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    Welchem Zweck dient wohl das Internet?

    Um das eigene Ego in den Vordegrund zu stellen. ;-D

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    ... aus meiner Erfahrung heraus ist das beste Mittel, um einen anderen zu verstehen, sich selbst zu verstehen.

    Aus meiner auch.

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    Wohl muss man die Zu-fälle des Lebens schätzen und akzeptieren, doch in diesem Faden geht es primär nicht um das Unbeeinflußbare, sondern um das Beeinflußbare, also um Fähigkeiten – die eigene Freiheit und die eigene Verantwortung. Letzten Endes ist das die einzige Freiheit, die einem das Leben gibt – die Freiheit, zu sehen, zu erkennen, die eigenen Fähigkeiten auszubauen, zu handeln und zu tun. Das ist die einzige Freiheit im Leben – Verantwortung für sich selbst zu übernehmen – die Verantwortung dafür, was man tagtäglich sagt und tut, und wie man sich anderen gegenüber verhält. Das ist schon alles, und es ist sehr viel. Das ist Freiheit – die eigene Lebenszeit, die man hoffentlich für sich zufriedenstellend ausfüllt.


    Das Geschenk der Freiheit voll auszuschöpfen, aber nicht mehr zu beanspruchen, als einem die Freiheit ermöglicht, das ist Demut.

    Das muss ich mir merken! Eine sehr schöne Definition der eigenen Freiheit und Demut :-)

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    Der arme Kerl... trotzdem glaube ich nicht, dass sein eigentliches Problem ist, dass er nicht versteht, sondern dass die Dinge schlecht laufen. Liefen sie gut, wuerde es ihn nicht scheren, wenn er sie nicht verstuende.

    Hihi, ja.


    Trotzdem ist jeder gut beraten (für Fall der Fälle), soviel wie möglich zu verstehen.

    Jestem

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    Es scheint mir so, als ob man mit dem Glücklichsein noch ein wenig warten muss, bis man im Rentenalter ist.


    Bis dahin muss man sich mit Glücksmomenten begnügen.

    Ich denke, weder das eine, noch das andere hat etwas mit dem Alter zu tun. Was sich mit dem Alter ändert, ist, dass gewisse Fähigkeiten sich naturgemäß reduzieren, insbesondere die körperlichen, teils auch die mentalen Fähigkeiten. Insgesamt ist das jedoch sehr stark davon abhängig, wie gut man seinen Körper und Geist über die Lebenszeit trainiert, ernährt, pflegt, usw. Das alles hat wenig mit einem glücklichen Zufall zu tun.


    Wie sagte mir ein ziemlich schlauer Onkel erst jüngst: So wie du deinen Körper in der Jugend behandelst, so wird er es dir im Alter zurückzahlen.


    Das stimmt. Und es gilt gleichermaßen für den Geist. Die Logik, das Prinzip, die Wahrheit, die dahintersteckt, ist, dass man – resultierend aus jahre- und jahrzentelanger Gewohnheit – sich im Alter nicht besser behandeln wird (oder kann), als man es zuvor getan. Und natürlich kann man auch andere nicht besser behandeln, als sich selbst. Die Fähigkeiten sind – zumindest dann – einfach begrenzt.


    Deshalb gilt es – jetzt – zu verstehen und sich zu hinterfragen (was und warum man den ganzen Tag bestimmte Dinge tut), weil eine Gewohnheit schneller entstehen kann, als man denkt, man irgendwann nichts mehr verändern kann und sich einfach mit der unlösbaren Frage begnügen muss "Warum muss das alles so sein?. Und dann greift man schnell auf seine liebgewonnenen Gewohnheiten zurück, welche diese ungnädige Frage überhaupt erst aufgeworfen haben.


    Vielleicht noch kurz Aristoteles:


    We are what we repeatedly do. Excellence, therefore, is not an act, but a habit.


    Gewohnheiten sind lebens- bzw. wegbestimmend, das ist eine Binsenweisheit. Deswegen ist es nützlich und sinnvoll, sich zu (hinter)fragen und zu verstehen, warum man bestimmte Dinge tut, ob sie eine Gewohnheit sind, und wie diese Gewohnheit motiviert ist. Das Ganze gibt einem zwei Möglichkeiten bzw. zwei Freiheiten. Zum einen, seine Gewohnheiten zu verändern, denn was man nicht verstanden hat, kann man auch nicht ändern. Zum anderen die Möglichkeit, zu verstehen, warum andere einen auf eine bestimmte Weise sehen, und gleichfalls die Möglichkeit, zu verstehen, warum man andere auf eine bestimmte Weise sieht.


    Das Alter bzw. Älterwerden hat auch den Vorzug, aus Abhängigkeit in Freiheit hineinwachsen zu können.


    Die Fähigkeit, Glück zu empfinden, ist jedoch keine Frage des Alters, sondern eine Frage des Verstehens, der Freiheit und der Entscheidung.


