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    Das mit der Oma wirst du nur klären, indem du dir ein Herz fasst und es angehst. Sonst wird sie vermutlich eines Tages als erste die Welt verlassen und du hast nie erfahren, ob sie dir nicht längst vergeben hat. Das fände ich wirklich bitter: Irgendwann könnte es zu spät sein, und ohne den Sprung über den Graben wirst du es nie wissen.

    das weiß ich und mein mut müsste eigentlich größer sein als meine angst. ich weiß nicht warum ich so feige bin, ich habe meine oma wirklicih so lieb und das ist die wahrheit, ganz ganz ehrlich. aber vielleicht nicht genug wenn meine angst größer ist, ich weiß es einfach nicht.

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    Für mich sitzt nach wie vor hier der Knackpunkt. Du bist wie wir alle, nicht schlechter und nicht besser, aber solange du das nicht anerkennst, wirst du dir nicht vergeben können. Leider machen wir alle ganz viel falsch im Leben - das tun Menschen

    vielleicht ist das der knackpunkt aber meine meinung dazu ist auch anders. ich denke wie du, dass alle menschen auch fehler machen. man kann gar nicht alles richtig machen und das ist okay. der unterschied ist für mich aber dass es dinge gibt, die nicht zu vergeben sind. ja, man kann schon mal etwas falsch machen, auch öfter mal, aber es gibt grenzen. so denke ich. was ich gemacht habe ist weit über die grenze hinaus. es ist leider so. das ist der unterscheid. du und danae und koltrast habt vielleicht auch schon mal ein klein wenig mist gebaut oder etwas falsch gemacht, aber bestimmt habt ihr nicht die grenze überschritten. noch dazu habt ihr mir schon so sehr geholfen dass ihr einfach sehr wertvolle und gute menschen seid.


    für mich verliere ich immer mehr die geduld und vor allem die hoffnung. ich würde einfach gerne ein bisschen besser damit klarkommen dass die dinge nun eben so sind wie sie sind. mehr ist wahrscheinlich einfach nicht drin für mich.

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    Zweitens machen wir von einer anderen Ebene aus gesehen NICHTS falsch im Leben, sondern tun immer folgerichtig das, wozu wir zu dem jeweiligen Zeitpunkt fähig sind. Wir pflegen gern die Illusion, wir hätten uns ja anders entscheiden können, aber wir sehen das erst NACH dem falschen und sogar DURCH das falsche Handeln.

    aber ich HÄTTE mich doch tatsächlich anders entscheiden können oder nicht? vielleicht verstehe ich es einfach nicht richtig aber was du da schreibst klingt so als hätte man keine wahl und handelt einfach wie man handelt, weil man gar nicht anders kann. aber man ist doch verantwortlich für das was man tut oder?


    ich weiß dass ich VOR dem ganzen mist einfach viel zu wenig weitblick hatte und nicht alle konsequenzen abgewogen habe die dann eingetroffen sind. dabei hätte mir klar sein müssen was passieren kann und dann auch passiert ist in der folge. aber ich habe einfach mein ding durchgezogen ohne rücksicht. es macht mich so traurig

    Aber es fühlt sich sicherer an als die Alternative. Offenlegung worum es geht, das positivere Urteil anderer annehmen und soweiter.


    Das ist oft ein Problem, weil einen nämlich das eigene Leid auch irgendwie eine Form von Aufmerksamkeit sichert, einen exponiert, ist es schwer loszulassen, besonders wenn man sich nicht vorstellen kann was die Leute denn an einem unwichtigen Würmchen sonst so interessieren soll, wenn das auch noch wegfällt. Das sind natürlich keine bewussten Prozesse, aber sehr sehr mächtige Prozesse sind es dennoch.

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    Offenlegung worum es geht, das positivere Urteil anderer annehmen und soweiter.

    du meinst erzählen, was ich gemacht habe?

