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    Geburt lässt mich nicht los

    Hallo


    ich weiss nicht ob ich im richtigen Unterforum bin, wenn nicht dann bitte verschieben.

    Es geht darum, dass es bei der Geburt meiner 6 Monate alten Tochter zu heftigen Komplikationen kam, welche für mich lebensbedrohlich waren.


    Es ist zum Glück alles gut gegangen und wir sind unendlich dankbar und glücklich mit unserer Tochter. Sie ist ein absolutes Wunschkind.


    Eigentlich dachte ich, dass ich mit der Geburt abgeschlossen hätte, aber in den letzten Wochen grübel ich doch wieder viel drüber nach und kann nicht abschliessen.


    ging es wem genauso? Was hat euch geholfen damit abzuschliessen?

  • 51 Antworten
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    Mir ging es auch so. Die Geburt meiner Tochter war alles andere als schön. Ich dachte am Anfang, dass ich das recht gut wegstecke, aber irgendwann holt es einen ein.
    Mir hat es sehr geholfen darüber zu reden und ganz wichtig waren für mich die kompletten Unterlagen aus der Klinik, damit ich nachvollziehen konnte, was da passiert ist. Ich gehe offen mit dem Geschehenen um und auch wenn es meinen Mann manchmal ein bissl genervt hat, hab ich ihn auch öfters ausgefragt, um das für mich zu ordnen.


    Zeitweise hatte ich über professionelle Hilfe nachgedacht, auch wegen der Schwangerschaft an sich. Da ging ja auch einiges schief und mit Panik wollte ich nicht in eine neue Schwangerschaft, aber das hat sich dann irgendwann gelegt.


    Hast du eine Hebamme? Sie sind sind auch bei sowas tolle Ansprechpartner.

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    Mir hat ein Gespräch mit meiner Hebamme geholfen, um die Geburt meines Sohnes zu verarbeiten (endete im Notkaiserschnitt). Davor hatte ich den Geburtsbericht bei der Klinik angefordert und wir sind den dann gemeinsam durchgegangen.

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    Danke für eure Antworten@:)


    mein Umfeld weiss zwar schon, dass die Geburt nicht komplikationslos verlaufen ist, aber es wird fast damit „abgetan“ zum Glück ist alles gut gegangen und wir haben jetzt eine gesunde Tochter.


    Fehler von Seiten des Krankenhauses sind nicht passiert.

    Ich hatte wegen viel zu hohem Blutdruck eine PDA, welche aber leider bei den Presswehen komplett versagt hat. Somit habe ich die Presswehen bin jetzt auf gleich volle Kanne gespürt.

    Das hat mich dann in dem Moment recht überfordert und ich hatte dann wie Angst bis zum Ende zu pressen.

    Durch dumme und (ungeplante) Zufälle waren dann bei den Presswehen mehrere Hebammen und Ärzte anwesend, was mir den Eindruck vermittelt hat, dass ich irgendwas falsch mach und irgendwas nicht gut war. Vom Klinik Team war das jedoch absolut keine böse Absicht und während den Presswehen war auch noch alles in Ordnung.

    Meine Tochter hatte bei der Geburt schon einen grossen Kopf.
    Als meine Tochter nach knapp 3 Stunden Presswehen endlich da war, war ich zunächst total überwältigt.


    aber ich hab schnell gemerkt, dass was nicht in Ordnung ist. Die Plazenta wollte nicht kommen. Die Hebammen haben verschiedene Sachen probiert aber es hat nichts geholfen. Plötzlich hat es wie verrückt angefangen zu bluten, so dass ich binnen 5 Minuten im OP und unter Narkose war. Die Hebamme sass auf dem Weg zum OP kniend auf meinem Bett und hat versucht die Blutung zu stoppen.

    Ich hab insgesamt 2 l Blut verloren und war in akuter Lebensgefahr.

    Während der op hatte mein Mann unsere Tochter auf dem Arm. Unsere Tochter kam um 12.30 Uhr auf die Welt, um 13 Uhr war ich im OP und erst gegen 17.30 durfte ich dann meine Tochter sehen. Im aufwachraum durfte ich dann endlich mit meiner Tochter kuscheln.


    ich hatte immer während der Schwangerschaft Angst, dass was mit meiner Tochter nicht in Ordnung ist, aber ich hatte nie auf dem Schirm, dass mit mir auch was passieren könnte.

