Da wundert mich persönlich offen gesagt überhaupt nicht, dass dann solche Abbweichungen rauskommen.


    Das hätte man auch, wenn Menschen ihr Gesicht zeichnen sollten. Wer kann das schon originalgetreu? ... Das hat allerdings wenig damit zu tun, dass die sich alle falsch sehen im Spiegel, sondern die meisten nicht so perfekt zeichnen können und eine Fotografie der Zeichnung immer überlegen wäre vom der Übereinstimmung mit dem Original-Gesicht.

    Zitat

    Und zu der bescheuerten Übung: Naja, du sollst Deinen Körper nicht werten (Mein Bauch ist dick, meine Beine knubbelig, meine Arme schwabbeln), sondern ein Gefühl dafür bekommen, ganz neutrale Sichtweise. Glaube ich. Wenn ich meine Hände so oft es geht über meine Hüfte lege und das dann vor meinem Körper wieder mache... ach, keine Ahnung, ich sag ja, ich find die Übung doof ;-D .

    Ok, danke. ... Mir würde das wie hier rübergekommen sein dürfte gerade kein Gefühl für meinen Körper vermitteln. Ein Gefühl für meinen Körper vermitteln mir andere Sachen, die nicht so abstrahiert sind von meinem Körper selbst (wie zB dass mit der Silhouette in 2D).


    Aber gut, wenn das hilfreich ist mit diesem Legen/Kleben der Silhouette in der Therapie, hat es ja wenigstens seinen Sinn.

    Möchtest du provozieren? Hauptsache 'Therapie ist unsinnig'?

    Zitat

    Soll man dann einschätzen, wie die eigene Silhouette wäre, wenn man platt auf dem Boden liegt? Oder wie sie im Stehen aussieht?

    Also bei mir ist es egal, ob ich stehe oder auf dem Boden liege. Der Umfang meines Handgelenkes ändert sich dadurch sicher nicht.

    Brötchen? Brot? Täglich?


    Diese Leute wissen nichts von gesunder Ernährung.


    Gesunde Ernährung wäre Gemüse, etwas Obst, etwas Fleisch, etwas Fisch, etwas vollfette Milchprodukte.


    Schiere Gewichtszunahme AUCH "aus dem Untergewicht heraus", ohne dabei zu fragen "wie entwickelt sich die Körperzusammensetzung (Magermasse zu Körperfettanteil) hat mit einer evidenzbasierten FÖRDERUNG von Gesundheit geschweige denn Förderung von körperlicher Attraktivität zu tun. Das sind Banausen, und denen gehört - mit Verlaub - der Popo unter dem intellektuell TRÄGEN Denkgehäuse ordentlich verhauen ]:D

    Ich finde das auch viel zu verkopft, um ein KörperGEFÜHL zu entwickeln. Bei mir ist es gerade so, dass ich von außen, also im Spiegel oder auf Fotos, auf jeden Fall sehe, wie dürr ich bin. Also nicht diese typische Schemastörung.


    Aber es ist etwas anderes, wie ich MICH IN meinem Körper spüre. Da fühle ich mich auch nicht dick, sondern einfach für mich normal wie ich es gewohnt bin.


    Daher finde ich für mich auch so Spiegel oder Umfangübungen nicht hilfreich, sondern eher Dinge, bei denen ich mich im Körper und seine Grenzen spüre, also beim Sport, oder wenn der Körper anderes berührt.


    Ich kann vieles, was @ _kitsune schreibt, total nachvollziehen!

    Zitat

    Möchtest du provozieren? Hauptsache 'Therapie ist unsinnig'?

    Nein, möchte ich nicht.


    P.s.


    Der Ernährungsplan in der Klinik mit 2x täglich Brot wäre auch nicht so mein Fall. Abends fände ich was nahrhaftes wie Schnitzel bzw. Fleisch oder Fisch usw. persönlich ansprechender als ständig Brot, aber das ist sicher auch eine Kosten- & Organisationsfrage.

    Zitat

    ständig Brot, aber das ist sicher auch eine Kosten- & Organisationsfrage

    Nein. Die eigentlichen Kosten entstehen durch das Personal.


