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    ich kann kein mitgefühl mit mir haben, nicht nach allem was ich in meinem leben bisher falsch gemacht habe. ich bin selbst schuld daran dass ich in ganz genau dieser situation bin und das einzige was ich tun kann ist, es auszubaden.

    Das finde ich wirklich hart, da es auf ein Selbstzerfleischung hinausläuft und verhindern kann, dass du darüber hinauszugucken in der Lage bist. Auch wenn ich kein Therapeut bin und nur von eigenen Erfahrungen mit dem Thema ausgehen kann, denke dennoch: Wenn du soweit bist, hier etwas verändern zu wollen, wird das der Therapeut erkennen und auffangen und mit dir auch daran arbeiten, weil die Selbstabkzeptanz ein wichtiger und "eröffnender" Schritt sein dürfte.

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    weil es sich furchtbar schlimm anfühlt und ich davon panik bekomme. außerdem will ich soetwas nicht wenn jemand dabei ist, genau wie weinen. ich kann das nicht und ich will es auch nicht

    Okay, da ist noch viel angstvoller Widerstand, und das verstehe ich. Ich stolperte zuerst nur über den Ausdruck "blöd". Denn mit Dummheit hat es nichts zu tun, im Gegenteil, so finde ich, mit großer Sensibilität.

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    Das finde ich wirklich hart, da es auf ein Selbstzerfleischung hinausläuft und verhindern kann, dass du darüber hinauszugucken in der Lage bist.

    aber ich weiß nicht wie ich das ändern kann, mallaig. ich hasse mich so unendlich und so sehr dass ich es nichtmal verständlich beschreiben kann. mal ist es etwas weniger oder ich spüre es zumindest nicht so doll weil ich mich auf andere sachen konzentrieren muss, aber meistens schon.

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    Sorry, dass es mir ständig Tippfehler reinhaut

    ach, die paar tippfehler. ich kann doch leider selber nicht richtig gut schreiben und mache viele fehler.

    Das ist ein langer Prozess, aber man kann das beweltigen, ehrlich. Ich hab mich zeitweise auf verschiedene Weisen selbst verletzt, mal subtil, mal unübersehbar, weil ich mich so abscheulich fand.


    Irgendwann löste sich das langsam auf, Erwartung für Erwartung, Anspruch für Anspruch wurde beleuchtet und als "eigen" und "von ausser herangetragen und verinnerlicht" entlarvt. Und langsam wurde mir klar, dass die Wut auf mich eine Wut war, nicht die Person sein zu können die andere haben wollten. Sie wich einer anderen Wut, einer Wut darüber, dass man mich zwingen wollte jemand zu sein der ich nicht bin, dass man über mich verfügen wollte, als sei ich aus Fimo. Passend geprügelt wo ich einfach nicht passte, damit andere ihr Leben bequem weiter leben konnten ohne Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen eigener Entscheidungen zu tragen. Da war viel Traurigkeit, Hilflosigkeit und das äußerte sich in Wut. Und als ich durch all die Gefühle hindurch gegangen war, da war erstaunlich viel Neugier auf die Person die ich denn nun eigentlich bin. Dagab es gute und weniger gute Überraschungen, aber das was ich vorfand konnte ich annehmen und mögen, weil ich nicht mehr versucht habe, wer anders zu sein.

    Ich bin da und lese aufmerksam. Zu schreiben habe ich im Moment nichts, alles ist gesagt, was ich mir als Antwort beim Lesen dachte.


    Heute hast Du Therapiestunde und ich denke an Dich. Wieder wirst Du ein kleines oder vielleicht auch nur Schrittchen vorwärts kommen - aber Du kommst voran. :)*

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    aber ich weiß nicht wie ich das ändern kann, mallaig. ich hasse mich so unendlich und so sehr dass ich es nichtmal verständlich beschreiben kann. mal ist es etwas weniger oder ich spüre es zumindest nicht so doll weil ich mich auf andere sachen konzentrieren muss, aber meistens schon.

    Sehr schön, was Danae dazu geschrieben hat. :)=


    Auch ich hatte dieses "kleine Problem", und meinem Eindruck nach ist Selbsthass immer vergesellschaftet mit starken Schuldgefühlen. Merkst du? Das ist der Teufelskreis, in dem man sich befindet mit der Schuld, die man sich selbst nicht vergeben kann: logische Folge, Selbsthass kann wie eine Strafe sein und vorübergehend den Eindruck vermitteln, dass man "bereit ist zur Buße" - so interpetiere ich das heute, zumindest für mich selbst, wie es damals war.


    Wie bin ich eigentlich drüber weggekommen? Nun, ich glaube, durch das Verstehen, dass wir nicht nur alle unser Päckchen an Leid und Schmerz tragen, sondern auch jeder einzelne fehlbar ist - und in seinem Leben Fehler macht, unabdingbar. Damit habe ich auch übrigens erstmals den Kerngedanken des christlichen Glaubens verstanden. DAS Thema des Menschen ist die Schuld, die jeder - ausnahmslos jeder - auf sich lädt, egal, wie tugendhaft er anscheinend handelt: zumindest die Gedanken sind "sündhaft", wie es die alte Sprache ausdrückt, und das nur daran Denken ist erstaunlicherweise dem Glauben nach gleich zu werten mit der Tat. Ist das nicht bemerkenswert?