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    Das ist oft ein Problem, weil einen nämlich das eigene Leid auch irgendwie eine Form von Aufmerksamkeit sichert, einen exponiert, ist es schwer loszulassen, besonders wenn man sich nicht vorstellen kann was die Leute denn an einem unwichtigen Würmchen sonst so interessieren soll, wenn das auch noch wegfällt.

    ich will gar nicht dass sich jemand dafür interessiert. eigentlich versuche ich die ganze geschichte und wie es mir (innerlich) geht so gut ich kann von allen leuten, mit denen ich so zu tun habe zu verstecken. meine arbeitskollegen wissen inzwischen das ich nichts zu erzählen habe bzw das nicht mag und in dem punkt bin ich sehr froh, dass sie es so akzeptieren und mich trotzdem mögen.

    Aber du willst das man sich für dich interessiert. Du willst Freunde und Zuneigung und soweiter. Gerade klappt das hier über deine Defizite, die negative Selbstdefinition. Das was du sonst so machst, was dich in positver WEise ausmacht, dass findet hier so gut wie keinen Platz. Weshalb nicht?

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    du meinst erzählen, was ich gemacht habe?

    Ja. Ich weiß das es nicht so einfach ist, aber ein großes Geheimnis vor sich hertragen macht natürlich auch interessant und wenn man befürchtet ansonsten einfach gar nichts zu sein, völlg egal und uninteressant, dann kann das Geheimnis auch eine positive Seite bekommen die es noch schwerer macht es loszulassen.

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    Aber du willst das man sich für dich interessiert. Du willst Freunde und Zuneigung und soweiter. Gerade klappt das hier über deine Defizite, die negative Selbstdefinition. Das was du sonst so machst, was dich in positver WEise ausmacht, dass findet hier so gut wie keinen Platz. Weshalb nicht?

    ja natürlich sehne ich mich oft danach freunde zu haben wenn ich mich einsam fühle. das ist mal besser mal schlechter. und natürlich tut es mir gut dass ich hier von euch so sehr respektvoll und nett behandelt werde und hilfe bekomme aber das hat doch nichts mit meinem selbstbild zu tun.


    wie meinst du das, was ich sonst noch mache? ich weiß nicht was ich darüber erzählen soll und wozu? was mich positiv ausmacht. ja es gibt schon ein paar dinge die ich ganz gut kann, aber was soll ich dazu schreiben?

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    Ja. Ich weiß das es nicht so einfach ist, aber ein großes Geheimnis vor sich hertragen macht natürlich auch interessant und wenn man befürchtet ansonsten einfach gar nichts zu sein, völlg egal und uninteressant, dann kann das Geheimnis auch eine positive Seite bekommen die es noch schwerer macht es loszulassen.

    du meinst dass ich denke, das was ich getan habe macht mich interessant? aber das ergibt doch keinen sinn. das gegenteil ist der fall, ich denke es macht mich zu einem arschloch. ich befürchte nicht uninteressant zu sein, sondern das gegenteil: ich schäme mich und ich habe angst. weil ich weiß dass die leute mich dann mit anderen augen sehen und verachten werdne. ich habe mehr als einmal erlebt wie die leute reagieren. nach dem was ich getan hab gab es aus meiner familie noch einzelne leute die auf meiner seite waren aber je mehr sie mitbekommen haben und je mehr folgen das alles hatte, umso mehr haben sie sich abgewant und jeden respekt vor mir verloren. ich habe hinterher eine weile in einer wohngruppe gewohnt und da hatte ich zwei freunde, die mir auch sehr in dieser ersten zeit nachdem alles sehr turbulent wurde, weitergeholfen haben. aber was ist passiert als ich ihnen nach und nach die wahrheit über mein ganzes leben, meine familie und über mich erzählt habe? die freundschaften gingen kaputt. die eine nicht offiziell, weil zumindest eine von beiden mir gesagt hat, sie fände es nicht schlimm und würde trotzdem mit mir befreundet bleiben, aber letztendlich hat auch sie sich nach und nach abgewandt und mich gemieden. es ist egal, ich nehme es niemanden übel und bin dann ja auch weggezogen aber trotzdem hat es mich traurig gemacht. der andere hat mir klar gesagt dass er ein anderes bild von mir hatte und nun lieber auf abstand gehen will. ja ich konnte es verstehen, aber fand es auch traurig. und seither will ich einfach niemanden mehr davon erzählen. die leute mit denen ich jetzt zu tun habe, hauptsächlich sind das meine arbeitskollegen wissen nicht mal dass es diese ganze sache überhaupt gibt. ich will überhaupt nicht interessant sein sondern lieber unsichtbar in dem sinn das alles ruhig läuft und nichts mehr schief geht, ohne probleme. es gab früher immer so viel ärger und probleme, nicht nur meine tat, sondern insgesamt. ich will das nicht mehr.