    Wer Gemüse strategisch einkauft (wie im GOURMET-Restaurant durch eine Art Lebensmittel-Detektiv) der kann ordentlich sparen. Aber, wie bereits angedeutet, über dem sesselpupsenden Popo der Verantwortlichen trohnt ein Denkgehäuse "ohne Intel aber mit Trägheit inside"

    Zitat

    Aber es ist etwas anderes, wie ich MICH IN meinem Körper spüre. Da fühle ich mich auch nicht dick, sondern einfach für mich normal wie ich es gewohnt bin.

    Das trifft es auf den Punkt!


    ??Endlich mal jemand, der das kennt. Auch bzgl. der Frage, was das Körpergefühl verbessert. Das kann ich so unterschreiben.??

    Kennt ihr den Essensplan der Klinik? Nein, also könnt ihr auch nicht wissen, ob die Ernährung da gut ist oder nicht %-| .

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    Gesunde Ernährung wäre Gemüse, etwas Obst, etwas Fleisch, etwas Fisch, etwas vollfette Milchprodukte.

    Na dann. Euch ist aber schon klar, dass man in einem bestimmten BMI-Bereich zunehmen muss? Und zum Zunehmen einen Kalorienüberschuss braucht?


    Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie ich es schaffen könnte, 15kg zuzunehmen, wenn ich nur Gemüse essen könnte ;-D . Kiloweise, hilfe. Es gibt nämlich auch Menschen, die ernähren sich vegetarisch oder vegan und oh Wunder, auch die schaffen es zuzunehmen.


    Ich sage ja nicht, dass man es mit den Kohlenhydraten übertreiben muss, aber ich finde es sowas von anmaßend, wenn man so tut, als wüsste man es besser als der Haufen Ernährungsberater. Und ich kann aus Erfahrung sagen, dass das Essensangebot da sehr abwechslungsreich und ausgewogen ist.


    Ich habe schon geschrieben, dass die Klinik nicht unbedingt was für mich war, aber wenn man keine Ahnung hat, sollte man vielleicht nicht in solch einem Thread mitschreiben und Menschen verunsichern, die essen so gut wie verlernt haben und trotzdem ganz dringend zunehmen müssen %-| .

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    Daher finde ich für mich auch so Spiegel oder Umfangübungen nicht hilfreich, sondern eher Dinge, bei denen ich mich im Körper und seine Grenzen spüre, also beim Sport, oder wenn der Körper anderes berührt.

    Das passiert dort auch. Man steht da nicht nur vorm Spiegel und macht Faxen. Ich habe diese Übungen jeweils einmal gemacht, aber ich hatte wöchentlich eine Gruppe, in der es um Körperwahrnehmung durch Bewegung und Co. ging wie auch Massagen, Fango und so ein Aquabett (da liegt man drauf und durch Drüsen wird man sozusagen massiert).


    Man muss das alles zusammen behandeln und kann sich nicht einzelne Dinge rauspicken. Die Therapie funktioniert, wenn man an allen Punkten ansetzt. So was ähnliches hat Sunflower ja auch schon geschrieben. Man kann weder am Essverhalten allein, noch an der Körperwahrnehmungsstörung allein ansetzen... es ist das Gesamtpaket.

    Zitat

    Aber es ist etwas anderes, wie ich MICH IN meinem Körper spüre.

    Dem stimme ich zu! :)z

    Zitat

    Kennt ihr den Essensplan der Klinik? Nein, also könnt ihr auch nicht wissen, ob die Ernährung da gut ist oder nicht %-| .

    siehe Eingangspost:

    Zitat

    jeden Morgen zwei Brötchen +Belag ,(alleine das wäre schön über meine mir persönlich aktzeptable tägliche Essnenge) dann noch mittags was warmes und abends 3(!!) Scheiben Brot plus Belag und dann muss man noch so komische Zwischenmahlzeiten essen

    Zitat

    Ich habe schon geschrieben, dass die Klinik nicht unbedingt was für mich war, aber wenn man keine Ahnung hat, sollte man vielleicht nicht in solch einem Thread mitschreiben und Menschen verunsichern, die essen so gut wie verlernt haben und trotzdem ganz dringend zunehmen müssen %-| .

    Da du von "ihr" geredet hast und ich mich ebenfalls zu diesem Ernährungsplan mit 2x täglich Brötchen/Brot geäußert habe, fühle ich mich mal angesprochen und nehme an, dass du steppo25 und mich damit meinst.