    Es hängt letzten Endes alles von den Entscheidungen ab:


    - Entscheidungen, die von anderen für einen selbst getroffen wurden


    - Entscheidungen, die man selbst für andere getroffen hat


    - Entscheidungen, die man für sich selbst trifft


    - Entscheidungen, die andere für sich treffen


    - Entscheidungsfreiheit, welche man von anderen bekommt


    - Entscheidungsfreiheit, welche man anderen gibt


    Alles was man im Leben bekommen hat und bekommt, ist die direkte Folge der Entscheidung anderer.


    Alles was andere von einem selbst bekommen, ist die eigene Entscheidung.


    Auf diese Weise bereitet ein jeder sich selbst und anderen den Himmel oder die Hölle auf Erden.


    Was es zu verstehen gilt, und das mag für den einen oder anderen sehr unverständlich klingen:


    Die Entscheidung anderer ist die eigene Entscheidung und die eigene Entscheidung ist die anderer.


    Soll heißen, Entscheidungen trifft man niemals nur für sich alleine, man trifft sie gleichermaßen für alle anderen.


    Jeder Mensch ist in gewisser Weise ein Prototyp des Lebens, nach dem sich andere ausrichten, so wie man sich selbst nach anderen ausrichtet.


    In dieser Wahrheit liegt gewaltige Macht und gewaltige Verantwortung – für einen selbst und alle anderen.


    Es ist letzten Endes unerheblich, von wem die Entscheidung getroffen wird, solange sie überhaupt getroffen wird und es eine gute (dem Leben förderliche) Entscheidung ist. Eine gute Entscheidung steht niemals alleine und es haben alle etwas davon.


    Wir kommen alle aus gutem Hause und sind daher ermächtigt, gute Entscheidungen zu treffen.


    Die ganze Welt ist letzten Endes eine große Waage und jeden Tag tut man etwas mehr in die eine oder andere Waagschale.


    Ein Mensch hat nicht nur die Fähigkeit, sich die Waagschale auszusuchen, sondern auch sein eigenes Gewicht darin zu bestimmen.


    So bestimmt ein jeder Mensch durch sich selbst und die 200, 2000 oder 20.000 Menschen, denen er in seinem Leben begegnet, nicht nur sein eigenes Schicksal, sondern gleichzeitig das Schicksal der Welt.


    Es bestimmt die Grundlage nach der wir jetzt leben, genauso, wie es die Grundlage bestimmt, wie wir zukünftig leben.


    Wer diesen Zusammenhang, dieses Prinzip, nicht verstanden hat, der sollte wirklich nochmal zur Schule gehen.

    Will you learn?


    You learn.


    Manchmal denke ich, dass das Leben eine gigantische Lehrveranstaltung ist – zudem eine sehr gute – die Prüfungen immer dieselben.


    Vielleicht geht es darum, zu lernen, dass Grundversorgung (Nahrung und Medizin), Erhaltung von körperlicher und geistiger Gesundheit, sowie die Familie, und nicht zuletzt das Glücklichsein die ultimativen Prioritäten sind.

    Lewian

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    Ich verstehe es nicht! Ich verstehe die Frauen nicht! Ich verstehe die Menschen nicht! Ich verstehe diese ganze verdammte Welt nicht!

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    Der arme Kerl... trotzdem glaube ich nicht, dass sein eigentliches Problem ist, dass er nicht versteht, sondern dass die Dinge schlecht laufen. Liefen sie gut, wuerde es ihn nicht scheren, wenn er sie nicht verstuende.

    Da gibt es ein paar Dinge zu sagen.

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    Ich verstehe es nicht! Ich verstehe die Frauen nicht! Ich verstehe die Menschen nicht! Ich verstehe diese ganze verdammte Welt nicht!

    Ich beziehe mich einfach mal auf die hier vorliegende Aussage. Und allein auf diese Aussage bezogen, finde ich es, sagen wir mal unglücklich, von sich selbst auf die "ganze verdammte Welt" zu schließen, wenn es doch eigentlich nur um einen selbst geht – nämlich darum, wie man selbst die Welt sieht.


    Wenn man es ganz genau nimmt, geht es noch nicht mal um's Verstehen, sondern darum, dass man etwas nicht bekommt – also eher ein Nicht-Verstehen-Wollen.

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    Der arme Kerl... trotzdem glaube ich nicht, dass sein eigentliches Problem ist, dass er nicht versteht, sondern dass die Dinge schlecht laufen. Liefen sie gut, wuerde es ihn nicht scheren, wenn er sie nicht verstuende.

    Das Leben ist Einiges und Vieles, aber bestimmt kein goldener Käfig. Es mag diese Menschen geben, für die das Leben nur "Lachen und Nudelsalat" ist, doch die meisten Menschen müssen früher oder später aus ihrem goldenen Käfig raus oder stellen fest, dass es noch nie einer war.


    Das Leben stellt den meisten Menschen – wenn nicht sogar allen – Aufgaben und Herausforderungen, wo ein Käfig nicht viel hilft und Gold nicht die gültige Währung ist.


