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    Natürlich ist es leichter und schöner, wenn man Trost bekommt. Bekommt man ihn nicht, hilft nur, sich selbst Korsettstangen einzuziehen und vielleicht auch mal wieder etwas so wie Stolz zu entwickeln und zu sagen: Ich lauf euch doch nicht hinterher! Wenn ihr meint, mir nicht beistehen zu müssen, dann bleibt weg.

    Ich glaube diese Haltung man sich nur leisten wem man nicht darauf angewiesen ist, dass andere zu einem stehen..

    Im Gegenteil. Diese Haltung nimmt man ein, wenn man merkt, dass man eben nicht in einem Umfeld ist, wo es Trost gibt. Es gibt doch nur die zwei Möglichkeiten: Anfangen, etwas wie Stolz zu entwickeln und sich gerade zu machen oder vor lauter Bedürftigkeit das letzte bisschen Stolz wegzuwerfen und bestenfalls etwas wie Mitleid zu bekommen von Leuten, denen man zur Last fällt, weil eben nicht die nötige Bindung da ist.

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    Genau so war es aber! Und etwas anderes wahrzunehmen ging einen nicht..nenn es Lebenskrise, in der alles mögliche gleichzeitig weggebrochen ist oder Depression, es ging nicht etwas positives wahrzunehmen! Zumal auch nichts positives greifbar war, was ich hätte wahrnehmen können. Und jetzt wäre es vielleicht da, ich kann es aber kaum fühlen :/ sicherlich meiner Depression mit geschuldet. Es fühlt sich dumpf bis tot an wenn ich mich freuen möchte... Und das heißt nicht, dass ich es nicht will!

    Schau mal, Du machst doch eine Therapie, damit arbeitest Du daran. Bekommst Du Medikamente, die aufhellend wirken? Bei Dir ist vieles zusammengekommen zu einem blöden Zeitpunkt, dann rutscht man in eine Lebenskrise. Aber damit bist Du nicht allein, das geht vielen so, sonst wäre es ja keine Lebenskrise sondern nur ein kurzer Ärger.

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    Also: Was kannst Du tun?

    Das frage ich mich auch. Ich bin schon dabei mich sehr zu aktivieren...So sehr, dass ich mich oft überlaste, vor allem seelisch, weil ich leider dazu neige mich zu sehr unter Leistungsdruck zu stellen.

    Das ist leider keine Antwort. Was tust Du aktiv um Deine Situation zu ändern? Wo setzt Du an? Was hast Du angefangen zu ändern, damit sich etwas am großen Ganzen ändert?


    Es ist tatsächlich so, dass Du die Kraft für Dein Leben aus Dir selbst schöpfen musst. Das kann man lernen. Menschen, die zu bedürftig sind und sich an andere hängen, verschrecken sie häufig. Lerne, dass der Großteil Deiner Energie von Dir selbst produziert werden muß, das geht z.B. über schöne Erlebnisse, über eine Aufgabe oder ein Projekt, über konkrete Ziele, die man sich setzt und auf die man hin arbeitet und wo sich nach und nach Erfolge einstellen. Man bekommt auch von anderen Menschen hier und dort etwas "Energie" geschenkt, aber das ist ein Zubrot und nichts, wovon man sich abhängig machen sollte.


    Ich habe heute bei einem Discounter mitbekommen, dass eine ältere Frau vom Kassierer beschuldigt wurde, etwas getan zu haben, ich weiß nicht was, eventuell etwas kaputtgemacht zu haben. Kaum stand die Anschuldigung im Raum, sah ich die Frau förmlich innerlich zusammenbrechen, sie war völlig neben der Spur, brachte kaum einen Ton heraus, sagte im Flüsterton, dass sie gar nicht wisse, was er meine, er hat dann gesagt, es könnte sein, dass er sich verguckt habe und wenn das so wäre, dann täte es ihm leid. Als ich den Laden verließ, saß die Frau zusammengesunken auf der Seitenbank, wo man einpacken kann. Beim Verlassen des Ladens sah es dann aus, als würde sie weinen, keinen hat es interessiert. Ich hab meinen Kram ins Auto gepackt und bin wieder in den Laden, an der Kasse vorbei und habe sie angesprochen. Sie weinte wirklich still vor sich hin, sie war völlig aufgelöst, weil sie sich keiner Schuld bewusst war. Ich bin mit ihr vor den Laden und habe sie so gut es ging getröstet, ihr kamen immer wieder die Tränen und sie meinte irgendwann, mit mir könne sie sich bestimmt noch zwei Stunden unterhalten. Das habe ich aber abgelehnt, weil es zu spüren war, dass sie noch sehr viel mehr Kummer gehabt haben dürfte und dieser Zwischenfall einfach nur das Faß zum Überlaufen gebracht hat. - Damit will ich sagen, dass es eigentlich immer Menschen gibt, die hilfsbereit sind und einem ein Stück weit helfen, aber man darf sie nicht überstrapazieren.


    Du bist noch recht jung, daher kannst Du noch ganz viele Dinge zurechtrücken, so, dass Du damit gut zurechtkommst. Du machst, wie gesagt, eine Therapie, Du hast aus Deiner Kindheit so manche Last zu tragen, aber Du bist damit nicht allein, und ich bin sicher, dass Du es schaffst Dich so einzurichten, dass Du ein zufriedenes Leben führen kannst. Wichtig ist, dass Du aufhörst, Dich auf die lieblose Umwelt zu konzentrieren und für Deinen Kummer oder das Nicht-Enden-Wollen Deines Kummers verantwortlich zu machen. In erster Linie liegt es in Deinen Händen, Dein Leben so zu gestalten, wie Du es kannst, und das ist ein Riesenvorteil, denn sich selbst kann man ändern, andere nicht.

