eingewöhnung Neuroleptika?

    Hallo allerseits!


    Mir wurde vor einer woche Aripiprazol verschrieben (eine woche 5 mg, danach auf 10 mg erhöhen) da ich mit dem bisherigen Medikament (seroquel- Quetiapin, im sommer abgesetzt) nicht besonders zurecht gekommen bin und derzeit durch einigen Umständen in eine schwere depression "gefallen" bin.


    Anfänglich wurde bei mir der zweite Typ der Bipolaren Störung diagnostiziert, durch mein junges Alter und einigen Symptomen einer schizoaffektiven-Störung ist das aber nicht in Stein gemeißelt.


    Nun nehme ich das Medikament auch brav seit einer Woche und habe heute die Dosis verdoppelt aber ich bin am verzweifeln was die Müdigkeit betrifft. Ich bin sehr benommen und könnte im gehen einschlafen und im Prinzip für nichts zu gebrauchen. Dadurch dass ich im ersten Semester ein MINT-Fach studiere und außerordentliche Leistung erwartet wird, belastet mich das enorm. Die ständige Übelkeit kann ich auch vernachlässigen solange das vorraussichtlich durch regelmäsige Einnahme abklingen wird.


    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit dem/einem ähnlichen Medikament? Ich wäre für jeden Tipp dankbar!

  • 14 Antworten

    P.s. die Dosis abends einzunehmen hilft leider auch nicht wirklich. Bin dann zu erschöpft um zu funktionieren kann aber nicht einschlafen und die Müdigkeit hält dann meist sogar noch bis zum nächsten Tag an

    Warum bekommst du ein Neuroleptika bei Depression?


    Du solltest Antidepressiva nehmen ,damit klein anfangen und dann steigern wenns dir nit einer höheren dosis besser gehen sollte.


    Ich kenne mich da aus , bin selbst in behandlung , wegen mehrerer dingen....

    ich möchte nicht bezweiflen dass du dich auskennst aber wie bereits erwähnt stehe ich in erster Linie wegen der Schizoaffektiven Störung in Behandlung, die Depression war/ist nur eine (wenn doch heftige) reaktion auf meine Umwelt. Würde man mich mit Antidepressiva therapieren würde das eine Manie auslösen und mit der Wahl des Medikaments, vertraue ich meinem behandelnden Arzt.

    Ok , dann verträgst du es vll nicht oder brauchst eventuell ein anderes Medikament oder das sind die nebenwirkungen des Medikaments, würde es noch ne weile beobachten, und wenn es nicht besser wird mit deinem Behandelnden Arzt besprechen

    Zitat

    Ich kenne mich da aus , bin selbst in behandlung ,

    Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber "in Behandlung sein" ist nicht gleich "sich auskennen". Derjenige, der ein Psychopharmakon verschreibt, hat eine fundierte Ausbildung (Studium, Facharzt). Hier liegt eine schizo-affektive Störung vor. "Nimm mal ein Antidepressivum" ist ein sehr undurchdachter Ratschlag. Also bitte besser nichts raten, wenn man keine Ahnung hat.


    Abilify wird in der Regel erst dann verschrieben, wenn andere Neuroleptika keine oder nicht die erwünschte Wirkung gezeigt haben. Müdigkeit ist "eigentlich" keine sehr häufige Nebenwirkung. Abilify verursacht eher Unruhe und stört den Schlaf.


    Ich hoffe, du hast die Dosis in Abstimmung mit deinem Arzt verdoppelt und nicht eigenständig? Nimmst du noch andere Medikamente; Stichwort: Wechselwirkungen?

    Hallo alphacentaurx, bin bipolar 1 mit psychotischen Symptomen und habe sowohl Quetiapin als auch Abilify genommen.


    Erst einmal muss ich sagen, dass eine Woche echt kein Zeitraum ist, da hat man sehr mit Anfangs-Nebenwirkungen zu kämpfen. Wenn die dann so gar nicht abklingen kann man erst davon ausgehen, dass das Medikament nicht vertragen wird.


    Abilify habe ich überhaupt nicht vertragen, so wie du selbst, war ich sehr benommen, außerdem körperlich extrem erschöpft, hatte Probleme mit dem Gleichgewicht und konnte nicht mehr richtig sehen (Tunnelblick). Von den gefühlt 100 Medikamenten, die ich ausprobieren "durfte", war das mit Abstand das Schlimmste.


    Anscheinend realisierst du noch nicht, dass du schwer krank bist, kann das sein? Wenn deine Krankheit remittiert ist kannst du wieder über dein Studium nachdenken, momentan solltest du meiner persönlichen Meinung nach vorrangig an deine Genesung denken. Lass dich krankschreiben oder vielleicht gibt es die Möglichkeit, dich beurlauben zu lassen für das Semester. Ich kenne das von mir selbst, aber im Endeffekt tut man sich keinen Gefallen damit.

