Emetophobie - wirklich?

    Hallo zusammen,


    seit mittlerweile 2 Jahren kämpfe ich mit permanenter Übelkeit. Manchmal ist sie nur unterschwellig da. Aber ich würde mal sagen, 6 Stunden täglich im Vordergrund und 3 Stunden davon sind RICHTIG hart.


    Natürlich war ich beim Arzt, da wurde soweit auch alles ausgeschlossen. Ich bin auch in Therapie.


    Mein Therapeut hat diesen Begriff noch nie zuvor gehört. Denkt meine übelkeit sei ein Resultat aus einer sozialen Angst und permanenter Anspannung.


    Mittlerweile habe ich auch selbst Zweifel, dass es Emetophobie ist. Warum? Ich lese fast nirgendwo, das betroffene unter ständiger Übelkeit leiden!


    Ohnehin steht die Angst ja im Vordergrund. Dabei würde ich nicht sagen, dass ich mich davor ängstige. Klar, es ist das wiederwertigste und ekelhafteste was sich Mutter natur als Selbstreinigung ausgedacht hat, aber das Wort Angst wäre da doch etwas zu heftig.


    Andererseits. Wenn ich mal woanders bin suche ich mir fluchtrouten oder Mülleimer. Ich hatte schon immer diesen immens großen Ekel davor. Als Jugendlicher habe ich ne Zeit lang nix getrunken- nicht weil ich Alkohol abstoßend fand, sondern weil ich Angst hatte, dass mir schlecht wird. Nur war mir zu dieser Zeit NIE permanent übel.


    Irgendwann verlor sich auch mein Denken in diese Richtung.


    Jemand hier, der das so kennt?

  • 8 Antworten

    Hallo Alias,

    Ist dir immer und überall übel oder eher an bestimmten Orten oder Situationen.?


    Bei mir war die Übelkeit am Anfang nur so schlimm, wenn ich von einem Ort nicht wegkonnte, oder viele Leute um mich rum waren usw.

    Zu Hause war mir kaum übel, höchstens beim Gedanken,dass ich wohin muss.

    Das wurde llangsam schlimmer. Mir ging es immer schlechter. Auf dem Höhepunkt konnte ich kaum noch beim Bäcker einkaufen gehen. Ich habe gewartet bis der Laden leer war, bin rein habe das abgezählte Geld hingelegt, meine Tüte genommen und nur noch raus. Emetophobie war es bei mir nie so richtig.. Der Akt des übergebens an sich war für mich kein so großes Drama. Klar gibts schöneres, aber es kommt doch eher selten vor.

    Für mich war das schlimmste dass es in der Öffentlichkeit passieren könnte. Deswegen habe ich überall wie du auch erstmal Toiletten, Mülleimer, Fluchtmöglichkeiten usw. gecheckt. Außerdem bin ich jahrelang mit einer Tüte in sämtlichen Klamotten rumgerannt.


    Gruß Morgana

    Hallo Alias,

    Emotophobie ist die Angst vor Erbrechen. Du scheinst ja keine Angst vor dem Erbrechen zu haben, sondern dir ist "nur" übel. Also ist das auch keine Emotophobie. Kennzeichen von Emotophobie ist z. B. , dass Du Orte und Situationen meidest, an denen du bspw. mit Kotzlachen konfrontiert werden könntest oder Speisen meidest, von denen dir übel werden könnte, so dass die Gefahr besteht, du müsstest dich davon übergeben.

    Morgana65 schrieb:

    Hallo Alias,

    Ist dir immer und überall übel oder eher an bestimmten Orten oder Situationen.?

    Hey, hatte ich ja geschrieben. Tagtäglich, unabhängig davon wo ich bin. Aber, ja, selbstverständlich. Wenn ich dann noch raus muss wirds natürlich nochmal schlechter, wie generell immer wenn ich auswärts bin, also quasi kann man da schon Parallelen ziehen, nur das mir auch daheim übel ist. Hast du es irgendwie besiegen können?


