• Festplatte mit halbem Leben drauf ist weg - schwere Depression

    Hallo zusammen Es war mir was passiert, was für mich sehr dramatisch ist. Es war mir vor einigen Tagen passiert und es vergeht seitdem kein Tag, an dem ich nicht daran denken muss. Ich befinde mich seitdem in einer schweren Depression. Mag fast nichts essen, muss mich regelrecht dazu zwingen, lasse mich hängen, fühle mich innerlich leer, die Gedanken…
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    Steve1982 schrieb:

    Ist damit gemeint: Dein Leben ist nicht von einer Festplatte abhängig, und dein Leben ist nicht die Festplatte? Du würdest und könntest also das voneinander trennen? Dein Leben ist dein Leben und die Festplatte ist die Festplatte und nicht dein Leben? Habe ich das so bitte richtig verstanden?

    Das Leben ist nicht, was auf der Festplatte ist und auch nicht davon abhängig, was auf der Festplatte ist, es sei denn man macht es davon abhängig. Es ist eine Illusion, dass diese Dinge, die auf der Festpatte sind "verloren" sind, nur, weil sie weg sind, denn es geht ja nicht direkt um die Festplatte, sonder darum, was auf der Festplatte ist und das sind Erinnerungen. Es fällt vielleicht leichter sich zu erinnern, wenn man die Bilder sieht, aber es sind trotzdem Dinge, die zu deinem Leben gehören, allerdings schon längst "verloren", denn vergangen. Wie oft bist du denn auf dieser Festplatte? Wie oft stöberst du wöchentlich, monatlich auf dieser Festplatte?

    Steve1982 schrieb:

    Auf der Festplatte sind Erinnerungsfotos aus früheren Tagen, Fotos meines Hundes, von mir, Dateien meiner Krankheitsgeschichten, alte Bewerbungen mit meinem vollständigen Namen, meines Geburtsdatums und meines ehemaligen Wohnortes usw. Es hat zudem auch Sachen drauf die mir sehr peinlich sind.

    Ja, was halt so auf so einer Festplatte zu finden ist. Wären jetzt auch die Dinge, die ich gespeichert habe.

    Steve1982 schrieb:

    Würdest du die Festplatte finden, du würdest diese vernichten, damit keiner Schindluder damit macht. Dass du darauf Wert legst, dass kein Schindluder damit getrieben werden kann, das finde ich ein sehr feiner Zug, der von Respekt zeugt. Dennoch erlaube mir bitte die Frage: Warum würdest du die Festplatte nicht auf einen Polizeiposten oder auf ein Fundbüro bringen?

    Ich würde sie auch entsorgen, sofern sie mir überhaupt auffällt oder liegen lassen. Was interessiert mich, was da oben ist und wieso soll ich glauben, dass es verloren ging und nicht weggeschmissen wurde?

    Moon84 schrieb:

    Naja, mal ehrlich, es gibt Menschen die beispielsweise bei einem Wohnungsbrand alles verloren haben, Menschen die ihre Sachen und auch ihre liebsten zurücklassen mussten, weil sie aus ihrem Land fliehen mussten uvm.

    Ja klar, in der IT, aber es gibt nunmal Laien bzw. passiert es auch nicht-Laien immer wieder, dass DAten verloren gehen, man abstürzt, ohne dass die Chance da war, ein Backup zu machen. Ändert trotzdem nichts daran, dass es zuerst mal scheiße ist und man geschockt.

    Steve1982

    Ich kann mich in dich einfühlen. Es gibt Menschen denen ist ihre eigene Geschichte (und überhaupr vieles) egal, die fangen iwie immer wieder bei null an, ich kenne aber auch Menschen für die bleibt die Erinnerung ein wichtiger Teil von ihrem Leben. Etwas das ihnen für immer gehört.


    Ich denke jetzt besonders an die Bilder, die du vielleicht verloren hast.

    Darum meine Frage:

    Hast du deinen Verwandten und Freunde gesagt, dass du die Festplatte nicht mehr findest?