    Es ist also die menschliche Natur an sich, die nun mal nicht tadellos und fehlerfrei sein kann. Wie könnte ich das demgemäß von mir und anderen verlangen? Ich verstehe es heute so, dass das sehr aussöhnend ist, und ich habe seit dieser Erkenntnis nicht nur mehr Verständnis für andere und ihr Fehlverhalten, sondern eben auch für mich selbst.


    Ich mag heute "Engel und Teufel" in uns Menschen - weil es einfach so ist und zu ihm (und zu mir, zu jedem) gehört. Ich verurteile auch andere nicht mehr so gnadenlos wie zu der Zeit, wo ich es mir selbst gegenüber war.

    Übrigens habe auch ich damals meine persönliche Schuld als das Schlimmste, was ein Mensch tun kann, empfunden: Ich habe Menschen geschadet und dabei auch meinem Kind.


    Es tut mir selbst z. B. auch immer noch weh, das zu schreiben bzw. mir klarzumachen. Aber ich verzeihe mir jedesmal neu.

    @danae

    entschuldige bitte ich brauchte eine pause bevor ich dir antworten konnte, weil mich vieles was du sagst traurig macht.

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    Irgendwann löste sich das langsam auf, Erwartung für Erwartung, Anspruch für Anspruch wurde beleuchtet und als "eigen" und "von ausser herangetragen und verinnerlicht" entlarvt.

    ich kann mir das wenn ich an meine situation und alles was in der vergangenheit war, denke, einfach kaum vorstellen. für mich ist so klar was ich vermasselt habe und wodurch ich alle im stich gelassen habe. für mich ist die schuld so eindeutig und ich weiß nicht wie ich jemals aufhören könnte mich zu hassen.

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    Und langsam wurde mir klar, dass die Wut auf mich eine Wut war, nicht die Person sein zu können die andere haben wollten. Sie wich einer anderen Wut, einer Wut darüber, dass man mich zwingen wollte jemand zu sein der ich nicht bin, dass man über mich verfügen wollte, als sei ich aus Fimo. Passend geprügelt wo ich einfach nicht passte, damit andere ihr Leben bequem weiter leben konnten ohne Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen eigener Entscheidungen zu tragen. Da war viel Traurigkeit, Hilflosigkeit und das äußerte sich in Wut.

    ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. vielleicht ist es mit das wichtigste was mir jemand in den letzten jahren gesagt hat und mir geht es nahe aber gleichzeitig fühlt sich das was du da beschreibst meilen weit weg an.

    @mallaig

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    Das ist der Teufelskreis, in dem man sich befindet mit der Schuld, die man sich selbst nicht vergeben kann

    aber ist es ein teufelskreis? für mich ist es einfach die logische konsequenz für mein ganz persönliches handeln. ich habe aus freien stücken diese entscheidungen getroffen, ich bin verantwortlich und schuld. meine älteste schwester hat mir damals gesagt ich soll abhauen und mich nicht wieder blicken lassen, nicht mal tot. und das war gerechtfertigt. genau wie der selbsthass.

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    Nun, ich glaube, durch das Verstehen, dass wir nicht nur alle unser Päckchen an Leid und Schmerz tragen, sondern auch jeder einzelne fehlbar ist - und in seinem Leben Fehler macht, unabdingbar.

    dazu hast du schon einmal etwas von jesus aus der bibel geschrieben und das komische ist: ich verstehe was du sagst, es passt eigentlich auch zu meiner persönlichen meinung. ich weiß dass alle menschen fehler machen, ich weiß es und ich kann meistens mit viel verständnis nachvollziehen wenn ich über die fehler anderer menschen lese oder höre. aber mir kann ich nicht verzeihen, ich weiß nicht wie.

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    Ich mag heute "Engel und Teufel" in uns Menschen - weil es einfach so ist und zu ihm (und zu mir, zu jedem) gehört. Ich verurteile auch andere nicht mehr so gnadenlos wie zu der Zeit, wo ich es mir selbst gegenüber war.

    das kenne ich aus zeichentrick filmen, da gibt es auch immer einen engel und einen teufel auf der schulter von donald duck oder wem auch immer. in meinem fall fühlt es sich für mich so an, als wäre da nur der teufel. jetzt heute versuche ich ihn irgendwie in schach zu halten und klein zu machen, damit ich mir mühe geben kann, "gut" zu sein. weil ich eigentlich kein schlechter mensch werden wollte. aber eigentlich ist es gar nicht richtig gut, sondern einfach neutral. ich versuche keinen mist zu machen, keine fehler. das ist alles.

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    Übrigens habe auch ich damals meine persönliche Schuld als das Schlimmste, was ein Mensch tun kann, empfunden: Ich habe Menschen geschadet und dabei auch meinem Kind.


