Erfahrungen mit Paroxetin Beta 20mg?

    Guten Abend liebe Forenmitglieder.


    Ich habe vor etwa drei Monaten Paroxetin Beta 20mg von meinem damaligen Hausarzt verschrieben bekommen. Er meinte, dass die Tabletten keinerlei Nebenwirkungen hätten. Beim Blick auf die Packungsbeilage sah das ganze allerdings ganz anders aus. Das war unter anderem ein Grund, weshalb ich den Arzt wechselte, denn solche Aussagen sind ja wohl alles andere als akzeptabel.


    Ich bekam regelrecht einen Schock, als ich die Nebenwirkungen las. Alle möglichen Nebenwirkungen bis hin zu Suizidversuchen...


    Habe überlegt, nur eine halbe Tablette zu nehmen, aber habe selbst davor Angst.


    Kann mir jemand über seine eigenen Erfahrungen berichten? Sind die Tabletten gar nicht so schlimm, wie immer gesagt wird?


    Danke.


    Liebe Grüße, Wellensittich. :-)

  • 7 Antworten

    Ja, solche Dinge sollte man sich nicht vom Hausarzt verordnen lassen, weil der auf diesem Gebiet einfach weniger Erfahrung hat als ein Psychiater. Das Charakteristische an Psychopharmaka ist, dass sie auf jeden Patienten anders wirken können. Während der eine zunimmt, kann ein anderer mit demselben Antidepressivum abnehmen. Wenn Du Dich für Statistk interessierst, google nach dem Wirkstoff und lies bei sanego.de unter "Nebenwirkungen" nach. Paroxetin-Bewertung aus dem Benkert-Hippius: "Nichtsedierender SSRI mit breitem Indikationsspektrum. Im Vergleich zu anderen SSRI und neueren Antidepressiva (außer Mirtazapin) zeigt sich häufiger eine Gewichtszunahme, im Vergleich zu anderen SSRI eine erhöhte Rate an sexuellen Funktionsstörungen und Absetzsyndromen..... Auch der risikoreiche Einsatz von Paroxetin in oder bei geplanter SS engt die Indikation ein. Paroxetin zeigt im Vergleich zu anderen SSRI, besonders Citalopram, Escitalopram und Sertralin, eine ungünstigere Nutzen-Risiko-Relation."

    Nachtrag: Die im BPZ genannten unerwünschten NW können, müssen aber nicht auftauchen. Die meisten NW verschwinden nach einer Anfangsphase. Wenn die NW inakzeptabel werden, mit dem behandelnden Arzt über einen Medikamentenwechsel sprechen. "Halbe Tablette" hilft oft nicht: Bei den meisten Indikationen sind 20 mg Paroxetin täglich die geringste wirksame Menge. Man kann mit geringerer Dosis einsteigen, um NW möglichst zu vermeiden, aber wenn Du dann nicht steigerst, bekommst Du nicht den therapeutisch notwendigen Wirkstoffspiegel im Serum.

    Zitat

    Bei den meisten Indikationen sind 20 mg Paroxetin täglich die geringste wirksame Menge

    würd ich jetzt so nicht unbedingt sagen. ich habe jahrelang 20 mg genommen, bin seit 3 monaten auf 15 mg runter und komm damit gut zurecht. schließlich möchte man irgendwann von dem zeug wieder weg

    pamou, meine Angabe stammt aus der medizinischen Fachliteratur. Wenn Du jetzt beim Ausschleichen bist, kannst Du Deine Restdosis nicht als "therapeutisch wirksam" im obigen Sinn betrachten, denn bei einem Auslaßversuch geht man doch davon aus, dass die Behandlung beendet wird und man (hoffentlich) gar kein AD mehr benötigt.

    Ich kann dir ein wenig die Angst nehmen. Ich nehme seit drei Jahren eine 40 mg Tablette täglich. Mir helfen sie sehr gut, Nebenwirkungen habe ich keine, ausser das ich seitdem etwas zugenommen habe und es schwer wieder runterkriege weil der Stoffwechsel verlangsamt arbeitet. Aber diese Sachen wie Suizid und so müssen die da rein schreiben auch wenn es vielleicht nur einen einzigen Fall gab wo mal jemand über so etwas nachgedacht hat.