Lewian

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    Oder gar nichts? Vielleicht gibt es keinen "Kern"?

    Wie so oft muss ich erst mal länger grübeln, wenn Lewian einen Kommentar abgegeben hat. ":/ :|N ":/


    Hat ein Wesen/Persönlichkeit keinen Kern?


    Mir ist dazu folgendes eingefallen: Wenn ich mich manchmal auf bestimmte Menschen konzentriere, dann "sehe" ich die Person in Form einer geometrischen Figur. Manch einer erscheint mir als strenges Rechteck, manch "Wesen" erscheint mir wie ein verworrendes/verschlungenes "Knäuel". ??Ich könnte es jetzt besser zeichnen als mit Worten beschreiben?? Demzufolge könnte es sein, dass manch eine Persönlichkeit in dem Sinne wie ich sie als Persönlichkeit wahrnehme keinen "Kern", kein "Zentrum" hat. Aber es ist nicht auszuschließen, dass manch eine doch einen Kern/Zentrum habt.


    Aber so hast Du das wahrscheinlich nicht gemeint, Lewian, oder?

    Alice


    Ich habe das wirklich als Frage gemeint... Tsunami hat das mit dem "innersten Kern des Wesens" so geschrieben, als sei klar, dass es das gaebe und wo es sei (auch wenn nicht klar ist, was man dort findet). Und mir ist das nicht klar. Was soll das sein? Woher koennen wir wissen, dass es das gibt?

    Ich glaube in uns ist ein Kern, wenn wir seltener unserer inneren Stimme folgen als wir uns verstellen.


    Dann bleibt etwas "in" uns: Wir selbst. Das wäre dann vielleicht ein Kern?


    Ich hatte viele Jahre einen Kern in mir: Weil ich nach außen hin anders war als mein eigentliches Wesen.


    Heute habe ich keinen wirklichen Kern mehr, denn ich bin außen wie innen ähnlich, lediglich die Konsistenz schwankt ein wenig.


    Das war eine ziemliche Menschwerdung. Heute bin ich quasi eine Erdbeere: ;-D Ich habe lauter kleine Kerne, die mich ausmachen und die niemand so wirklich knacken wird. Aber im großen und ganzen bin ich weich und "gleichförmig"

    Ach so. :)z Ich habe mich auch gefragt, wie Psychologen eine Person/Persönlichkeit schematisch darstellen und ob sie das tun und wenn, wie das aussieht. Sind ja alles nur Denkmodelle, trotzdem würde es mich interessieren.

    Hmm, passt's in den Faden oder eher nicht. ":/


    Habe das Gefühl, dass einige Menschen unter Alkohol ganz anders drauf werden, als sie es sonst sind.


    O-Ton eines Freundes / Bekannten: "[...] Ja, Frauen machen glücklich, aber nur für kurze Zeit. Sie kümmern sich dann zwar um das Kind, aber nicht mehr um den Mann. [...]


    Na dann, Prost Mahlzeit.

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    Sie kümmern sich dann zwar um das Kind, aber nicht mehr um den Mann.

    Wenn der Mann sich aber auch gut um das Kind und das "drumherum", das damit verbunden ist kümmert, werden für die Frau wieder Ressourcen frei, die sie ihrem Mann zugute kommen lassen kann. :)z x:) ;-D |-o

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    Hat nicht alles und jedes Wesen einen Kern, um den alles andere rotiert?

    was ist dieses "alles andere"? Und: Wenn alles um einen Kern rotiert, was ist dann der Kern der Rotation?


    Du modellierst oft Konstrukte, die irgendwie weder beweisbar noch belegbar sind. Das ist wie die Hölle.


    Fraglich nur, welchen Sinn das hat. Also: Wieso sollten wir herausfinden, ob es einen Kern gibt?


    Ich will das gerade nicht schlecht machen, ich finde es sogar interessant. :)z

    Nun ja, ich weiß nicht so genau, warum Menschen das machen. Doch betrachte man allein die umfangreiche Beschäftigung mit der Gottesidee, dann geht es dabei nicht zuletzt auch um den Kern der Dinge und seiner selbst.

    Ich könnte mir vorstellen, dass derjenige, der mich vorhin anrief, jetzt irgendwo unter'm Tisch liegt oder sonstwo schnarcht. Nach den äußeren Umständen hat er es ziemlich gut hinbekommen, nach den innerlichen vielleicht eher nicht.

    Lewian

    Zitat
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    Es könnte auch sein, dass viele Menschen weder viel von Glück, noch von Liebe verstanden haben.

    Allerdings: Um gluecklich zu sein und zu lieben, muss man das verstehen?

    Ich denke, dass Verstehen grundsätzlich ein Vorteil ist.

    Zitat

    Danke für die Grüße, Zenjor. Grüße zurück.


    Deinen Gedanken finde ich nachdenkenswert.