    Es tut mir selbst z. B. auch immer noch weh, das zu schreiben bzw. mir klarzumachen. Aber ich verzeihe mir jedesmal neu.

    ich finde es sehr tapfer von dir dass du das sagst. ich kenne das gefühl sehr gut und ich habe sehr viel respekt davor dass du es geschafft hast dir zu verzeihen. dahinter muss sehr viel mut und ein langer weg mit viel arbeit stehen. wow @:)

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    ich versuche keinen mist zu machen, keine fehler. das ist alles.

    Ja, das ist alles. Wirklich alles, was man als Mensch tun kann. Ich finde genau das, macht einen guten Menschen aus. Und weil wir einmal etwas getan haben, was ungute Konsequenzen hatte, sind wir dennoch nicht böse.


    Böse ist in meinem Verständnis übrigens, vorsätzlich anderen Schaden zuzufügen, das ist eine böse Handlung, die sehe ich schon. Wenn ich dich richtig vertanden habe, war das aber nicht deine Triebfeder. Und selbst wenn - wir befinden uns häufig in Seelenlagen, in denen wir so handeln, wie wir nicht eigentlich wollen (ja, das war Paulus, und ich finde toll, dass dir damit etwas anfangen kannst).


    Du möchtest gut sein. Das ist doch eine schöne Einstellung. Da wir hier gerade indirekt Jesus auch als Thema haben: Er wirft das, was wir bereuen, was uns Leid tut, "ins tiefste Meer", und das heißt nicht weniger, als dass uns wirklich vergeben ist. Das ist in meinem Verständnis ein Sinnbild für die Möglichkeit, uns selbst auch einen Neuanfang zuzugestehen.

    Wenn eine Freundin mit deiner Geschichte zu dir käme, also von ihr erlebt, mit all den Skrupeln und Schuldgefühlen, die du hast - wie würdest du reagieren? Würdest du sie verurteilen? Sie ablehnen? Oder zwar ihre Handlung nicht gut finden, aber sie vielleicht in den Arm nehmen und trösten? Die Fragen sind nicht nur rhetorisch gemeint.

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    Ja, das ist alles. Wirklich alles, was man als Mensch tun kann. Ich finde genau das, macht einen guten Menschen aus. Und weil wir einmal etwas getan haben, was ungute Konsequenzen hatte, sind wir dennoch nicht böse

    ja schwierig. ich emfinde es oft anders bzw denke anders darüber.

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    Böse ist in meinem Verständnis übrigens, vorsätzlich anderen Schaden zuzufügen, das ist eine böse Handlung, die sehe ich schon.

    und genau das habe ich gemacht...

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    Da wir hier gerade indirekt Jesus auch als Thema haben: Er wirft das, was wir bereuen, was uns Leid tut, "ins tiefste Meer", und das heißt nicht weniger, als dass uns wirklich vergeben ist.

    aber wie kann das helfen wenn uns diejenigen, denen wir geschadet haben, nicht vergeben?

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    Wenn eine Freundin mit deiner Geschichte zu dir käme, also von ihr erlebt, mit all den Skrupeln und Schuldgefühlen, die du hast - wie würdest du reagieren? Würdest du sie verurteilen? Sie ablehnen? Oder zwar ihre Handlung nicht gut finden, aber sie vielleicht in den Arm nehmen und trösten?

    ich habe leider keine freundinnen und weiß nicht so richtig wie das in solchen situationen ist. ich würde nicht gemein zu ihr sein, das auf keinen fall und ich würde wahrscheinlich versuchen ihr weiterzuhelfen es irgendwie gut zu machen.

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    Böse ist in meinem Verständnis übrigens, vorsätzlich anderen Schaden zuzufügen, das ist eine böse Handlung, die sehe ich schon.

    und genau das habe ich gemacht...

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    Okay, dann hast du böse gehandelt. Du wirst für dich einen Grund gehabt haben. Böses Handeln bedeutet eben nicht "'böse Person".

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    aber wie kann das helfen wenn uns diejenigen, denen wir geschadet haben, nicht vergeben?

    Das ist ein geistiger Vorgang, und der hat nur indirekt mit der Vergebung der Personen, denen Schaden zugefügt wurde, zu tun.


    Die Anonymen Gruppen (AA und die anderen) haben es in ihren "Schritte zur geistigen Genesung" so gefasst: Wir gaben zu, dass wir anderen Menschen Schaden zugefügt haben. Wir wurden, ihn bei allen wieder gutzumachen, es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt."


    Verstehst du? Die Verletzung ist geschehen, sie ist nicht ungeschehen zu machen, das ist wahr. Wir brauchen also einen "geistigen Akt", um trotzdem nicht in dieser Rückschau stecken zu bleiben. Wenn wir aber an unserer Schuld festhalten - uns selbst nicht vergeben wollen - fügen wir wieder einem Menschen Schaden zu: in diesem Fall uns selbst.


    Also bedeutet im weiteren Sinn: Ich möchte ab jetzt Gutes tun, auch, uns selbst diese Tat zu verzeihen.