@forensiker

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    Entschuldige, falls ich etwas wiederhole, der Faden ist ja mittlerweile doch recht lang.

    hallo forensiker und bitte entschuldige dich doch nicht. im gegenteil ich finde es sehr sehr nett von dir dass du dir die zeit genommen hast hier zu lesen und dann auch noch die mühe gemacht hast eine antwort zu schreiben. danke!! @:)

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    Am Ende geht es aber auch immer darum, sich mit den konkreten Inhalten zu beschäftigen und da weiß ich selbst aus meiner "Couch-Erfahrung", wie unangenehm das ist.

    ich weiß. das komische ist dass ich an dem punkt auch "zerrissen" bin. ich WILL mich damit beschäftigen, unbedingt. das heißt: eigentlich beschäftige ich mich alleine sehr oft damit und sehr intensiv, fast jeden tag. naja eigentlich jeden tag, spätestens wenn ich im bett liege und nicht einschlafen kann muss ich wieder darüber nachdenken und mir den kopf zerbrechen. aber es bringt mich keinen schritt weiter weil es immer die gleichen gedanken sind um die sich alles dreht. genau deswegen will ich die therapie so sehr. ich weiß dass ich da jemanden "von außen" brauche, der mir neue gedanken und ratschläge gibt und tipps damit ich etwas ändern kann. allein die ratschläge hier sind schon wahnsinnig hilfreich und das obwohl das ganz konkrete thema ja außen vor bleibt. deswegen habe ich sehr viel hoffnung dass es helfen wird, wenn ich mich dem ganz konkreten themen stelle. aber das ist die eine seite.


    die andere sind viele verschiedene ängste und zweifel und eine ganz große unsicherheit. in mir sträubt sich vieles dagegen, aber wirklich nicht absichtlich. mit ganz bestimmten punkte von meinem thema kann ich mich nicht mal in gedanken beschäftigen weil es zu schwierig ist und ich weiß auch nicht, ob ich an die ran will. es ist nicht so einfach zu erklären...

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    Übrigens kann ein solches Problem auch etwas von einem Teufelskreis haben, d. h. man findet es zu schlimm, um sich damit zu beschäftigen und dadurch wirkt es umso schlimmer und bedrohlicher, weil es so keinen positiven Lerneffekt geben kann, dass sich das Problem vielleicht doch beherrschen lässt.

    so ähnlich haben das schon andere hier gesagt und ich weiß dass da viel wahres hinter steckt. mein inneres gefühl dazu ist bloß leider so ganz anders. ich fühle im herzen einfach wie schlimm es wirklich ist und das gefühl ist für mich so echt und real, deswegen kann ich dazu auch keine richtig guten einschätzungen machen. vielleicht stecke ich in so einem teufelskreis, ja. es macht sinn was ihr sagt, total. aber es spricht für mich auch sehr viel dagegen. emotional aber nicht nur emotional.

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    Ehrlich gesagt habe ich das auch aufs Verrecken nicht gewollt, aber ich habe mich nach der Sitzung wie neu geboren gefühlt.

    du bist nicht der erste, der mir das sagt. auch koltrast hat dazu etwas sehr persönliches und irgendwie traurig-schönes erzählt.


    ich glaube euch das natürlich und bin für euch riesig froh dass es mit dem weinen für euch am ende etwas gutes hatte.


    für mich persönlich wäre es trotzdem sehr schlimm, wenn mir das passiert (vor jemand anderem). ich weiß nicht ob man das verstehen kann, es ist okay wenn nicht. es wäre einfach serh schlimm für mich und ich will es nicht.

    @koltrast

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    Du, Darkness, da ist NOCH jemand auf der Welt mit einem (vielleicht) ähnlichen Problem wie Du. Alle, die in diesem Faden mit Dir schreiben, haben ihre Bürde zu tragen - Du bist nicht alleine.

    ja. und ich bin sehr dankbar dafür. sehr dankbar aber nicht nur dass ihr mir mit viel hilfe zur seite steht was meinen weg betrifft sondern weil ihr auch von euren eigenen zum teil sehr persönlichen und intimen, leider auch schwierigen und traurigen erfahrungen berichtet um zu helfen. das ist sehr... leider weiß ich kein passendes wort. ich glaube es ist selten. ich sehe es an mir, ich bin so sehr mit meinem eigenen "kram" beschäftigt und weiß wie es ist wenn man sehr darin verstrickt ist, ich habe leider keine energie übrig auch noch so intensiv anderen zu helfen und könnte es auch nicht so gut und lieb wie ihr alle. ich kann es nicht so gut ausdrücken aber hoffe dass ihr wisst dass ich dankbar bin und ich weiß "was" ihr hier gebt. dass es sehr wertvoll ist und mutig und vor allem genau das gegenteil von selbstverständlich.