    ja das ist sicher auch ziemlich unfair (hat hier auch schon mal jemand geschrieben) gegenüber allen die näheren kontakt zu mir haben weil sie einen sehr wichtigen teil von mir nicht kennen, aber ich habe angst dass sie dann nichts mehr mit mir zu tun haben wollen.


    der therapeut würde weiter therapie stunden mit mir machen, weil es sein job ist. aber zum beispiel mein teamkollege mit dem ich jeden tag zusammenarbeite und mit dem ich gut auskomme, den ich gut leiden kann, wenn er wüsste wie ich wirklich bin, was ich in der vergangenheit gemacht habe, dann wäre er schockiert.

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    was ich gemacht habe ist weit über die grenze hinaus. es ist leider so. das ist der unterscheid. du und danae und koltrast habt vielleicht auch schon mal ein klein wenig mist gebaut oder etwas falsch gemacht, aber bestimmt habt ihr nicht die grenze überschritten. noch dazu habt ihr mir schon so sehr geholfen dass ihr einfach sehr wertvolle und gute menschen seid.

    Meine Güte, Darkness, du bist auch gut und wertvoll! Selbst wenn es ein Mord war, den Du begangen hast, dann hast du doch tolle Eigenschaften, die hier durch die Zeilen durchzuspüren sind. Du bist lieb zu anderen und tust jetzt Gutes, wahrscheinlich mehr als ich und als viele andere.


    Ich wiederhole: Anscheinend hast du dir selbst für deine Tat schon selbst lebenslänglich gegeben. Wir sind besser? Ich habe auch Schlimmes getan, und ja, ich hatte zu dem Zeitpunkt eben keine wirkliche Wahl! Weil ich einfach noch nicht soweit war wie heute. Aber ich bin "außerdem" auch noch anderes, ich identifiziere mich nicht mit dem, was Vergangenheit und nicht mehr zu ändern ist.


    Wo konnten wir dir denn bis jetzt helfen? Ich sehe das nicht. Koltrast wird von dir enttäuscht sein? Glaube ich nicht. Ich bin auch von dir nicht enttäuscht, DU leidest, DU kommst aus deiner Falle nicht raus. Niemand erwartet von dir, dass du "spurst", du selbst bist es, die sich neben dem anderen auch das übel nimmt.


    Ich meine inzwischen auch, du "brauchst" das irgendwie, dieses Brauchen ist aber nicht logisch, so dass du es widerlegen könntest. Etwas in dir hält an dem fest, das es dir schlechtgehen lässt, und das erfüllt einen Zweck. In abgewandelter Form gibt es das gar nicht so selten, damit bist du keine Ausnahme, es drückt sich nur unterschiedlich aus, bei manchen eventuell durch Krankheit, vielleicht auch, weil es bei ihnen gar nicht ins Bewusstsein dringt, woran sie eigentlich so leiden. Den Vorteil hast du: Du erkennst, woran du leidest, aber noch erkennst du nicht den wahren Grund und somit auch keinen Ausweg.


    Vielleicht solltest du eine Weile aufhören, den Ausweg zu suchen, sondern dich zunächst tatsächlich auf die Aufarbeitung konzentrieren, in der Form, dass du nur anerkennst, fähig gewesen zu sein, zu der Zeit so etwas Schlechtes getan zu haben. Du kannst darüber trauern und aufhören, dich dagegen zu wehren.

