• Die Logik vom Glücklichsein - Teil 2

    Hallo alle miteinander! Ich habe gestern mit einem Freund über das Glücklichsein gesprochen. Ich habe behauptet, dass Menschen glücklich sein wollen, aber sich nicht besonders viele Gedanken darüber machen, sondern sich den lieben langen Tag mit Dingen beschäftigen, die nichts mit Glücklichsein zu tun haben, und sie auch nicht darauf hinarbeiten. Um sich…
  • 748 Antworten
    JessSlytherin schrieb:

    Hachja, alles! Du stehst echt auf Verallgemeinerungen.

    Hast du einen Beitrag von nemesis in diesem Thema gelesen, der mit Glücklichsein zu tun hat?



    JessSlytherin schrieb:

    Du beanspruchst für dich den einzig richtigen Pfad zur Erleuchtung gefunden zu haben.

    Na wenn du meinst....

    Hanca schrieb:

    Hast du einen Beitrag von nemesis in diesem Thema gelesen, der mit Glücklichsein zu tun hat?

    Hast du spezifiziert, dass du mit alles lediglich die Beiträger von einer Userin meinst? Und ja, auch ihre Beiträge tragen zu dem Thema bei.

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    Muss ich das ausdrücklich erwähnen, dass ich nemesis meine, wenn ich seinen/ihren Beitrag zitiert habe?

    Ich finde nicht, dass solche Beiträge zum Thema beitragen.

    Wenn ich etwas darüber lesen möchte, wie schlimm doch unsere Gesellschaft ist, dann lese ich andere Themen.

    Ja es wäre schon hilfreich, wenn du dazu schreibst worauf du dich beziehst, anstatt zu sagen alles ist doof :-D


    Hanca schrieb:

    Ich finde nicht, dass solche Beiträge zum Thema beitragen.

    Wenn ich etwas darüber lesen möchte, wie schlimm doch unsere Gesellschaft ist, dann lese ich andere Themen.

    Weißt du, vielleicht solltest du Tagebuch schreiben. Dann stolperst du auch nicht immer über die ganzen doofen anderen Ansichten, die dir nicht gefallen. :-D

    Die Beiträge von nemesis passen nicht mehr oder weniger zum Thema als deine. Ich finde es auch nicht berauschend zu lesen, dass ich nie das einzig wahre Glück erreichen kann, weil ich nicht zu 100% gesund bin und nicht über Zäune hüpfen kann.

    Aber dann fällt mir ein, dass das ja nur deine Ansicht ist und mich garnicht berührt. Genauso wenig störe ich mich an nemesis' Aussagen, dass man in unserer Gesellschaft nicht glücklich sein kann, weil der Staat böse ist.

    Interessant finde ich aber beide Ideen, deshalb lese ich ja überhaupt in einem Forum. Um andere Ansichten und Meinungen kennen zu lernen. Nicht um meine eigenen bestätigt zu bekommen.

    JessSlytherin schrieb:

    Weißt du, vielleicht solltest du Tagebuch schreiben.

    Vielleicht solltest du einfach meine Beiträge ignorieren.

    Die scheinen dich ja in vielen Themen zu stören.

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    Hanca schrieb:
    JessSlytherin schrieb:

    Weißt du, vielleicht solltest du Tagebuch schreiben.

    Vielleicht solltest du einfach meine Beiträge ignorieren.

    Die scheinen dich ja in vielen Themen zu stören.

    Oh guck mal, unsere erste Gemeinsamkeit :-D

    JessSlytherin schrieb:

    Genauso wenig störe ich mich an nemesis' Aussagen, dass man in unserer Gesellschaft nicht glücklich sein kann, weil der Staat böse ist.

    Wenn Du das so meinen Beiträgen entnommen hast, hast Du mich aber nicht verstanden. Ich habe eigentlich sehr deutlich kritisiert, dass mir der allgemeine Begriff von Glück oder Zufriedenheit einfach zu trivial und zu materialistisch geprägt ist. Und ich hatte auch nicht gesagt, dass nur 100% gesunde Menschen glücklich sein können. 100% gibt es nirgends.

    Glück ist immer ein höchst individuelle Sichtweise und auch Menschen im Rollstuhl und HartzIV können doch Zufriedenheit empfinden - wieso soll das denn nicht gehen??? Der Staat hat doch damit nichts zu tun, eher unsere Gesellschaft, die jeden morgen aufs Neue ins Hamsterrad steigt und irgendwelchem Kapital nachläuft. Wir versklaven uns förmlich selbst und definieren dann in diesem abgeschotteten Mikrokosmos Glück und Zufriedenheit.

    Ich bin doch nicht der erste Mensch auf Erden, der das kritisiert. Kant, Marx, Fromm, usw. ... die haben schon vor 200 Jahren den Kopf geschüttelt. Geändert hat sich aber nie was. Und es reicht auch nicht sich irgendwie in solche abgeschotteten Kommunen zurückzuziehen. Damit entkoppeln wir das Menschsein ja nicht vom Kapital. Und ich finde, dass uns dieses enorme Fokussierung auf das Kapital tendenziell eher unzufrieden macht, als zufrieden - auch wenn sich das nicht so anfühlen mag.

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    _nemesis schrieb:

    es reicht auch nicht sich irgendwie in solche abgeschotteten Kommunen zurückzuziehen.

    Die sind alles andere als abgeschottet (allein schon deren Webauftritte und deren Seminare wegen). Und ich halte das für einen realen Weg der Änderung menschlicher Gemeinschaften- vollkommen friedlich und ziemlich frei (man kann dort ja relativ unproblematisch aussteiegen). Immerhin steckt da inzwischen ein weltweites Netz dahinter. Und wenn ich das z.B. mit solchen Gemeinschaften wie der Gemeinwohlökonomie oder solidarische Landwirtschaft zusammennehme, scheinen das sinnvolle Samen zukünftiger Gesellschaftsmodelle zu sein- nicht zentral gesteuert, basisdemokratisch organisiert.