    @danae

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    Der erste Schritt ist anzurufen und einen Termin zu machen, der zweite Schritt ist da hinzugehen und der dritte Schritt ist es immer wieder zu tun. Du bist schon mitten drinne

    so habe ich das bisher überhaupt nicht gesehen. :-D danke!

    @mallaig

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    Ja, und nicht fortwährend das eigene Verhalten zu dramatisieren, könnte hilfreich sein.

    bloß ist es für mich schwierig das zu merken. wenn ich mein verhalten zum beispiel schlecht emfinde, dann weiß ich nicht ob das nun ein dramatisiertes gefühl ist oder nicht. es ist einfach mein gefühl das ich dafür habe.

    achso und zum kuchen: beim zweiten mal hat es schon etwas besser geklappt, ich glaube weil ich langsamer, aber länger und kräftiger gerührt habe. danke für eure tipps, das mit zitronensaft wusste ich nicht.

    Zitat

    ich habe leider keine energie übrig auch noch so intensiv anderen zu helfen

    Das ist so - nach Jahren in selbst gewählter Isolation und mit so viel Kummer&Sorgen in der Seele. ABER: das wird sich ändern, dann, wenn Du durch Deine leidvolle und schwierige Kindheits- und Jugendgeschichte durch bist und zu neuen Ufern aufbrechen kannst. Du hast noch ein paar harte Therapiejahre vor Dir, aber weil Du damit angefangen hast, kannst Du vielleicht bald schon ein Lichtlein am Ende des langen Tunnels sehen.

    Zitat

    und könnte es auch nicht so gut und lieb wie ihr alle.

    Doch! Du schreibst uns viel Liebes, gibst Rückmeldungen auf das, was wir schreiben und lässt uns an Deinen Fortschrittchen teilhaben.


    Morgen wirst Du - wahrscheinlich - wieder Therapie haben. Ich bin in Gedanken bei Dir.


    Mein Therapeut pflegt immer zu sagen, wenn ich wieder mal durch irgend einen Umstand an meine desolate Jugend erinnert werde - mich das Ganze wieder einholt: -WAS würden Sie jetzt tun, wenn Ihnen das kleine Mädchen Koltrast das erzählen würde? Seltsamerweise fällt mir dann SOFORT ein, was zu tun ist - nur mit Bezug auf mich selber nicht. Der Therapeut lehrte mich, auf "das Kind in mir" zu hören und Rücksicht zu nehmen. Naja, klappt halt nicht immer... Uralte Verhaltensweisen, aufgezwungen durch eine ç%&-Familienmutter, melden sich immer mal wieder.

    @danae

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    Die Ambivalenz von Panik und es lösen wollen ist ganz normal. Hätte man die Ängste nicht, dann wäre es so leicht auszusteigen, dass man den Therapeuten nicht brauchen würde.

    ja das stimmt wohl. ich hoffe bloß dass ich die ängste auch überwinden kann und die blockaden durchbrechen. mir kommt das manchmal so total unmöglich vor aber es ist wohl möglich wenn ich von euren erfahrungen lese und dass ihr es geschafft habt.

    @koltrast

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    Morgen wirst Du - wahrscheinlich - wieder Therapie haben. Ich bin in Gedanken bei Dir.

    danke du bist lieb. ich habe wieder viel aufregung und ein bisschen bauchweh, das steigert sich immer mehr je näher der therapie tag kommt. aber insgesamt fühlt es sich nicht ganz so schlimm an wie die letzten male, ich glaube weil ich zurück bei der arbeit viel ablenkung habe und dann mit der aufregung im bauch besser klar kommen kann.

