Freundin verletzt sich selbst,Reizthema in Beziehung,wie helfen?

    Abend zusammen!


    Meine Freundin hat leider große psychische Probleme. Ich will jetzt auch nicht näher darauf eingehen, jedenfalls geht sie wöchentlich zur Therapie. Sehr problematisch ist, dass sie sich manchmal selbst verletzt (also schneidet oder sich wund kratzt). Es kommt sehr unregelmäßig vor, manchmal passiert es wochenlang gar nicht und dann wieder häufiger. Teilweise macht sie es so schlimm (tiefe Schnitte), dass sie schon genäht werden musste, was jedes Mal ihr Hausarzt gemacht hat. Erst heute wieder. :-( :-(


    Allein, dass sie das macht ist bedenklich und schlimm genug, aber was mir zusätzlich Sorgen macht ist dass sie es in der Therapie rein gar nicht thematisiert. (Das hat sie mir gesagt.) Sie spielt es generell runter. Ihr Arzt, der sie schon ein paar Mal genäht hat, ist in meinen Augen in dem Punkt viel zu unbesorgt und "entspannt", was ich nicht verstehe.


    Ich mache mir Sorgen und ganz ehrlich, es tut mir weh, wenn sie sich selbst Schaden und Schmerzen zufügt. Aber wie soll das jemals besser werden und irgendwann aufhören, wenn sie das Thema unter den Teppich kehrt und nicht versuchen möchte, sich helfen zu lassen? Sie hat mir erklärt warum sie das macht (machen muss, ihre Worte) und ich kann es nachvollziehen. Trotzdem wünsche ich mir für sie, dass sie es nicht mehr machen muss. Das ganze ist aber so ein Reizthema, dass es sehr schwer ist mit ihr darüber zu sprechen. Ich befürchte, wenn ich meine Sorge vermehrt ausspreche, wird sie mir auf Dauer nicht mehr erzählen, wenn es wieder passiert ist und das wäre auch nicht gut.


    Ein Gedanke, der mir seit einer Weile im Kopf rum spukt, ist, meine Sorge bei ihrem Arzt anzusprechen, weil dieser ihr dann vielleicht endlich nachdrücklicher rät, in dem Punkt professionelle Unterstützung einzuholen. Auf ihn würde sie wahrscheinlich hören. ":/


    Aber das geht gegen meine Prinzipien was Ehrlichkeit und gegenseitigen Respekt betrifft. Ich will nichts hinter ihrem Rücken machen, weil ich das nicht in Ordnung finde. Abgesehen davon wäre sie (zurecht) fuchsteufelswild, wenn sie das herausfinden würde. Deswegen fällt das flach.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Was würdet ihr an meiner Stelle tun, um eurer Freundin mit so einem Problem zu helfen?

  • 25 Antworten

    Weißt du denn, ob der Arzt ihr nicht schon ins Gewissen geredet hat?


    Dass sie sich schneidet bzw. selbst verletzt sollte der Therapeut doch mitbekommen,


    oder wie erklärt sie die Wunden?

    Ich kann dir nur sagen was ich machen würde. Ich würde irgendwie Kontakt zu ihrem Therapeuten/ihrer Therapeutin aufnehmen und ihr das genau so mitteilen und auch wie es dir geht, ganz offen, ehrlich und umfassend. Deine Freundin hat offensichtlich große Probleme. Du kannst nicht erwarten das sie das plötzlich einsieht und von heute auf morgen abstellt. Es ist - wie sie selber sagt - ein Zwang. Und du bist nicht ihr Arzt. Du kannst ihr nicht helfen. Du kannst sie nur unterstützen. Und wenn das bedeutet ein offenes Gespräch mit den behandelnden Ärzten zu suchen, ist das eben so. Du hintergehst sie damit doch nicht. Oder willst du sie liebevoll in den Arm nehmen während sie sich selbst verletzt?

    Zitat

    Weißt du denn, ob der Arzt ihr nicht schon ins Gewissen geredet hat?

    Wenn ich sie gefragt habe, was der Arzt gesagt hat, meinte sie jedes Mal nur: "Nichts" oder "Nicht viel." Das ist nicht wirklich aussagekräftig, ich weiß.


    Als ich aber einmal mit dabei war, habe ich es selbst miterlebt. Er hat tatsächlich weder nachgefragt noch etwas dazu gesagt, sondern hatte bei der Behandlung die Ruhe weg und war beim Nähen bester Laune. Es hat nur noch gefehlt, dass er dabei fröhlich vor sich hin gepfiffen hat... Meine Freundin ist natürlich dankbar, dass er keinen Aufriss darum macht. Verstehe ich auch, für sie ist das ganze unangenehm genug und der Arzt ist während der Behandlung sicher bewusst so unaufgeregt bei der Sache, um es für sie nicht noch schlimmer zu machen. Aber so ganz sorglos jedes Mal akut zu behandeln, hilft ihr leider dauerhaft kein bisschen weiter.

