Gefühl von erdrückender Sinnlosigkeit...

    Hallo,


    es ist schon lange her, dass ich hier Mal etwas geschrieben habe. Meine Erfahrungen haben aber ergeben, dass mir beim Letzten Mal der Austausch sehr viel geholfen hat. Rein die Tatsache Mal alles nieder zu schreiben, so wie die verschiedenen Meinungen dazu zu lesen, Damals hat es mich angeregt genauer nachzudenken, Dinge zu hinterfragen und meine Perspektive zu wechseln...

    Das habe ich bei meinem jetzigen Problem auch lange versucht, aber irgendwie krieg ichs nicht hin. Deswegen die Entscheidung Mal hier um Austausch zu bitten..


    Ich bin mittlerweile 28 Jahre alt. Ich bin seit 3 Jahren verheiratet, habe keine Kinder. Ich wohne mit meinem Mann in einer wunderschönen 3-Zimmer-Wohnung mitten in den Bergen. Ich habe 2 Katzen, die sehr anhänglich sind und mit denen ich immer kuscheln kann, wenn mir danach ist.


    Meine Ehe läuft gut, wir verstehen uns super, streiten kaum bis wenig, stehen immer hinter uns. Mein Mann ist eher ein Stubenhocker, vebringt viel Zeit zu Hause am PC, schraubt an dem wie wild herum und spielt auch gelegentlich etwas.Auch ich spiele Abends gerne Mal ein paar Runden mit ihm und wir haben gemeinsam Spaß dran. Sonst verbringt er auch gerne viel Zeit am Auto, an dem er auch schraubt und auch Mal auf Automessen usw. fährt, wo ich ihn begleite, weil ich diese Messen immer mega organisiert und aufregend finde.

    Im Job habe ich auch einigermaßen was erreicht, ich bin Teamleitung in einem großen Unternehmen und habe sogar etwas Einfluss dort. Ich mag meinen Job sehr und gehe jeden Tag gerne in die Arbeit. Der Verdienst ist auch nicht schlecht, ich kann mir defintiv einigen unnötigen "Luxus" leisten.

    Ich habe noch beide Eltern. Das Verhältnis zu meiner Mutter ist immer schon schwierig gewesen, sie erwartet viel von mir, kritisiert mich viel, ich kanns ihr so zu sagen nie recht machen. Mein Vater hingegen ist das Gegenteil. Er genießt unsere gemeinsame Zeit immer sehr und hilft mir, wenn ich etwas brauche.

    Ich habe Freunde und Hobbies, verbringe viel Zeit in der Natur, in den Bergen, bin einigermaßen gesund und fit.


    Dennoch lässt mich dieses erdrückende Gefühl der Sinnlosigkeit nicht los.

    Jeden Tag geht es schon damit los, dass ich nicht weiß wozu ich überhaupt aufstehen soll, ich könnte ja auch einfach liegen bleiben. Wäre nicht der Job, würde ich das vermutlich auch.

    Dann Feierabend, ich bin fix und fertig und schlafe erst Mal eine Runde. Wenn ich nicht müde bin, esse ich was, schau etwas fern, lese ein Buch oder unternehme etwas mit Freunden. Aber eigentlich würde ich am Liebsten schlafen und nicht mehr wach werden...

    Ich zwinge mich zu jeder Tätigkeit, weil ich weiß, dass wenn ich es nicht tu, ich niemals aus meinem Bett aufstehen werde und irgendwann durchdrehe.


    Ich leide seit einigen Jahren an Depressionen, nehme auch Medikamente dagegen ein.


    Wenn ich meine Eltern besuche habe ich ständig das Gefühl sie auf ganzer Linie enttäuscht zu haben. Mein Mann besucht sie nicht so gerne (aufgrund meiner sehr schwierigen Mutter). Deswegen komme ich meistens alleine. Ich habe noch keine Kinder und ich weiß, dass sie sich Enkel wünschen. Ja, aber ich will halt noch keine Kinder haben.

    Meine Mutter äußert dies ja jedesmal, wie furchtbar sie mein Leben findet, indem sie mich ja ständig kritisiert... "Das ist falsch" "Wie kann man nur so leben", "Du musst besser mit deinem Geld umgehen", "Fahr doch Mal in den Urlaub", "Nimm ab", "Kauf dir Mal schönere Klamotten", "Krieg endlich Kinder" blablabla...