    Zitat

    WAS würden Sie jetzt tun, wenn Ihnen das kleine Mädchen Koltrast das erzählen würde? Seltsamerweise fällt mir dann SOFORT ein, was zu tun ist - nur mit Bezug auf mich selber nicht.

    wie meinst du das? du unterscheidest zwischen dem kleinen mädchen das du warst und dir heute so als wären das zwei unterschiedliche menschen?

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    Uralte Verhaltensweisen, aufgezwungen durch eine ç%&-Familienmutter, melden sich immer mal wieder.

    puh, immer mal wieder obwohl du schon so alt bist? wie schlimm und wie traurig dass es so lange "in einem bleibt". es macht mich sehr traurig. ach mensch, du arme...

    Zitat

    Das Wichtigste vergessen: nimm das "kleine Mädchen Darkness" mit zur Therapiestunde und höre auf es und sage dem Therapeuten, was so bedrückend ist für es, dass es jeden Tag drandenken muss. :)*

    nein. dinge von früher als ich klein war kann ich niemanden sagen. ich will das einfahc nur vergessen.

    @koltrast

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    obwohl du schon so alt bist

    oh nein, koltrast entschuldige bitte!! das klingt so unhöflich und doof. ich meinte das aber gar nicht so wie es jetzt hier steht, ich war nur so erschrocken dass es für dich nach der langen zeit immer noch ein thema ist, ab und zu mal. dass es bleibt egal wie viel zeit vorbei geht und wie "groß" man ist. ich hoffe du bist mir nicht böse, ich wollte nicht respektlos oder frech zu dir sein. ich habe viel respekt für dich weil du sehr tapfer bist und ich mag dich!

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    ich habe wieder viel aufregung und ein bisschen bauchweh, das steigert sich immer mehr je näher der therapie tag kommt. aber insgesamt fühlt es sich nicht ganz so schlimm an wie die letzten male, ich glaube weil ich zurück bei der arbeit viel ablenkung habe und dann mit der aufregung im bauch besser klar kommen kann.

    Das mag sein. Aber wohl auch so etwas wie "Routine", denn Du weisst langsam, wie es sich so anfühlt, in der Therapie zu sitzen.

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    wie meinst du das? du unterscheidest zwischen dem kleinen mädchen das du warst und dir heute so als wären das zwei unterschiedliche menschen?

    Ja, etwa so hat es mir der Therapeut beigebracht. Wenn ich eine (liebevolle) Mutter/Grossmutter der kleinen Koltrast wäre, wie würde ich sie behandeln, auf sie eingehen, ihr zuhören.... halt so, wie ich es als Kind nie habe erleben dürfen und mich (unbewusst) so danach sehnte. Wahrgenommen werden und liebgehabt werden.


    Immer mal wieder holt mich das Ganze ein - ein nichtiger Anlass kann reichen - und dann bespreche ich das nächstes mal mit dem Therapeuten. Das tut gut und gibt mir eine andere Sichtweise, hilft auch, das lang Verdrängte zu begreifen und verarbeiten. Es ist schwierig zu erklären. WAS meine Mutter umtrieb, mich und den Bruder so zu behandeln, wusste ich nicht - der Therapeut hat mir verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt und eine traf meistens zu. Mit der Zeit merkte ich, dass meine Mutter mich hasste, weil sie sich selber hasste - dass dieser Hass mit mir persönlich nichts zu tun hatte, sondern an mir abreagiert wurde. Als Kind dachte ich immer, dass ich böse/schlecht bin, dass Mutter so mit mir war und wollte alles immer besser machen, noch lieber sein... und hatte nie Erfolg damit, bekam nie Zuwendung. In der Therapie gesagt bekommen und danach mit dem Verstand begreifen zu können, dass das Üble mit mir persönlich nichts zu tun hatte, machte mein Leben leichter, denn Selbstvertrauen konnte endlich anfangen zu wachsen.


    Dass ich davon eingeholt werde, geschieht viel seltener, als das jetzt den Anschein macht, wo ich davon schreibe. Ich bin durch die Therapie frei geworden, all das Verdrängte, Schwere ist bearbeitet. Dass da so viel Elend war, wird mir eben dann bewusst, wenn wieder ein "Anlass" dazu gegeben ist.