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    ich weiß nicht was ich darüber erzählen soll und wozu?

    Na, weil dich als Mensch und dein Leben mehr ausmacht als nur irgendein Ding aus der Vergangenheit.

    Zitat

    ich denke es macht mich zu einem arschloch.

    Aber ein Arschloch ist immerhin irgendjemand. Wenn das weg wäre, also wenn eine Fee käme und würde das was passiert ist löschen, wer wärest du dann?


    Weißt du, die Leute könnten sich auch abgewandt haben, weil du das erwartest hast. Denk drüber nach. Dein Therapeut sagt "Ist in Ordnung, sie haben keine Schuld" und statt erleichtert zu sein reagierst du mit Ablehnung. Vielleicht war das bei den Freunden unbewusst nicht anders? Kannst du überhaupt jemanden aushalten der dich nicht in deiner negativen Rolle bestätigt? Oder stellt dich das dann so in Frage, dass du den Kontakt automatisch selbst reduzierst?

    Falls du dich fragst, was ich oben meinte: Der wahre Grund des Brauchens könnte sein, dass nur die starken und unüberwindlichen Schuldgefühle schaffen, dich innerlich überhaupt überleben zu lassen. (Ein paradox anmutender Gedanke, aber unser Unbewusstes kann so "unlogisch" arbeiten: zwar auf eine Art arbeitet es dann für, auf eine andere aber gegen uns. So wie z. B. ein schwer Übergewichtiger gegen seinen Willen immer weiter mit Essen kompensiert, er schadet und nützt sich gleichzeitig.)

    @ hello darkness

    Kleiner Gedankenanschubser


    Du schriebst

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    die eine nicht offiziell, weil zumindest eine von beiden mir gesagt hat, sie fände es nicht schlimm und würde trotzdem mit mir befreundet bleiben, aber letztendlich hat auch sie sich nach und nach abgewandt und mich gemieden. es ist egal, ich nehme es niemanden übel und bin dann ja auch weggezogen aber trotzdem hat es mich traurig gemacht.

    Die Frage, die ich mir stelle ist, ob sich diese Freundin wegen Deiner "Tat" von Dir abgewand hat oder wegen Deines Umgangs damit? Vielleicht interpretierst Du es nur in ihr Verhalten herein?


    ____________________________________________


    Auch wenn Du das ungern hörst, Du kommst mir hier sehr sympathisch und freundlich herüber. Ein "richtig" "schlechter Mensch" würde sich keine Gedanken darum machen, ob seine Taten - absichtlich oder unabsichtlich - für andere nicht nur Gutes sondern auch Schlechtes auslösten. Solchen Menschen wäre es egal, wenn sie eine unabsichtlich "schlechte" Tat wieder tun könnten. Sie würden höchstens darunter leiden - ihrer Meinung nach ungerechterweise - von den Anderen gemieden zu werden.


    Du dagegen machst Dir Gedanken um das Befinden der Anderen und willst für die Zukunft ein (un)absichtlich anderen schadendes Verhalten verhindern. Das bedeutet für mich, Du bist mehr auf der Seite der "guten" Menschen.


    Und der von Dir unabsichtlich verursachte "Schaden"? Der zeigt, Du bist ein Mensch und kein Hellseher. Selbst mit noch so viel Lebenserfahrung kann Mensch nicht alles veraussehen. Vor allem, da bei Dir ja noch Familienmitglieder und Behördenmitarbeiter ins Spiel kamen. So viele Möglichkeiten des Handelns... Hätte eine oder hätten mehrere anders auf Dein Handeln reagiert, wäre es anders gekommen - vielleicht viel besser. Bist also nicht Du "Schuld" sondern die, die falsch auf Dein Handeln reagiert haben?


    Es gibt auch verschiedene Möglichkeiten, warum Du danach von manchen Menschen abgelehnt wurdest.


