindest den Eindruck habe, dass es auch beim letzten Mal merklich und deutlich besser wurde. Vielleicht ist dem so, vielleicht ist es aber auch eine verzerrte Wahrnehmung. Keine Ahnung.


    Ob nun meine Wahrnehmung verzerrt ist oder nicht - ich sehe derzeit keine Möglichkeit, als weiterzumachen.


    Bin echt am Zweifeln, was ich allerdings gut finde. Und ich werde mit meinem persönlichen Wahnsinn weitermachen. Gerade in letzter Zeit sind die von mir wahrgenommenen Verbesserungen einfach zu groß.


    Weiß nicht. Weiter.

    Es gibt vielleicht auch die Moeglichkeit, beides zu tun: Weiterzumachen und versuchen, eine brauchbare Einstellung zur Situation zu bekommen, wie sie in Gegenwart nunmal ist.


    Das Problem aus meiner Sicht (was das Gluecklich-sein betrifft) ist nicht so sehr die Zeit und Energie, die das Weitermachen kostet, sondern dass du anscheinend nicht glaubst, die Situation wie sie ist ertragen zu koennen. Zu sagen "ich kann so nicht leben" klingt mir nach einer sehr gluecksbehindernden Einstellung.

    Zitat

    Irgendwie überleben schon, aber nicht wirklich leben,

    "Wirkliches" Leben aus meiner Sicht ist Leben mit dem Leid und den Behinderungen, die das Leben eben so mit sich bringt. Es ist kein perfektes Wunschleben, und manche wirkliche lebendige Behinderung ist eben ernsthaft einschraenkend.

    Zitat

    Es gibt vielleicht auch die Moeglichkeit, beides zu tun: Weiterzumachen und versuchen, eine brauchbare Einstellung zur Situation zu bekommen, wie sie in Gegenwart nunmal ist.

    Das ist ein schwieriger Spagat, aber ich denke ebenfalls, dass es der einzig wichtige / richtige Versuch ist.


    Ich denke nicht, dass es großartig hilft, wenn ich dir erzähle, wie es bei mir war. Ich war ein stets (das macht vielleicht den Unterschied zu dir) krankes Kind, hatte große Schwierigkeiten zu atmen und gut zu leben. Schon früh musste ich oft ins Krankenhaus oder mein Vater, der Arzt ist, legte mich an Infusionen. Ich wuchs mit blauen Lippen und Blicken auf, die mir Menschen aufgrund meines Atemgeräusches zuwarfen. Nicht immer war sicher, ob ich es überleben würde. Merkwürdigerweise habe ich nie sehr damit gehadert, dass es "mich getroffen" hat, viel mehr war es immer ein Teil von mir, ohne den ich ein anderer Mensch gewesen wäre. Manches traf mich hart: Dass ich mit dem Fußball aufhören musste und nie Tiermedizin studieren konnte. Dass ich zerstochene Arme hatte. Dass ich nicht lange küssen konnte, weil ich immer wieder atmen musste. Dass ich im Schwimmen eine 4 hatte, weil ich mich weigerte zu tauchen. Dass ich einem Klassenkameraden hart ins Gesicht schlug, weil er mich aus Spaß im Schwimmbad untergetaucht hatte.


    Dann kam ein Medikament auf den Markt, das zunächst nicht zugelassen war. Ich erklärte mich bereit, es zu probieren, obwohl es zum damaligen Zeitpunkt mehrere ungeklärte Todesfälle unter den Probanden gab. Dieses Medikament hat mir sehr geholfen und ich bin zumindest nicht erwerbsunfähig, ich liege nicht mehr ständig im Krankenhaus (nun im Durchschnitt nur noch etwa 4 mal im Jahr, früher mehr als einmal im Monat). Ich nehme starke, teure Medikamente, die mich und mein Wesen natürlich verändern. Ich bin nicht gesund, sondern schwerbehindert. Noch immer ringe ich nachts um Atem. Aber im Vergleich zu vorher bin ich ein gesünderer Mensch. Es ist besser geworden. (genau der Satz, der dich immer anspornt noch weiter zu machen, bewirkt bei mir eher, dass ich zufrieden mit dem jetzigen Status bin). Ich kann so leben, auch wenn ich Schmerzen, Ängste, Erschöpfung und Beschwerden habe.