    Kürzlich watschte eine Mutter ihr ca.7-jähriges Kind auf offener Strasse ab und ich habe das gesehen. DAS hat so Vieles wieder heraufgeholt und ich war starr vor Schrecken. Als ich mich wieder bewegen konnte, wollte ich hingehen und mit der Mutter reden und das Kind in Schutz nehmen - aber da stiegen beide in den Bus ein, der gerade kam. Das Kind hielt immer noch die kleinen Hände vors Gesicht und war so vorübergebeugt im Schmerz. Das Bild wird mich jetzt lange verfolgen. Es gibt immer noch solche armen Kinder.

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    puh, immer mal wieder obwohl du schon so alt bist? wie schlimm und wie traurig dass es so lange "in einem bleibt". es macht mich sehr traurig. ach mensch, du arme...

    JA! Ich werde 68. Was man in frühester Kindheit erfuhr/lernte, haftet leider ganz fest, sagt der Therapeut. "Man kann die Festplatte nicht neu programmieren, aber Zusatzprogramme schreiben, die die fehlerhaften Programme korrigieren" - ist ein geflügeltes Wort vom Psychiater.


    Ums Himmels Willen, mach' Dir bloss keine Gedanken wegen Deiner Bemerkung, die genau richtig ist! Ich empfand Dich weder als frech noch respektlos. Es ist eine traurige Tatsache: auch fast 60 Jahre später kommt Schlimmes wieder hoch. ABER: nicht mehr so brennend, dominierend, zerstörerisch - ich kann (=habe gelernt) es aus einer gewissen Distanz zu sehen. (Was dem kleinen Mädchen geschah, weiss ich - die erwachsene Frau muss keine Angst mehr haben und trägt vor allem keine Schuld an dem was war.)

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    ich habe viel respekt für dich weil du sehr tapfer bist und ich mag dich!

    Ich Dich auch! Respekt, weil Du alles angehen willst und tapfer jeden Freitag zur Therapie gehst. Und mögen tue ich Dich sowieso, sonst würde ich schon lange nicht mehr mitschreiben. :)_

    Ach hello, ich kann doch auch erst helfen seit ich soweit damit durch bin, dass ich ganz entspannt damit klar komme. Es ist ein wenig wie alte Narben. Zieht bei Wetterwechsel, aber ich kann sie mit Stolz tragen, sie zieren mich, machen mich zu der die ich heute bin und sind immer wieder ein guter Aufhänger für nette Anekdoten, aber auch oft eine Einladung an Menschen denen es nicht so gut geht, um sich bei mir mal anzulehnen. Ohne sie wäre ich jemand anders und ich mag mich ganz gern so wie ich heute bin.


    Kind und mich trennen musste ich zum Beispiel erst lernen. Ich musste mich überhaupt erstmal als wirkmächtige und selbstbestimmte Erwachsene begreifen lernen, bevor ich die ganzen alten Muster von aussen ansehen konnte umzu sortieren. Dauert halt länger, so eine Grundinventur.

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    Ich musste mich überhaupt erstmal als wirkmächtige und selbstbestimmte Erwachsene begreifen lernen,

    Das sehe ich auch als einen sehr wichtigen Punkt an. Solange das anders war, empfand ich mich wie ein Blättchen im Wind, das von Steilküsten in Wellentäle geschleudert wurde und der diese endlich entdeckte Wirkmächtigkeit wie ein kleines, rettendes Palmeninselchen vorkam.


    Ich bin übrigens auch schon eine "Alte" - wenn auch im Außen und Innen jünger und manchmal "frecher" als noch vor 10 Jahren. ]:D

    @koltrast

    puh koltrast, gut dass du es mir nicht übel nimmst.

