Führerscheinangst überwinden!

    Hey ihr Lieben,

    nun wollte ich mir seit langem auch mal wieder die Seele vom Leib reden. Ich bin 27 und habe vor kurzem (vor 3 Monaten) meinen Führerschein angefangen. Anfangs war noch alles super, bis es dann anfing im Fahrschulunterricht, dass der Lehrer ständig gefragt hat. Ich weiß, so ist das nun mal, würden jetzt viele sagen, aber ich habe mich doch nun freiwillig da angemeldet und mache das alles freiwillig mit. Ich habe es schon immer gehasst, selbst in der Schule habe ich mich schwer getan. Aus Angst was falsches zu sagen, habe ich dann entweder nix gesagt oder wirklich nur ein Wort raus gebracht und das war mir wahnsinnig peinlich. Mein Freund kam auf die wunderbare Idee, beides zeitlich zu machen, also Theorie und Praxis. Eine schlechte Idee. Mir steigt einfach alles zu Kopf. Ich habe Arbeit, dann muss ich mich auf die Theorie und das Fahren konzentrieren. Und das Fahren ist momentan alles andere, als ein Zuckerschlecken. Dass es nicht leicht wird, habe ich mir schon im Vorraus gedacht. Nur bin ich momentan mit meiner Motivation so weit unten, dass ich überlege, abzubrechen. Ich denke zu pessimistisch, direkt, wenn etwas nicht gleich so funktioniert, wie ich es möchte. Ich denke, ich brauche zu lange, länger als andere, bin überfordert mit der Situation. Und sobald ich so pessimistisch denke, geht alles schief, was nur schief laufen kann. Letztes Mal habe ich im Auto fast los geweint und zuhause habe ich dann alles raus gelassen. Ich WILL den Führerschein, aber momentan denke ich, ich packe es nicht, das ist nichts für mich. Ich habe seit dem letzten Mal noch mehr Angst, als davor. Letztens sagte der Fahrlehrer zu mir, dass ich einfach zu nervös bin und fragte mich, ob meine Mutter den Führerschein hat. Da meinte ich:Nein, weil sie sich das von Anfang an nicht zugetraut hat und so nervös war. Da meinte er zu mir, wieso ich dann den Führerschein mache. Seitdem ist bei mir ganz vorbei und ich frage mich grad, ob das alles so richtig war. Habt ihr Tipps, wie ich irgendwie lockerer an die Situation rangehe?

  • 115 Antworten

    Was hat denn der Lehrer ständig gefragt?


    Und wieso willst du den Führerschein machen? Ich empfinde diese Frage überhaupt nicht als demotivierend, wie kommt du darauf, dass das böse gemeint war, sodass du alles hinschmeissen möchtest?


    Wenn du zB den Führerschein machen möchtest, weil du dann einen kürzeren Arbeitsweg hättest, kannst du genau DAS als Motivation nehmen und dir wieder vor Augen führen. Ich denke dein Fahrlehrer wollte dir nur helfen, die Motivation wieder zu finden.


    Es ist doch egal, wie lange du hast, hauptsach du hasts dann mal geschafft. Danach fragt niemand mehr, wie lange du hattest.


    Vielleicht hilft es dir, wenn du dir sagst, dass du zuerst die Theorie abschliesst und danach dich dem Fahren widmest.

    Ich demotiviere mich so schnell damit, wenn was nicht funktioniert. Wenn das Fahren zum Beispiel blöd war. Ich bin generell immer sofort am negativ denken, anstatt einfach mal positiv zu denken. Ich bin schnell überfordert, grad im Straßenverkehr, wenn so viel auf einmal kommt. Dazu kommt, dass ich 5 verschiedene Fahrlehrer hatte bisher und ich das schon mal angesprochen hatte, dass ich lieber nur mit 1-2 fahre, aber die würden sich absprechen und das würde anders wohl nicht funktionieren. Der eine meckert (mit sowas kann ich ganz schlecht umgehen), der andere ist nett, einfühlsam und geht darauf ein. Ich weiß nie mit welchem Fahrlehrer ich fahre. Für mich ist das sowieso schon immer ne ganz schön große Hürde. Ich bin jedes Mal so schweißgebadet, wenn ich gefahren bin. Ich kann einfach nie richtig entspannen, ich bin immer sehr angespannt.

    Leidest du eventuell unter einer leichten sozialen Phobie?

    Ich kann dir nur sagen halte durch, wenn du den "Lappen" erst mal hast bist du stolz wie Bolle.

    Wenn du abbrichst wirst du es eventuell später mal bereuen.

    Wer ländlich wohnt ist mit Führerschein einfach besser dran.

    Ich selbst wohne ländlich und erlebe es immer wieder dass Leute ohne Führerschein einfach schlechter dran sind.

    Plüschbiest nein eigentlich absolut nicht. Ich habe in meinem Beruf jeden Tag mit Menschen zu tun und das kann ich auch gut komischerweise. Ich kann mich auch gut mit den Leuten aus der Fahrschule unterhalten. Nur traue ich mir nicht immer so viel zu. Wenn ich es dann habe, ists auch nicht so schlimm. Doch alles was davor ist, ist ne wahnsinnige Überwindung. Sobald was nicht klappt, werde ich wahnsinnig nervös. Oder eben, wenn Menschen mich was vor so vielen Leuten fragen. Das kann ich auch nicht gut.

    Zitat

    Dazu kommt, dass ich 5 verschiedene Fahrlehrer hatte bisher und ich das schon mal angesprochen hatte, dass ich lieber nur mit 1-2 fahre, aber die würden sich absprechen und das würde anders wohl nicht funktionieren.