    Zitat

    Dass sie sich schneidet bzw. selbst verletzt sollte der Therapeut doch mitbekommen,


    oder wie erklärt sie die Wunden?

    Die Wunden sind an Stellen, die man im Alltag nicht sieht.

    Hallo Chomsky,


    schwierige Situation in der du da bist, das ist keine Frage. Zunächst finde ich es toll, dass du ihr helfen willst! Vielleicht kann ich dir aus der Sicht einer ehemaligen Betroffenen ein paar Ratschläge geben - wobei es natürlich nicht gesagt ist, dass das was mir geholfen hat auch bei euch hilft.


    Ich habe mich zwar "nur" 2 Monate selbst verletzt und bin seit fast 6 Jahren davon weg, allerdings hat diese Zeit gelangt um meinen ganzen Unterarm zu entstellen.


    Eines vorab: Wenn sie das Thema nicht thematisieren will, dann will sie sich vermutlich in der Beziehung auch nur bedingt helfen lassen. Und falls das zutrifft, hast du schlechte Chancen. SVV ist in meinen Augen eine Sucht (und natürlich auch ein Kompensationsmodell) und nur die wenigsten Menschen können es von einem auf den andren Tag sein lassen. Ich halte es für falsch wenn deine Freundin sagt, dass sie es machen MUSS ":/ Natürlich ist es ein Zwang, aber letztendlich könnte sie lernen es sein zu lassen - sofern sie sich in ihrer Therapie Hilfe holt, anstatt sich hinter der Ausrede zu verstecken, es machen zu müssen.


    Bei mir ist damals genau das passiert, was du bereits überlegst: Ich war gerade am Anfang meiner Therapie und hatte zu dem Zeitpunkt keinen Mut gehabt, meiner Therapeutin davon zu erzählen (ich hatte bei meiner vorherigen Therapeutin seeeeehr schlechte Erfahrungen mit diesem Thema gemacht). Tja, das Erzählen hat dann mein älterer Bruder übernommen, der sich solche Sorgen gemacht hat, dass er Kontakt mit meiner Therapeutin aufgenommen hatte. Ich war fuchsteufelswild und natürlich könnte es sein, dass deine Freundin ebenfalls so reagieren würde. Dennoch war danach die Bearbeitung des Themas in der Therapie möglich - und genau das müsste bei deiner Freundin wohl auch passieren.


    Ich an deiner Stelle würde mir wirklich überlegen, ob du nicht Kontakt zu der Therapeutin aufnimmst. Natürlich könnte man sagen, dass das übergriffig ist und deine Freundin als erwachsener Mensch alt genug ist zu entscheiden, was sie erzählen mag und was nicht. Dennoch kann ich nur sagen: Mir hat es damals sehr geholfen und wenn ich in deiner Situation wäre würde ich es vermutlich genauso machen.. Das mag nicht jeder hier so sehen, das ist mir klar ;-)


    Ich wünsche dir viel Kraft und deiner Freundin natürlich auch! Melde dich bei Fragen gerne :)z


    ??Ich bin übrigens gerade dabei, mir die Narben mit 3 aufwändigen (und teuren) Operationen entfernen zu lassen. Ich weiß, dass man in dem Moment der Selbstverletzung keine Gedanken an die Zukunft verschwendet, aber vielleicht ist auch dieser Punkt etwas, worüber deine Freundin in einem Moment einmal nachdenken sollte. ??

    Hallo Chomsky, die "psychischen Probleme" deiner Freundin scheinen schon eine relativ große Dimension zu haben. Was auch immer der konkrete Auslöser für ihr selbstverletzendes Verhalten sein mag, es steht auf jeden Fall eine sehr hohe innere Anspannung dahinter, welche sie offensichtlich nur mit dem Schneiden, Ritzen, Kratzen o.ä. erfolgreich abzubauen vermag. Leider wird sie von allein solch ein Verhaltensmuster nicht abstellen oder verändern können. Es ist ja keine sinnvolle Strategie, sondern ein verzweifelter, ungeeigneter Kompensationsversuch, durch den sie ein schädliches Verhaltensmuster verfestigt, anstatt wirklich hilfreiche und bewährte Skills im Umgang mit inneren Anspannungen in der Therapie zu lernen.


