Am nächsten Morgen hatte ich dann den Mut gefunden um zu meiner Mutter zu gehen. Ich habe ihr erzählt das ich am Vortag gestürzt sei und es nun dick wäre. Es war gelogen, das wusste ich. Aber ich konnte Ihr einfach nicht erzählen das ich mich selbst verletzt habe. Sie ging an dem Vormittag dann auch mit mir zum Arzt. Mein Arm war gebrochen. Ich war geschockt. Der Arm war gebrochen, weil ich mir mit einem Stein drauf geschlagen hatte. Als wir zuhause wieder angekommen waren bin ich direkt in den Wald gegangen. Ich wollte alleine sein. Der Schmerz im Handgelenk war schon lange weg, der Schmerz in meiner Seele keimte wieder auf. Die ganze Welt war böse und ich konnte nichts tun. Ich musste es hinnehmen wie es war. Vom Arzt hatte ich Schmerzmittel bekommen wovon ich eine nehmen sollte wenn ich Schmerzen bekam. Ich sah mir die Tabletten an. Sie waren so weiß und rein. So stellte ich mir den Himmel vor. Ich habe jede einzelne Tablette aus ihrem Blister gedrückt. Da hatte ich nun die Hand voller Tabletten die mich aus dieser Hölle hohlen könnte. Ich schluckte ein paar. Sie haben einfach nur widerlich geschmeckt. Aber das war mir in diesem Moment egal. Ich schluckte noch ein paar runter. Mir wurde schlecht und ich musste mich fast übergeben. Aber ich schluckte weitere Tabletten runter. Als ich keine mehr hatte war ich zufrieden und irgendwie schon fast glücklich. Ich wusste das es bald ein Ende haben würde. Ich ging nach Hause und legte mich in mein Bett. Ich hatte keinen Abschiedsbrief geschrieben, nicht noch einmal mit meiner Mutter gesprochen. Ich wollte den Moment einfach genießen. Ich schloss die Augen und war der glücklichste Mensch der Welt.

    Ich sagst dir, ich glaub auch, dass du ein Buch damit schreiben könntest und am authentischsten ist es, wenn du es selbst schreibst, ich sehe da durchaus Talent bei dir!


    Wenn man das ganze noch mit Details ausschmücken würde (nicht was das die Vergewaltigung angeht, sondern das drum herum!).


    Ich würde es kaufen! @:)

    :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* ich finde auch,dass du sehr gut schreiben kannst.ich kann mich sehr gut einfühlen in diese hölle, durch die du durch musstest.und bewundere dich für deinen mut,so offen zu schreiben.das zeigt auch,was du für eine starke junge frau bist und trotzdem die kraft haben wirst,ein gutes leben zu führen.du bist die siegerin :)* :)* :)* :)* :)* :)* @:) @:)

    na klar,ich hab in meinen schon etwas längeren leben schon viel gelesen,sehr viel.du schreibst gut,man kann sich direkt einfühlen,die stimung erkennnen,man möchte weiter lesen :)_ *:)


    und wenn es dir hilft,umso besser,vielleicht hilft es auch anderen,den mut zu haben,sich endlich zu trauen,darüber zusprechen.


    aber das wichtigste bist du,deine heilung,dein leben,dir soll es gut gehen :)* :)*

    Mitten in der Nacht plagten mich auf einmal schlimme Bauchschmerzen. Mir war heiß und kalt zugleich. Eine unglaubliche Übelkeit machte sich in mir breit. Ich wollte aufstehen und zur Toilette rennen. So weit kam ich nicht. Mir wurde schlagartig schwindelig und ich wankte. Auf einmal musste ich mich übergeben. Alles an mir verkrampfte und tat einfach nur noch weh. Ich rief nach meiner Mutter und weinte und hatte auf einmal doch angst zu sterben. Ich dachte nicht das man Schmerzen hat beim sterben. Im Fernseher sah das sterben so einfach aus, aber in Wirklichkeit war es ein grausamer Prozess. Ich schrie immer wieder nach meiner Mutter aber Sie kam nicht. Sie hat mich einfach nicht gehört. Ich hatte mich wieder ins Bett gelegt und mir ging es auch so langsam wieder besser. Am nächsten Morgen konnte ich dann auch wieder aufstehen. Schlecht war mir noch immer, aber der Schwindel hatte schon nachgelassen. Als ich sah was auf dem Boden lag, war ich froh das meine Mutter nicht gekommen war. Man konnte im Erbrochenen noch die ganzen Tabletten erkennen. Wie konnte ich nur so dumm sein und alles gefährden? Hätte das jemand gesehen wäre alles aufgeflogen. Für gab es einfach kein entkommen. Ich war gefangen in einem Leben was keins war.

    Ich war wieder in einer Hoffnungslosigkeit gefangen. Es gab keinen Menschen dem ich was Wert war. Ich wurde einfach wie ein Gegenstand behandelt. Und wenn ich nicht benutz worden bin wurde ich achtlos behandelt. Wenn ich alleine war, war der Druck in mir zu groß. Ich brauchte den Schmerz. Die Schmerzen die ich mir zufügen konnte, waren unter meiner Kontrolle. Die konnte mir keiner nehmen.

    Es kam der 12. Geburtstag. Inzwischen hasse ich es zu sehen wie alt ich werde. Mein Alter war immer nur ein Beweis dafür wie lange ich schon das alles mitmachte. Mein Alter war ein Beweis dafür wie lange ich schon kein Kind mehr war. An meinem Geburtstag verkündete meine Mutter freudestrahlend das wir nach Spanien fahren würden. Wir würden ans Meer fahren. Dort wo die Gedanken frei sind und der Wind sie bis ans Ende der Welt tragen würde. Ich freute mich drauf. Da könnte Er mir in diesem winzigen Wohnmobil nichts antun. Alle würden es mitbekommen. Ich war also sicher. 3 Wochen Freiheit, 3 Wochen Leben, 3 Wochen wieder Kind sein. Nach dieser Nachricht war ich wie ausgewechselt. Ich wollte raus gehen und die Sonne genießen. Doch meine Mutter ließ die Bombe wenige Sekunden später fallen. Sie kommt nicht mit. Wir sollen alleine mit Ihm fahren. Ein bisschen an der Vater-Tochter-Sohn-Bindung arbeiten. Ich konnte es einfach nicht glauben was Sie da sagte. Mir wurde schwindelig. Er hätte da die volle Kontrolle über mich. Ich könnte ihm nicht mehr entfliehen. Diesmal ging ich am Abend zu meiner Mutter und sprach mit ihr. Ich wollte einfach nicht mitfahren. Ich wollte bei ihr bleiben. Doch Sie sagt das ich mit müsse. Sie hätte Zuhause keine Zeit für mich und so wäre es besser. Da sei ja schließlich auch das Meer und dieses schöne Land. Ich fühlte mich von Ihr im Stich gelassen und verraten. Wieder mal wollte Sie mir nicht helfen.