    Ich stelle mir nämlich vor, dass sie vielleicht einige von deinen Bildern auch besitzen, und die aushelfen könnten. Mein Opa hat mal ein verloren gegangenes Fotoalbum dank der Hilfe von Bekannten und Verwandten zu einem grossen Teil rekonstruieren können, und es kamen sogar Bilder dazu die er ch gar nicht gekannt hat.:)^

    Na, ich habe gar nicht von ITlern geschrieben, es gibt Menschen die verlieren mehr, als Daten auf einer Festplatte.

    Moon84 schrieb:

    Na, ich habe gar nicht von ITlern geschrieben, es gibt Menschen die verlieren mehr, als Daten auf einer Festplatte.

    Oh, sorry, da sind die Zitate durcheinandergekommen.


    Korrektur:

    Moon84 schrieb:

    Naja, mal ehrlich, es gibt Menschen die beispielsweise bei einem Wohnungsbrand alles verloren haben, Menschen die ihre Sachen und auch ihre liebsten zurücklassen mussten, weil sie aus ihrem Land fliehen mussten uvm.

    Ja und das ist zumindest, was die Daten auf der Festplatte betrifft genau dasselbe wie nach einem Wohnungsbrand oder einem Einbruch. Sie sind weg und das ist einfach ein Schock und durchaus zuerst mal eine Katastrophe, vor allem, wenn man gewisse Vorstellungen mit diesen Erinnerungen in Verbindung bringt. Die vermeintliche Sicherheit, die man meinte zu haben, ist weg.


    TimFaber schrieb:

    in der IT gibt es einen spruch, kein backup - kein mitleid.


    jetzt trifft es dich sehr hart, lerne daraus.

    Ja klar, in der IT, aber es gibt nunmal Laien bzw. passiert es auch nicht-Laien immer wieder, dass DAten verloren gehen, man abstürzt, ohne dass die Chance da war, ein Backup zu machen. Ändert trotzdem nichts daran, dass es zuerst mal scheiße ist und man geschockt.

    Möchte euch noch mehr Einzelheiten nennen. Auch, wie ich vorgegangen war und was meine bisherigen pro-aktiven Aktionen waren. Dazu muss ich etwas mehr ins Detail gehen und das geht eben nur, wenn ich aushole.


    Wie ich breits erwähnt hatte, hatte ich den Verlust erst später bemerkt. Als ich den Verlust bemerkte hatte ich dann alles gründlich bis zur letzten Ritze durchsucht. Mehr suchen geht wirklich nicht. War auch nochmals an dem Ort, wo mein Keller ist und hatte dort auch um das Haus herum und dort wo wir unsere Auto stehen gehabt hatten alles abgecheckt. Wer sucht, der findet heisst es. Doch wenn was weg ist, dann kann man noch so gut suchen wie man will.


    Durch die Sucherei war dadurch wieder Zeit vergangen. Ich hatte dann danach damit begonnen, Flugblätter an dem Ort aufzuhängen, wo ich die Festplatte verloren haben könnte. Das mit den Flugblättern tat ich am 23. Dezember. Wie ihr ja von mir wisst, hatte und hat sich daraufhin trotz Angabe meiner Rufnummer niemand bei mir gemeldet. Ich hatte an den Orten beim gemieteten Kellerraum Flugblätter angehängt, nicht aber an dem Ort, wo meine Wohnung ist. Vielleicht war das ein Fehler. Ich möchte dies aber nachholen. Da aber niemand auf die Flugblätter angebissen hat, habe ich damit noch zugewartet und euch um Vorschläge (auch betrefffend Inhalt des Flugblattes) gebeten, in der Hoffnung, dann die Leute eher hinter dem Ofen hervorzulocken. Zur Info: Der Kellerraum und meine Wohnung befinden sich nicht in der selben Gemeinde, liegen etwa 5 bis 6 Kilometer auseinander.


    Ich habe aber euch noch was anderes vergessen mitzuteilen. Verzeiht mir bitte, dass ich das euch vergessen hatte mitzuteilen, auf das ich gleich komme. Das kommt daher, weil die ganze Sache mir sehr viel Energie frisst und meine Gedanken sich um die ganze Sache um die verlorene Festplatte und dessen Inhalt drehen, was sehr viel Raum in meinen Kopf einnimmt. Es gibt nämlich nicht nur die Variante, dass die Festplatte aus dem kaputten Karton rausgeflutscht sein könnte, sondern auch noch eine weitere Möglichkeit.