    Mein Vater, wie vorher schon erwähnt, tut das nicht. Dennoch bilde ich mir ein einen stets enttäuschten und traurigen Blick in seinen Augen zu sehen....


    Mit meinem Mann ist es ganz anders, Gott sei Dank, er bestärkt mich, sagt mir jeden Tag was für eine tolle Ehefrau ich bin und wie gut es uns geht... aber trotzdem habe ich das Gefühl ein totaler Versager zu sein...

    Meine Freundinnen sind auch alle ehrlich, loyal, bewundern mich für manche Dinge, die ich tu und kann, sagen mir ich sei klug und intelligent und eine so gute Freundin. Aber auch das gibt mir nichts.

    Ich lebe mein Leben einfach. Kennt ihr das Spiel "Die Sims" ? So fühle ich mich, als wäre ich ein Sim der fremdgesteuert wird, Dinge tut, weil man sie halt tut.

    Und ganz oft denke ich mir: Wozu denn das Ganze? Wem nützt das? Klar, kann ich mich an Kleinigkeiten erfreuen, am Gezwitscher der Vögel, am Schnurren einer Katze, am warmen Sonnenschein, am Ausblick auf dem Berg... aber das sind alles nur so kurze Momente, die total schnell verfliegen. Und dann falle ich wieder in mein schwarzes, nebliges Loch, wo nichts einen Sinn macht.


    Was ich mir von meinem Beitrag erhoffe? Keine Ahnung ehrlich gesagt. Vielleicht kennt ja jemand so einen Zustand und kann davon berichten. Vielleicht ist das ja auch ganz normal? Oder hat jemand es Mal aus so einem Zustand raus geschafft, wenn ja, wie?

    Bitte, was ich nicht hören kann ist: Krieg doch ein Kind, dann macht dein Leben wieder Sinn.... Kann sein, aber ich will aktuell einfach noch keine Kinder. Und wenn mir das noch Mal jemand sagt, dann kotz ich im Strahl.(Sorry für den Ausdruck)


    Ich hoffe, ihr seid alle gesund und euch geht es gut.

    LG

  • 13 Antworten
    Nougat-Choco schrieb:

    Ich leide seit einigen Jahren an Depressionen, nehme auch Medikamente dagegen ein.

    Machst du auch eine Psychotherapie? Wenn nein, würde ich dir das empfehlen.


    Mir ging es ähnlich, ich hatte auch dieses Gefühl von Sinnlosigkeit und den Gedanken "Egal, was ich in meinem Leben ändern würde, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich jemals wieder glücklich werde". Ich fühlte mich wie eine leere Hülle, ferngesteuert. Mir hat eine Psychotherapie dann tatsächlich sehr geholfen. Ich hatte dadurch die Kraft, manche Dinge in meinem Leben zu verändern und meine Grenzen besser zu wahren.


    Du schreibst, dass dein Leben eigentlich ganz gut läuft. Deshalb "darf" man trotzdem Depressionen haben. Mir wurde damals mit der Diagnose "mittelschwere depressive Episode" tatsächlich gesagt, dass ich doch keine Probleme haben könnte, weil ich ja glücklich verheiratet sei. Solche Aussagen sind wahrlich nicht hilfreich und total übergriffig. Ob es dir gut geht, ob du zufrieden bist, hängt von so vielen Dingen ab.

    Nougat-Choco schrieb:

    Meine Mutter äußert dies ja jedesmal, wie furchtbar sie mein Leben findet, indem sie mich ja ständig kritisiert... "Das ist falsch" "Wie kann man nur so leben", "Du musst besser mit deinem Geld umgehen", "Fahr doch Mal in den Urlaub", "Nimm ab", "Kauf dir Mal schönere Klamotten", "Krieg endlich Kinder" blablabla...