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    denn sich selbst kann man ändern, andere nicht.

    Ich muss das kurz kommentieren...


    Das gehört echt zum Standard-Repertoire eines jeden Therapeuten oder? :=o;-D;-)


    Meiner sagte mir das auch und am Anfang wusste ich damit echt so garnichts anzufangen...Ich stand da wie ne Kuh vorm geschlossenen Tor...klar macht Sinn, aber...wie setze ich das jetzt um?


    Das brauch Zeit sowas liebe TE. Zeit zu merken, was einem gut tut, woraus man Energie schöpft.


    Es muss kein leistungssport sein, oder irgendwelche großen Dinge bewirken.


    Ich gehe zum Kraft tanken oftmals auf Kinderspielplätze und setze mich in diese großen Korbschaukeln. Und dann schaukel ich, schaue in den Himmel, bin ruhig und gelassen, tanke Sonne oder genieße die kühle Luft.


    Was andre davon halten? Ist mir egal...ich mache das natürlich nur, wenn keine Kinder da sind...denn es ist ja eigentlich ihr Spielplatz.


    Oder ich puzzle 1000 Teile puzzle...Da hab ich ein ziel, was auch erreichbar ist mit der Zeit. Man sieht seinen täglichen Fortschritt. Wenn man fertig ist, denkt man sich "Woah ich hab das geschafft"


    Das mach ich...nur für mich...


    Ich habe auch angefangen Stricken zu lernen :=o


    Du sollst ja keine großprojekte schaffen...manchmal machens die Kleinigkeiten aus, die man sich selbst gut tut.

    Ob das zum Standardrepertoire gehört, weiß ich nicht, aber immerhin weiß ich, dass es stimmt. Ich finde es ehrlich gesagt sogar ermutigend. Weil es sehr viel einfacher ist, sich selbst zu ändern als an deren etwas zu ändern. Zum einen geht es nicht, zum anderen weiß man ja nicht, ob auf die Änderung Verlass ist oder man einem nur was vormacht etc pp. Bei sich selbst weiß man, woran man ist.


    Wie man es umsetzt? Man fängt an, etwas zu ändern. Es ist so, als ob man an einem Mechanismus das erste Rädchen etwas dreht. Man muß nicht mal viel tun. Einfach sich ein Ding herauspicken und es konsequent anders machen als bisher. Dann abwarten und schauen, ob sich etwas ändert. Meistens tut es das, wenn auch erst nur im Kleinen. Das Leben ist doch ein riesiges Gefüge, jede Änderung wirkt sich aus, und wenn sie von mir ausgeht, wirkt sie sich auch auf mich aus, weil ich da mit drin bin. Dann ändert man etwas anderes und schaut, was passiert. Der Punkt ist, dass man überhaupt etwas ändert. Man neigt dazu, ausgelatschte Pfade weiterzugehen, weil das eben so ist. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das bringt Vorteile, weil man nicht jedes Mal das Rad neu erfinden muss und die damit gesparte Energie für anderes verwenden kann, aber wenn es im Leben nicht so läuft, wie man möchte, dann ist es ein Nachteil, weil man immer nach derselben Leier tanzt und sich wundert, warum sich nichts ändert.

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    Oder ich puzzle 1000 Teile puzzle...Da hab ich ein ziel, was auch erreichbar ist mit der Zeit. Man sieht seinen täglichen Fortschritt. Wenn man fertig ist, denkt man sich "Woah ich hab das geschafft"


    Das mach ich...nur für mich...


    Ich habe auch angefangen Stricken zu lernen :=o

    Das Problem wird sein, dass die TE sicherlich nicht einfallslos ist was Hobbys angeht sondern dass ein Puzzle oder ein gestrickter Pullover keine zwischenmenschliche Zuwendung ersetzt. Daher habe ich geschrieben, dass Projekte, die einen mit anderen verbinden, einem helfen können, sowohl was für sich als auch was für andere zu tun. Und es ist ja nicht so, dass sie keinen Partner oder keine Freundinnen hat. Es ist einfach so, dass man mit einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur und Lebensgeschichte wie ein Gefäß ist, das ein paar Löcher hat, und es für manche Menschen überfordernd ist, ständig was reinzukippen, während es unten wieder herausfließt. Die Kunst ist, die Löcher zu stopfen mit etwas, was man selbst finden muss, und das ist sehr individuell.

    Hallo! Es hat länger gedauert nun, da ich sehr beschäftigt war ( Stress hatte).


    Danke für all eure Beiträge hier.. Zu der Frage, ob oder was ich so mache.. Ja ich mache viel für mich bzw versuche es.. Ich habe eine Therapie, versuche zu malen ( wenn ich nicht zu viel schmerzen in den Armen habe).. Melde mich regelmäßig bei all meinen Freundinnen.. Versuche mich zu betätigen wenn es irgendwie geht..


    Das mit dem Gefäß war leider anschaulich und gut erklärt. Ich spüre es selbst und kann es selbst kaum füllen, zumal zusätzlich aktuelle große Probleme das Gefäß leeren.. :-/ eine richtig konkrete Idee habe ich nicht.