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    Ja, etwa so hat es mir der Therapeut beigebracht. Wenn ich eine (liebevolle) Mutter/Grossmutter der kleinen Koltrast wäre, wie würde ich sie behandeln, auf sie eingehen, ihr zuhören.... halt so, wie ich es als Kind nie habe erleben dürfen und mich (unbewusst) so danach sehnte. Wahrgenommen werden und liebgehabt werden.

    das finde ich schön und traurig zugleich. konntest du die kleine koltrast nachträglich ein bisschen trösten? geht das überhaupt? ich hoffe du konntest!!


    hat dir der therapeut auch gesagt warum das alles noch eine rolle spielt wenn man längst erwachsen ist? früher als ich klein war, dachte ich immer es wird ganz anders wenn ich erstmal älter und erwachsen bin. dass es ein ganz anderes, viel besseres leben wird und ich dachte spätestens mit 12 ist man endlich so gut wie erwachsen und dann macht es einem nicht mehr so viel aus, weil man alt genug ist. dann mit 12 dachte ich, mit 14 wird es besser und mit 14 dachte ich, wenn ich erstmal 16 bin, komme ich besser klar und immer so weiter. jetzt bin ich 20, aber so wie ich es mir früher immer ausgemalt habe, ist es überhaupt nicht. ich dachte wenn man erwachsen ist, kann man das hintersich lassen.

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    Mit der Zeit merkte ich, dass meine Mutter mich hasste, weil sie sich selber hasste - dass dieser Hass mit mir persönlich nichts zu tun hatte, sondern an mir abreagiert wurde. Als Kind dachte ich immer, dass ich böse/schlecht bin, dass Mutter so mit mir war und wollte alles immer besser machen, noch lieber sein... und hatte nie Erfolg damit, bekam nie Zuwendung.

    das kenne ich. (meine mutter hat uns auch gehasst.) du hast einmal kurz geschrieben dass es für deinen vater schwierig war, aber konnte wenigstens er ein bisschen lieb zu euch sein? es ist sehr persönlich gefragt, du musst das natürlich nicht beantworten.

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    In der Therapie gesagt bekommen und danach mit dem Verstand begreifen zu können, dass das Üble mit mir persönlich nichts zu tun hatte, machte mein Leben leichter, denn Selbstvertrauen konnte endlich anfangen zu wachsen.

    weil du plötzlich wusstest dass all das schlechte nicht passiert ist weil du du bist, sondern weil deine mutter deine mutter war.

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    JA! Ich werde 68. Was man in frühester Kindheit erfuhr/lernte, haftet leider ganz fest, sagt der Therapeut.

    Zitat

    Es ist eine traurige Tatsache: auch fast 60 Jahre später kommt Schlimmes wieder hoch. ABER: nicht mehr so brennend, dominierend, zerstörerisch - ich kann (=habe gelernt) es aus einer gewissen Distanz zu sehen. (Was dem kleinen Mädchen geschah, weiss ich - die erwachsene Frau muss keine Angst mehr haben und trägt vor allem keine Schuld an dem was war.)

    was du schreibst macht mir ein bisschen mut. dass es nicht immer gleich schlimm bleibt und man lernen kann, besser damit klarzukommen. ich bewundere euch, dich, danae und eigentlich jeden, der das hinbekommen hat. ich kann auch erstmal nur erahnen wie viel arbeit und anstrengung und vor allem mut dahinter steckt.

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    Respekt, weil Du alles angehen willst und tapfer jeden Freitag zur Therapie gehst. Und mögen tue ich Dich sowieso, sonst würde ich schon lange nicht mehr mitschreiben.

    das ist sehr nett von dir, vielen dank. @:) aber mögen... das klappt leider nur weil du nicht weißt was ich alles getan habe. :-(

    @danae

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    Ohne sie wäre ich jemand anders und ich mag mich ganz gern so wie ich heute bin.

    ja du bist aber auch ziemlich cool. aber sich selbst zu mögen muss ganz im ernst ein richtig richtig gutes gefühl sein. wie gut dass du es kannst.

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    Kind und mich trennen musste ich zum Beispiel erst lernen.

    wie?


    was koltrast dazu erklärt hat, kann ich mir sehr gut vorstellen. es macht sinn, klingt logisch und hilfreich. aber nur theoretisch und konkret im bezug auf sie und die "kleine koltrast". bei mir selbst, da kriege ich keine verbindung hin im kopf und kann mir nicht vorstellen wie das gehen soll.

    @mallaig

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    Ich musste mich überhaupt erstmal als wirkmächtige und selbstbestimmte Erwachsene begreifen lernen, bevor ich die ganzen alten Muster von aussen ansehen konnte umzu sortieren. Dauert halt länger, so eine Grundinventur.