    Dass die Beziehung zu deiner Mutter problematisch ist, schreibst du ja selbst. Du solltest dir die Frage stellen, warum du dir die Frechheiten deiner Mutter nicht verbietest. Das könntest du auch in einer Therapie aufdröseln und lernen, deine Grenzen zu setzen. Als ich den Absatz gelesen habe, dachte ich mir nur "Wenn mit mir jemand so redet, hätte ich das Bedürfnis meinen Mittelfinger auszustrecken, mich umzudrehen und zu gehen". Du musst da unheimlich viel Wut in dich hineinfressen, das kostet natürlich wahnsinnig viel Kraft.


    Nougat-Choco schrieb:

    Bitte, was ich nicht hören kann ist: Krieg doch ein Kind, dann macht dein Leben wieder Sinn.... Kann sein, aber ich will aktuell einfach noch keine Kinder. Und wenn mir das noch Mal jemand sagt, dann kotz ich im Strahl.(Sorry für den Ausdruck)

    Keine Sorge, ich werde dir jetzt sicher nicht raten, Kinder zu kriegen, wenn du das 1. nicht willst und 2. gerade eine depressive Phase hast. Ich glaube, Kinder wären da eher kontraproduktiv. ;-) Aber das ist auch so eine Sache: Es geht allein dich und deinen Mann etwas an, ob und wann ihr Kinder kriegen möchtet. Da müsstest du auch für dich ganz klare Grenzen setzen.

    ich würde mal deinen Kontakt zu deiner mutter runterschrauben. wovor hast du Angst, dass du enterbst wirst?


    beleidigungen, vorwürfe, etc. braucht niemand.


    ich würde mal zu einer depressions-selbsthilfegruppe gehen. seit wann nimmst du AD ein? wann haben deine Depressionen begonnen?


    dass du schwarze Gedanken hast, kann auch sein dass du medikamentös nicht gut eingestellt bist.


    pass auf dich auf und vertrau denen, die es gut mit dir meinen

    Viele Mütter machen ihren Töchtern oder Schwiegertöchtern das Leben schwer. Ich bin sogar der Meinung, dass die Unterdrückung der Frauen in vielen Ländern weniger von den Männern als vielmehr von den Frauen ausgeht, Sie erziehen ihre Kinder und bevorzugen oft ihre Söhne. Kommt auch bei Müttern ohne Migrationshintergrund vor.


    Ich glaube, die leben den Frust ihres eigenen verkorksten Leben an ihren Töchtern und Schwiegertöchtern aus.

    Zitat

    Machst du auch eine Psychotherapie? Wenn nein, würde ich dir das empfehlen.

    Hallo, ich habe 3 Jahre Therapie gemacht. Es ging etwas besser. Dann hat der Therapeut aufgehört und ich wollte zu niemand anderem, da es aber nach einer Zeit wieder schlechter ging, habe ich mit AD angefangen. Die nehme ich jetzt seit ca. 3 Jahren. Komisch, ich hatte einen Hund, der irgendwie ja so ganz ähnlich im Ansatz war wie ein Kind (sich kümmern, alles organisieren etc etc.) Dadurch habe ich gemerkt, dass ich mich trotzdem leer fühle, da kam ich eben auf die Idee mit den AD. Seit ja ging es rauf und runter, ich habe seitdem mehr Hochs, aber in letzter Zeit trotzdem wieder viele Tiefs...

    Vor Corona habe ich eine neue Therapie angefangen, diesmal Tiefen- statt Verhaltenspsychologie. Das hat mir wirklich gut getan. Leider war nach der 3. Std Schluss dank Corona, da die Dame ihre Praxis in einer Klinik hat und man durch das Besuchsverbot auch nicht weiter machen konnte. Tatsächlich würde ich sehr gerne wieder zu ihr in Therapie gehen.


    Zitat


    Dass die Beziehung zu deiner Mutter problematisch ist, schreibst du ja selbst. Du solltest dir die Frage stellen, warum du dir die Frechheiten deiner Mutter nicht verbietest. Das könntest du auch in einer Therapie aufdröseln und lernen, deine Grenzen zu setzen. Als ich den Absatz gelesen habe, dachte ich mir nur "Wenn mit mir jemand so redet, hätte ich das Bedürfnis meinen Mittelfinger auszustrecken, mich umzudrehen und zu gehen". Du musst da unheimlich viel Wut in dich hineinfressen, das kostet natürlich wahnsinnig viel Kraft.

