Und, wie ist das Gespräch verlaufen?


    Ich kann Dir keinen anderen Rat geben als das, was Gnumsel geschrieben hat...


    Vielleicht musst Du direkter werden und sagen, dass Du einen Jugendschaden psychischer Art hast, den Du jedoch am Bearbeiten bist.


    Er möge das Schubsen und Anschreien nicht persönlich nehmen, denn


    er sei Dir sympathisch und Du hättest ihn auf keinen Fall von den Kopf stossen wollen.


    Sollte er anfangen "zu bohren", dann kannst Du ihm sagen, dass Du darüber nicht sprechen magst - vielleicht später irgendwann einmal, wenn für DICH die Sache ausgestanden ist.

    ich war noch nicht wieder auf der arbeit. gestern habe ich einen tag frei genommen weil ich die ganze nacht nicht schlafen konnte und angst hatte vor einem gespräch. das ist ziemlich feige, ich weiß. dann bekam ich gestern auch noch fieber und heute hatte ich fast den ganzen tag auch noch welches.


    aber ich werde mich bei meinem kollegen so bald wie möglich entschuldigen und sagen dass ich mich erschrocken hatte. ich hoffe es reicht als entschuldigung aus.

    Zitat

    ich werde mich bei meinem kollegen so bald wie möglich entschuldigen und sagen dass ich mich erschrocken hatte. ich hoffe es reicht als entschuldigung aus.

    Kommt drauf an, denke ich, wenn ihm mehr an Dir liegt, wird er den Vorfall wohl besprechen wollen, damit er den Fehler nicht wieder macht. Wenn DIR mehr an ihm liegt, solltest Du die Entschuldigung aussprechen und ein Gespräch anbieten. Auf der Arbeit kann man ja Wichtiges nicht besprechen, ich meine, dass das "zwischendurch" kaum möglich ist.


    Ich weiss natürlich, dass Du keine Beziehungen eingehen magst, aus Angst, etwas preisgeben zu müssen. Das hast Du jedenfalls am Anfang des Fadens mal geschrieben.


    Möglicherweise hast Du eine Sommergrippe - oder das Ganze hat Dir psychisch dermassen zugesetzt. Ich wünsche Dir auf jeden Fall gute Besserung und viel Mut zum Gespräch.


    Wenn Dich dieser "Vorfall" so beschäftigt, könntest Du ihn in der nächsten Therapiestunde thematisieren.

    mir liegt sehr viel an ihm. wir haben einen großen teil der ausbildung zusammen gemacht und sind während der arbeit nur zu dritt: unser chef, er und ich. wir machen fast alles zu zweit und wir kamen immer gut miteinander klar, er war immer nett und fair zu mir und hat akzeptiert dass ich ziemlich seltsam bin. ich will einfach dass wir weiterhin gute kollegen sein können obwohl ich mich so furchtbar verhalten habe. ich wollte das nicht und es tut mir leid. ich weiß dass ich ihm eine erklärung schulde. aber ich kann es nicht erklären, ich wusste doch nichtmal dass ich ihm irgendwelche zeichen gegeben habe wodurch er dachte dass ich es möchte. ich kann nur sagen dass es mir leid tut und ich es nicht wollte und vor schreck geschubst und geschrieen habe. er wird mich für verrückt halten weil es verrückt ist.


    aber vielleicht hast du recht und der therapeut kann mir damit helfen. danke.

    danke koltrast, das ist sehr sehr lieb von dir!


    mir geht es besser. ich glaube, ich hatte eine art tiefpunkt und war sehr überfordert damit. mein therapeut hat mir sehr geholfen in den letzten wochen und jetzt geht es wieder, obwohl ich gemerkt habe dass ich sehr viele dinge verarbeiten muss und es wahrscheinlich mehr sind als ich dachte bevor ich mit der therapie anfing.


    mein therapeut hat mir auch etwas erzählt, an das ich jetzt oft denken muss: es gibt einen afrikanischen stamm (ich konnte mir den namen leider nicht merken) und wenn in diesem stamm jemand etwas böses macht oder jemanden verletzt, bekommt er keine strafe sondern alle kommen zusammen und machen eine art fest für ihn und sagen ihm all seine guten eigenschaften und seine guten taten die er in seinem leben gemacht hat. weil die menschen in diesem stamm glauben nicht an schuld, sondern daran dass jeder mensch in seinem herzen eigentlich gut ist. wenn er etwas schlechtes getan hat muss er einfach daran erinnert werden, wie gut er in wahrheit ist.


    daran denke ich jetzt oft, auch wenn es mich sehr traurig macht. aber ich habe auch ein bisschen hoffnung dass es stimmt und ich in wahrheit auch gut bin

    Ich lass dir mal eine Blume da. Solche Tiefs sind leider normal und man taucht immer mal wieder auf und ab und wieder auf, aber es geht dabei langsam und manchmal ohne das man es merkt, Berg auf. Wenn du also wieder abtauchst denk dir nicht "Das hatte ich doch schon hinter mir." sondern vertraue darauf das es wieder hoch geht. @:) @:)

    Schön, von Dir zu lesen :)z


    Ja, die Therapiejahre verlaufen wie Berg- und Talbahnen. Mit der Zeit werden die Berge weniger hoch und die Täler weniger tief - es gleich sich an.


    Ganz toll, dass Du DURCHHÄLTST, denn das Überstehen der Täler kostet viel Kraft.


    Der Ansicht Deines Therapeuten bin ich bekanntlich auch - schrieb Dir von Anfang an, dass Du etwas Schlimmes (??) gemacht hast, aber deswegen kein schlechter Mensch bist. Es waren wohl die Umstände, damals, und daran bist Du ja jetzt am arbeiten in der Therapie, dass Du das alles einordnen lernst und verarbeiten kannst.


    Viel Glück und Mut weiterhin. Ich werde in ein paar Tagen für eine Woche ca. wegfahren und schaue ganz bestimmt nachher wieder hier rein.


    *:)

    hallo danae und danke.


    ich glaube das die therapie sehr viel mit mir macht und ich mir dadurch dinge in den sinn kommen oder erinnerungen an die ich normalerweise nicht denken will. und dann geht es mir schlecht und ich fühle mich einsam. aber derzeit ist es okay und ich glaube, dass ich gerade viel lerne. mein therapeut hat mich auch vor kurzem gelobt weil ich mich sehr verbessert habe, was das reden angeht und es mir inzwischen leichter fällt als anfangs. darüber habe ich mich sehr gefreut.


    koltrast, danke auch dir und eine gute reise! bis bald!

    MEin Therapeut hat diese alten Erinnerungen mit Rechnungen verglichen die irgendwo ungeöffnet rumliegen. Weißt du, so wei LEute mit Schulden das oft machen. Die Angst verdirbt ihr Leben, die Schulden wachsen so sogar noch schneller weiter und solange man die Briefe nicht aufmacht bekommt man auch keine Chance es zu ändern. Erst ist es natürlich mist, alles anzusehen, aber dann kann man es richtig bearbeiten und dann komplett wegheften. Vielleicht geht dir das auch so. @:)

    mein therapeut hat gesagt dass es ein bisschen ist wie pflaster abreißen. weil es erstmal wehtut aber hinter kann man sich die wunde zumindest anschauen und anfangen sie zu pflegen damit sie verheilen kann. und wenn man sich nicht traut unter das pflaster zu schauen weiß man oft gar nicht genau was los ist und warum sich das nach so langer zeit immer noch schlecht anfühlt.