    Der Bekannte fuhr mit seinem Auto mit meinen Umzugskartons vor mir los und er kam auch vor mir am Zielort (meine Wohnung) an. Ich kam erst etwa fünf Minuten später mit meinem Auto (ebenfalls Umzugskartons im Auto) an. Als ich eintraf, sah ich sein Auto mit offener Kofferraumtüre stehen. Anstatt auf mich zu warten, standen meine Kartons draussen links und rechts vor der Haustüre, wo jederzeit Passanten vorbeilaufen.


    Er stand aber nicht bei den Kartons, sondern liess diese jedesmal unbeaufsichtigt, wenn er was ins Treppenhaus hinauf vor meine Wohnungstüre trug. Und jedesmal, wenn er einen Karton hinauftrug waren die Kartons draussen unbeaufsichtigt. Darunter mehrere Umzugskartons von Bauhaus, welche ohne Klebeband auskommen und auch Kartons in Paketgrösse. Was ich damit sagen will: Kein Klebeband erforderlich bedeutet, jeder Passant könnte die unbaufsichtigten Kartons in Nullkommanix unbemerkt öffnen und was daraus nehmen und Kartons in Paketgrösse lassen sich beim Vorbeigehen sehr schnell unter den Arm mitnehmen. Wie ist er überhaupt ohne meine Schlüssel ins Haus gekommen? Ich kann mir nur vorstellen, die Nachbarin, die über mir wohnt, ging rein oder raus und er nutzte diese Gelegenheit.


    Kartons einfach draussen unbaufsichtigt zu lassen finde ich ist Sorglosigkeit, grob fahrlässig und höchst unverantwortlich. Dies machte ich auch meinem Bekannten ganz klar deutlich. Er hatte es natürlich kleingeredet und mir den Ball à la Eigenverantwortung zugeschoben. Wie kann ich aber meine Verwantwortung wahrnehmen, wenn ich nicht vor Ort war als er die Umzugskartons unbeauftsichttigt liess, weil er offensichtlich nicht auf mich warten wollte.


    Also entweder ist die Festplatte war mir oder meinem Bekannten rausgeflutscht und heruntergefallen (nein man hört es nicht immer, schon gar nicht wenn man sich miteinander unterhält, der Verkehrslärm, krähende Raben, Wintermütze auf, da geht das akustisch sehr schnell unter) oder es hatte jemand beim Vorbeigehen aus einem Karton geklaut, als die Kartons draussen unbeaufsichtigt standen.


    Möpi16 schrieb:

    Steve1982

    Ich kann mich in dich einfühlen. Es gibt Menschen denen ist ihre eigene Geschichte (und überhaupr vieles) egal, die fangen iwie immer wieder bei null an, ich kenne aber auch Menschen für die bleibt die Erinnerung ein wichtiger Teil von ihrem Leben. Etwas das ihnen für immer gehört.


    Danke für die Empathie. Ich gehöre exakt zu den "Menschen für die bleibt die Erinnerung ein wichtiger Teil von ihrem Leben. Etwas das ihnen für immer gehört".


    Möpi16 schrieb:

    Ich denke jetzt besonders an die Bilder, die du vielleicht verloren hast.

    Darum meine Frage:

    Hast du deinen Verwandten und Freunde gesagt, dass du die Festplatte nicht mehr findest?
    Ich stelle mir nämlich vor, dass sie vielleicht einige von deinen Bildern auch besitzen, und die aushelfen könnten. Mein Opa hat mal ein verloren gegangenes Fotoalbum dank der Hilfe von Bekannten und Verwandten zu einem grossen Teil rekonstruieren können, und es kamen sogar Bilder dazu die er ch gar nicht gekannt hat.