    Tatsächlich ist meine Mutter in jeder Therapiesitzung Thema.... da gibt es ganz viel zum Aufarbeiten. Das mit der Abgrenzung klappt schon besser, dennoch treffen mich ihre Worte sehr. Es reicht nur ein Satz und alle Wunden platzen auf. Was sie bei unserer Hochzeit abgezogen hat wäre Grund genug gewesen sich nie wieder bei ihr zu melden (gibt einen eigenen Thread dazu sogar) aber ich habe es doch nie geschafft. Jedes Mal wenn ich von meinen Eltern wieder nach Hause komme fühle ich mich als würde ich sie hintergehen und in ein falsches Leben zurückkehren und fühle mich total schuldig. Keine Ahnung für was...


    Zitat

    ich würde mal zu einer depressions-selbsthilfegruppe gehen. seit wann nimmst du AD ein? wann haben deine Depressionen begonnen?


    dass du schwarze Gedanken hast, kann auch sein dass du medikamentös nicht gut eingestellt bist.

    Ich nehme die AD seit ca. 2 Jahren. Wurde 3 Mal umgestellt, da die Nebenwirkungen immer recht unangehm waren (beim 1. Mal Dauermüdigkeit, beim 2. Mal nächtliches Megaschwitzen, also richtig extrem mit Bettwäsche, ich alles tropnass und jetzt nehme ich seit puh, ca 3 Monaten was anderes, aber ich glaube die helfen bei meiner Stimmung eher wenig).

    Was ist denn eine Depressionsselbsthilfegruppe? Kenne ich gar nicht. Dachte es gibt nur so Einzeltherapie...Möchte nichts wo ich stationär weg muss, würde es lieber ambulant versuchen.



    Zitat

    Viele Mütter machen ihren Töchtern oder Schwiegertöchtern das Leben schwer. Ich bin sogar der Meinung, dass die Unterdrückung der Frauen in vielen Ländern weniger von den Männern als vielmehr von den Frauen ausgeht, Sie erziehen ihre Kinder und bevorzugen oft ihre Söhne. Kommt auch bei Müttern ohne Migrationshintergrund vor.


    Ich glaube, die leben den Frust ihres eigenen verkorksten Leben an ihren Töchtern und Schwiegertöchtern aus.

    Interessanter Ansatz, ich muss direkt schmunzeln. Meine Mutetr leidet selbst unter Depressionen, vermute sie hat auch was in Richtung Borderline. Zumindest spricht alles dafür. Sie hat auch Migrationshintergrund :D Und hat tatsächlich viel Frust... Den lässt sie an mir aus, aber nur weil ich es weiß, tut es nicht weniger weh. Alleine heute an Muttertag... Alle "Ja Mami ich liebe dich, bist die Beste" und ich war halt bei ihr, sie hat Blumen bekommen, hab ihr einen Kuchen gebacken, es war ein schöner Tag aber trotzdem würde ich zu ihr niemals sagen können, dass sie die beste Mutter auf der Welt ist... das ist sie einfach nicht. Sie ist eigentlich ziemlich furchtbar.


    Vielen Dank Euch schon Mal für Eure Zeit und Eure Worte!

    Nougat-Choco schrieb:

    Ich leide seit einigen Jahren an Depressionen, nehme auch Medikamente dagegen ein.

    Medikamente ändern nichts an deinen Problemen. An denen kansnt nur du arbeiten, mit oder ohne Therapie.

    Nougat-Choco schrieb:

    Meine Mutter äußert dies ja jedesmal, wie furchtbar sie mein Leben findet, indem sie mich ja ständig kritisiert... "Das ist falsch" "Wie kann man nur so leben", "Du musst besser mit deinem Geld umgehen", "Fahr doch Mal in den Urlaub", "Nimm ab", "Kauf dir Mal schönere Klamotten", "Krieg endlich Kinder" blablabla...

    Und woher weiß sie diese Dinge?


    Nougat-Choco schrieb:

    Ich lebe mein Leben einfach. Kennt ihr das Spiel "Die Sims" ? So fühle ich mich, als wäre ich ein Sim der fremdgesteuert wird, Dinge tut, weil man sie halt tut.