    Es ist ein sehr großer Schritt, bestimmte Umstände zu akzeptieren. Ich kann dir nicht sagen, was dazu führt, dass man es kann. Vielleicht ist das vom Wesen abhängig oder von der Sache, um die es geht.


    Ich wünsche dir, dass du den für dich richtigen Weg gehst und dass du nicht müde wirst, dich immer wieder zu hinterfragen. Erwäge, welche Einschränkungen du in Kauf nehmen musst, wenn es bleibt wie es ist und welche Einschränkungen es mit sich bringt, wenn du weiterhin (vielleicht erfolglos) versuchst, es zu verändern.


    Ich wünsche dir Glück.

    Lewian

    Zitat

    "Wirkliches" Leben aus meiner Sicht ist Leben mit dem Leid und den Behinderungen, die das Leben eben so mit sich bringt. Es ist kein perfektes Wunschleben, und manche wirkliche lebendige Behinderung ist eben ernsthaft einschraenkend.

    :)=


    "Leben ist leiden."

    tsunami

    Zitat

    Ich habe den Eindruck, dass ich so nicht leben kann. Irgendwie überleben schon, aber nicht wirklich leben, weil mir die Einschränkung wirklich enorm groß erscheint.

    es wäre ein versuch wert,...


    das leben von einem anderen blickwinkel zu wählen.......


    gesunde hände und füsse...gesunder kopf und gesunder verstand..


    nun liegt es immer an uns selbst..was wir darauss machen.


    ich versuche es auch gerade.........mit einem anderen körperlichen leid.


    aber tsunami ich sage dir,....es ist nicht die einschränkung......am körper....es ist


    die einschränkung im KOPF...die das leiden so schwer macht..


    es gibt aber wege darüber mit ´´kämpfergeist´´ hinwegzukommen. ich spüre das du ihn hast...versuche die kraft-umzulenken.

    Lewian


    Hmm... ich muss zugestehen, dass ich nur wenig an das Glücklichsein denke, bzw. dieses Gefühl des Glücklichseins anstrebe. Indirekt schon, aber wie ich bereits vormals erläuterte, strebe ich primär Gesundheit und somit auch Handlungsfähigkeit an. Insofern ist meine Sehbehinderung welche sich gleichermaßen negativ auf Geist und Körper auswirkt wie eine Krankheit für mich.


    Die Frage, die sich für mich stellt, ist, ob es ein Heilmittel für diese Krankheit gibt. Ganz subjektiv gesehen, ja. Etwas objektiver gesehen, vielleicht. Für mich sieht das so aus, dass auch nur eine kleine Chance auf Heilung für mich rechtfertigt, diese Krankheit nicht einfach so zu akzeptieren. Ein bisschen haben diese ganzen Versuche mit den Gläsern den Effekt, wie eine Therapie, die besser und besser anschlägt, weil ich eben schon besser sehe, als vor zwei oder drei Jahren, sowieso besser als vor vier Jahren und auch besser, als vor vier Monaten. Trotz aller Rückschritte, Fehlversuche und irriger Annahmen zeigt der Trend meines Erachtens deutlich nach oben. Und weil dieser Trend beständig ist, mache ich weiter. Wenn man sich das Ganze bildlich als Chart vorstellt, dann war das am Anfang ein gewaltiges Zickzack und mittlerweile gleicht das Ganze einer annähernd geraden Trendlinie. Diesen Punkt empfinde ich tatsächlich als Vorteil und gravierenden Fortschritt. (Natürlich mag ich mich hier auch sehr täuschen)