    1) Die, die Du annimmst: Die fanden Dein Verhalten und dessen Auswirkungen scheiße.


    2) Sie haben selber schon gedacht, ähnlich wie Du zu handeln und haben es sich nicht getraut. Aus Selbstrechtfertigung geben sie es nicht zu und lehnen Dein Verhalten sogar öffentlich ab.


    3) Du hast sie mit Deinem Verhalten aufgerüttelt und vor Augen geführt, wie schlimm die Situation ist. Jetzt kommen sie nicht damit klar, dass sie das vor Deinem Handeln nicht erkannt haben. Und dann auch hier: Aus Selbstrechtfertigung geben sie es nicht zu und lehnen Dein Verhalten sogar öffentlich ab.


    Mit Deinem Verhalten hast Du eine Schockwelle ausgelöst. Hast Du denn Informationen, wie es Deinen Familientmitgliedern (außer Deiner Oma) inzwischen geht? Vielleicht hat es sich für manche doch zum Besseren gewendet und sie sehen das ganze mit etwas Abstand anders?


    Bist Du Dir auch sicher, ob - so schlimm es auch auskam - ein Nicht-Handeln Deinerseits auf Dauer nicht die schlechtere Option gewesen sein würde? Z. B. Elternteil 1 ist regelmäßig verbal gegenüber Elternteil 2 aggressiv. Auch gegenüber den Kindern rastet E1 öfter aus und es setzt schon mal Ohrfeigen. Der älteste Sohn S kommt damit nicht länger klar und wird gegenüber seinen kleineren Geschwistern verbal und körperlich aggressiv. Die Eltern ignorieren das, obwohl S immer aggressiver wird und die kleineren Kinder große Angst haben.


    Auf Andeutungen reagiert außen niemand. Ein Kind K kommt damit nicht mehr klar. Es provoziert S, das er richtig ausrastet und K verprügelt, bis K Prellungen, einen angebrochenen Arm und eine gebrochene Nase hat. Jetzt endlich reagiert die Außenwelt. Da die Eltern sich nicht helfen lassen, werden die kleineren Kinder zu ihrem Schutz für einige Zeit aus der Familie genommen. S wird zu einer Therapie gezwungen. Alle sind nun sauer auf K, werfen K vor die Familie kaputt gemacht und auseinander gerissen zu haben.


    Hätte K nicht gehandelt, hätte S vielleicht einem der kleinere Kinder schwerwiegende Verletzungen zugefügt? Mit ziemlicher Sicherheit hätten die kleineren Kinder gelernt, dass das richtiges Verhalten ist? Vielleicht wäre S straffällig geworden? Vielleicht wäre das ganze ohne Ks handeln wenige Monate später trotzdem erfolgt, denn nicht Ks handeln war der Auslöser, sondern das schlimme Verhalten der Eltern und des Sohns!


    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit Deiner Therapie. Nur weil es mal ein oder zwei Schritte zurückgeht, kannst Du trotzdem insgesamt ein guter Stück vorwärts gehen! :)*

    @mallaig

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    Meine Güte, Darkness, du bist auch gut und wertvoll! Selbst wenn es ein Mord war, den Du begangen hast, dann hast du doch tolle Eigenschaften, die hier durch die Zeilen durchzuspüren sind. Du bist lieb zu anderen und tust jetzt Gutes, wahrscheinlich mehr als ich und als viele andere.

    ja weißt du mallaig, dass du das sagst ist sehr lieb von dir (danke!!) und ich habe mich ehrlich darüber gefreut das du sagst, ich habe auch gute eigenschaften. das problem für mich ist: ich spüre es aber nicht.

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    Ich wiederhole: Anscheinend hast du dir selbst für deine Tat schon selbst lebenslänglich gegeben.

    ja. weil so vieles passiert ist was ich einfach nicht wollte.