    Eher, dass du völlig davon abhängig bist, was andere von dir denken.


    Nougat-Choco schrieb:

    Bitte, was ich nicht hören kann ist: Krieg doch ein Kind, dann macht dein Leben wieder Sinn....

    Oh nein, bitte, ein Kind soll nie der Lebenssinn der Eltern sein. Schrecklich.


    Nougat-Choco schrieb:

    Alle "Ja Mami ich liebe dich, bist die Beste" und ich war halt bei ihr, sie hat Blumen bekommen, hab ihr einen Kuchen gebacken, es war ein schöner Tag aber trotzdem würde ich zu ihr niemals sagen können, dass sie die beste Mutter auf der Welt ist... das ist sie einfach nicht. Sie ist eigentlich ziemlich furchtbar.

    Sie ist die einzige Mutter, die du hast, aber auch da scheinst du zu vergleichen, obwohl auch sie nicht verleichbar ist, genauso wie auch du.


    Nougat-Choco schrieb:

    Zumindest spricht alles dafür. Sie hat auch Migrationshintergrund :D Und hat tatsächlich viel Frust...

    Spannende Formulierun, das sie einen Mirationshintergrund hat.

    Für mich liest sich das als ob du von deinem eigenen Leben gelangweilt bist. Erfolg im Job, problemlose Ehe, viele Freunde, Hobbies, schöne Wohnung - alle Punkte eines erfolgreichen Lebens erfüllt und trotzdem unglücklich.


    Ist es denn das Leben das du willst? Oder das Leben, was andere erwarten? Hast du Träume und Ziele im Leben? Was hält dich davon ab, das zu verwirklichen? Und damit meine ich nicht Kinder. Du betonst so oft, dass du jetzt noch keine Kinder willst, dass ich mich frage, ob du überhaupt welche willst.

    gato schrieb:

    Ist es denn das Leben das du willst? Oder das Leben, was andere erwarten? Hast du Träume und Ziele im Leben? Was hält dich davon ab, das zu verwirklichen? Und damit meine ich nicht Kinder. Du betonst so oft, dass du jetzt noch keine Kinder willst, dass ich mich frage, ob du überhaupt welche willst.

    Ich weiß nicht was ich für Ziele habe... Ich möchte glücklich sein und das was ich erreicht habe irgendwie genießen... Die Frage mit den Kindern ist gut, aktuell bin ich tatsächlich so eingestellt, dass es okay wäre niemals welche zu haben. Ich bin eigentlich sehr ehrgeizig. Wenn ich ein Ziel habe, verwirkliche ich das. Mein Aufstieg im Job, gefolgt von vielen Herausfordferungen, vielen Stunden in der Schule, einer Weiterbildung neben einem Vollzeitjob usw. Das pack ich alles. Aber jetzt wo ich das alles habe... Naja. Ich weiß nicht, wieso ich mich nicht einfach darüber freuen kann....



    Melete schrieb:

    Und woher weiß sie diese Dinge?

    Naja sie macht es daran fest wenn sie mich zB nur sieht. Ich werde begutachtet von oben bis unten. Was habe ich an? Wie wirkt es auf sie?

    Was esse ich, wenn wir zB zusammen essen gehen. Wenn ich irgendwas neues habe und sie es nur irgendwie mitbekommt wird gemeckert, dass ich zu viel Geld für Blödsinn ausgebe. Ich fahre ein sehr altes Auto, aber es fährt und ist gut intakt. Auch da wird gemeckert, warum ich mir denn kein Neues kaufe... Ich muss ihr nicht Mal etwas von mir erzählen, es wird immer was gefunden, woran sie meckern kann. Dennoch habe ich sie irgendwie lieb, sie ist halt meine Mama. Und eine Mama hat man nur eine.

    Melete schrieb:

    Eher, dass du völlig davon abhängig bist, was andere von dir denken.

    Wirkt irgendwie so ja... Wie krieg ich das weg?


    Zitat


    Spannende Formulierun, das sie einen Mirationshintergrund hat.