    Danke für den sehr gut gemeinten Rat. Bei mir ist das nicht möglich. Aus dem Grund, weil meine Familie "nur" aus mir und meiner Mutter besteht und meine Mutter im Unterschied zu mir sie sich aus Fotos nichts macht. Rekonstruktion ist deshalb nicht möglich.


    Melete schrieb:

    Ja und das ist zumindest, was die Daten auf der Festplatte betrifft genau dasselbe wie nach einem Wohnungsbrand oder einem Einbruch. Sie sind weg und das ist einfach ein Schock und durchaus zuerst mal eine Katastrophe, vor allem, wenn man gewisse Vorstellungen mit diesen Erinnerungen in Verbindung bringt. Die vermeintliche Sicherheit, die man meinte zu haben, ist weg.

    Genau so ist es.

    Melete schrieb:

    Das Leben ist nicht, was auf der Festplatte ist und auch nicht davon abhängig, was auf der Festplatte ist, es sei denn man macht es davon abhängig. Es ist eine Illusion, dass diese Dinge, die auf der Festpatte sind "verloren" sind, nur, weil sie weg sind, denn es geht ja nicht direkt um die Festplatte, sonder darum, was auf der Festplatte ist und das sind Erinnerungen. Es fällt vielleicht leichter sich zu erinnern, wenn man die Bilder sieht, aber es sind trotzdem Dinge, die zu deinem Leben gehören, allerdings schon längst "verloren", denn vergangen. Wie oft bist du denn auf dieser Festplatte? Wie oft stöberst du wöchentlich, monatlich auf dieser Festplatte?

    Vielen Dank für deine Sichtweise. Hilft es einem, besser damit umgehen zu können, wenn man eine solche Sichtweise hat?


    Wie oft ich auf der Festplatte war? Sehr selten und dennoch trägt der Verlust in mir sehr schwer. Eben aus den bereits zuvor genannten Gründen.

    Also mich würde das auch treffen, wenn ich so eine Festplatte mit all den Bildern etc. verlieren würde. Zumal so unklar ist, wie sie verschwunden und wo sie jetzt ist.


    Als Jugendlicher hat mir mal jemand einen verschlüsselten Ordner mit für mich sehr wertvollen Dateien von meinem Rechner gelöscht, völlig mutwillig, als derjenige im Vertrauen aus einam gänzlich anderen Grund an meinem PC war. Wiederherstellen ließen sich die Daten nicht, da verschlüsselt. Ich habe sehr lange gebraucht, um darüber wirklich wegzukommen. Vor allem war es auch so völlig unnötig "mal eben so" von demjenigen.


    Seitdem versuche ich, weniger an etwas zu hängen. Es ist immer schmerzhaft, wenn man an Gegenständen/Sachen oder Personen hängt. Ganz ohne geht es nicht, aber alles ist vergänglich. Sachen sind irgendwann zerstört oder anderweitig untergegangen; Mitmenschen sterben.


    Eine ideale Lösung, wie man gut damit umgehen könnte, weiß ich nicht. Ich finde, es bleibt immer schmerzlich, auch noch nach Jahren.

    Steve1982 schrieb:

    Vielen Dank für deine Sichtweise. Hilft es einem, besser damit umgehen zu können, wenn man eine solche Sichtweise hat?

    Ja, tut es. Ich musste es natürlich auch erst lernen, als ich so eine Katastrophe erlebt habe. Es hat zwar nichts daran geändert, dass ich an den Dingen hänge, aber ich mache mein Befinden nicht davon abhängig, wenn sie denn mal weg sind. Das Leben ist einfach auch so. Dinge kommen und gehen und das müssen sie auch, denn dann ist auch Platz für etwas neues. Wie gesagt, die Erinnerung selbst kann mir keiner nehmen, zumindest mal vorerst, bis ich ein Tatagreiß bin und ich dann vielleicht selbst anfange alles zu vergessen. Es ist nunmal alles vergänglich.

    Steve1982 schrieb:

    Wie oft ich auf der Festplatte war? Sehr selten und dennoch trägt der Verlust in mir sehr schwer. Eben aus den bereits zuvor genannten Gründen.