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    Wo konnten wir dir denn bis jetzt helfen? Ich sehe das nicht

    am meisten damit dass ich den schritt gemacht habe zu einem therapeuten zu gehen. und als es mit der ersten therapeutin überhaupt nicht funktioniert hat. aber auch generell wenn es schwierig ist mit der therapie. das ist sicher lange nicht alles weil ich im laufe der zeit noch viel mehr ratschläge bekommen habe und auch denkanstöße. ja ich kann nicht alles gut annehmen und noch weniger umsetzen, aber trotzdem denke ich innerlich viel über alles nach und versuche daran zu arbeiten. aber am meisten hilfe war für mich, dass ich es schaffen konnte eine therapie zu finden. ich weiß nicht ob ich alleine den mut gefunden hätte und dran geblieben wäre.

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    Vielleicht solltest du eine Weile aufhören, den Ausweg zu suchen, sondern dich zunächst tatsächlich auf die Aufarbeitung konzentrieren, in der Form, dass du nur anerkennst, fähig gewesen zu sein, zu der Zeit so etwas Schlechtes getan zu haben. Du kannst darüber trauern und aufhören, dich dagegen zu wehren.

    trauern, wie meinst du das?

    @danae

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    Na, weil dich als Mensch und dein Leben mehr ausmacht als nur irgendein Ding aus der Vergangenheit.

    das vergesse ich meistens.


    und ich denke: ja ich habe auch diese oder jene gute eigenschaft, aber was zählt das schon, wenn ich auf der anderen seite so viel schlechtes habe.


    der therapeut hat gestern gesagt bei mir ist es wie bei einem pickel. wenn man in den spiegel guckt und sein gesicht ansieht, sieht man plötzlich nur den blöden pickel und ärgert sich weil es nicht schön aussieht. aber das alles andere schön aussieht, erkennt man gar nicht, weil man die ganze zeit den pickel ansehen muss und vergisst das es nur ein teil vom gesicht ist und der rest okay ist.


    aber mit charakter ist es leider komplizierter als mit pickel...

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    Aber ein Arschloch ist immerhin irgendjemand. Wenn das weg wäre, also wenn eine Fee käme und würde das was passiert ist löschen, wer wärest du dann?

    dann wäre ich wieder ich, so wie früher. und frei. ich könnte alles tun was ich will. vielleicht nicht alles, aber vieles. ich hätte meine geschwister wieder und ich könnte eine viel viel bessere lösung finden als die schlechte von damals. wir könnten uns ein normales und gutes leben aufbauen, zumindest mit meinen beiden kleinen geschwistern. zusammen eine wohnung finden und mein kleiner bruder ist auch schon alt genug um zu jobben. auch mit ganz normalen jobs könnte es mit einer kleinen wohnung gut klappen und vielleicht könnten wir sogar einen hund haben wenn wir uns gemeinsam um den kümmern. das war immer der plan. das wir zusammenbleiben und uns etwas aufbauen und es gut wird.

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    Weißt du, die Leute könnten sich auch abgewandt haben, weil du das erwartest hast. Denk drüber nach. Dein Therapeut sagt "Ist in Ordnung, sie haben keine Schuld" und statt erleichtert zu sein reagierst du mit Ablehnung. Vielleicht war das bei den Freunden unbewusst nicht anders?

    ganz ehrlich danae: ich kann es überhaupt nicht mehr richtig einschätzen. jetzt mit dem therapeuten ist mir zum ersten mal so richtig klar geworden dass ich es kaum annehmen kann, wenn mir jemand sagt, dass ich nicht schuld bin. der eine freund hat sofort sehr negativ reagiert, weil er sagte man darf seine familie nicht so verraten wie ich es getanhabe , das geht einfach nicht, weil das hat etwas mit anstand und treue zu tun. die andere freundin fand es nicht so schlimm und dass sie auf abstand gegangen ist, kam erst mit der zeit. das hat vielleicht schon mit mir zu tun. ich weiß es nicht, ich habe auch viele erinnerungen wie das alles abgelaufen ist verdrängt, weil es mich traurig gemacht hat. deswegen kann ich es nicht besser beantworten, tut mir leid. aber ich glaube dass da schon etwas dran ist.