Die Logik vom Glücklichsein - Teil 2

    Hallo alle miteinander!


    Ich habe gestern mit einem Freund über das Glücklichsein gesprochen. Ich habe behauptet, dass Menschen glücklich sein wollen, aber sich nicht besonders viele Gedanken darüber machen, sondern sich den lieben langen Tag mit Dingen beschäftigen, die nichts mit Glücklichsein zu tun haben, und sie auch nicht darauf hinarbeiten.


    Um sich aber mit dem Glücklichsein zu beschäftigen und darauf hinzuarbeiten, muss man wissen, was Glücklichsein überhaupt ausmacht.


    Meine Frage lautet daher:


    Was braucht es, um glücklich zu sein?

  • 316 Antworten

    Ich glaube, dass man Glück nicht mit Zufriedenheit oder Stolz verwechseln darf. Selbstredend am allerwenigsten mit materiellem oder karrieremäßigem Status. Auch nicht mit der Liebe zu einer konkreten Person, weil das außerhalb des eigenen Ichs liegt. Wenn schon mit Liebe, dann eher mit einer Art universeller Liebe ("agape"), die an nichts und niemanden gebunden ist. Im buddhistischen Sinn vielleicht die Abwesenheit von Bedürfnissen und Streben (wonach auch immer).


    *:)

    Es ist ganz einfach. Glück fühlt man wenn die richtigen Stoffe im Gehirn ausgeschüttet werden. Mit den richtigen Substanzen kann man diese Stoffe ausschütten. Da braucht man im Endeffekt gar nichts materielles/äußeres weil dieser Zustand zu 100% endogen ist :-)

    captn


    Verwechsle das jetzt mal nicht mit dem Belohnungssystem des Gehirns! Ich weiß, du meinst Endorphine oder Dopamin. Ich rede schon eher von der metaphysischen Ebene. Und: obwohl man die chemischen Vorgänge im Hirn erforscht, gibt es noch keine Glückspille.


    *:)

    Ich wünsche dir viele glückliche, aber vor allem auch bereichernde Erfahrungen.


    Verzeihe mir bitte, wenn ich hier nicht viel schreibe. Habe mich gewissermaßen mein ganzes Leben lang damit beschäftigt, was Menschen glücklich macht, und was nicht, und fühle mich hier etwas deplatziert.

    Aber ja. Man kann daran arbeiten, glücklich zu sein.


    Im hier bleiben


    Ein Essen bewusst genießen


    Dankbar für sein Glück sein und nicht nur das schlechte fokussieren


    Pläne schmieden


    Auszeit nehmen


    Altag Entschleunigen


    Ich schau Videos vom Glückdetektiv. Da ist immer was für mich dabei

    Zitat

    Was braucht es, um glücklich zu sein?

    ausreichend gesunde Nahrungsmittel, ein schützendes Dach überm Kopf, Freiheit und ein liebe Frau (auch liebe Kinder können dabeisein), freundliche, rücksichtvolle und hilfsbereite Mitmenschen, saubere Luft, sauberes Wasser, Gesundheit (auch für Frau und Kinder), Nachhaltigkeit, ...

    Zitat

    Im hier bleiben

    ist wohl wirklich sehr förderlich aber ich begreif seit Jahren nicht wie das mit Verarbeitung von Erlebten (das nicht zu tun macht Probleme ohne Ende, zumindest mir) und der Zukunft in mehreren Hinsichten (z.B. Pläne, Perspektiven, Extrapolation der Konsequenzen aus aktuellem Verhalten) zu vereinbaren wäre. Tückisch ist auch dass manche Menschen ins Jetzt flüchten, das sieht sehr im-Moment-lebend aus ist aber nur praktizierte Angst und macht natürlich weder glücklich noch zufrieden.


    Die Differenzierung zwischen Glück und Zufriedenheit finde ich sehr wichtig, für mich ist letzteres sozusagen ein permantens Ziel, wenn ich's bin dann dessen Erhalt und sonst die Wiedererlangung, der Mensch (oder zumindest sehr viele) neigt nämlich leider dazu sich immer wieder Unzufriedenheit anzulachen.