    Ich hatte mich ursprgl. in diesem Thread beteiligt, weil ich wie gesagt selbst anorektísch war, auch sehr stark untergewichtig und in den Störungsmustern verfangen, und dass mit dem Essen wieder gelernt habe. Das war als Beispiel gemeint, dass man das schaffen kann und es da nicht nur den einen Weg über eine Klinik gibt, der für alle das Nonplusultra ist. Aber das war nicht als Belehrung gemeint, dass Kliniken doof sind und ich Menschen davon abbringen oder abhalten möchte, sich dort behandeln zu lassen und das bedeutet ebenso wenig, dass es bei mir bloß nicht so schlimm war. Daneben fand ich das mit dem Körpererleben und wie man sich im Spiegel sieht interessant.


    Allerdings denke ich auch, dass es eher stört, wenn ich mich hier beteilige.

    Aber das ist doch nur ein Richtwert. Ja, es gibt morgens und abends Brot bzw. Brötchen, aber das machen sehr viele Menschen so. Man kann aber auch Müsli essen, abends gibts auch Salate und im Verlauf der Therapie passt man den Essensplan ja auch an.


    Das Mittagessen wird hier aber komplett außen vor gelassen. Ja, die Gewichtszunahme ist schnell, vielleicht auch zu schnell, das will ich gar nicht bestreiten. Mich stört nur massiv, wenn man einfach so irgendwas verteufelt. Viele haben sowieso schon Angst vor Kohlenhydraten, aber wenn man dann auch noch liest, dass die ja auch so schlecht sind und und und, das verunsichert. Das, finde ich, sollte man einfach bedenken.

    Zitat

    Das war als Beispiel gemeint, dass man das schaffen kann und es da nicht nur den einen Weg über eine Klinik gibt, der für alle das Nonplusultra ist.

    Ich finde auch gut, dass du das geschrieben hast und von Deinen eigenen Erfahrungen erzählst.


    Wir sind aber alle individuelle Menschen und die einen brauchen dies, die anderen das. Manche schaffen es alleine, manche schaffen den Absprung nur mit einer Therapie und manche auch einfach gar nicht. Jeder muss für sich einen Weg finden und ich finde wichtig, dass man all diese Wege respektiert. Ich sage einem weder, dass er das alleine schaffen kann, noch, dass er es nicht kann. Das weiß nur der/die Betroffene selbst. Das ist auch kein Angriff an Dich _Kitsune ;-) .

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    Daneben fand ich das mit dem Körpererleben und wie man sich im Spiegel sieht interessant.

    Ich auch!

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    Allerdings denke ich auch, dass es eher stört, wenn ich mich hier beteilige.

    Ich denke, dass wir dazu evtl. einen seperaten Thread eröffnen sollten, weil das zwar schon was mit der Essstörung zu tun hat, aber eher weniger mit der Klinik am Chiemsee ;-) .

    Das ist halt ein Grundproblem in der heutigen, ernährungsbekloppten Zeit: low carb, fat free, Protein-Chemiezeugs,... Wer isst heute noch unbedarft die gute alte Vollwerternährung?


    Was man aber auch sagen muss:


    1. Zunahme geht nur mit einem Kalorienplus. Und das bekommt man am ausgewogensten hin mit Brot & Belag oder Müsli & Milch. Also Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in einem Gesamtpaket, welches durchaus der deutschen Ernährung entspricht.


    2. Und das ist der wichtigere Punkt: Essstörung bedeutet viele Tabus, Regeln, verbotene Dinge. Aber das Problem ist, dass es irgendwann keine gesunde und freiwillige Entscheidung mehr ist, sondern zum Problem mit Leidensdruck (hoffentlich!) geworden ist. D.h. die Tabus müssen aus dem Kopf gelöscht werden. Wenn man es danach schafft, einen Weg zu finden, der einem gut tut und nicht schadet: Dann bitteschön. Wenn es aber immer wieder in Zwänge und Verbote ausartet und obsesssive Beschäftigung mit Essen, Nichtessen, Essenregeln: Dann funktionieren die heute ach-so-hippen Ernährungstrends nicht.


    - - - - -


    Grundsätzliche Frage:


    Wenn Du das ganze Essenthema, v.a. unter dem Blickwinkel des "es ist eine Zumutung, was man mir da zu essen geben wird" mal ausblendest: Was willst Du in der Klinik erreichen? Wo willst Du ansetzen? Tägliche Kämpfe um jede Mahlzeit oder Fokus auf das, was die Krankheit eigentlich bedingt?