    Da könnte auch das Problem liegen, da du dich an 5 verschiedene Fahrlehrer gewöhnen musst. Es wäre besser, wenn du nur einen hättest, dem du vertrauen könntest. Wenn es in dieser Fahrschule nicht anders geht, dann wechsele doch in eine andere. Wenn du Vertrauen zu einem Fahrlehrer hast, wirst du auch automatisch ruhiger.

    Plüschbiest ja ich habe denen das schon mal gesagt. Der Lehrer meinte halt, ich solle mich nicht schlechter machen als ich bin und nicht immer so negativ denken. Meinte auch dass mir das schwer fällt. Naja er ist auch kein Psychologe, er hat dazu dann gar nix mehr gesagt. Der Chef ist auch nen blödes Aloch... Bei dem denkst du eh schon, dass er denkt du bist blöd. Macht ständig Blondinenwitze, ist iwie nicht immer ganz so nett.

    Schmetterling42

    Das habe ich mir auch schon überlegt, aber dann muss ich auch wohl wieder neu bezahlen und von neuem anfangen, grad mit den Fahrstunden, da habe ich schon viel Geld rein investiert. :( einfach nur doof. Ich habe mich da angemeldet, weil es mit der Arbeit passt, es in meiner Nähe ist und mir ne Freundin die empfohlen hat. Aber ehrlich gesagt, bin ich nicht so sehr begeistert. Hätte ich das vorher gewusst mit 5 verschiedenen Fahrlehrern,hätte ich da auch nicht angefangen.

    Zitat

    aber dann muss ich auch wohl wieder neu bezahlen und von neuem anfangen, grad mit den Fahrstunden, da habe ich schon viel Geld rein investiert.

    Du bezahlst dann nur die Fahrstunden, die du tatsächlich in Anspruch nimmst. Da musst du nicht von vorne anfangen - du machst dann dort weiter, wo du in der ersten Fahrschule aufgehört hast.


    Zitat

    Ich habe mich da angemeldet, weil es mit der Arbeit passt, es in meiner Nähe ist und mir ne Freundin die empfohlen hat.

    Auch wenn diese Fahrschule von der Entfernung her günstiger für dich ist, würde ich mir überlegen, ob es nicht besser wäre, eine Fahrschule zu finden, in der du dich wohl fühlst. Auch wenn du dafür einen längeren Anfahrtsweg hast.


    Zitat

    Aber ehrlich gesagt, bin ich nicht so sehr begeistert. Hätte ich das vorher gewusst mit 5 verschiedenen Fahrlehrern,hätte ich da auch nicht angefangen


    Es ist nicht zu spät, um zu wechseln! Es ist wichtiger, dass du dich in der Fahrschule wohl fühlst, auch wenn du dafür einen längeren Anfahrtsweg hast.

    Vielen Dank ihr Lieben, ich werde mich mal schlau machen. Aber wie bringe ich sowas dem Fahrlehrer bei, bei dem ich angefangen habe? Das ist auch wieder ein Punkt, der mir sicher nicht leicht fällt. :/

    Zitat

    Aber wie bringe ich sowas dem Fahrlehrer bei, bei dem ich angefangen habe?

    Du bist ihm keine Rechenschaft schuldig, aber wenn er dich bei der Abmeldung fragt, kannst du ja ehrlich sagen, dass du mit 5 verschiedenen Fahrlehrern nicht klar kommst und es in der anderen Fahrschule nur einen oder höchstens zwei Fahrlehrer gibt und du damit besser klar kommst. Du wirst nicht die Einzige Fahrschülerin sein, die die Fahrschule wechselt - daran wird sich dein Fahrlehrer gewöhnt haben.

    Sag es ihm, wie es ist. "Mir fällt das alles hier sehr schwer, dass hast du ja sicherlich schon gemerkt. Mir würde es sehr helfen, nur bei einem Fahrlehrer zu haben. Da ihr das hier nicht anbieten könnt, möchte ich gern die Fahrschule wechseln." Wenn sie merken, wie ernst es dir ist, vermute ich aber mal, dass sie dir dann einen festen Fahrlehrer geben können. Es wird sicher länger dauern, als wenn du da flexibel bist, aber das scheint ja kein Problem bei dir zu sein.

    Lass dir Zeit und nimm den Druck raus. Wirklich teuer wird es, wenn du die Prüfung wiederholt versaust, weil du dich nicht sicher fühlst, und nicht, weil du am Anfang mal die Fahrschule gewechselt hast.

    Ich kenne einige, die die Fahrschule gewechselt haben...Das ist kein "Problem".


    Ist ungefähr so, als würdest du den Hausarzt wechseln, weil dein alter dir nicht mehr gefällt. Du bist ein Kunde, kein liebgewonnenes Maskottchen, dass man dann verliert.

    Und mach dir nicht zu viel Kopf, manche brauchen mehr Stunden, manche brauchen weniger, manchen fällt das Einparken schwer, andre wiederrum brauchen ne Weile das mit dem Anfahren hinzubekommen.


    In meiner ersten Fahrstunde bin ich mit 30 auf der Landstraße rumgegondelt, weil ich Angst hatte. Mich hat ein LKW überholt, fast sogar ein Rennradfahrer...

    So what, ich brauchte die Zeit. Ich musste langsam anfangen und trotz, dass ich meine Prüfung fast in den Sand gesetzt hab, fahr ich heute richtig gut. Nach meiner Prüfung hab ich mich geweigert zu fahren, so viel Angst hatte ich, weil die Prüfung so mies gelaufen ist, aber ich habs wieder versucht. Langsam und stetig. Heute ist das Autofahren schon ziemlich automatisch...
    Manchmal frage ich mich, wie ich von Arbeit nach Hause gefahren bin, obwohl ich sicher fahre und alle Schulterblicke und sonstwas mache... es ist automatisiert.