    Wir hatten mit der Hebamme, welche bei der Geburt dabei war ein Geburtsnachgespräch, damit ich überhaupt erfahren habe was alles passiert ist. Das hat mir auch zunächst geholfen, aber irgendwie kommt alles wieder hoch.


    irgendwie fehlt mir immer mehr diese allererste kennenlern und Kuschelzeit nach der Geburt :-/

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    Huhu Rotschopf,


    tut mir leid, dass es so gelaufen ist. Ich glaube dass es ganz normal ist, dass dich dieser Ausnahme-Zustand beschäftigt. Leider werden traumatische Geburtserlebnisse immernoch oftmals abgetan bzw. nicht in ihrer Gänze verstanden. Ich würde auch Rücksprache mit der Hebamme halten und eventuell auch therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

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    Die Nachsorge mit meiner Hebamme ist längst abgeschlossen.


    Ich wüsste eigentlich auch gar nicht so ganz genau was ich von ihr erwarten würde bzw. Was ich brauch. Diese ersten Momente mit meiner Tochter wird mir niemand wiederbringen können

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    Hallo Rotschopf,


    Ich kann dich absolut verstehen.

    Meine Tochter kam per Notsectio auf Die Welt. Meine Mutter nahm sie in Empfang, als ich aus der Narkose erwachte habe ich sie nicht gesehen, blutete sehr stark weil die Nachgeburt sich nicht richtig löste, verlor 2,5Liter Blut und musste wieder in Narkose für eine Kürretage.


    Die erste OP war um 0:30 Uhr, dann folgte eine gefühlte Ewigkeit Schmerzen, wann die zweite OP war weiß ich nicht mehr. Erst am Mittag habe ich meine Tochter das erste Mal gesehen.... da hatte meine Mutter schon per WhatsApp Bilder an alle gesendet. Ich war also die letzte, die das Baby sah....


    Das plagt mich alles heute noch, in meinem Gedächtnis fehlen Abschnitte. Ich habe die Unterlagen aus dem Krankenhaus angefordert aber es dauerte ewig...

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    Ich glaube, es wäre ganz gut, wenn Geburten insgesamt ("gesellschaftlich") sachlicher betrachtet werden würden. Das ist so aufgeladen und überfrachtet mit kosmischen Augenblicken, sauber getaktetem Bonding, wennduerstdeinkindimarmhältst, aber in Wirklichkeit ist es eine blutige Angelegenheit, die super laufen, aber auch schiefgehen kann. Ich wünschte, die Leute würden aufhören, immer eimerweise Pastellfarben drüberzukippen. Für viele Frauen ist die Geburt ein ziemlicher Schock, zumindest aber ein neben aller eventuellen Beglückung auch durchaus erschreckendes Erlebnis, und ich wünschte, dafür wäre auf unkomplizierte Weise mehr Raum da. Gerade dafür, dass es beides sein kann und darf.

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    Mir tut es sehr leid, dass du so viel durch machen musstest :°_

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    Ich hab mit meinem Notkaiserschnitt zwar auch etwas gehadert, aber ich versteh dass dich diese dramatischen Ereignisse noch belasten. ich würde nochmals auf die Hebamme zukommen - eventuell mit Geburtsbericht alles nochmal durchgehen und vielleicht willst du ja auch ein Heilbad versuchen um diese erste Bondingzeit nochmal nachzuerleben.

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    Ich weiss auch nicht ob ich mich nicht einfach auch etwas anstelle.


    Keine Geburt läuft „nach Plan“ :-/


    was ist ein Heilbad ?

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    XxRotschopfxX schrieb:

    Ich weiss auch nicht ob ich mich nicht einfach auch etwas anstelle.


    Keine Geburt läuft „nach Plan“ :-/


    was ist ein Heilbad ?

    Ich hatte nach gut 2 Jahren auch gut abgeschlossen mit meinem Notkaiserschnitt - aber mit der 2. Schwangerschaft wars mir doch auch wieder wichtig das durchzugehen und mir zu überlegen was ich diesmal nicht möchte. Also ich denk es lohnt sich immer das aufzuarbeiten ...


    Es gibt Hebammen die bieten ein Heilbad an. Dabei wird quasi in der Badewanne gebondet und ein bisschen die Geburt "Nachgespielt". ich kanns nicht gut erklären weil ich es nicht gemacht habe - ich war einfach so ganz viel nackt mit meiner Maus im Bett in den ersten Wochen . Aber es soll wohl heilend sein, diesen Moment nochmal schön nachzuerleben.