    Dass du sie dafür nicht verurteilst, mag ein wenig helfen, aber auf lange Sicht wird sich nichts ändern. Auch dass der Arzt, welcher die akute Wundversorgung durchführt, nicht jedesmal ein Drama daraus macht, ist zunächst einmal ok, weil zuviel Aufmerksamkeit gegenüber den Selbstverletzungen die Frequenz der SV eher steigern würde (Krankheitsgewinn). Was aber wirklich tragisch ist und in meinen Augen am problematischsten, dass sie sich ja bereits in Therapie befindet, aber offensichtlich nicht über ihre grundlegenden Probleme sprechen kann. Das ist keine gute Basis für eine vertrauensvolle und konstruktive Klienten-Therapeuten-Beziehung. An deiner Stelle würde ich zwar nicht persönlich mit der Therapeutin sprechen, aber deiner Freundin ganz klar sagen, dass sie das Thema ansprechen MUSS, wenn sie überhaupt einen effektiven Nutzen aus der Therapie ziehen will. Hinter so starken Anspannungszuständen, welche SVV auslösen stehen meist schwere Traumatisierungen oder psychische Störungen, die nicht wieder von allein verschwinden. Der Therapeut kann auch nur dann helfen, wenn er von den Problemen weiss. Einen Therapeuten, der kein Verständnis hat, kann man wechseln. Vielleicht sollte deine Freundin auch eine stationäre psychosomatische Behandlung in Betracht ziehen.


    In jedem Fall kannst du nicht wirklich viel für sie tun, außer sie zu ermutigen und sie dabei zu begleiten. In der Therapie alles klar zu benennen, ist für sie elementar wichtig. Nur was angeschaut wird, kann auch bearbeitet werden. Solange sie dazu nicht bereit ist, bringt ihr Therapie nicht viel. Euch beiden alles Gute. :)*

    @ Chomsky

    Zitat

    jedenfalls geht sie wöchentlich zur Therapie.

    Das ist schon mal gut.

    Zitat

    Ihr Arzt, der sie schon ein paar Mal genäht hat, ist in meinen Augen in dem Punkt viel zu unbesorgt und "entspannt", was ich nicht verstehe.

    Was würde denn passieren, er "Druck" machen würde? Sie würde nicht mehr hingehen! :-(


    Also macht er es genau richtig im Moment.

    Zitat

    dass sie es in der Therapie rein gar nicht thematisiert. (Das hat sie mir gesagt.) Sie spielt es generell runter.

    Schneiden, Ritzen, wie auch immer ist nur ein Symptom - die Ursachen sitzen tiefer. Und bis sie in einer Therapie das nötige Vertrauen hat, dauert.


    Wenn du eine Kontaktmöglichkeit des Therapeuten hast, teile ihm das Verhalten mit. Und sag ihm, dass er mit dieser Info mehr als vorsichtig umgehen soll!

    Ja aber wenn die Stellen im Alltag nicht sichtbar sind, wie erklärt sie denn ihrem Hausarzt, wie sie zu Stande kamen?


    Ich habe dieses Überlegung, weil es mich wundert, wenn es doch schon häufiger vorkam, dass der Arzt nicht hellhörig wird :-/ .

    Zitat

    Wenn du eine Kontaktmöglichkeit des Therapeuten hast, teile ihm das Verhalten mit. Und sag ihm, dass er mit dieser Info mehr als vorsichtig umgehen soll!

    Guter Plan. Hinter dem Rücken einer psychisch Kranken, die unter Druck zerbröselt wie ein Keks von Weihnachten 2015, zu ihrem Therapeuten gehen und intimste Dinge verraten, die die Freundin derzeit nicht thematisieren will oder kann. :)=


    Das ist das Schlimmste, was der TE tun kann. Sie würde das unter Umständen als massiven Vertrauensbruch und Eingriff in ihre ureigensten Entscheidungen werten und weder dem TE noch ihrem Therapeuten je wieder vertrauen. Der TE setzt damit die Beziehung unddie Gesundheit seiner Freundin auf's Spiel.


    Es geht andere schlicht nichts an, ob, wann und wenn, unter welchen Umständen sich die Freundin des TE hier offenbart.


    Was dich sehr wohl etwas angeht, Chomsky, ist dein eigenes Seelenheil. Wenn du unter den gegebenen Umständen keine Beziehung mit deiner Freundin führen kannst, dann ist das zwar traurig, aber nachvollziehbar. Du darfst und solltest dich emotional so weit von der Krankheit deiner Freundin abgrenzen, dass du selbst nicht dadurch verletzt wirst. In ihren Heilungsprozess einzugreifen steht dir sicher nicht zu.