    Was allerdings hinzukommt, ist, dass eine andere Trendlinie permanent nach unten zeigt, und zwar die meiner finanziellen Umstände, meiner Wohnumstände und die meiner Arbeit betreffend. Ich sehe mich schon bildlich vor der Bahnhofsmission oder Arbeitslosengeld beantragen. Und ich wäre vermutlich gar nicht depressiv, sondern würde mir sagen: "Dann eben so, dann musst du halt wieder bei Null anfangen, du kennst es ja". Es wäre hart, aber lebbar - wenn ich keine andere Wahl habe. Und selbst dann würde ich mit dem Sehen und den Gläsern keine Ruhe geben, aber es würde mir schon rein aus finanziellen Gründen sehr viel schwerer fallen. Von daher ist es auch in gewisser Weise effizient, es jetzt mit aller Macht zu versuchen, als irgendwann später. Später wird meines Erachtens zu spät und sehr ineffizient sein. Ich halte es weder für notwendig, sinnvoll oder produktiv, mein Leben "auf der Straße" zu verbringen. In gewisser Weise lebe ich ja schon auf der Straße. Meine Wohnung hat ungelogen den Hygienegrad einer Müllhalde. Eigentlich habe ich schon das Leben, was ich nicht will, weil es ungesund, unproduktiv und ineffizient ist. Ich weiß aber, dass es noch ein ganzes Stück nach unten gehen kann und wird, wenn ich das mit der anderen Trendlinie, also mit den Gläsern nicht bald hinkriege, denn die Dauerbelastung und -beschränkung bleibt, auch wenn es punktuell bedeutend besser geworden ist.


    Heute zum Beispiel, nachdem ich am Freitag neue Gläser bekommen habe, bin ich so wenig erschöpft, wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Das ist sehr positiv, ein Lichtblick - natürlich nur unter der Prämisse, dass ich mir das nicht irgendwie einbilde.

    Zitat

    Das Problem aus meiner Sicht (was das Gluecklich-sein betrifft) ist nicht so sehr die Zeit und Energie, die das Weitermachen kostet, sondern dass du anscheinend nicht glaubst, die Situation wie sie ist ertragen zu koennen. Zu sagen "ich kann so nicht leben" klingt mir nach einer sehr gluecksbehindernden Einstellung.

    Die Sache ist die, dass die Seheinschränkung nicht wirklich mein Glück gefährdet, sondern meine Existenz und meine Handlungsfähigkeit. Und, klar, muss ich zugestehen, dass es für mich zum persönlichen Glück gehört, nicht in Existenznot zu sein und auch nicht enorm in meiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt zu sein - zumindest dann nicht, wenn ich es auch anders machen bzw. ändern kann.

    Schön. Schönen Feierabend. :-D


    Meine Augen und Kopf sind abgespannt und entspannt – mehr als sonst. Auch der Überblick ist besser, die Erschöpfung ziemlich gering. Alles relativ – relativ zu lange und Altbekanntem. Schon ein Fortschritt – insbesondere, da es nach einem vollen Arbeitstag ist und auch nicht der erste Tag der Gewöhnung. Von daher kommt dem Ganzen meines Erachtens schon eine nicht zu unterschätzende Aussagekraft zu.


    Ich sehe die Buchstaben auf der Tastatur und dem Monitor in Anbetracht aller Umstände und im Verhältnis sehr klar und entspannt. Noch nicht das Gelbe vom Ei, aber wirklich beträchtlich besser. Zu "meinem Glück" fehlt nur, dass ich Texte auch entspannt "überfliegen" kann. Diesen kleinen Kniff kriege ich hoffentlich auch noch hin. Vielleicht liegt es wirklich nur noch daran, dass ich die Helligkeit, Grelligkeit bzw. Weißfaktor geringfügig reduzieren muss. Dieser bereits in die Wege geleitete Schritt wird sicherlich eine bedeutende Besserung bringen.


