• Die Logik vom Glücklichsein - Teil 2

    Hallo alle miteinander! Ich habe gestern mit einem Freund über das Glücklichsein gesprochen. Ich habe behauptet, dass Menschen glücklich sein wollen, aber sich nicht besonders viele Gedanken darüber machen, sondern sich den lieben langen Tag mit Dingen beschäftigen, die nichts mit Glücklichsein zu tun haben, und sie auch nicht darauf hinarbeiten. Um sich…
  • 748 Antworten
    _nemesis schrieb:

    Und wenn ich dann montags wieder in meinem Bürochen sitze und wieder nach meiner Möhre laufen soll, denke ich mir: Ey, was is hier los. Ich bin gerade im falschen Film!

    Die eigenen Wertvorstellungen im Beruf zu verwirklichen ist natürlich schwieriger als die Vorstellungen vom gesunden Essen zu verwirklichen, aber auch dort ist häufig mit ernsthaften Bemühen eine Verbesserung möglich.

    Und damit ist jetzt nicht die oft verkaufte Selbstverwirklichung im Job gemeint. Es ist z.B. auch legitim nur wegen des Geldes zu arbeiten. Aber auch dann gibt es bessere und schlechtere Jobs.

    asdfgh123 schrieb:

    Die Frage ist: Ist das Wissen mein unendlicher Quell für meine Unzufriedenheit oder bemühe ich mich ernsthaft für eine bessere Welt, wodurch m.E. auch das eigene Leben (fast immer) automatisch besser wird?

    Ja, ich bemühe mich und setzte tatsächlich auch viele Dinge in die Tat um, was zur Folge hat, dass mein ökologischer Fußabdruck weit geringer ist, als der Durchschnitt. Ich tue das aus Überzeugung, obwohl es natürlich punktuell in der breiten Masse keinen Effekt erzielt. Das Thema hatten wir aber bereits an anderer Stelle.

    Und ja, mich macht es unzufrieden, dass man täglich viele Leute beobachtet, denen das alles völlig egal ist. Ich sagte doch, dass mir die Gabe fehlt mich davon zu entkoppeln und so zu tun, als gäbe es die ganzen Probleme nicht. Dennoch erlebe ich natürlich auch glückliche Momente - mit meinem Freund, wenn wir wandern - ich koche sehr gern, habe gern ein schönes Bad, beim Sport.

    Glück heißt für mich die vielen kleine Momente am Tag zu genießen, die man genießen kann.

    Zitat
    _nemesis schrieb:


    Schrieb ich doch: Und Zufriedenheit hieße für mich, wenn ich in einer Welt leben dürfte, die nicht unentwegt an der Zerstörung des Planet arbeitet und zulässt, dass viele Millionen Menschen hungern, nur damit andere im absoluten Überfluss leben.

    Aber das bist doch nicht nur du. Die Welt müsste also so sein, wie du es dir vorstellst, damit du zufrieden bist. Glückwunsch. So macht man sich unzufrieden. Darauf hast du nämlich überhaupt keinen Einfluss, wie andere leben. Darauf aber schon:


    Zitat

    _nemesis schrieb:

    Glück heißt für mich die vielen kleine Momente am Tag zu genießen, die man genießen kann.

  • Anzeige
    Melete schrieb:

    Die Welt müsste also so sein, wie du es dir vorstellst, damit du zufrieden bist.

    Bei Dir nicht? Was stell ich mir denn vor? Ich wünsche mir eine Welt ohne Hunger und Umweltzerstörung. Was wünscht Du Dir denn? Krieg und Zerstörung? Wie kann man damit glücklich sein? ":/

    Ich finde die Einstellung, dass Glück nur allein private Sache ist recht egozentrisch. Jemand in der dritten Welt hat da sicherlich ein anderes Grundverständnis von Glück - der würde vielleicht auch mal in Mathe gern eine "2" haben, um stolz auf sich zu sein - aber da gibts oft nicht mal ne Schule.

    _nemesis schrieb:

    Ich finde die Einstellung, dass Glück nur allein private Sache ist recht egozentrisch.

    Wenn du erst glücklich bist, wenn auch jeder andere Mensch auf der Erde glücklich ist, dann kannst du nie glücklich sein.

    Hanca schrieb:
    _nemesis schrieb:

    Ich finde die Einstellung, dass Glück nur allein private Sache ist recht egozentrisch.

    Wenn du erst glücklich bist, wenn auch jeder andere Mensch auf der Erde glücklich ist, dann kannst du nie glücklich sein.

    Genau. Dann wären wir am Ende nämlich alle glücklich, denn Unzufriedenheit ist der beste Motor. Und wenn es nicht so ist, bin ich "gern unglücklich".

  • Anzeige

    Wenn Unzufriedenheit ein Antrieb wäre um glücklich zu werden, dann gäbe es kaum noch unglückliche Menschen.

    Sehr viele Menschen sind unzufrieden mit ihrem Leben und ändern genau gar nichts.