    Das war für mich allerdings durchaus ein Grund, meine Anhänglichkeit zu hinterfragen bzw. das Ausmaß der Katastrophe als das zu sehen, was sie war und ihr auch dieses Ausmaß zuzugestehen, welches sie in meinem Leben hatte. Ein paar Mal im Jahr etwas anzuschauen, kann also keine derart große Katastrophe sein. Also schon auch ein bisschen Verstand hinzuzufügen. Ich hatte auch mal einen riesen Koffer voller Bilder - damals noch keine Festplatte also und der Großteil dieser Bilder ging verloren. Für mich auch eine unglaubliche Katastrophe - so auf den ersten Blick. Nun, ja, die Bilder sind weg, aber ich brauche sie nicht, um mich zu erinnern, wenn ich es denn mal tue.

    Melete schrieb:
    Steve1982 schrieb:

    Vielen Dank für deine Sichtweise. Hilft es einem, besser damit umgehen zu können, wenn man eine solche Sichtweise hat?

    Ja, tut es. Ich musste es natürlich auch erst lernen, als ich so eine Katastrophe erlebt habe. Es hat zwar nichts daran geändert, dass ich an den Dingen hänge, aber ich mache mein Befinden nicht davon abhängig, wenn sie denn mal weg sind. Das Leben ist einfach auch so. Dinge kommen und gehen und das müssen sie auch, denn dann ist auch Platz für etwas neues. Wie gesagt, die Erinnerung selbst kann mir keiner nehmen, zumindest mal vorerst, bis ich ein Tatagreiß bin und ich dann vielleicht selbst anfange alles zu vergessen. Es ist nunmal alles vergänglich.

    Steve1982 schrieb:

    Wie oft ich auf der Festplatte war? Sehr selten und dennoch trägt der Verlust in mir sehr schwer. Eben aus den bereits zuvor genannten Gründen.

    Das war für mich allerdings durchaus ein Grund, meine Anhänglichkeit zu hinterfragen bzw. das Ausmaß der Katastrophe als das zu sehen, was sie war und ihr auch dieses Ausmaß zuzugestehen, welches sie in meinem Leben hatte. Ein paar Mal im Jahr etwas anzuschauen, kann also keine derart große Katastrophe sein. Also schon auch ein bisschen Verstand hinzuzufügen. Ich hatte auch mal einen riesen Koffer voller Bilder - damals noch keine Festplatte also und der Großteil dieser Bilder ging verloren. Für mich auch eine unglaubliche Katastrophe - so auf den ersten Blick. Nun, ja, die Bilder sind weg, aber ich brauche sie nicht, um mich zu erinnern, wenn ich es denn mal tue.

    Genau das und mag sein, dass der Verlust der Erinnerungen einen stört, sogar schmerzlich ist (eine Weile), aber Depressionen deshalb zu haben...


    Eine Person die bei einem Wohnungsbrand alles verloren hat, ist definitiv schlimmer dran, als jemand, der eine Festplatte verloren hat. Erinnerungen kann einen keiner nehmen, diese bleiben immer im Herzen und wenn ich er sich die Festplatte eh kaum angesehen habe, untermauert es dies es doch noch.


    Ich habe eher das Gefühl, dass es eigentlich gar nicht um Erinnerungen an sich geht, zumindest keine, die nicht prekär wären.

    .

    Aber das sich beim Umzug einer an den geschlossenen Kartons zu schaffen macht, glaube ich auch nicht, zumal jeder weiß, dass jeden Moment da einer aus dem Haus zurückkommt, um weiterzuarbeiten. Es sei denn, die Festplatte lag verführerisch oben auf einem geöffneten Karton. Aber so war es ja nicht.


    Trotzdem kann die Festplatte irgendwo sein, wo du jetzt nicht dran denkst.

    Ich habe auch so einen Fall. Ich zog in eine neue Wohnung. Mit der Vormieterin telefonierte und traf ich mich ein paar Mal, um Dinge zu klären. Sie gab mir auch ihre Karte.

