Einschleichen Antidepressivum- ab wann sollten Nebenwirkungen besser werden?

    Auf die letzten Meter in diesem Forum, habe ich doch noch eine Frage an die Antidepressiva-Erfahrenen:

    Aufgrund der aktuellen Situation hat sich meine Symptomatik so verschlechtert, dass ich ein neues Antidepressivum verschrieben bekommen habe, um irgendwie unbeschadet durch diese Phase zu kommen... Nun heißt es ja, man soll das auch mit Nebenwirkungen möglichst ein paar Tage aushalten. Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Kopfschmerzen, etwas dass sich anfühlt wie Stromwellen im Kopf...hatte ich trotz wirklich niedriger Anfangsdosis. Jetzt habe ich die Dosis nochmal reduziert...weniger geht nicht mehr. Damit ist es zwar aushaltbarer, aber die Hoffnung, dass sich die Nebenwirkungen langsam beruhigen, hat sich über die letzten Tage nicht bewahrheitet, und mein Gesamtzustand wird eher schlechter, weil ich die Dinge, die mich normalerweise stabilisieren jetzt in dem Zustand auch nicht mehr machen kann. Hat jemand Erfahrungen: wie lange muss man das aushalten, bis man sagen kann, ob man es verträgt oder nicht? Bei meinem letzten hatte ich diese Probleme nicht. Danke schon mal!@:)

  • 34 Antworten

    Bei mir haben die Nebenwirkungen ein paar Tage angehalten, wie lange genau weiß ich nicht mehr, aber ich würde mal sagen, es war maximal 1 Woche.

    Ich weiß aber leider auch nicht, nach wieviel Tagen die Grenze erreicht ist, wo ein Arzt dann sagt "Ok, wenn Sie es bis jetzt immer noch nicht vertragen, dann ist es nichts für Sie."

    Das müsstest du mit deinem behandelnden Arzt abklären.

    ich fand die ersten Tage am schlimmsten.

    Es heißt ja auch oft " Erstverschlimmerung".

    Meist gibt man einen Zeitraum von 4 Wochen an bis positive Wirkungen eintreten. Bei mir war es zum Glück nicht so.


    Wenn es nicht besser wird, frag deinen Arzt. Sicher ist sicher.


    Kleiner Tipp am Rande, es gibt noch ein psychologisches Forum.

    " psychic forum de"

    Zitat

    Meist gibt man einen Zeitraum von 4 Wochen an bis positive Wirkungen eintreten. Bei mir war es zum Glück nicht so.

    Ja schon, aber ob auch (schlimme) Nebenwirkungen so lange anhalten "dürfen"?

    Ich kenne es als "2 Wochen". Sowohl dass Nebenwirkungen abklingen als auch, dass eine Wirkung anfängt einzutreten.


    Zumindest in der Klinik in der ich mal war haben sie immer von dieser Zahl gesprochen.


    Allerdings ist das ja immer sehr individuell wie lange es gehen kann.

    blue heron schrieb:

    aber die Hoffnung, dass sich die Nebenwirkungen langsam beruhigen, hat sich über die letzten Tage nicht bewahrheitet, und mein Gesamtzustand wird eher schlechter, weil ich die Dinge, die mich normalerweise stabilisieren jetzt in dem Zustand auch nicht mehr machen kann

    Ein paar "Tage" halte ich für einen zu kurzen Beobachtungszeitraum. Aber man muss es abwägen, wenn es mehr schadet als nützt, bringts ja auch nichts. Wenns zu lange anhält muss man irgendwann überlegen, halt nochmal das Medikament zu wechseln oder irgendwas "dazuzunehmen" das vielleicht gegen die Nebenwirkungen hilft (ich hatte aus dem Grund auch 2 ADs genommen, das eine glich Probleme vom anderen gut aus).

    Mike578 schrieb:

    Ich kenne es als "2 Wochen". Sowohl dass Nebenwirkungen abklingen als auch, dass eine Wirkung anfängt einzutreten.

    jupp, ich auch.


    Und bei mir war es bei einem Medikament auch so. Mir war dauerübel und ich konnte keinen Kaffee mehr trinken, weil er so versalzen geschmeckt hat. Nach 2 Wochen war alles wieder gut und das Medikament begann dann auch zu wirken.


    Bei einem anderen Antidepressivum hatte ich anfangs gar keine Nebenwirkungen und nach 2 Wochen ging es mir deutlich besser, was die Symptomatik anging.


    Und dann gibt es leider noch die Medikamente, bei denen sich Nebenwirkungen erst sehr viel später zeigen.

    Puh ok, danke Leute, dann muss ich wohl noch ein bisschen durchhalten. Dass die Wirkung nach 2-4 Wochen erst einsetzt war mir klar, aber dass man die Nebenwirkungen genau so lange tolerieren muss nicht so. Wobei ich meine Zweifel habe, dass die positive Wirkung bei der jetzigen Dosis überhaupt fühlbar sein wird.

