Einsam und große Zukunftsängste

    Guten Abend zusammen,


    ich habe mich hier angemeldet um mal ein paar Meinungen von vielleicht erfahreneren Menschen zu bekommen. Ich muss das jetzt auch einfach mal niederschreiben. Zur Zeit geht es mir psychisch sehr schlecht. Kurz ein paar Infos zu mir: ich bin männlich 25 Jahre alt, bin berufstätig und wohne alleine.


    Mein riesengroßes Problem ist, dass ich sehr einsam bin und ich auch große Angst vor der Zukunft habe. Wenn ich um mich herum schaue geht es scheinbar fast niemandem so. Alle haben Partner, Kind, Neffen, Nichten, Verwandte, Geschwister... Ich habe einen recht kleinen und relativ alten Verwandtenkreis. So ein richtig starkes Familienleben haben wir nicht - die Verwandtschaft sehe ich nur alle 1-2 Monate. Zu meinen Eltern habe ich ein gutes Verhältnis. In meinem Alter ist nur mein Bruder und mein Cousin (der wohnt jedoch 600km entfernt). Mein Bruder ist leider auch nicht so wie man sich das wünscht. Er ist extrem unglücklich und projiziert das auf mich und meinen Vater. Er will überhaupt keinen Kontakt, ich habe es oft versucht.


    Ich würde ja sagen, dann gründe ich selbst mal eine Familie aber da kommt schon der nächste riesen Stein. Natürlich musste es mich treffen. Ich stehe hauptsächlich auf Männer, hatte aber noch keinen richtigen Partner. Es ist so unglaublich schwierig jemand anständigen zu finden - dazu kommt dass so gut wie alle die passen könnten hetero sind. Das heißt durchgehend einsam und oft unglücklich verliebt sein.


    So sind fast alle meine Tage gleich langweilig, 8h Homeoffice, alleine Essen, alleine schlafen. Ich bin sau einsam und habe nicht diese lebenslangen Konstanten die andere haben. Ich will auch einfach glücklich und umgeben von liebevollen Menschen sein. Ich hätte auch wirklich gerne Kinder. Die Aussichten sind dass das so weiter geht, meine Verwandten nach und nach sterben, alle um mich herum glücklich sind und Familien gründen und ich den ganzen Tag alleine unglücklich bin.


    So macht das Leben für mich aber keinen Sinn. Ich würde mir nichts antun aber was wenn es mir mit 30 oder 40 immer noch so geht? Ich halte es jetzt schon kaum noch aus. Was wenn mich mal niemand mehr zu Weihnachten einlädt und niemand zum Geburtstag kommt?


    Ich bin im Moment extrem glücklich über meine besten Freunde. Aber auch die werden mal vergeben sein und keine Zeit mehr für mich haben.


    Was meint ihr? Ich kann kaum noch schlafen und steigere mich täglich hinein. Danke schon mal fürs Lesen und eure Meinungen

  • 12 Antworten

    du bist 25, keine 65. du hast noch das ganze Leben vor dir. so gesehen, läuft dir nichts davon.


    ich würde mal gucken, dass du dir einen grösseren freundeskreis aufbaust.


    jetzt ist es blöd, aber perspektivisch. online dating funktioniert, auch wenn parship & co. nicht gerade billig sind.


    außerdem darfst du nicht vergessen, dass gerade corona ist. nicht nur dir fällt die decke auf dem kopf


    schau nach vorne und alles wird gut @:)

    Ich weiss nicht ob ich als 18jähriger berufen bin dir zu raten.|-o

    Trotzdem:


    Du möchtest nicht allein sein und nicht allein bleiben. Und du möchtest Kinder.

    Ist dir Sex sehr wichtig? Oder könntest du dir vorstellen mit einer Frau zusammen zu leben, für die das nicht so im Mittelpunkt steht, sondern eher Familie und Kinder? Vielleicht mit einer die schon ein Kind hat?


    Wenn ich in deinem Fall wäre würde ich es am ehsten in diese Richtung versuchen.

    Erst mal ein herzliches Willkommen @:)

    Das ist ein Text aus dem sehr viel Traurigkeit und Einsamkeit spricht. Wie lange geht es Dir denn schon so? Seid wann bist Du so voller Sorgen? Hat das was mit Corona zu tun oder war es vorher auch schon so?

    Danke schon mal für die Antworten.


    Peddi habe es bisher immer im echten Leben probiert. Bin noch bei keinem Portal ernsthaft angemeldet und habe gerade auch jemanden aber muss erst herausfinden ob es dem auch so geht :/


    TimFaber wenn ich mir meinen eigenen Text durchlese kommt es mir irgendwie auch nicht ganz so wild vor... Dadurch dass ich echt nur noch zuhause bin habe ich wahrscheinlich auch einfach zu viel Zeit und zu wenig Ablenkung.


    Möpi16 klar jede Antwort ist willkommen. Habe ich mir tatsächlich auch schon überlegt, die Frage ist nur wie lange sowas hält wenn man sich nicht wirklich liebt und wo man so jemanden findet. Besser als allein sein ist es vielleicht aber lieber wäre ich wirklich glücklich mit jemandem zusammen.


