Fühle mich wie eine Dauerversagerin ...

    (Urspr. Titel: "Alles Mist ")




    Hallo


    Vor ein paar Wochen wurde bei mir Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert. Ich habe nun gelesen, dass diese Krankheit Depressionen verursacht, die ich sehr deutlich spüre.


    Die negativen Gedanken kommen aber nicht daher, ich kann sie wohl eher seit dem nicht mehr verdrängen.


    Wenn ich so darüber nachdenke, ist mein ganzes Leben eine einzige Katastrophe und ich war schon immer ein sehr unglücklicher Mensch, der Probleme mit anderen Menschen hatte.


    Ich weiß auch nicht. Schon im Kindergarten war da irgendwie eine Wand zwischen mir und anderen Kindern. Ich hatte einen guten Freund, der dann einen Unfall hatte und jahrelang im Koma lag.


    In der Grundschule wurde ich ziemlich übergewichtig, weshalb ich deutlich gemobbt wurde. Ich war auch in Therapie. Meine Mutter kann mir heute noch nicht wirklich sagen, warum eigentlich. Sie sagt irgendetwas von Konzentrationsproblemen. Ich denke, soviel hat sie verstanden. Ich glaube aber, dass da irgendwie noch etwas anderes war. Es wurden Intelligenztests gemacht, die alle überdurchschittlich war. Trotzdem kam ich auf die Hauptschule. Das war schon ziemlich doof. Ich wurde noch dicker und noch häufiger gemobbt, bis ich mit 16 gut 100 Kilo wog. Angespuckt, geschlagen, getreten zu werden war Tagesordnung. (Zuhause durch meinen bruder, wie durch andere Mitschüler).


    Meine Oma starb, die für mich wie eine 2. Mutter war. Danach verfiel ich dann in die Magersucht und wog mit 18 nur noch 37 Kilo. Wieder Therapie und stationären Aufenthalt. Nebenbei, ironischerweise half die Magersucht gegen das Mobbing. Meine Stellung in der Klasse verbesserte sich leider radikal.


    Mit 19 dann Abitur. Das erste Studium bedeutete Auszug von zuhause. Anschluss im Wohnheim war schwierig, ich fand keinen so richtigen Kontakt zu den anderen Studenten, hatte aber sehr gute Freunde zuhause. Also Studium geschmissen und zweites Studium begonnen. Diesmal mit meinen Freunden, was die Sache bedeutend einfacher machte.


    Immer wieder aber entäuschende Männerbeziehungen. Und Bulimie...


    Mit 22 dann das erste mal ungewollt Schwanger. Große Angst, aber ich wollte es versuchen. Problemschwangerschaft, Blutungen, ich lag im Krankenhaus, durfte mich nicht bewegen und am Ende verlor ich den Jungen dann doch :o( Musste das Kind beerdigen. Von dem Geld, dass ich für die Babyausstattung gespart hatte :o(


    Ich war dauertraurig und wollte das unbedingt abstellen. Also wieder Männergeschichten. Mit 23 das nächste mal schwanger. Riesen Ärger mit meinen Eltern. Ich weiß ja, dass das meine Schuld war, aber irgendwie war ich in der Zeit zu verzweifelt um normal zu denken. Der Vater des Kindes sagte, dass ihm das egal sei und mein Problem. Er stritt die vaterschaft ab und drohte mir mit dem Gericht. Ich bekam das Baby. Das ist der einzig positive Punkt in meinem Leben. Mein Sohn ist jetzt 15 und war immer ein fröhliches, ausgeglichenes Kind dass gut in der Schule zurechtkommt. Er ist so ganz anders als ich und hat auch nicht meine dauertraurige, gereizte, genervte Art. Das Studium lag eine Weile auf Eis, weil ich durch die ewigen Gerichtsprozesse usw sehr belastet war. Geld war dementsprechend auch nie da, weil man mir immer sagte, dass mein Fall gesetzlich einfach nicht vorgesehen ist.