    Du kannst auch nicht für das Glück anderer Menschen sorgen.

    Das liegt außerhalb deiner Möglichkeiten.

    Ich habe nicht gesagt, dass Antrieb (=Handeln) automatisch zufriedener oder glücklicher macht. Ich sagte nur, dass Unzufriedenheit der beste Motor ist. Verbesserungen werden immer nur durch Zustände von Unzufriedenheit erzielt, denn wieso sollte man etwas verbessern wollen, wenn man damit zufrieden ist. Ein Zustand der totalen Zufriedenheit bedeutet Stillstand.

    Zitat

    _nemesis schrieb:

    Bei Dir nicht? Was stell ich mir denn vor? Ich wünsche mir eine Welt ohne Hunger und Umweltzerstörung. Was wünscht Du Dir denn? Krieg und Zerstörung? Wie kann man damit glücklich sein?


    Nö, Weltverbesserungswahn hatte ich in der Pubertät. Dann habe ich gelernt, dass ich für mich verantwortlich bin und nicht für andere.


    Zitat

    _nemesis schrieb:

    Ich finde die Einstellung, dass Glück nur allein private Sache ist recht egozentrisch. Jemand in der dritten Welt hat da sicherlich ein anderes Grundverständnis von Glück - der würde vielleicht auch mal in Mathe gern eine "2" haben, um stolz auf sich zu sein - aber da gibts oft nicht mal ne Schule.Ja und? Geht es dem in der dritten Welt besser, wenn ich hier darüber lamentiere, wie scheiße es doch den Leuten in der dritten Welt geht, vor allem dann, wenn sie eben ein anderes Grundverständnis haben, womit sie zufrieden und glücklich sind?


    Zitat

    _nemesis schrieb:

    Genau. Dann wären wir am Ende nämlich alle glücklich, denn Unzufriedenheit ist der beste Motor. Und wenn es nicht so ist, bin ich "gern unglücklich".


    Ah, dann gehört noch dazu, dass alle einfach mal so sind, wie du. Autsch und mal abgesehen davon, dass das das Traumland ist, so würde ich mir so eine Welt nun stinkfand vorstellen. Eine geltende Meinung. Juhu. Denn sonst funktioniert das einfach nicht, weil andere einfach nicht dann glücklich sind, wie du. Abgesehen davon, merkst du wohl gar nicht, wie übergriffig und respektlos deine Denkweise anderen gegenüber ist. Nur, weil deine Denkweise für dich richtig ist, heißt doch nicht, dass ein anderer seine denkweise für sich nicht richtig sieht, auch wenn sie anders ist.


    Zitat

    Hanca schrieb:

    Sehr viele Menschen sind unzufrieden mit ihrem Leben und ändern genau gar nichts.

    Ja und das heißt ja wohl, dass sie so unzufrieden nicht sein können, sonst würden sie ja etwas ändern.Man siehts doch schon hier im Forum, wie gerne doch Jammerfäden eröffnet werden. Ich finde, dass die gar nicht unglücklich scheinen, sondern geradezu in ihrem Element.

  • Anzeige
    Melete schrieb:

    Abgesehen davon, merkst du wohl gar nicht, wie übergriffig und respektlos deine Denkweise anderen gegenüber ist.

    Um ehrlich zu sein, bin ich da gern mal respektlos. Denn anscheinend merken recht viele Menschen in den Industrienationen nicht, dass genau ihr Lebensstil dafür sorgt, dann es anderen Menschen richtig dreckig geht. Und dann noch über Zufriedenheit und Glück zu diskutieren ist einfach unverschämt. Wir können das ja. Weil wir uns solche Luxusprobleme leisten können.

    Der Vater in Uganda kann das nicht oder das Mädchen in Indien, das unsere Klamotten näht. Und mir ist echt auch völlig schleierhaft, wie Du "richtig" definierst. Für Dich richtig oder für alle Menschen, für die Welt? Erzähl uns doch mal, was richtig ist. Bin gespannt!

    nemesis, wenn du ein Problem mit Glück und Zufriedenheit hast, warum schreibst du dann hier mit?


    Du hilfst den Menschen in den armen Ländern kein Stück, wenn du unglücklich bist.

    Hanca schrieb:

    nemesis, wenn du ein Problem mit Glück und Zufriedenheit hast, warum schreibst du dann hier mit?


    Du hilfst den Menschen in den armen Ländern kein Stück, wenn du unglücklich bist.

    Natürlich helfe ich ihnen. Je mehr Menschen sich dieser Tatsache bewusst werden, desto mehr Leute sind bereit etwas zu unternehmen - sprich ihren Konsum zu überdenken. Und dafür müssen mehr Menschen auch mal was sagen. Eine Spende an ein Hilfswerk ist keinen Cent Wert, das verpufft irgendwo. Wir alle müssen uns den Spiegel vor das Gesicht halten und auch mal Verantwortung übernehmen für den überschwänglichen Lebensstil, den wir führen.