    Dauerglücklichkeit ist dagegen kein bewusster Wunsch von mir (mit einer halbunterbewussten Sehnsucht danach hab ich dagegen gut zu tun (=Akzeptanzschwierigkeiten dass das Leben auch mal schwierig ist)), die Vorstellung ist vllt nett aber naja, schätze da würde man vllt sogar immun werden mit der Zeit und für erreichbar im gesunden Sinne halte ich es derzeit nicht (manche Religiöse und Esoteriker mögen das anders sehen aber jenen unterstelle ich eine Art Selbstberauschung die ähnliche Konsequenzen wie Dauersubstanzberauschung hat). Momentan bin ich aber auf dem Stand dass ein Mindestmaß an Glück für die Zufriedenheit nötig ist. Wenn das Glücklichsein einfach so vorbeikommt ist das wohl am schönsten aber ansonsten forciere ich es halt, weiß aber nicht ob das letztendlich nicht hohl ist (Kompensation, Flucht, Selbsterhaltend (im Sinne von Abhängigkeit, je mehr man es macht umso inkompatibler wird man vllt mit unforciertem Glücklichsein)). Gewohnheitsmäßiger Rauschkonsum macht z.B. nicht wirklich und v.a. nicht nachhaltig glücklich, wer sich das Gegenteil einredet gibt meiner Meinung nach die Erlangung von Zufriedenheit und gesundem Glücklichsein auf.


    Glücklich macht mich wenn das Leben fließt und zwar in schönen unbeschwerten Bahnen. Ansonsten ist es viel Konsum, der Konsum von Natur, neuerdings von Freunden, von Euphorien oder Substanzen, manchmal Austausch mit irgendwelchen Menschen, Konsum der eigenen Kreativität (=kreative Auslebung), Musik, Fiktion, Erkenntnisse.


    Zufrieden macht mich Freiheit in vielen Hinsichten (z.B. Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Selbstverantwortung, Freiheit von inneren Altlasten/negativen Strukturen in der Psyche, recht neue Zufriedenheitsquelle: Freiheit herschenken an Menschen die mir wichtig sind, eine ältere Quelle: Menschen frei lassen so gut ich nur kann), Zeit für mich selbst, Bewusstheit um innere Vorgänge, Bedürfnisgedecktheit in vielen Hinsichten, Erkenntnisse/Lernen und psychische Weiterentwicklung, die Sichergestelltheit von Verarbeitungsbedürfnisstillung, Urvertrauen als Antidot gegen die vielen Ängste, nicht zuviel oder Akzeptanz von Routine (schwierig für mich), nicht zuviel Konsum, nicht zuviel Nicht-hier/jetzt-sein.


    Mal so spontan geschrieben, weiß net ob ich dem zu späteren Zeitpunken noch allem zustimm^^ Und ausreichend für meinen Geschmack ist es sowieso nicht, da könnt ich wohl ewig rumschreiben.

    Für meinen Geschmack für "Glück" in unserer Gesellschaft völlig überbewertet und vor allem auch irgendwie in seiner Bedeutung missbraucht. "Glück haben" und "glücklich sein" haben beispielsweise völlig andere semantische Bedeutungen. Ich persönlich verwende daher "Glück" einfach extrem ungern.


    Wenn man mal etwas die menschliche Psychologie auseinander nimmt, gibt es sehr viele Gemütszustände. Glück kann da sicherlich irgendwie vorkommen, ist aber meist nur von kurzer Dauer. Niemand ist immer glücklich - Glück ist vielleicht sogar der Zustand höchster Zufriedenheit und das können immer nur punktuelle Abschnitte sein. Zufriedenheit kann dagegen irgendwie immer da sein, weil es da Abstufungen gibt.


    Zufriedenheit ist ein erstrebenswerter Zustand, weil er grundsätzlich Unzufriedenheit ausschließt. Wobei man das auch wieder differenziert sehen muss, denn Unzufriedenheit ist Motor allen Antriebes. Wenn mich die volle Mülltüte nicht stört, bringe ich sie auch nicht raus. Insofern ist auch Zufriedenheit kein statischer Zustand, sondern vielleicht ein Durchschnittswert, der eine Tendenz ins positive Erleben aufzeigt.


    Je mehr man darüber nachdenkt, desto kompliziert wird es. Ich mag daher auch so sinnlosen Smalltalk nicht: "wie geht es dir?" ... ich möchte sowas halt ungern mit gut/schlecht abwürgen, weil es da einfach zu viel zu sagen gäbe. Aber heute hat ja niemand mehr Zeit ...