    10 Jahre später, ich wohnte immer noch in der Wohnung, in die ich damals zog, entsorgte ich die alten Nachtspeicher und fand dahinter eine CD ohne Hülle. Es war nicht meine. Mir fiel die Vormieterin ein. Ich hatte ihre Karte immer noch in meiner Mappe. Ich rief sie an und auch sie wohnte noch in ihrer neuen Wohnung und es war ihre CD. Sie war happy ohne Ende, denn sie hatte die CD, auch nach Suchen ohne Ende, endgültig abgeschrieben gehabt. Ich schickte sie ihr zu. So kam sie nach 10 Jahren noch an diese verlorene Sache.

    Sunflower_73 schrieb:

    So ein Flugblatt muss doch kein Rieseninteresse wecken. Es soll lediglich informieren, dass eine Festplatte verloren wurde und man sich bei Person X melden kann, sollte man eben diese gefunden haben.

    Es sollte aber schon zumindest so viel Interesse wecken, dass es motiviert, es auch zu lesen und auch die Bereitschaft weckt, sich auch dann zu melden, wenn man zwar nicht selbst die Festplatte hat, aber weiss, wer sie hat. Also auch falls die Person, die meine Festplatte hat, mit jemanden darüber spricht und dieser jemand wiederum ihr Wissen "ausplaudert".


    Sunflower_73 schrieb:

    WENN sie denn verloren und gefunden wurde, dann entwder von jemandem, der sie stumpf löscht und benutzt. Oder jemandem, der mit dem Ding dasitzt und nicht weiß, wohin. Wenn so jemand das Flugblatt sieht: Problem gelöst. Und Fundbüro: Kann zu Corona etwas schwierig sein.


    Falls die Sachen auf der Festplatte unwiderruflich gelöscht wurden, dann hat die Festplatte für mich keinen emotionalen Wert mehr und auch sonst nichts was für mich von Bedeutung ist. Denn ich sehe die Festplatte dann nur noch als blossen Gegenstand OHNE "Leben". Mir geht es ja nicht um den materiellen Wert und auch nicht um die Festplatte an sich, sondern um das digitale "Leben" auf der Festplatte. Aber selbst, wenn die Sachen unwiderruflich gelöscht wurden, wäre ich dennoch dankbar, wenn man sich trotz unwiderruflich gelöschter Festplatte bei mir melden würde. Ich würde dann zumindest nicht in kompletter Ungewissheit mehr sein.


    Wenn jemand das Flugblatt gelesen hat, und sich dieser jemand nicht meldet, obwohl er oder sie was weiss, dann ist das Problem nicht gelöst.


    Ein Sechser im Lotto wäre für mich, wenn eine vertrauenswürdige Person meine Festplatte hat und die Fotos und Daten auf der Festplatte drauf lässt, und sich diese Person den Mut fasst, sich bei mir oder dem Fundbüro zu melden und diese mir oder im Fundbüro abzugeben. Auch wenn diese Person zuvor die Festplatte durchstöbert hat und dadurch nun mein "digitales" Leben kennt, die Erleichterung über das Zurückbekommen der vollständigen Festplatte (mit Inhalt) würde alles andere überwiegen.


    Sunflower_73 schrieb:

    Ansonsten: Es ist doch völlig egal, dass man ggf. eine Festplatte verloren hat. Im Sinne von "was denken die Leute?". Es gibt wohl nix, was man nicht verlieren kann. Einfach mal Dokus über Fundbüros schauen, da fragt man sich wirklich dann doch, wie Leute DAS verlieren konnten. Eine externe Festplatte ist da total banal gegen. Alles, was man mitschleppen kann, kann man verlieren.


    Stimmt ja schon, eigentlich sollte es mir egal sein, ob die Leute denken "wie kann man nur eine Festplatte verlieren". Dennoch ist es natürlich für mich schon angenehmer, wenn ich lese, dass Menschen schon andere Dinge verloren haben, wo man sich diese Frage auch stellen könnte "wie kann man auch nur so etwas verlieren".


    Sunflower_73 schrieb:

    Und ansonsten:

    Zu Hause noch genauer suchen.


    Das hab ich schon getan. Und zwar wirklich sehr gründlich. Sogar im Auto unter den Sitzen geschaut und jede noch so kleine Ritze durchsucht.