    @ Chomsky

    Zitat

    Lange Rede, kurzer Sinn: Was würdet ihr an meiner Stelle tun, um eurer Freundin mit so einem Problem zu helfen?

    Du kannst da leider nichts für sie tun. Das ist ein Weg, den sie alleine beschreiten muss. Du kannst sie auf ihrem begleiten, wenn sie dich lässt, und ihre Hand halten, mehr aber auch nicht.


    Wichtig ist, wie ich oben schrieb, dass du dich von ihrer Krankheit (nicht ihr als Mensch, versteht sich) so weit emotional distanzierst, dass du nicht mit in ihren Kreislauf hineingezogen wirst. Mitgefühl ist hilfreich, Mitleid aber destruktiv. Nur so kann die Beziehung dauerhaft Bestand haben und du ihr ein Anker sein. Das ist ein unglaublich schwerer Weg, für sie und die, die sie lieben. Unter Umständen würde dir bei der Verarbeitung eine Selbsthilfegruppe für Angehörige helfen. Da findest du sicherlich Ansprechpartner, die dir im Umgang mit der Krankheit helfen können.

    @ Nurarihyon

    Wenn ein Therapeut SO eine Information mit diesem Hinweis erhält, sollte er fähig genug sein, das sensibel bei der Klientin zu erfragen. Und wenn es durch zig Hintertürchen ist!

    Was wäre, wenn du einen Mittelweg einschlägst?


    Du könntest zum Beispiel einen Brief (oder eine Mail) aufsetzen, in dem du den Therapeuten informierst und deine Sorge aussprichst. Bevor du ihn abschickst, könntest du ihn deiner Freundin zeigen und sagen: Das hier würde ich gerne losschicken, ich mache es aber nur, wenn du dein okay gibst.


    Es setzt sie bestimmt auch unter Druck, es ist immer noch übergriffig, aber sie kann zumindest entscheiden und wenn sie sich dafür entscheidet, ist nicht sie es, die es von sich aus ansprechen muss. Die Therapeutin oder deine Freundin selbst könnte den Brief als Aufhänger nutzen. Vielleicht nimmt das langfristig Druck von ihr. Vielleicht geht es aber auch nach hinten los und sie ist fuchsteufelswild, weil du dich überhaupt einmischt. Wenn man ihr es aber geschickt und liebevoll "verkauft" könnte sie es vielleicht sogar annehmen und es wäre eine tatsächliche Hilfe für sie.


    Nur eine Idee. ":/


    P.S. Wenn sie ablehnt, würde ich mich auch dran halten.

    Nur mal kurz von der Seite einer selbst Betroffenen. Ich weiß nicht, wie deine Freundin tickt und kann nur aus eigener Erfahrung sprechen, aber vielleicht helfen andere Sichtweisen weiter.


    Würde mein Hausarzt "Druck" machen in so einer Situation, würde ich nicht mehr hingehen. Das ist eine extrem schambehaftete Situation, in der es mehr als nur schlecht geht und ich mehr als verletzlich bin. Ein Arzt wird sehr genau wissen, was da los ist und sicher auch mal geklärt haben, dass sie in Therapie ist. Alles andere wäre für mich zumindest kontraproduktiv und würde entweder mehr Druck erzeugen (wodurch es schlimmer wird) oder ich würde nicht hingehen, was auch Mist ist.


    Mein Therapeut weiß sehr genau Bescheid über mein Problem. Skillstraining hatte ich mal, klappt leider nicht immer. Trotzdem ist es sehr wenig Thema in der Therapie. So erschreckend dieses Verhalten für Außenstehende ist, so ist es oft ein Symptom von etwas viel Schlimmeren, und nicht das eigentliche Problem. In meinem Fall bin ich meistens dann gefährdet, wenn der Schmerz in mir so stark wird, dass ich ihn nicht mehr ertrage. SSV ist dann tatsächlich keine selbstschädigende Maßnahme, sondern eine lebenserhaltende, denn die Alternativen wären weit schlimmer. Das klingt paradox, ich weiß. Aber in meinem Fall ist das so. Sinnvoller, als sich daran aufzuhängen, dass es mal wieder passiert ist, nutzen wir die Therapiestunden, um an der Ursache des inneren Schmerzes zu arbeiten. Wenn der nicht ist, brauche ich auch die Selbstverletzung nicht (in dem Sinne würde ich sie weniger als Sucht bezeichnen, denn als erlernte Lösungsstrategie).