    Zitat

    Das sehe ich auch als einen sehr wichtigen Punkt an. Solange das anders war, empfand ich mich wie ein Blättchen im Wind, das von Steilküsten in Wellentäle geschleudert wurde und der diese endlich entdeckte Wirkmächtigkeit wie ein kleines, rettendes Palmeninselchen vorkam.

    wie meint ihr dsa?

    Na, ich war halt einfach noch ein Kind oder zumindest ziemlich fest in der Kinder-Rolle gefangen. Das geht gar nicht wenigen Leuten so, erkennbar daran, wie sie plötzlich in so seltsame Verhaltensweisen fallen wenn ihre Eltern anwesend sind, aber für die meisten stellt das erstmal kein größeres Problem dar, weil die vermittelten Werte und Richtlinien zu einem normalen Leben passen und grundlegende Wertschätzung vermitteln. Problematisch wird es oft wenn eigene Kinder kommen und die Oma da reinreden will, habe ich festgestellt. ;-D


    Als Kind konnte ich mich nicht wehren und die Gefühl der Hilflosigkeit hatte ich auch mit Anfang 20 noch, dabei kann man ja rein faktisch viel mehr machen, als mit vier oder sechs oder zwölf. Das musste ich aber erstmal begreifen, mir klar werden, dass ich dies oder das alleine kann und darf, darunter aus selbst entscheiden wie ich leben will. Und erst nachdem das langsam kam, konnte ich mein inneres Kind halten, trösten, schützen, weil es erst dann auch ein erwachsenes Ich gab, dass den Job übernehmen konnte, der vorher zu kurz kam.


    Danach konnte ich dann das Kind nicht als getrennten sondern als anderen Teil meiner Persönlichkeit begreifen lernen. Einen Anteil mit bestimmten Bedürfnissen die ich stillen kann und will um keine Angst mehr haben zu müssen, mich nicht mehr unendlich alleine und traurig zu fühlen und soweiter.

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    Als Kind konnte ich mich nicht wehren und die Gefühl der Hilflosigkeit hatte ich auch mit Anfang 20 noch, dabei kann man ja rein faktisch viel mehr machen, als mit vier oder sechs oder zwölf. Das musste ich aber erstmal begreifen, mir klar werden, dass ich dies oder das alleine kann und darf, darunter aus selbst entscheiden wie ich leben will. Und erst nachdem das langsam kam, konnte ich mein inneres Kind halten, trösten, schützen, weil es erst dann auch ein erwachsenes Ich gab, dass den Job übernehmen konnte, der vorher zu kurz kam.


    Danach konnte ich dann das Kind nicht als getrennten sondern als anderen Teil meiner Persönlichkeit begreifen lernen. Einen Anteil mit bestimmten Bedürfnissen die ich stillen kann und will um keine Angst mehr haben zu müssen, mich nicht mehr unendlich alleine und traurig zu fühlen und soweiter.

    Danae bringt es mal wieder auf den Punkt! SO war es auch für mich!

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    was du schreibst macht mir ein bisschen mut. dass es nicht immer gleich schlimm bleibt und man lernen kann, besser damit klarzukommen.

    Ja, und Du hast diesen Lernprozess vor ein paar Wochen angefangen.

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    ich bewundere euch, dich, danae und eigentlich jeden, der das hinbekommen hat. ich kann auch erstmal nur erahnen wie viel arbeit und anstrengung und vor allem mut dahinter steckt.

    Auch DU wirst das hinbekommen, ganz bestimmt! Du bist ernsthaft bemüht und kein oberflächlicher Mensch.

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    weil du plötzlich wusstest dass all das schlechte nicht passiert ist weil du du bist, sondern weil deine mutter deine mutter war.

    JA

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    du hast einmal kurz geschrieben dass es für deinen vater schwierig war, aber konnte wenigstens er ein bisschen lieb zu euch sein?

    So im Versteckten schon - auch er hatte kein Bier gegen Mutter. Vater hat uns NIE geschlagen und er hat mit uns mit unendlicher Geduld Spiele gespielt, Mensch ärgere Dich nicht war der Favorit oder Elfer raus. Er gehörte natürlich zu der Generation Väter, die 100% arbeiteten, einen langen Arbeitsweg hatten (ohne Auto) und auch am Samstag wurde noch bis gegen Mittag gearbeitet. Er war sehr wenig zuhause.