Leben-Update:


    Gestern habe ich beschlossen, dass ich endlich mal begreifen muss, dass die Ferien sich dem Ende neigen. Bin zur Schule gefahren und bin ein wenig durch das große, stille, leere Schulhaus getigert. Mein Name steht schon an der Klassentür. Ich habe zuerst die großen Fenster weit aufgemacht um zu lüften und durfte feststellen, dass man aus den Fenstern nur Grün sieht, was ich wunderschön und beruhigend finde. Dann habe ich Landkarten aufgehängt, die Sitzordnung verändert und Stifte auf das Pult gestellt. Bald wird alles mit Leben erfüllt sein.


    Ich schloss die Fenster und die Tür hinter mir, lief durch die Gänge, über den Schulhof und fühlte mich hoffnungsvoll und zuversichtlich.


    x:) Leben x:)

    Mir fällt gerade nichts ein, wovor ich Angst habe.


    Weder Krankheit, der Tod von Angehörigen, mein eigener Tod, Arbeitslosigkeit, Schmerzen, Schulden, Weltuntergang, Schuld, Versagen.


    Oder doch, es fällt mir etwas ein:


    Ich habe Angst, jemanden zu mögen und von ihm verlassen zu werden.


    Ich glaube sogar, dass das eine sehr große Angst ist.

    Aber jemanden zu mögen ist wohl doch ein so großes Glück, dass man dieses Risiko in Kauf nehmen muss.


    Ich erinnere mich daran, wie ich als Kind von Obdachlosen fasziniert war. Vor allem mit jenen, die Hunde hatten.


    Einige ziehen mit ihrem Rucksack durch die Lande. Hier auf der Bundesstraße sieht man auch öfters Wanderer mit langen Bärten, Plastiktüten und Rucksäcken.


    Sie sind frei und lieben wohl ihr Leben und die Freiheit mehr als einen Menschen. Ich erinnere mich an einen Obdachlosen, dem ich morgens vor der Schule manchmal Käsebrötchen kaufte und dem Hund Chappi-Dosen. Er sagte einmal, er könne nicht schlafen, wenn er den Himmel nicht sähe. Er könne weder in einem Obdachlosenheim noch unter einer Brücke in den Schlaf finden, er fühle sich dann beengt. Selbst im tiefsten Winter schlief er unter der Kuppel des Himmels.


    Er starb ein paar Jahre später, nachdem er mir noch einige Mal MonCherie (diese 5-er Packs, die an der Kasse stehen) geschenkt hat, mit der Begründung, als Mann müsse man in seinem Leben einer Frau ab und an was schenken und eine eigene Frau habe er schließlich nicht. Er gab jedesmal zu, dass er es geklaut habe, dass es aber trotzdem von Herzen komme.


    Ich denke, dass man mit der Entscheidung, so zu leben, durchaus glücklich sein kann.


    Aber ich weiß auch, dass ich für ein anderes Leben geschaffen bin. Vielleicht ist es "nur" ein biologischer Trieb, aber in mir sehnt sich etwas nach Bindung und Geborgenheit. Nach einer Heimat in einer anderen Person. Dass das emotional gefährlich ist, ist mir bewusst. Dieses Bewusstsein ist aber weniger stark als die Sehnsucht danach.


    Sicherlich ist Freiheit Glück.


    Aber mein Körper sagt mir, dass auch Bindung und Verbindlichkeit Glück sein können. Meine Seele pflichtet ihm bei.


    Mein Kopf hat Angst, aber er ist definitiv in der Minderheit.


    Und so werde ich es wohl wagen.

    Sehen-Update


    Ich teste gerade etwas. Und zwar verschiedene Tönungsgläser, wegen meiner Photophobie. Scheint doch sehr viel stärker zu sein, als ich bisher annahm. Habe gerade, nachdem ich einen Tönungsgrad von 15 bis 40 % Braun getestet habe, spaßeshalber, durch Kombinieren der Gläser, einen Tönungsgrad von 50 % getestet, was schon ziemlich dunkel ist. Schlagartig war es sehr viel dunkler, aber es kam mir nach einiger Zeit als normal vor, und dann der Gedanke, dass es mir nicht nur normal vorkommt, sondern normal ist.


    Dann kam ich auf eine geniale Idee. ":/ Wir arbeiten hier mit mehreren Kollegen in einem Großraumbüro, welches einem Penthouse gleicht - also oberstes Geschoss, nach drei Seiten verglast, viel weiß, alles lichtdurchflutet und sehr hell. Also fragte ich in den Raum die Kollegen: "Ist es hier im Raum eher hell oder eher dunkel" Die Kollegen meinten einstimmig, dass es eher dunkel sei. ":/ Für mich aber nicht. Ich sehe Dinge scheinbar permanent viel zu hell, was mir bis dato aber als normal bzw. nicht so gravierend vorkam. Schätze, dass ich noch ein wenig wegen dem Tönungsgrad basteln muss, aber dann wahrscheinlich nur noch so 8-) rumlaufen werden. Tja, das bedeutet wieder Kosten, Zeit und Arbeit, aber vermutlich wird es Einiges bringen.

    Lustig. Bin gerade durch einen Film gefahren – mit meinem Fahrrad. War gerade der Beginn einer neuen Szene. Von links kam ein relativ elegant gekleidetes Paar über die Straße. Mann in schwarz, die rothaarige Frau in weiß. Auf der rechten Straßenseite stand das Kamera-Team. Ich glaube, sie sprachen französisch, also das Pärchen, welches gerade über die Straße ging. Eigentlich müssten sie mich schon von Weitem gesehen haben. Frage mich, ob sie mich absichtlich in ihrem Film haben wollten. Na ja, wenn nicht, dann müssen sie mich wohl rausretuschieren.