    Das sehe ich als reale Möglichkeit, die auch weltweit funktionieren kann und von unten herauswachsend- und das bedeutet keineswegs ein massives Zurückdrängen ins technologische Mittelalter. Sondern eine Abkehr von einem wachstumsdominierten, wenig nachhaltigen, ungerechtem, irrationalem (weil nicht auf Zusammenarbeit aufbauend sondern konkurrenzbasierend) Wirtschaftssystem.

    So, das war meine Antwort auf die Eingangsfrage. Ich erkenne hier absolut nichts Negatives, keine Kritik an unserem Gesellschaftssystem, an Konsumdenken oder was weiß ich. Ist bei Euch das Glücklichsein tatsächlich von diesen Faktoren abhängig?


    Ich kann bettelarm, aber trotzdem glücklich sein. Ich kann schwerkrank, aber trotzdem glücklich sein. Versteht das niemand?

    Monsti schrieb:

    Ich kann bettelarm, aber trotzdem glücklich sein. Ich kann schwerkrank, aber trotzdem glücklich sein. Versteht das niemand?

    Natürlich verstehe ich Dich. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein unterernährtes Kind aus der 3. Welt wirklich glücklich ist. Das ist nämlich bettelarm. Und wenn jemand Leberkrebs hat und jeden Tag mit Morphium vollgepumpt wird, kann ich mir auch kaum vorstellen, dass der glücklich ist - der ist dann schwerkrank.


    Wir als reiche Nation haben natürlich ein völlig andere Definition von Zufriedenheit und Glück, als Menschen in Afrika oder anderen armen Regionen. Und das Leid in diesen Staaten haben wir Industriestaaten großteils auch zu verantworten - denn unser Reichtum basiert auf die Ausbeutung dieser Menschen.

    Und Zufriedenheit hieße für mich, wenn ich in einer Welt leben dürfte, die nicht unentwegt an der Zerstörung des Planet arbeitet und zulässt, dass viele Millionen Menschen hungern, nur damit andere im absoluten Überfluss leben. Da fehlt mir tatsächlich die Fähigkeit das auszublenden.

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    _nemesis schrieb:

    Wir versklaven uns förmlich selbst und definieren dann in diesem abgeschotteten Mikrokosmos Glück und Zufriedenheit.

    Du schreibst von "uns" "wir" und "man".

    Das ist doch eine Entscheidungssache, ob man sich versklaven lässt oder ob man eine andere Lebensform wählt.

    _nemesis schrieb:

    Ich habe eigentlich sehr deutlich kritisiert, dass mir der allgemeine Begriff von Glück oder Zufriedenheit einfach zu trivial und zu materialistisch geprägt ist.

    Dann schreibe doch darüber, was dich glücklich machen würde oder was Glück für dich bedeutet.

    Es sind eben nicht alle Menschen materialistisch eingestellt.

    Hanca schrieb:

    Dann schreibe doch darüber, was dich glücklich machen würde oder was Glück für dich bedeutet.

    Schrieb ich doch: Und Zufriedenheit hieße für mich, wenn ich in einer Welt leben dürfte, die nicht unentwegt an der Zerstörung des Planet arbeitet und zulässt, dass viele Millionen Menschen hungern, nur damit andere im absoluten Überfluss leben.

    Und glückliche Momente erlebe ich z.B. auf Konzerten, wenn in die Musik eintauchen kann und einfach alles in sich aufsaugen. Oder auf Wanderungen, wenn man die schöne Natur genießt, die Stille, den Wald - einfach auch oftmals diese Stimmung. Irgendwann meinte auch jemand, wieso ich denn bei schlechtem Wetter Fotos mache und ich meinte dann, dass der Himmel viel interessanter ist, wenn keine Sonne scheint - wenn die Wolken geradezu etwas poetischen ausstrahlen.

    Und wenn ich dann montags wieder in meinem Bürochen sitze und wieder nach meiner Möhre laufen soll, denke ich mir: Ey, was is hier los. Ich bin gerade im falschen Film!

    _nemesis schrieb:

    Und Zufriedenheit hieße für mich, wenn ich in einer Welt leben dürfte, die nicht unentwegt an der Zerstörung des Planet arbeitet und zulässt, dass viele Millionen Menschen hungern, nur damit andere im absoluten Überfluss leben. Da fehlt mir tatsächlich die Fähigkeit das auszublenden.

    Ich halte es nicht für sinnvoll seine Zufriedenheit von Umständen, auf die man (in ihrem Endergebnis) keinen Einfuss hat, abhängig zu machen. Ich erachte es für sinvoller selbst die Veränderung zu sein, indem man seine Werte durch Handlungen realisiert. Dann muss auch nichts ausgeblendet werden, da man seinen Anteil tut, um das Problem zu verringern, was in den meisten Fällen sogar mit kleinen Handlungen wie Wählen-Gehen, insbesondere aber Petitionen unterschreiben und Demos besuchen sowie seine Meinung (auch) zu äußern, anstatt meinungslos zu sein, möglich ist.

    Denn hinsichtlich über das Wissen über die Zustände der Welt ist das Kind ohnehin schon in den Brunnen gefallen. Die Frage ist: Ist das Wissen mein unendlicher Quell für meine Unzufriedenheit oder bemühe ich mich ernsthaft für eine bessere Welt, wodurch m.E. auch das eigene Leben (fast immer) automatisch besser wird?

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