    Das war nur eine Antwort auf die Aussage des Beitrags zuvor.

    ich würde nicht alles auf eine karte setzen, sprich AD.


    denn sie belasten auf dauer, leber, niere, herz. werden deine Blutwerte regelmässig kontrolliert? alle 1-2 monate?


    ich gehe zu einer mobbing-Selbsthilfegruppe, es gibt auch angebote für Kinder von psychisch kranken eltern, etc. auch mit Depressionen ist man nicht alleine.


    ich würde eher auf Konfrontation setzen, statt tabletten. wenn alles nichts hilft, sammelst du deine unterlagen und wirst an eine uniklinik vorstellig, dort kann man noch einiges rausholen, als bei einem niedergelassenen facharzt

    Hallo,


    was du schreibst kommt mir bekannt vor, auch wenn die Umstände andere waren.


    Ich kann dir sagen, dass fur mich damals ehrenamtliche Arbeit ein Aha-Erlebnis war.


    Vielleicht würde es dir helfen, Menschen zu helfen. Jetzt ist das gerade komplizierter, aber sobald es wieder leichter wird.


    Das ist gerade auf der Sinn-Ebene sehr lohnend.


    Ein Mann aus meiner Verwandtschaft wechselt jetzt sogar aus einer guten ungekundigten Stelle in eine schlechter bezahlte aber dafür auf anderer Ebene sehr sehr lohnende im sozialen Bereich.


    Nur so als Gedanken.


    Lg


    Paritu

    Inwieweit wurde die Beziehung zur Mutter, das gesamte familiäre System, denn bisher analysiert, erkannt und aufgearbeitet? Ich denke es besteht kein Zweifel dass das der Schlüssel zu den Depressionen ist.


    Allerdings ändert "Erkenntnis" daran auch nicht viel. Man ist dann halt schlauer, aber fühlt sich trotzdem nicht gleich besser.


    Hat das, was die Mutter getan hat (und tut) den Effekt, dass Du Dich selber arg unter Druck setzt? Erfolgreich sein "musst"? Das Gefühl hast, bestimmte formale Status-Sachen (Job, Mann, Familie, Wohnung etc.) "erreichen zu müssen" weil es "das richtige" oder "das notwendige" ist und es unabhdingbar ist um ein "wertvoller Mensch" zu sein?


    Dann wäre die von mir vermutete elterliche (mütterliche?) Fehlprägung zumindest voll am Wirken.


    Wäre also die Frage - lebst Du DEIN LEBEN, oder tust Du das, von dem Du irgendwie das Gefühl hast, das "müsse halt sein"?

    Ich hab übrigens mal gelesen, dass die meisten Fälle von Burnout, also Erschöpfungsdepression, gar nicht von der Arbeit herkommen sondern von dysfunktionalen familiären Strukturen. So siehts bei Dir wohl auch aus. Ich würde sagen, ins blaue geschossen, Du bist einfach k.o. weil Du Dich aufreibst für Dinge, von denen Du primär denkst, andere erwarten sie von Dir, Dein Wert hängt davon ab, und Deine eigenen Bedürfnisse und Interessen dabei ignorierst.

    TimFaber schrieb:

    ich würde nicht alles auf eine karte setzen, sprich AD.


    rr2017 schrieb:

    Hat das, was die Mutter getan hat (und tut) den Effekt, dass Du Dich selber arg unter Druck setzt? Erfolgreich sein "musst"? Das Gefühl hast, bestimmte formale Status-Sachen (Job, Mann, Familie, Wohnung etc.) "erreichen zu müssen" weil es "das richtige" oder "das notwendige" ist und es unabhdingbar ist um ein "wertvoller Mensch" zu sein?

    Das stimmt, am liebsten würde ich ehrlich gesagt gar nix einnehmen.



    TimFaber schrieb:

    denn sie belasten auf dauer, leber, niere, herz. werden deine Blutwerte regelmässig kontrolliert? alle 1-2 monate?

    nicht so wirklich. Zu Beginn öfter, da eine Schilddrüsenunterfunktion dazukam und ich wegen dem Schilddrüsentabletten öfter zum BA musste. jetzt aber tatsächlich schon länger nicht mehr.