    Zitat

    Ein paar "Tage" halte ich für einen zu kurzen Beobachtungszeitraum. Aber man muss es abwägen, wenn es mehr schadet als nützt, bringts ja auch nichts. Wenns zu lange anhält muss man irgendwann überlegen, halt nochmal das Medikament zu wechseln oder irgendwas "dazuzunehmen" das vielleicht gegen die Nebenwirkungen hilft (ich hatte aus dem Grund auch 2 ADs genommen, das eine glich Probleme vom anderen gut aus).

    Es ist bereits das zweite, dass ich jetzt schon zusätzlich nehmen soll (beim ersten hatte ich kaum Nebenwirkungen)...noch ein drittes würde mich gerade etwas überfordern. Ich werde es noch etwas beobachten. Gestern hatte ich nur auch einen wirklich heftigen psychischen Einbruch, weil es mir jetzt zusätzlich körperlich so bescheiden geht. Und ich kämpfe dann sehr mit Selbstverletzendem Verhalten, Suizidgedanken und so, deswegen finde ich das Abwägen gerade schwer, wie lange es gut ist, es weiter zu probieren.

    Zitat

    Und bei mir war es bei einem Medikament auch so. Mir war dauerübel und ich konnte keinen Kaffee mehr trinken, weil er so versalzen geschmeckt hat. Nach 2 Wochen war alles wieder gut und das Medikament begann dann auch zu wirken.

    Das macht zumindest Hoffnung insofern, als es nicht unnormal zu sein scheint. Aber gruselig finde ich schon, was es mit mir macht...

    Zitat

    Wenn es nicht besser wird, frag deinen Arzt. Sicher ist sicher.

    Sobald er aus dem Urlaub zurück ist, mache ich das auf jeden Fall.

    Zitat

    Kleiner Tipp am Rande, es gibt noch ein psychologisches Forum.

    " psychic forum de"

    Danke auch dafür, ich schau es mir gerne mal an, ich komme gerade nicht auf die Seite irgendwie. Wenn es nicht wirklich nur ausschließlich für Angst- und Panikstörung ist, schaue ich da gerne mal.

    Seit gestern kommen noch Kopfschmerzen dazu... sollte es nicht eigentlich langsam besser werden, statt schlechter? Oder ist das auch normal?

    Venlaflaxin...aufgrund der Schwierigkeiten beim ersten Einschleichversuch momentan mit unter 10 mg....deswegen frage ich mich mich, ob das was bringt. Denn wenn es bei dieser kleinen Dosis schon so krass ist, mit den Nebenwirkungen, wo man wahrscheinlich auch nie und nimmer eine positive Wirkung spürt, dann kann ich doch davon ausgehen, dass beim Hochdosieren dann auch die Nebenwirkungen weiter bleiben oder?

    Bei 10mg solltest Du keine therapeutische Wirksamkeit erwarten. Kann aber durchaus sein, dass beim Höherdosieren die Nebenwirkungen nicht zunehmen. Wobei Du ja sehr darauf bedacht bist und gerade deswegen sehr empfindlich bist, was das angeht.


    Ich dachte Du solltst zu einem AD noch ein weiteres nehmen, da Du geschrieben hast "Es ist bereits das zweite, dass ich jetzt schon zusätzlich nehmen soll...".

    Was hattest Du den vorher in welcher Dosierung? Wie war es da mit Nebenwirkungen? Wie lange hattest Du das vorher genommen? Hast Du das bisherige ausgeschlichen? Oder von einem Tag auf den anderen das neue genommen?

    Meine Erfahrung war bisher immer, dass sich nach zwei Wochen die Wirkung eingestellt hat und zeitgleich die Nebenwirkungen nachließen.

    Im übrigen hat mir nie geholfen, die Dosis beim Einschleichen wieder zu reduzieren. Damit zögert man alles nur hinaus und hat länger Nebenwirkungen ohne Wirkung.

    Gerade die erste Woche ist oft hart, aber ich hab mich immer gezwungen die Dosis trotzdem zu erhöhen, weil bei der niedrigen Dosis keine Wirkung einsetzen kann, aber man sich trotzdem mit den Nebenwirkungen rumquält.

    Das erste nehme ich seit Jahren und soll es auch parallel weiter nehmen, das heißt da habe ich nichts verändert. (Trimipramin, v.a. als Angstlöser) Nebenwirkungen gab es da kaum. Auch Dosisanpassungen über die Jahre waren völlig unproblematisch. Das Venlaflaxin sollte ich jetzt zusätzlich in geringer Dosis nehmen, um die akuten Symptome abzufedern.

    Bedacht war ich eigentlich gar nicht so auf Nebenwirkungen bis mich das Venlaflaxin am ersten Tag gleich völlig ausgeknockt hat. Ich konnte nicht mehr aufstehen, so schlimm wurde es. Das wäre keine zwei Wochen gegangen, ich konnte mich so ja nicht mehr selbst versorgen, daher der zweite Versuch mit Reduktion der Dosis.

    Sylphide schrieb:
    Zitat

    Meist gibt man einen Zeitraum von 4 Wochen an bis positive Wirkungen eintreten. Bei mir war es zum Glück nicht so.

    Ja schon, aber ob auch (schlimme) Nebenwirkungen so lange anhalten "dürfen"?

    Ich glaube ja..

    Welche hast du bekommen?