    Vijo


    Ich weiß tatsächlich nicht ob man das so schwarz weiß sehen kann. Das ist ja eben der Hintergrund meiner Frage. "Angst" - was ist das? Und wie Morgana erwähnt hat, hatte sie ja auch nicht wirklich Angst.

    Ich denke schon, dass man das bei Emetophobie so schwarz/weiss sehen kann. Morgana hat nirgends geschrieben, dass sie an Emetophobie leidet

    Zitat

    Emetophobie war es bei mir nie so richtig..

    Nur, dass ihr sehr oft übel war und sie überall überlegt hat, wo und wo sie sich übergeben kann.

    Bei einer Phobie geht es ja grundsätzlich um Ängste, um fürchterliche Ängste, die kaum auszuhalten sind; bei Emetophobie eben um Ängste davor, dass man sich entweder selbst übergeben muss oder dass andere sich übergeben müssen. Das lese ich bei Dir jetzt nicht.


    Aufgrund deiner Beschreibungen denke ich eher, dass dein Therapeut auf dem richtigen Weg sein könnte.

    Aber egal was es ist, wünsche ich Dir, dass Dir geholfen werden kann.

    Hallo,

    ich hatte keine Angst vor dem Übergeben an sich. Wenn sich andere übergeben muss ich allerdings auch nicht dabei sein. Da suche ich lieber das weite.


    Bei mir gab es zwei Schlüsselerlebnisse die ich dafür verantwortlich mache.

    Ich habe mich einmal als Kind im Schulbus übergeben.

    Da ging es noch so einigermaßen. Ein paar Jahre später dann in einem Restaurant auf dem Weg zu Toilette. Von da an war die Übelkeit mein Begleiter. Für mich ist das im Nachhinein eine Angststörung gewesen, keine Emetophobie.

    Ich habe jahrelang darunter gelitten. Hilfe gab es vor 30 Jahren von den Ärzten usw gar keine., Also selbst in die Hand genommen. Das ging soweit ganz gut, weil ich die meisten

    Probleme hatte mich in geschlossenen Räumen aufzuhalten oder unter vielen Menschen zu sein.

    Ich habe gemerkt, dass ich nur rauskomme, wenn ich mich der Angst stelle. Habe meinen Mann und meinen besten Kumpel eingeweiht und angefangen mich täglich bewusst in Situationen zu begeben die mir stärkste Übelkeit verursachten. Also z.B. mich mit meinem Kumpel im Baumarkt verabredet. Ich wusste er wartet dort auf mich und hilft mir wenn es sein muss. Beim ersten mal bin ich grad mal so 5 Meter reingegangen. Dann wurde die Übelkeit brutal schlimm, aber ich wusste ich muss da durch., bin einfach stehen geblieben und habe gewartet. Es war schwer, aber es war auszuhalten. So habe ich das ganze immer weiter gesteigert. Ich hatte immer eine Tüte in der Tasche. Das hat mir irgendwie Sicherheit gegeben und dann noch nach einer stillen Ecke ausschau gehalten. Gebraucht habe ich beides nie. Mittlerweile habe ich die Angst und die Übelkeit komplett besiegt und ich habe nur noch Tüten zum Einkaufen dabei. Aber das hat wirklich jahrelang gedauert und es ist verdammt harte Arbeit.

    so wird das bei mir gewesen sein. Dein Therapeut denkt bei dir in die gleiche Richtung.

    Wenn alles abgeklärt ist bleibt nicht mehr viel übrig wo die Übelkeit herkommen könnte.

    Ich wünsche dir alles gute, dass sich bald für dich eine Lösung findet

    Morgana65 schrieb:

    so wird das bei mir gewesen sein. Dein Therapeut denkt bei dir in die gleiche Richtung.

    Wenn alles abgeklärt ist bleibt nicht mehr viel übrig wo die Übelkeit herkommen könnte.

    Ich wünsche dir alles gute, dass sich bald für dich eine Lösung findet

    Naja, ich hab es ja nicht nur wenn ich unterwegs bin, von daher. "Alles abgeklärt" ist medizinisch gesehen auch ne Wunschvorstellung, das geht einfach nicht.


    Aber danke für deine Wünsche ;)