    _Tsunami_

    Nachdenkenswert. Ja.


    Es war ein warmer Sommerabend vor fast 25 Jahren. In mir war ich im Innersten an einem Punkt angekommen, an dem sich uns Türen öffnen, von deren Existenz man bis dahin kaum eine Ahnung hatte.


    Es war eine Erleuchtung, die mir am späten Sommerabend auf einer Bank im Park zuteil wurde, Für einen zeitlosen Moment war ich bewußter Teil dessen, was ich im Nachgang als Allumfassende Erkenntnis begriff. Es gab nichts rätselhaftes mehr. Alles war in bedeutungslosigkeit Bedeutsamkeit geborgen. Ich fühlte mich mit ALLEM im Einklang.


    Solche Momente sind schwer zu beschreiben. Erleuchtung trifft es wirklich noch am besten.


    Ein Blick durch diese Tür ist unglaublich schön. Er vermittelt Frieden. Er vermittelt allumfassende Liebe.


    Diesen erlebten zeitlosen Moment trage ich seitdem wie einen kostbaren Schatz in mir. Dieser innere Schatz ist es, der mich schreiben ließ, daß unser "Kern" allumfassende Liebe ist. Im erwähnten Moment war ich davon erfüllt. Und dieser Moment hallt in mir nach, wie der Urknall das All immer noch expandieren läßt. Hört sich theatralisch an, ist aber so ;-)


    Viele Jahre später habe ich in "Ein Kurs in Wundern" eine schön umschriebene Entsprechung gelesen:


    Nichts Wirkliches kann bedroht werden.


    Nichts Unwirkliches existiert.


    Hierin liegt der Frieden GOTTES.

    Wenn Mann zwischen Tür und Angel tippt, kommt häufig der Fehlerteufel zu Besuch ]:D


    DAS:


    Alles war in bedeutungslosigkeit Bedeutsamkeit geborgen.


    Sollte so zu lesen sein:


    Alles war in bedeutungsloser Bedeutsamkeit geborgen.


    Filo(u)sofisch eben ;-D

    Ich habe manchmal Momente des totalen Einklangs – ich nenne das Flow. Momente, in denen alles zusammen passt, als habe man ein Puzzle vollendet, obwohl man weiß, dass es unendlich ist.


    Alles fügt sich zu einem Bild zusammen, und man erkennt die Bedeutung aller Geschehnisse. Man ahnt den größeren Plan und selbst wenn es objektiv vielleicht keinen gibt, so gibt es ihn in dem Moment wohl doch – in uns.




    Ich erinnere, wie ich auf der Krebsstation bei meiner Mutter saß vor dem OP.


    Wie sie operiert wurde und ich wartete. Der Gang war raumhoch gefliest, Ärzte liefen mit wehenden Kitteln vorbei – alle in Hetze. Ich saß in einer Nische, die der einzige tapezierte Bereich dort war. Ein Tisch in der Mitte mit Zeitungen darauf. Draußen schien die Sonne. Immer mal wieder saßen kurz Angehörige von anderen Patienten dort, aber warum auch immer: Sie blieben nie so lange wie ich. Meistens lasen sie oder versuchten es zumindest. Ich saß nur.


    Drei Stunden saß ich nur und sah aus dem Fenster. Ich ging nicht Kaffee trinken, ich ging nicht pinkeln, ich ging nirgendwo hin.


    Und in diesem Moment begriff ich elementare Dinge, die wohl meine ganze Zukunft verändern.


    Als die Ärzte kamen und sagten, es sei alles gut verlaufen, stand ich auf, nickte und lief zum Auto. Auf der Heimfahrt hatte ich das Gefühl, ein anderer Mensch geworden zu sein. Ich hatte Dinge begriffen – traurige Dinge zwar, aber doch wichtige Dinge.


    In den darauffolgenden Monaten durchschritt ich ein fast unvergleichbares Tief mit diesen neuen Erkenntnissen.


    Heute bin ich glücklicher denn je zuvor.


    Ich denke, dass mir diese Stunden in der Brustkrebsstation bewusst geschenkt worden sind.


    Ich sah mein ganzes Leben brach liegen und stellte zugleich fest: Mich gibt es noch.


    Ich bin Gott oder wem auch immer sehr dankbar für diesen Moment, so makaber das in Anbetracht der Tatsache, dass meine Mutter gerade wegen Krebs operiert wurde, klingen mag.

    Meine Logik vom Glücklichsein hat sehr viel mit Abschieden zu tun:


    Mit Abschieden, die notwendig waren.


    Mit Abschieden, die mir weh getan haben.


    Mit Abschieden, die ich überlebt habe.


    Mit Abschieden, die mir bewusst machten, wie reich ich bin.


    Mit Abschieden, die mir neue Räume öffneten.


    Abschiede sind in vielerlei Hinsicht sehr wichtig.