    Wenn ich nicht einen gewissen Zeit- und Gelddruck verspüren würde, dann würde ich mich einfach nur freuen, dass ich so unglaublich nah rangekommen bin.


    Ich brauche keine Perfektion, sondern "nur" das Gute oder das Bestmögliche, wobei ich da auf jeden Fall noch Spielraum habe, und es wahrscheinlich am Ende doch irgendwie eine Perfektion ist. Doch Sehen ist mein wichtigstes Werkzeug und essentieller Faktor für meine Handlungsfähigkeit – da kann und will ich keine Abstriche machen. Vielleicht nur noch ein einziger Schritt, aber, wenn ich nicht plötzlich erblinde oder so, maximal noch drei oder vier Schritte. Ich greife lieber etwas höher, als zu niedrig. Ich kann es abschätzen – zu viel versucht, zu viele Wege gegangen – alle Wegpunkte abgespeichert und zu einem aussagekräftigen Koordinatensystem verknüpft. Ist ein bisschen wie Schiffeversenken, und ich habe noch vier Pins, um die allerletzen Koordinaten anzusteuern.

    Ich weiß nicht, ob es besser wäre, wenn ich schon da wäre. Ich denke, der Weg dorthin ist genauso wichtig wie dort anzukommen, zumal ich nirgendwo eine "Abkürzung" gesehen habe. Auch jetzt nicht. Ich glaube, da ist keine Abkürzung. Ich drehe mich nicht im Kreis, ich gehe nicht rückwärts – schon vorwärts. Vielleicht langsam und nicht geradlinig, aber vorwärts. Es ist ja nicht gleichgegeblieben, auch nicht schlechter geworden, sondern besser.


    Habe eine durchaus faktische Grundlage, habe Zuversicht und erkenne eine Notwendigkeit. Das reicht, um weiterzugehen. Die Sache ist einfach die, dass ich keinerlei vernünftige Alternative sehe, als das Problem zu lösen, weil es einfach ein zu gravierendes Problem ist, und die Nichtlösbarkeit – zumindest momentan – keinesfalls absehbar ist.

    Tsunami


    Ich glaube, mein wesentlicher Punkt war wirklich, dass dein Leben jetzt stattfindet, und so ist, wie es ist. Und wenn du so schreibst:

    Zitat

    Ich denke, der Weg dorthin ist genauso wichtig wie dort anzukommen, zumal ich nirgendwo eine "Abkürzung" gesehen habe. Auch jetzt nicht. Ich glaube, da ist keine Abkürzung. Ich drehe mich nicht im Kreis, ich gehe nicht rückwärts – schon vorwärts. Vielleicht langsam und nicht geradlinig, aber vorwärts. Es ist ja nicht gleichgegeblieben, auch nicht schlechter geworden, sondern besser.

    ...gefaellt mir das schon viel besser. Aber ich denke, das ist eine Sache, die du dir vielleicht ganz bewusst klarmachen solltest: Dass du das alles nicht bloss tust, weil du dir "dein richtiges Leben" in der Zukunft vorstellst, welches hoffentlich aufgrund besserem Sehvermoegens besser ist als jetzt, sondern auch, weil dein Leben jetzt auch schon stattfindet, und Teil davon diese Suche ist, diese Experimente, diese "Forschung in eigener Sache". Ich hoffe, du kannst auch daran mal eine ganz gegenwaertige, geniessenswerte Seite finden. Das kann ja auch ganz interessant sein, diese Friemelei, diese Detektivarbeit, und wenn das so ist, finde ich deine Suche ganz richtig. Entscheide dich fuer diesen Weg nicht, weil du deine Gegenwart unertraeglich findest und das Leben in der Zukunft suchst, sondern mache dir klar, wie dieser Weg deine Gegenwart bereichert, trotz der vorhandenen Sehprobleme. Und pass auf, dass dir diese Suche nichts anderes kaputt macht, das dein Leben lebenswert macht.