    Starke Müdigkeit ist eine häufige Nebenwirkung von Aripiprazol.


    Da sie bei dir nun sehr stark zu sein scheint, würde ich empfehlen, das so schnell es geht, deinem behandelnden Arzt mitzuteilen.

    Bin auch bipolar mit schweren depressionen , dazu suizudal mit leichter schizoprenie, wobei ich aktuell sehr fit bin von epileptika wieder übergeschwungen auf Antidepressiva, nebenwirkungen können wochen dauern, damals als ich mit meinem epileptika angefangen habe 100mg habe ich über 3 wochen mit den nebenwirkungen gekämpft, dann war alles vorbei , endweder verträgst du es nicht.


    Oder du wartest einige zeit....

    Das ist das erste Mal, dass ich davon höre, dass ein Bipolarer nur mit Antidepressiva behandelt wird. Das Switchrisiko ist zu hoch. Gerade bei psychotischen Symptomen. Was ist das überhaupt für eine komische Diagnose, BS und Schizophrenie?

    Ich hatte über 3 jahre nun 600 mg , Carbamazepin bekommen, aber damit ging es nir nicht gut , und somit beschlossen sie abzusetzen im Sommer seit her gehts mir damit viel besser.....mir hat viel auslastung geholt den ich mir jetzt in meinem Job hole, ich habe keine lust mehr mich voll pumpen zu lassen , hatte meine Medikament selbst abgesetzt.


    Ja die schizoprenie , wurde in der geschlossenen gemacht , hatte sich dann im weiteren verlauf der therapie/behandlung nicht bestätigt , somit bipolare störung mit schwer depressiven phasen mal mehr mal weniger....

    Ich bin des öfteren zerstreut , hab meine Gefühle des öfteren 0 unter Kontrolle , in meiner hypo manie...naja davon will ich gar nicht anfangen was ich da alles gemacht habe, im normal zustand tu ich sowas nicht und würde ich auch nie mitterweile hab ich mich gut unter kontrolle , jetzt in der Jahreszeit hab ich extreme Stimmungs Schwankungen, die von einer min auf die andere umschlagen können und so gehts eben weiter........

    @minuchin vielen Dank für die Antwort! Müdigkeit dürfte zwar wie du sagst nicht sehr häufig aber dafür nicht ungewöhnlich sein. So wie ich das durch eigenrecherche in Erinnerung behalten habe, dürfte es durch die Wirkung gegen Halluzinationen und Unruhe mild-beruhigend wirken, aber in diesem Ausmaß? Wobei ich dazu sagen muss dass es definitiv besser geworden ist seitdem ich es am Abend nehme. Durch die Feiertage opfere ich halt etwas an Schlaf, ist nicht ganz dramatisch ;-)


    @Spinnerin Danke auch dir für deine anregende Antwort! Quetiapin hat mir leider gar nicht geholfen und abilify hat bei meiner Mutter (BP1) sehr stabilisierend gewirkt, daher hat ist mein Arzt davon ausgegangen dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass es auch mir hilft. Ich erinnere mich an ähnliche Nebenwirkung als sie auf das Medikament eingestimmt wurde, ist aber nicht ganz vergleichbar da sie in der Psychatrie stationär therapiert worden ist, auch mit anderen Medikamenten.


    Und einen ähnlichen Gedanken hatte ich auch! Hätte ich ein gebrochenes Bein oder eine Lebensmittelvergiftung würde ich mich dementsprechend um meine Genesung kümmern wieso bei einer psychischen erkrankung anders? Wobei ich sehr lange verweigert habe meinen Zustand zu realisieren!


    @yukumu ich verbringe die Feiertage zuhause daher konnte ich mich nur an die Apotheke wenden und da hat mich die Apothekerin beruhigt und mir nochmal die statistik auf dem Beipackzettel gezeigt, ist zwar selten aber nicht unmöglich dass ich 1 von x bin die solche Nebenwirkungen erspürt. Sie hat prophezeit dass es abklingen wird was auch tatsächlich geschehen ist!


    übrigens habe ich nicht auf eigene Faust die Dosis erhöht, das war von anfang an mit dem Arzt besprochen :) die halbe dosis der ersten woche nur um mich darauf einzupendeln

    Quetiapin hat mir auch nicht geholfen, dafür hab ich 20 kg zugenommen. Abilify war wie gesagt die Hölle wegen der Nebenwirkungen. Ansonsten habe ich alles Mögliche durch, zum Beispiel Carbamazepin, Olanzapin, verschiedene Antidepressiva, irgendwas mit P etc.


    Jetzt nehme ich Lamotrigin und Cipralex und vertrage beides gut, ich bin damit stabil.