    Ich bin immer irgendwie gereizt, kann nie so geduldig sein wie ich möchte und wirke oft arrogant. Ich mag Menschen, ich kann Menschen auch gut verstehen (habe mal überlegt, ob ich Autistin bin) ... aber irgendwie bin ich trotzdem anders und ich schaffe es nie fröhlich zu sein. Mit Männern waren es meist Sex Beziehungen. Beruflich (Vollzeit) bin ich aber auch recht ausgelastet, ich weiß gar nicht, wo ich da die Zeit hernehmen sollte jemanden kennenzulernen, da ich ja auch Zeit für mein Kind haben will.


    Jedenfalls merke ich, dass aktuell ständig immer wieder die Gedanken an alles was nicht klappt hochkommt. Ich denke an die beiden toten Omas (beide haben sehr gelitten), mein totes Baby, wie schlimm es war als mein Kind klein war und wir so bettelarm waren und ich gegen jeden (vor allem seinen Vater) kämpfen musste, um irgendwie zurecht zu kommen.


    Und langsam ist einfach die Kraft weg. Mein Leben besteht aus Arbeit und Kind, ich selbst bin überhaupt nicht mehr da. Seit jahren. Das ist mir sehr peinlich, weil ich die Arbeit eigentlich mag und dieses Kind der einzige Sonnenschein in meinem Leben ist. Ich habe auch große Angst, dass ich ihn damit belaste. Er soll alles haben, was andere Kinder auch haben. Dazu zählt natürlich auch Freiheit. Ich weiß auch nicht, im Moment fühle ich mich wieder als Dauerversagerin, weil ich nun auch auf der Arbeit immr genervter wirke usw... Zumal ich auch nie irgendwo mitmachen will, weil ich einfach zeitlich komplett überlastet bin. Und ich bin so neidisch auf die Kolleginnen, die zuhause einen Mann haben der für sie Geld verdient, weshalb sie auch nur halbsoviel arbeiten müssen. Es ist ja nicht ihre Schuld, das weiß ich ja, aber trotzdem hadere ich immer wieder damit, so in der Falle zu sitzen.


    Ich würde eigentlich wieder gerne eine Therapie machen. Aber ich habe ja schon jetzt eine 50h - 60h Woche und nie Zeit. Das ist alles Mist und wirkt immer auswegloser.

  • 11 Antworten

    Also ich finde ja,dass du mächtig stolz auf dich sein kannst.Logisch,dass hilft dir bei deinen Gedanken jetzt nicht sonderlich,aber ich finde, du hast in deinem Leben schon viel ausgehalten und geschafft, das ist doch super @:)


    Kannst du denn nicht versuchen, dich an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen? :)*

    Zitat

    Ich würde eigentlich wieder gerne eine Therapie machen. Aber ich habe ja schon jetzt eine 50h - 60h Woche und nie Zeit. Das ist alles Mist und wirkt immer auswegloser.

    ach das geht schon.Lass dich krankschreiben und mach eine Therapie :)_


    Gesundheit geht immer vor @:) @:) ich wünsche dir alles Gute

    Hallo, dein Nick lautet ich irgendwann?


    Was soll denn irgendwann sein?


    Solltest du eine Therapie machen, so muss dich dein Arbeitgeber für die Therapiestunden freistellen.


    Die dienen ja unter anderem dazu deine Arbeitsfähigkeit zu erhalten und nicht vollends unterzugehen.

    Ist denn festgestellt worden, wer der Vater deines Kindes ist?


    Dazu bedarf es doch nicht unendlicher Gerichtsprozesse.


    Peinlich muss dir gar nichts sein.