    Klar, kann im Leben alles gut und einfach verlaufen, doch die Wahrscheinlichkeit spricht dagegen, und dann ist man auf sein Verständnis und seine Fähigkeiten angewiesen.


    Ebenso ist man natürlich auf das Verständnis und die Fähigkeiten anderer angewiesen.


    Deswegen ist man gut damit beraten, fähige Freunde zu haben, und selbst ein fähiger Freund zu sein.

    Die "Ich"- Problematik ist in der Tat hinderlich . Je mehr man sich abgetrennt von anderen und der Welt an sich sieht umso schwieriger wird es ein Gefühl der zufriedenheit zu erreichen oder zu spüren in jedem moment . Im JETZT und nicht später....

    :)^


    Gerade hier

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    Je mehr man sich abgetrennt von anderen und der Welt an sich sieht umso schwieriger wird es ein Gefühl der zufriedenheit zu erreichen

    sind wir dann auch beim eins-sein des Buddhismus – zumindest so, wie ich ihn verstehe.


    Das, was oft als Liebe bezeichnet wird, ist im Kern der Wunsch, eins-zu-sein, eine Art Heimkehr zu unseren Ursprüngen, und entspricht somit über das Sexbedürfnis hinaus den physischen und metaphysischen Grundlagen des Lebens.

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    Je mehr man sich abgetrennt von anderen und der Welt an sich sieht umso schwieriger wird es ein Gefühl der zufriedenheit zu erreichen oder zu spüren in jedem moment

    Oh herrje! Dann muss man sich doch bei Facebook amelden :-/

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    Oh herrje! Dann muss man sich doch bei Facebook amelden :-/

    Facebook ist (wie dieses Forum ;-)) in erster Linie "vor dem Computer sitzen" und nicht "lebendiger Kontakt mit echten anwesenden lebendigen Menschen.


    Sage ich mal ganz provokativ, und fuege kleinlaut hinzu, dass ich mir selber gar nicht so sicher bin, inwiefern derlei Netzkontakte irgendwas dazu beitragen koennen, der Menschen Beduerfnis nach Kontakt zu befriedigen.

    ich weiß nicht was es alles braucht, um glücklich zu sein?! um mal auf den ausgangspost zurück zu kommen. ich habe auch ehrlich gesagt nicht viel gelesen hier... trotzdem...


    wenn ich es beschreiben könnte, wäre ich schon mal in der situation gewesen absolut glücklich zu sein. aber so... ":/ oder ich war schon mal sehr glücklich und habe es selbst nicht bemerkt? ich glaube es kommt immer auf die situation gerade an, in der man sich befindet. man lebt ja und entwickelt sich. vielleicht muss man das "glücklichsein" ständig neu für sich definieren?


    ich weiß was lieben ist, weil ich liebe. ich weiß was trauern ist, weil ich es intensiv durchleben musste.


    ich sitz grad hier und überlege was mir zum glücklichsein noch fehlt. ich will es auch garnicht alles aufzählen ;-D


    ich für mich kann im moment nicht sagen: ja ich bin glücklich. bzw ja ich bin unglücklich. ":/

    Danke für deinen Beitrag.


    So, wie es für mich klingt, alles recht durchwachsen bei dir, was keinesfalls schlecht ist.


    Obwohl das

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    ich für mich kann im moment nicht sagen: ja ich bin glücklich. bzw ja ich bin unglücklich.

    ziemlich unbestimmt klingt, sagt das

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    ich sitz grad hier und überlege was mir zum glücklichsein noch fehlt. ich will es auch garnicht alles aufzählen ;-D

    doch gleichzeitig aus, dass du dir zumindest gut vorstellen kannst, was dich glücklich macht. Das ist schon fast sowas wie ein Masterplan, wenn man bedenkt, dass einige Menschen anscheinend gar keine Vorstellung davon haben, was sie glücklich macht.

    Zenjor

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    Mir gefällt es, mich der Göttlichkeit als Freund zu nähern ;-)

    Das gefällt mir auch – sehr sogar -, wenn ich den Begriff Göttlichkeit mit Naturprinzipien ersetzen darf. Mit dem Begriff Göttlichkeit habe ich so meine Probleme, nicht wegen dem Begriff selbst, sondern weil er in der Kommunikation meist ein höchst komplexes, teils (für mich) wirres und sehr subjektives Bild aufwirft. Da weiß man dann teils nicht mehr, ob man gerade über Gott spricht oder ihn gerade vor sich sitzen hat ??was in einer bestimmten Dimension gedacht natürlich der Fall ist??. Der Begriff Naturprinzipien gefällt mir besser, weil er weniger vorbelastet ist. Womöglich sprechen wir über dasselbe – wurden in die gleiche Spur geschickt, um mit der selben Ware zu handeln, und selbst, wenn es nicht so ist, so tut es nichts zur Sache. ;-)