    Djune vielen Dank :) Tatsächlich erst seit ein paar Wochen so richtig schlimm. Mir wurde erst jetzt klar wie weit ich eigentlich hinterher bin und was mir fehlt. Corona hat wahrscheinlich insofern was damit zu tun, dass ich so viel Zeit habe und nicht mehr raus komme. Dass es mir so geht wie jetzt kommt eigentlich nur Abends und dann so überfallartig. echt komisch

    Ich würde Dir raten Dich abzulenken und etwas zu finden, was Dir Freude macht. Das grübeln und die Sorgen entstehen tatsächlich durch Langeweile, und dagegen kann man selbst aktiv vorgehen.
    Die Ängste die Du hast, sind nicht rational, also dass Du zb jetzt schon darüber trauerst, dass Deine Freunde irgendwann mal vergeben sind und dann keine Zeit mehr für Dich haben... da musst Du erkennen dass Du ja nie schutzlos ausgeliefert bist, sondern Du kannst ja immer Deine Situation auch verändern.
    In dem Fall suchst Du Dir dann halt andere Freunde, erweiterst Deinen Kreis, baust Dir etwas auf.
    Dann die Sache mit der Familiengründung. Es gibt Möglichkeiten der Adoption. Homosexuelle Paare haben da auch ihre Möglichkeiten, soweit ich das bisher mitbekommen habe.
    Du bist so jung, Du kannst alles schaffen und erreichen was Du möchtest. Und auch mit 30, 40,50 und 60 und auch später noch :-)

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich Dir zudem noch ans Herz legen, besonders jetzt in der Zeit von Homeoffice, mit Sport anzufangen, sofern Du nicht schon welchen machst. Sport setzt Glückshormone frei und hilft ungemein, sich in schlechten (depressive verstimmten) Momenten etwas zu stabilisieren.

    der_eder schrieb:

    So macht das Leben für mich aber keinen Sinn. Ich würde mir nichts antun aber was wenn es mir mit 30 oder 40 immer noch so geht? Ich halte es jetzt schon kaum noch aus. Was wenn mich mal niemand mehr zu Weihnachten einlädt und niemand zum Geburtstag kommt?

    Du bist noch mega jung, Corona ist auch bald vorbei dann kannste doch Onlinedating machen bis du den richtigen findest.

    Mit 30-40 siehst du das alles eh wieder viel gelassener.

    • Neu

    Das Zauberwort ist glaube ich Selbstliebe,Selbstwertgefühl.

    Lebe doch erstmal eine zufriedene WG mit Dir selbst? Was magst Du? Sport? Blumen auf dem Tisch?Eine Sprache,ein Hobby,ein Musikinstrument neu lernen?Schreiben?

    Ist Deine Wohnung Dir schön und gemütlich? Hast Du schon mal Tagebuch geschrieben und Deine eigen Gedanken später nachgelesen?

    Bist Du dir selber ein guter Freund?

    • Neu
    der_eder schrieb:

    Wenn ich um mich herum schaue geht es scheinbar fast niemandem so. Alle haben Partner, Kind, Neffen, Nichten, Verwandte, Geschwister... Ich habe einen recht kleinen und relativ alten Verwandtenkreis. So ein richtig starkes Familienleben haben wir nicht - die Verwandtschaft sehe ich nur alle 1-2 Monate. Zu meinen Eltern habe ich ein gutes Verhältnis.

    Ich glaube, du nimmst das etwas verzerrt wahr oder aber dein Umfeld ist eher zufällig großzügig aufgestellt was die Anzahl und Intensität der Familie und Freundschaftsverbindungen angeht. Ich kenne z.B. sehr viele, deren Familie "nur" aus den Eltern besteht oder aber die froh wären, ein gutes Verhältnis zu den Eltern zu haben, wie du es hast.

    der_eder schrieb:

    Es ist so unglaublich schwierig jemand anständigen zu finden

    Wer ist denn für dich anständig? Und wann entscheidest du darüber, ob jemand anständig ist? Ich frage, weil: Mit 25 muss nicht jeder Freund gleich der Volltreffer fürs Leben sein, Goldschätze stellen sich oft erst später als solche heraus. Vielleicht lässt du es gar nicht so weit kommen, weil du denkst, jemand sei nicht anständig?

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    der_eder


    Ich kann Deine Empfindungen sehr, sehr gut nachvollziehen. Auch ich bin seit Corona sehr viel allein und weiß, wie einem das aufs Gemüt schlägt. Gerade wenn man keine Familie hat, sind Freunde und Kultur allgemein wichtig, um soziale Kontakt zu pflegen. Das fällt nun alles weg und man wird ganz schnell einsam.


    Das Thema Partner ist für Menschen, die von der Norm abweichen, grundsätzlich schwieriger. Ich bin transsexuell (transident wäre richtig) und hatte da natürlich auch Probleme einen Partner zu finden. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man nicht immer auf das Bauchgefühl und sexuelle Reize setzen sollte. Echte Liebe wächst über die Zeit und ist selten auf mit ersten Eindruck vorhanden. Insofern sei da auch offen für Menschen, wo es vielleicht nicht gleich "Klick" macht.


    Im übrigen gibt es oft auch "Queer-Stammtische" o.ä., wo man toll mit Leuten in Kontakt kommt. Ich kenne etliche Leute, die sich da kennengelernt haben. Mir helfen diese Treffen auch öfter mal gegen das Alleinsein anzukämpfen. Klar, momentan ist das auch wegen Corona alles schwierig.