    TimFaber schrieb:

    ich würde eher auf Konfrontation setzen, statt tabletten. wenn alles nichts hilft, sammelst du deine unterlagen und wirst an eine uniklinik vorstellig, dort kann man noch einiges rausholen, als bei einem niedergelassenen facharzt

    Habe heute meine Psychologin angerufen bei der ich kurz vor Corona eig. eine Therapie angefangen hatte. Wenn es gut läuft, können wir in 2 Wochen weiter machen :)



    Paritu schrieb:

    Vielleicht würde es dir helfen, Menschen zu helfen. Jetzt ist das gerade komplizierter, aber sobald es wieder leichter wird.

    Ich arbeite bereits in der Pflege. In der Psychosomatik (surprise). Der Job gibt mir eig sehr viel. Die letzt 2 Monate war ich leider wegen Corona und der ganzen Orga nur noch im Büro (ich bin die Teamleitung). Evtl. geht es mir wieder besser wenn ich mehr am Patienten arbeiten kann und das Gefühl habe, etwas sinnvolles zu tun.


    rr2017 schrieb:

    Inwieweit wurde die Beziehung zur Mutter, das gesamte familiäre System, denn bisher analysiert, erkannt und aufgearbeitet? Ich denke es besteht kein Zweifel dass das der Schlüssel zu den Depressionen ist.

    Hm, naja eig nur, dass ich mich von ihr sehr manipulieren lasse und ihre bekloppten Strukturen und Denkweisen irgendwie übernommen habe, mich deswegen versuche in ein IDealbild zu quetschen, was meinem nicht entspricht usw.


    Zitat

    Hat das, was die Mutter getan hat (und tut) den Effekt, dass Du Dich selber arg unter Druck setzt? Erfolgreich sein "musst"? Das Gefühl hast, bestimmte formale Status-Sachen (Job, Mann, Familie, Wohnung etc.) "erreichen zu müssen" weil es "das richtige" oder "das notwendige" ist und es unabhdingbar ist um ein "wertvoller Mensch" zu sein?

    Das trifft es ziemlich gut. Darum ging es jetzt auch vermehrt in meiner neu angefangenen Therapie, die aber wegen Corona abgebrochen werden musste.


    Zitat

    Wäre also die Frage - lebst Du DEIN LEBEN, oder tust Du das, von dem Du irgendwie das Gefühl hast, das "müsse halt sein"?

    Ich hab keine Ahnung was mein Leben ist, bzw. was ich mir wünsche. Kann ich gerade wirklich nicht sagen. Ich hab viele Fortschritte gemacht was das angeht und mich von vielen Ansichten meiner Mutter auch getrennt, da sie nicht meinen entsprechen. Aber scheinbar ist da doch noch einiges übrig.

    Zitat

    Ich hab übrigens mal gelesen, dass die meisten Fälle von Burnout, also Erschöpfungsdepression, gar nicht von der Arbeit herkommen sondern von dysfunktionalen familiären Strukturen. So siehts bei Dir wohl auch aus. Ich würde sagen, ins blaue geschossen, Du bist einfach k.o. weil Du Dich aufreibst für Dinge, von denen Du primär denkst, andere erwarten sie von Dir, Dein Wert hängt davon ab, und Deine eigenen Bedürfnisse und Interessen dabei ignorierst.

    Burnout? Man muss bedenken, dass ich fast 2 Monate nur sporadischen Kontakt mit ihr hatte. Kontaktverbot sei Dank....zwar mit vielen Vorwürfen, warum ich mich dann nicht wenigstens öfter telefonisch melde oder in Whats App nicht reagiere aber naja...

    Ich hatte jetzt auch lange Kurzarbeit, habe also nur 2 Tage, statt 5 gearbeitet. Eigentlich hatte ich Ruhe... Burnout passt ja dann eher weniger oder?

    Aber evtl. hat auch die mangelnde Struktur mich dazu gebracht mich nicht mehr abzulenken und über alles nachzudenken...

    Ach keine Ahnung, evtl. übertreibe ich es auch einfach und bin viel zu verwöhnt und sollte mir in der Arsch treten und mich freuen über das was ich hab.... ._.

    Versuch doch mal herauszufinden, welche Dinge Du NICHT magst. Wovon Du Dich gestreßt, unter Druck gesetzt fühlst, sie am liebsten, wenn Du ganz ehrlich zu Dir bist, sein lassen würdest.