    Sunflower_73 schrieb:

    Und: Es zukünftig besser machen. Dinge nur an EINEM Ort zu speichern: Nicht gut. Mir sind auch schon externe Platten gecrasht.


    Sehr guter Ratschlag, den ich mir für die Zukunft beherzigen möchte. Vielen herzlichen Dank dafür. Bisher dachte ich immer, ich bin auf der sicheren Seite, wenn es auf einem externen Speichermedium (in meinem Fall eben die Festplatte) ist. Wie ich jetzt nun weiss, ein fataler Denkfehler. Sicherheit ist nur mit deinem Ratschlag, alles Doppelt und Dreifach abzusichern, garantiert. Backup bringt also nur was, wenn man es mehrfach auf mehreren Speichermedien absichert. Hätte ich dies so gehandhabt und auf mehreren Orten abgespeichert, dann hätte ich jetzt alle Fotos und Dateien noch.

    quarksalber schrieb:

    Aber das sich beim Umzug einer an den geschlossenen Kartons zu schaffen macht, glaube ich auch nicht, zumal jeder weiß, dass jeden Moment da einer aus dem Haus zurückkommt, um weiterzuarbeiten. Es sei denn, die Festplatte lag verführerisch oben auf einem geöffneten Karton. Aber so war es ja nicht.

    Wirklich verschlossen waren sie dennoch nicht. Ich vergleiche das mit einer Türe. Auf eine Türe übertragen bedeutet dies:


    Typ Umzugskartons mit Klebeband = wie verschlossene Türe. Will jemand einen solchen Karton öffnen, müsste zuerst das Klebeband entfernt werden. Das wäre mit etwas Aufwand verbunden. Gleiches gilt auch für die verschlossene Türe. Dort kann zwar auch eingebrochen werden, ist aber auch hier mit Aufwand verbunden.


    Typ Umzugskartons nicht offen, aber ohne Klebeband = wie Türe zu, aber nicht verschlossen. Will jemand was aus einem solchen Karton stehlen, ist das mit wenigen Handgriffen und ohne viel Aufwand erledigt. Einfach Karton öffnen und reinlangen und Karton wieder zu und keiner merkt's. Gleiches auch bei der Türe, die zwar zu, aber nicht verschlossen ist. Einfach Türe öffnen und der Eindringling ist drin. Der Eindringling schleicht sich wieder raus und keiner merkt's.


    Oder wie schnell hat jemand beim Vorbeigehen einen kleinen Karton in der Grösse eines handlichen Pakets ratzfatz unter dem Arm.


    Es ist sehr traurig, aber leider kann man nicht jedem Menschen blind vertrauen. Es gibt sehr aufrichtige, ehrliche und empathische Menschen, aber leider auch das Gegenteil von alledem.

    Ich bin mir sehr, sehr sicher wenn jemand die Festplatte gefunden hätte und deinen Aufruf gelesen hätte, er hätte dir die Festplatte wieder gebracht,

    Es gibt so viele arme Menschen da draußen die mit einer Festplatte wenig anfangen können, sich aber über Finderlohn sehr freuen würden.

    Ich kann nur jetzt von mir sprechen, aber ich habe auch schon Dinge verloren gehabt und Tage lang vergeblich danach gesucht,

    Manches Mal haben sich die Dinger von selbst wieder eingefunden, wenn ich die Hoffnung längst aufgegeben hatte,

    Und ich habe wirklich jedes Mal Stein und Bein geschworen dass sie geklaut worden sein müssen, da ich wirklich jeden Stein umgedreht habe, um sie zu finden.

    Könnte es eventuell sein, dass du die Festplatte zum Schutz in eine Hülle gesteckt und das vergessen hast?

    Steve1982 schrieb:

    Es ist sehr traurig, aber leider kann man nicht jedem Menschen blind vertrauen. Es gibt sehr aufrichtige, ehrliche und empathische Menschen, aber leider auch das Gegenteil von alledem.

    Naja, da hilft Dir ein Bekannter beim Umzug und du hast nichts besseres zu tun, als ihn Vorwürfe zu machen....