    Ich bin auch der Meinung, dass Glück oder Glücklichsein nur Momentaufnahmen sind. Ein Mensch kann gar nicht immer glücklich sein, meiner Meinung nach auch nicht immer zufrieden. Ich glaube, von großer Bedeutung ist da aber die Balance zwischen der Zufriedenheit und der Unzufriedenheit (und deren Intensität und die Art, wie man das jeweils wahrnimmt und damit umgeht). Sowieso ist Glück wohl nur dann überhaupt spürbar, wenn man weiß, wie sich das Gegenteil anfühlt und man dadurch überhaupt erst spüren kann, wenn etwas in einem "anders" ist? Jetzt so mal ganz abgesehen von der Hirnchemie.


    Ich finde manchmal ganz interessant, was Menschen mit Glück verbinden und was sie dabei empfinden, also wie unterschiedlich das sein kann!

    Hallo!


    Für mich ist Glück sehr individuell, aber immer git: In Kongruenz mit den eigenen Bedürfnissen zu leben. Hier ein Beipiel


    1. Ich frage mich, wann ich zuletzt wirklich zufrieden war, bei mir zB gemeinsamer Abend mit Freunden


    2. Ich frage mich, welches Bedürfnis dahintersteht, in dem Fall Bedürfnis nach Anschluss, Dazugehören, Gemeinschaft


    3. Ok dann weiß ich schonmal: In meinem Leben gibt es ein Bedürfnis nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit und wenn ich das wirklich spüre, macht mich das offensichtlich zufrieden


    4. Ich frage mich, ob ich diese Zufriedenheit oft genug verspüre


    5. Nein, tu ich nicht. Die schönen Momente, an denen ich die Zugehörigkeit wirklich genießen kann, sind eher selten


    6. Woran liegt das? Liegt es an äußeren Umständen?


    7. Nein tut es nicht, ich habe eigentlich genug Freunde und Gemeinschaftsmöglichkeiten in meinem Leben, trotzdem bin ich oft nicht zufrieden


    8. Wenn es nicht an äußeren Umständen liegt, muss es an inneren Umständen liegen


    9. Es gibt etwas in mir, das es verhindert, dass ich das Gefühl von Zugehöigkeit wirklich genießen bzw. erleben kann. Was könnte das sein?


    10. Bei mir weiß ich, dass es so verinnerlichte Glaubenssätze sind "Ich muss anders sein, sonst gehör ich nicht wirklich dazu"


    11. Dieser Glaubenssatz verhindert, dass ich an Anschluss und Zufreidenheit wirklich "satt" werden kann, ich erlaube es mir unbewusst oft nicht, mich wirklich zugehörig zu fühlen, wei lich ja eigentlich erst anders werden muss, daher bleibt ein Gefühl von Mangel und damit eine Unzufriedenheit


    12. Daher versuche ich an diesem Glaubenssatz zu arbeiten, mich anderen mehr so zu zeigen wie ich wirklich bin, ohne "unangenhme Seiten" zu verstecken, mich mehr und mehr zu öffnen und darauf zu hoffen, dass Menschen trotzdem liebevoll reagieren (was sie erstaunlicherweise tatsächlich oft tun ;-)). Das mit dem sich-wirklich-zeigen klappt mal besser mal schlechter, aber jedes mal wenn es klappt, verspüre ich tiefe Zufriedenheit :-)


    Das Gefühl von Unzufriedenheit heißt für mich immer, dass ich an meinen wahren Bedürfnissen irgendwie vorbei lebe, die Bedürfnisse nicht wirklich gestillt werden und oft liegt es nicht so sehr am Außen, sondern an inneren Mustern, die eine wirkliche Befridigung verhindern und schöne Erlebnisse nicht so richtig durchlassen.


    LG, Rabe4

    Zitat

    meinen wahren Bedürfnissen

    Die Frage ist da wohl aber auch, was die eigenen Bedürfnisse tatsächlich sind und was Bedürfnisse sind, die durch die Gesellschaft geprägt werden oder wurden- ich glaube, wenn man sich den Unterschied bewusst macht, kann man zu überraschenden Erkenntnissen gelangen. Oft werden Bedürfnisse, die maßgeblich durch die Gesellschaft geprägt wurden, nicht mehr als solche wahrgenommen, weil man sie sich stark verinnerlicht hat und dann als rein eigene Bedürfnisse gedeutet.