Freund wurde früher gemobbt

    Hi mein Name ist Lara, bin 19 Jahre alt und habe einen Freund der ebenfalls so alt ist. Wir haben uns über die Fachoberschule (wir gingen in die selbe Klasse) kennengelernt und anfangs fand ich ihn furchtbar, weil er einfach nur unausstehlich war. Im Verlauf der 2 Jahre sind wir uns aber trotzdem näher gekommen und halt auch zusammen. Ich bin eine sehr glückliche Person, hilfsbereit und ich hab auch schon oft gesagt bekommen, dass ich mit Menschen echt gut umgehen kann. Dann wäre da mein Freund, ich versuch das Ganze mal so ehrlich wie möglich zu formulieren: er wurde früher in der Oberschule 3 bzw. 4 Jahre lang gemobbt, hatte danach eine Ausbildung begonnen, musste die aber nach einem halben Jahr aus gesundheitlichen Problemen. Danach hatte er ein halbes Jahr Freizeit in der er weitesgehend auf sich gestellt war, da er sich immer mehr zurückgezogen hatte. In diesem halben Jahr hat er sehr viel Zeit zum Nachdenken gehabt u.a. über seine Vergangenheit in der er auch nur Misserfolge bei Mädchen hatte. Dieses halbe Jahr hat ihn sehr verändert und nach den Sommerferien ging die FOS los. Da haben wir uns kennengelernt und wir hätten nicht unterschiedlicher sein können. Ich lebensfroh und er total gefühlskalt. Er war immer sehr distanziert, hatte immer kein Problem damit den Leuten seine Meinung ins Gesicht zu hauen. Ihn interessierte es noch nie ob er andere Menschen verletzte, er erwartet nichts mehr von anderen, dafür hat seine Erfahrung gereicht. Er hatte zwar seine Freundschaften innerhalb der Klasse, aber er hat das halt nur auf Klassenebene gehalten. Wir entdeckten dass wir sehr gegensätzlich sind und zickten uns die ganze Zeit an, wobei er nicht gezögert hat sehr persönlich und verletzend zu werden. Konnte ihm ja sche*ßegal sein, wenn ein anderer Mensch wegen ihm heult. Eines Tages hat er es aber zu weit getrieben und die ganze Klasse hatte ihn aufgefordert sich bei mir zu entschuldigen und seitdem hat diese Abneigung nachgelassen. Im Verlauf der Monate sind wir uns näher gekommen und irgendwann waren wir wie durch einen blöden Zufall zusammengekommen. Er hat sich nie verändert in all den Jahren, er ist nach wie vor gefühlskalt, misanthropisch, zynisch und hört nie auf das was andere Menschen sagen (Sorry Schatz :-| ). Trotzdem liebe ich ihn, weil er auf seine Art echt süß und fürsorglich sein kann. Er ist der Meinung, dass sich Menschen halt nie ändern und er das sowieso aus Prinzip nie tun würde. Anfangs war es halt echt Heckmeck zwischen uns, da er sich selbst versprochen hat sich nie auf eine Beziehung einzulassen, da er echte Vertrauensprobleme hat und meinte Beziehungsunfähig zu sein. Am Ende hab ich ihn aber so sehr geliebt und hab ihm auch alles gesagt was nötig war um ihn zu überreden. Ich will nicht sagen dass alles perfekt zwischen uns läuft. Man merkt ihm manchmal schon an, dass er Probleme mit einer Beziehung hat. Er kuschelte grundsätzlich nie, wollte nie Händchen halten und gab mir auch keine Kosenamen wie Schatz oder so. War halt nicht seine Art. Er liebt mich zwar und will unbedingt diese Beziehung aufrechterhalten, allerdings ist er in den letzten Monaten depressiv geworden. Fast jeden Abend sitzen wir zusammen auf dem Bett, halten uns in den Armen und Händen und ich höre ihm zu wenn er von allem schlimmen erzählt was ihm passiert ist. Er hatte es nie leicht, wurde immer ausgegrenzt (Oberschule) und hatte neben seinem besten Freund sonst nie jemanden dem er sich anvertrauen konnte, weil er einfach zu große Angst vor Verletzung hatte und diese Grundabneigung gegen alles was atmet ihm alle Türen verschlossen hat. Ich hab ihm schon ein paarmal geraten zum Psychologen zu gehen und dass ich mitkommen könnte, aber er sagt immer nur dass er keine Hilfe von "solchen Leuten" braucht. Seine Eltern sagten mir, dass er schon immer jemand war der die Probleme in sich hineingefressen hat und nie freiwillig mit jemandem redete. Ich fange langsam an zu verzweifeln, weil ich mir solche Sorgen um ihn mache und einfach nur will, dass er endlich befreit leben kann und nicht in jede komische Situation sofort paranoiderweise seine Erfahrungen von früher hineininterpretiert. Er soll einfach nur damit abschließen, obwohl ich weiß dass das furchtbar lang und schwer wird. Vielleicht hat ja jemand irgendwelche Ideen was ich tun könnte um es ihm zu erleichtern oder ihn doch zum Psychologen zu bewegen?

  • 1 Antwort
    Zitat

    Ich hab ihm schon ein paarmal geraten zum Psychologen zu gehen und dass ich mitkommen könnte, aber er sagt immer nur dass er keine Hilfe von "solchen Leuten" braucht.

    Dann kannst du ihm auch nicht helfen - er muss sich von sich aus dazu entschließen, du kannst ihn nicht überreden. Und es ist auch nicht deine Aufgabe, Ersatztherapeutin zu spielen. Sicher, dass er nicht noch andere Probleme hat, die ihn in die Depression geführt haben? "Nur" ausgegrenzt zu werden finde ich einen recht theatralischen Grund, jeden Abend depressiv im Bett zu hocken und über etwas zu reden, das Jahre her ist :-/ Du musstest ihn zu eurer Beziehung überreden? Woran machst du fest, dass er dich liebt?