    Ich würde Dir -an seiner Stelle- nie wieder helfen. Klar, Dich stört der Verlust, aber wie undankbar bist du denn?


    Wenn du professionelle Hilfe willst, bezahl nächstes mal eine Umzugsfirma, allerdings da hätte es dann vermutlich noch einer von der Umzugsfirma geklaut., oder was auch immer Dir da für Szenarien eingefallen wären...:|N


    Du hast sie sehr wahrscheinlich einfach gründlich verlegt. Manchmal sucht man Sachen überall und sie tauchen dort auf, wo man es nie erwartet hätte, teilweise erst Jahre später.


    Und was für Szenarien du Dir hier ausmalst... auf lange Sicht machst du Dich mit so einer Denkweise nur selbst unglücklich.

    Moon84 schrieb:

    Genau das und mag sein, dass der Verlust der Erinnerungen einen stört, sogar schmerzlich ist (eine Weile), aber Depressionen deshalb zu haben...

    Es ist sogar sehr schmerzlich. Zudem auch noch sehr unerträglich. Und das ist in keinster Weise übertrieben. Ich hatte deswegen sogar schon Herzrasen gehabt, eine innerliche Leere als hätte man mir den Boden unter den Füssen weggezogen, bis hin zu fast nichts mehr Essen und pausenloses gedankliche herumgrübeln. Diese Ohnmacht zerfrisst innerlich. So sehr geht mir sowas an die Substanz. Ob man das jetzt nun als Depression bezeichnen kann oder nicht ändert für mich nichts daran.


    Moon84 schrieb:

    Eine Person die bei einem Wohnungsbrand alles verloren hat, ist definitiv schlimmer dran, als jemand, der eine Festplatte verloren hat. Erinnerungen kann einen keiner nehmen, diese bleiben immer im Herzen und wenn ich er sich die Festplatte eh kaum angesehen habe, untermauert es dies es doch noch.

    Ja, das ist schon schlimmer, wenn man gleich alles verliert. Für jeden ist Verlust was ganz schlimmes. Und dennoch geht jeder anders mit Verlusten um. Wie stark jemand darunter zu leiden hat oder wie jemand damit umgehen kann, wird vermutlich auch von der persönlichen, psychischen Konstitution und vielen weiteren Faktoren abhängig sein. Auch wenn ich die Festplatte mir nicht täglich anschaute, so ändert das nichts daran, dass diese für mich einen emotionalen Wert hat und etwas ist, was mir wichtig und von Bedeutung ist. Das Wissen über die Existenz dieser Fotos und der Dateien war und ist für mich ein entscheidender Punkt. Etwas was ich nie verlieren möchte und nun ist es trotzdem weg.


    Moon84 schrieb:

    Ich habe eher das Gefühl, dass es eigentlich gar nicht um Erinnerungen an sich geht, zumindest keine, die nicht prekär wären.

    Doch, es geht auch um die Erinnerungen. Für mich sind Erinnerungsfotos Teile des Lebens, des Erlebten, Bestandteil des Lebens. Das Festhalten von Momentaufnahmen aus dem Leben mit Menschen und Haustieren. Und es geht wegen der sehr persönlichen Krankheitsgeschichten und anderen höchst privaten Dokumenten und intimste Fotos auch um Ängste, wenn es in die falschen Hände kommt. Es ist kein schönes Gefühl, wenn man sich Sorgen macht, in welchen Hände sich mein digitales Leben befindet und was damit alles angestellt werden könnte. Und noch was kommt hinzu: Auch wenn ich mir im Klaren bin, alles ist endlich und es ist der Lauf des Lebens, ist Verlust bei allem zu dem ich einen emotionalen Bezug habe, für mich etwas, dass mich bis in meinen Grundfesten zutiefst erschüttert. Ich kann nur sehr schwer Loslassen, wenn es um unwiderrufliches Ende wie der Verlust von emotional wichtigen Erinnerungsfotos und noch ausgeprägter, wenn es um den unwiederbringlichen Verlust eines mir nahestenden Menschen oder Haustieres durch Krankheit und Tod geht.