    Ich habe kein Problem mit Glück und Zufriedenheit. Ich weigere mich nur an einer populistisch - materialistischen Definition teilzunehmen. Erfolg = Glück. Geld = Zufriedenheit. Glückliche Momente sind immer an sozialer Stimulanz gebunden und Harmonie. Heute sah ich ein Reh auf meiner Radtour und es flüchtete nicht gleich, sondern drehte sich um zu mir und wie sahen uns beide lange in die Augen. Das war schön und das sind kleine, glückliche Momente.


    Das sind aber Dinge, die die meisten Menschen in ihrem Alltagsrausch und -gedöns gar nicht mehr wahrnehmen. Das ist keine Vermutung, sondern meine Alltagserfahrung. 90% setzen sich in das Auto und düsen nur von A nach B und zurück. Da bleibt keine Zeit für Details. Arbeit <-> Wohnung <-> Supermarkt <-> Tankstelle <-> Wohnung <-> Mediamarkt <-> Kino <-> Wohnung ... wir haben letztens den Baumkronenpfad in Band Langensalza besucht: Kenne sie auch mehr Automarken, als Baumarten ... ja, die meisten eben. Niemand kann mehr ein Blatt zu einem Baum zuordnen oder kann Vögel benennen oder Pflanzen.

    Ja, ich fühle mich da unzufrieden in dieser Gesellschaft und unverstanden. Und das Thema hier zeigt ja auch, dass man mich nicht versteht. Ich plädiere gegen Krieg und Hunger und die Leute finden es komisch ...

  • Anzeige
    _nemesis schrieb:

    Natürlich helfe ich ihnen. Je mehr Menschen sich dieser Tatsache bewusst werden, desto mehr Leute sind bereit etwas zu unternehmen - sprich ihren Konsum zu überdenken. Und dafür müssen mehr Menschen auch mal was sagen.

    Ich habe mich viel politisch und ehrenamtlich engagiert und sogar relativ große Dinge bewegt. Es muss jemand den Anfang machen mit einer guten Idee, dann machen auch viele mit.

    Das erfordert Stärke und Zuversicht. Mit Jammern oder Unglücklichsein lockt man niemanden hinter dem Ofen hervor.

    Es ist außerdem nicht so, dass viele Länder arm sind, weil die deutsche Bevölkerung gleichgültig ist.

    Vielmehr ist es von der Politik gewollt, dass diese Länder abhängig bleiben.

    Über die Hintergründe kannst du dich informieren.


    _nemesis schrieb:

    Ich habe kein Problem mit Glück und Zufriedenheit. Ich weigere mich nur an einer populistisch - materialistischen Definition teilzunehmen. Erfolg = Glück. Geld = Zufriedenheit.

    Das hat hier aber niemand so definiert.

    Hanca schrieb:

    Mit Jammern oder Unglücklichsein lockt man niemanden hinter dem Ofen hervor.

    Ja, was hast Du gemacht? Nen Dorf in Uganda mit Wasser versorgt oder 10 Kleidercontainer aufgestellt? Sorry, aber immer diese Einstellung: ich habe was gemacht, jetzt fühle ich mich gut und rutscht mir mal alle den Buckel runter. Nee, sorry. Mag deinen Sparkasse-Direktor beeindrucken, mich nicht. Ich leisten jeden Tag meinen Teil und versuche Leute zu sensibiliseren und kassiere stände Kritik. Jeden scheiß Tag.

    Und klar, die, die was sagen jammern immer alle. Will ja keiner hören. Sowieso, jeder, der in diesem Land irgendwas Negatives zur Sprache bringt jammert. Unsere Erfolgsdiktatur will halt keine klagenden Leute, sondern nur Gewinner, die den ganzen Tag mit ner breiten Grinse-Fresse da stehen und nie Probleme haben. Abends holen sie dann die Schrotflinte aus dem Waffenschrank und ballern der Familie die Schädel weg ... ach, der war doch immer so zuvorkommend und so eine liebe Familie.

    Echt, verschone mich und die Welt mit diesen Attitüden. Die Deutschen sind Meister darin sich ihren Gartensiedlung mit ner große Hecke aufzubauen - geht mich alles nix an. Vom 2. Weltkrieg will bis heute keiner was wissen, war keiner Schuld. 60 Millionen Tote und keiner wars. Wir haben absolut nix gelernt. Nicht das geringste!!!

    nemesis, ich bin froh, dass ich deine Probleme nicht habe. :-D

    Was ich gemacht habe, wie ich lebe, davon weißt du gar nichts.

    Aber mach mal schön weiter damit:

    _nemesis schrieb:

    Ich leisten jeden Tag meinen Teil und versuche Leute zu sensibilisreen und kassiere stände Kritik. Jeden scheiß Tag.

    Das hilft natürlich gegen Elend und Armut.

  • Anzeige