    Ich kann jetzt nicht einschätzen, wie deine Freundin so drauf ist (und ich gehe hier davon aus, dass ihr erwachsen seid), aber ich tue so ziemlich alles in meiner Macht stehende, um dagegen anzugehen (und habe es inzwischen meistens im Griff) und manchmal ist es trotzdem die einzige Lösung die mir bleibt (daher vielleicht das "muss"). Extrem kontraproduktiv für mich waren Druck von außen, und zu viel Aufmerksamkeit auf das Thema von außen. Dann wurde es immer schlimmer.


    Für mich wird nicht ganz klar, ob die Therapeutin deiner Freundin gar nicht weiß, dass SSV überhaupt existiert, oder ob sie es einfach nicht jedes mal breittreten, weil sie an den Ursachen arbeiten?


    Aber: für dich ist das natürlich schwer zu ertragen und du musst dich auch um dich sorgen. Abgrenzung ist wichtig. Ich finde aber schon auch, dass du thematisieren solltest, wie schwierig das für dich ist und dass du diese Überlegungen hattest. Ich finde auch, dass du thematisieren kannst, dass du für dich die Sicherheit brauchst, dass ein Profi mit im Boot ist, um das auszuhalten, und sie bitten kannst, das in der Therapie zu thematisieren (falls wirklich noch nicht geschehen), weil es dir mehr Sicherheit gibt, das auszuhalten. Ich denke, ihr sollte schon klar sein, dass diese Geschichten einem Partner viel abverlangen. Aber ich würde eher nicht hinter ihrem Rücken in die Therapie grätschen. Das könnte einiges kaputt machen, so wohl zwischen euch, als auch zwischen ihr und dem Therapeuten.

    Zitat

    Wenn ein Therapeut SO eine Information mit diesem Hinweis erhält, sollte er fähig genug sein, das sensibel bei der Klientin zu erfragen. Und wenn es durch zig Hintertürchen ist!

    Wer weiß denn, ob der Therapeut nicht schon längst seine Rückschlüsse gezogen hat? Dieser Brief wäre für mich eine nicht zu tolerierende Grenzüberschreitung.


    Und wenn die Freundin jetzt noch nicht zu ihrem Verhalten (aus Gründen der Scham z. B.) stehen kann, dann ist das eben so. Das ist ihr ganz persönlicher Entwicklungsprozess.

    Zitat

    Aber: für dich ist das natürlich schwer zu ertragen und du musst dich auch um dich sorgen. Abgrenzung ist wichtig. Ich finde aber schon auch, dass du thematisieren solltest, wie schwierig das für dich ist und dass du diese Überlegungen hattest. Ich finde auch, dass du thematisieren kannst, dass du für dich die Sicherheit brauchst, dass ein Profi mit im Boot ist, um das auszuhalten, und sie bitten kannst, das in der Therapie zu thematisieren (falls wirklich noch nicht geschehen), weil es dir mehr Sicherheit gibt, das auszuhalten. Ich denke, ihr sollte schon klar sein, dass diese Geschichten einem Partner viel abverlangen. Aber ich würde eher nicht hinter ihrem Rücken in die Therapie grätschen. Das könnte einiges kaputt machen, so wohl zwischen euch, als auch zwischen ihr und dem Therapeuten.

    Das empfinde ich als ganz wichtigen Punkt. Mein Partner und ich - wir haben/hatten beide auch mit Depressionen und Angstproblemen zu tun - vergessen manchmal, wie sehr auch der andere leidet, wenn wir selbst leiden und unser Herz dem anderen ausschütten. Das ist menschlich. Aber darüber muss man sprechen. Auch von einem kranken Menschen kann man Rücksichtnahme und Mitgefühl erwarten, zumindest ein bisschen, und gerade in einer Beziehung.


    Du hast wirklich kein Recht, da hinten rum reinzugrätschen - das würde nicht nur eure Beziehung, sondern auch die therapeutische Beziehung massiv stören, wenn nicht gar zerstören. Es ist ihr Recht zu entscheiden, wie sie da handhaben will:

    Zitat

    Und wenn die Freundin jetzt noch nicht zu ihrem Verhalten (aus Gründen der Scham z. B.) stehen kann, dann ist das eben so. Das ist ihr ganz persönlicher Entwicklungsprozess.

    SIE muss das schaffen, um später stolz auf sich sein zu können und auf den eigenen Erfolg aufbauen zu können. Sie zu entmündigen hilft überhaupt nicht und macht es nur schlimmer.


    Und, wie schon geschrieben: SSV ist nur ein Symptom für ein inneres Leiden, eine emotionale Verarbeitungsstörung, das/die man sehr gut angehen kann. Das macht sie bestimmt auch.


    LG