    Das irgendwann liegt daran, weil ich nicht sagen will, wie alt ich bin und alle anderen Nicks belegt waren :o)


    Das Problem ist ja, dass ich in einem sozialen Beruf arbeite und es mir super peinlich ist zuzugeben, dass ich selbst Hilfe brauche. Aber sinnvoll wäre es schon

    Ja klar ist die Vaterschaft festgestellt. Aber er ist selbst Anwalt und findet immer wieder Ausreden, wieso er keinen Unterhalt zahlen soll und noch dazu wollte er MICH verklagen, weil ich nicht abgetrieben habe. Und jetzt eben wieder wegen tausend anderer Sachen, weil ich ja daran Schuld bin, dass er praktisch von Sozialhilfe lebt (wobei er das dreifache von mir bekommt, auch wieder ein Prozess, wo das Jugendamt Einsicht in sein Gehalt forderte...)

    wie wäre es denn,wenn du dich auch mal anwaltschaftlich beraten lässt?Er ist Anwalt und lebt von Sozialhilfe?

    Zitat

    weil ich nicht sagen will, wie alt ich bin

    Öh. Du bist mit 23 schwanger geworden, das Kind ist mittlerweile 15 und in deinem Profil steht dein Geburtsjahr. Was ist jetzt da das Geheimnis?

    Hallo


    Ja, naja... nachzurechnen ist besser, als zu seinem Alter stehen zu müssen :o)


    Natürlich kriegt der Vater keine Sozialhilfe. Er hat es eben behauptet in der Hoffnung, dass ich vor lauter Mitleid dann keinen Unterhalt mehr will. Er hat ja auch behauptet, dass er mich strafrechtlich belangen will, weil ich nicht abgetrieben habe. Behaupten kann man viel und er ist sehr kreativ. Eigentlich ja klar, dass das quatsch ist. Trotzdem gibt es dadurch immer wieder Ärger.


    LG


    Ich Irgendwann

    Und das Ganze mit dem Unterhalt zieht sich jetzt seit fast 15 Jahren hin?


    Was sagt denn das Jugendamt dazu? Die zahlen doch sicher Unterhaltsvorschuss?

    Er will dich belangen, weil du nicht abgetrieben hast?


    Der Mann ist ein Schaumschläger erster Güte.


    Der Staat müsste eher ihn verklagen.weil er zu doof war ein Kondom zu benutzen


    und dann Staat dadurch horrende Kosten verursacht hat.

    Hallo


    Nachdem Vaterschaftstesten, JA Terminen, Gerichtsterminen usw. zahlte er dann doch Unterhalt (da war mein Sohn so 2,5). In regelmäßigen Abständen fallen ihm aber immer wieder Gründe ein es einfach zu "vergessen" oder, dass ich ihn ja ruiniere. Ich suche jetzt schon nach einem Anwalt denn ich gehe davon aus, dass er es sofort wieder "vergisst", sobald mein Sohn 18 wird.


    Vor dem JA hat er wenigstens ein bisschen Respekt. Es ist einfach nur eine Lachnummer, was da schon alles gelaufen ist. Trotzdem heißt es, dass ich immer wieder keinen Unterhalt bekam. Das JA hat ihm dann mehrfach auf die Finger geklopft und zeigt ihm Gerichtsurteile. Er legt Einspruch ein (3 Wochen später) usw. Deshalb auch kein Vorschuss, denn es ist ja ein vollstreckbarer Titel da. Er lässt sich nur wochen Zeit Briefe zu lesen und zu beantworten. laut JA geht es ja nicht ans Telefon und seine email rückt er nicht raus...


    Am Ende muss er es dann immer doch zahlen. Nur... ich verdiene eben nicht so viel und wenn er es mal wieder 2-3 Monate "vergisst", bin ich wieder finanziell auf die Hilfe meiner Eltern angewiesen. Die helfen zwar, aber das ist natürlich super unangenehm und einfach nur unfair, weil ich den ganzen Ärger habe und er noch nicht einen einzigen Finger für den Jungen krumm gemacht hat.


    LG


    Ich