Hilf' mir, es selbst zu tun

    Es gibt Dinge, die kann man vergessen, und es gibt Dinge, die sollte man niemals vergessen. Hierbei nehme ich explizit auf das Bezug, was Zenjor schrieb:

    Zitat

    Es ist ALLES da. Wir müßen uns nur erinnern.

    Im Endeffekt hat das Leben doch ganz klare Regeln, oder nicht?


    Niemand war jemals perfekt und niemand wird es jemals sein. Darum geht es auch nicht. Doch jeden Tag schlägt man eine Richtung ein. Darum geht es.


    Und am Ende des Tages gibt es keinen strengeren Richter als sich selbst.


    Auch das ist eine Logik im Leben:


    Man wird nicht von anderen gerichtet, sondern von sich selbst.


    Jeder hat schon Beschimpfungen, Beleidigungen oder gar körperliche Angriffe hinter sich, doch nichts wiegt schwerer als die Schläge des eigenen Gewissens.


    Dieser eine uralte Spruch, der wirkt Wunder:


    Wenn man mit sich selbst im Reinen ist...


    Wenn man sich unruhig, nervös und kompromittiert fühlt, dann hat hat das meist weniger mit anderen, als mit einem selbst zu tun.


    Da fehlen dann vielleicht Dinge, wie Selbstsicherheit, Urvertrauen oder die Freude am Leben.


    Wem kann man nun die Schuld daran geben?


    Der Kindheit? Den Eltern? Der Gesellschaft? Der Politik?


    Jetzt ist es sinnvoll, menschen- und generationenübergreifend zu denken. Denn "Geben und Nehmen" ist immer noch das Prinzip der Stunde. Jeder – ob er das will oder nicht -, ist sein Leben lang gleichermaßen Schüler und Lehrer. Da darf man gleichermaßen verlangen und Verantwortung tragen. Jeder, der über seine Lehrer schimpft, der sollte sich schon jetzt fragen, wie gut er selbst als Lehrer ist. Jedes Kind wird einmal ein Elternteil sein.


    Die Frage ist ganz einfach:


    Egal wie meine Kindheit war, wie gut kann ich meinen Kindern gegenüber sein?


    "Ich hatte keine großartige Kindheit, doch kann ich meinen Kindern eine solche geben?"


    In den meisten Fällen hatte man weder eine großartige Kindheit, noch kann man sie seinen Kindern weitergeben.


    Der Punkt ist ganz einfach, dass man seiner Kindheit und den Eltern die Schuld zuschieben kann, doch man selbst wird seinen eigenen Kindern gegenüber nicht weniger verantworlich sein.


    "Hätte ich bloß eine gute Kindheit gehabt..."


    "Würde ich meinen Kindern bloß eine gute Kindheit geben..."


    Zumindest die Möglichkeit für fantastische Kinder ist immer da.


    Jeder hatte eine fantastische Kindheit, und wenn nicht das, so kann er es zumindest seinen Kindern bieten.


    Und aus fantastischen Kindern werden fantastische Menschen.


    Hmm... im Großen und Ganzen hatte ich heute nur etwas über Montessori-Schulen gelesen. Sicherlich noch nicht ganz ausgereift und verbesserungsfähig, aber ich denke, an sowas kann man arbeiten, und auch sein Kind da hinschicken.

    Ich weiß, ich springe gerne. Doch ich denke, es gibt Dinge von globalem Einfluß, die es zu verstehen gilt. Also hier eine brandheiße News einer seriösen Tageszeitung:

    Man muss sich den ganzen Blödsinn nicht durchlesen, aber man darf sich bewußt sein, dass es Produkt menschlicher Motivation ist, und letztendlich den "kleinen Mann" treffen wird.

    Ah Mist! Ich glaube, ich habe die Intention des Fadens falsch verstanden. Der Titel ist aber auch irreführend - es soll eigentlich heißen "Meine Logik vom Glücklichsein".


    Es wurden hier viele kluge Sachen gesagt, trotzdem werde ich den Eindruck nicht los, dass die, als allgemeingültig erklärte Weisheiten, zum Teil etwas naiv klingen.


    Es macht den Eindruck, als ob du Tsunami mit Verzweiflung nach deinem positiven Glück suchst. Was ja auch irgendwie gut ud schön ist, aber die Welt/das Leben besteht ja nicht nur aus Poesie, Romantik und utopischen Wunschdenken, und sie ist auch nicht mit Plattheiten wie: "Jeder ist sein Glückes Schmied" oder "Alles ist da, wir müssen uns nur erinnern" zu erklären.

    Zitat

    Man muss sich den ganzen Blödsinn nicht durchlesen, aber man darf sich bewußt sein, dass es Produkt menschlicher Motivation ist, und letztendlich den "kleinen Mann" treffen wird.

    Bist du eigentlich ein Sozialist?

    Tsunami


    Sehr schoenes Montessori-Posting! :)^


    Und viel Glueck! :)*


    Jestem (und alle)


    Ich glaube, dieser Faden hat ganz verschiedene Zwecke, die zum Teil von Tsunami beabsichtigt sind, zum Teil aber auch wieder nicht. Er ist eine wie ich finde sehr gelungene Mischung aus einem persoenlichen und einem sehr allgemeinen Thema. Ich finde, dass es auch gluecklicher macht, das Blickfeld zu erweitern und sich sozusagen "abseits des Tagesgeschaefts"mit alten Weisheiten und mehr oder weniger poetischen Ueberlegungen zu beschaeftigen. Die grossen Fragen des Lebens nicht aus den Augen zu verlieren. Natuerlich, da Tsunami bei Weitem am meisten schreibt, ist es hauptsaechlich "seine" Logik, aber nicht nur.


    Tsunami


    Mir faellt auf, dass ich soeben stark Metaphern benutzt habe, die mit dem "Sehen" zusammenhaengen. Ob das ein Zufall ist? Thorwald Dethlefsen wuerde dich vermutlich anregen wollen, dich zu fragen: "Was will ich nicht sehen im Leben? Wovor schrecken meine Augen zurueck?" Vielleicht guckst du (im uebertragenen Sinne) zu allgemein und zu wenig ins Detail? Oder du guckst zu sehr auf "allgemeine Weisheit" und zu wenig auf die Dinge, die dich speziell machen? Nicht dass ich diesen Eindruck haette... ich erfinde gerade einfach mal ein paar Fragen, die sich aus dieser Philosophie (dass unsere gesundheitlichen Probleme Hinweise darauf sind, woran wir bei unserer Persoenlichkeit arbeiten sollten) ergeben wuerden


    http://de.wikipedia.org/wiki/Thorwald_Dethlefsen


    (Ich mag den Wikipedia-Eintrag fuer Dethlefsen nicht sonderlich; er ist zwar meines Wissens nicht falsch, konzentriert sich aber viel zu sehr auf die fragwuerdigeren Aspekte von Dethlefsens Werk. Man kann so einiges Brauchbare bei ihm finden, auch wenn er einer reichlich dubiosen Weltsicht anhaengt.)

    Zitat

    Mir faellt auf, dass ich soeben stark Metaphern benutzt habe, die mit dem "Sehen" zusammenhaengen. Ob das ein Zufall ist? Thorwald Dethlefsen wuerde dich vermutlich anregen wollen, dich zu fragen: "Was will ich nicht sehen im Leben? Wovor schrecken meine Augen zurueck?"

    Ich haette vielleicht gleich daran denken sollen, dass ein viel besser beleumundeter Pionier der Psychologie, naemlich Fritz Perls


    http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Perls


    solche Frage auch stellen wuerde, also bitte haltet euch nicht zu sehr an Figuren wie dem Dethlefsen auf; solche Gedanken gibt es auch bei serioeseren Leuten...

    Levian

    Zitat

    Ich finde, dass es auch gluecklicher macht, das Blickfeld zu erweitern und sich sozusagen "abseits des Tagesgeschaefts"mit alten Weisheiten und mehr oder weniger poetischen Ueberlegungen zu beschaeftigen

    Na ja, für mich ist es nicht abseits des Tagesgeschäfts, sondern in jeder Sekunde meines Lebens integriert.


    Und Blickfeld zu erweitern möchte ich auch, aber es geht hier manchmal nicht, weil Skepsis nicht gern gesehen wird und man schnell als einer mit übergroßem Ego abgestempelt wird.