Habe ich Depressionen?

    Hallo,


    ich frage mich schon seit längerer Zeit, ob ich Depressionen habe?


    Beruflich bin ich belastbar, arbeite jetzt aber auch nicht übermäßig viel (also keine 50-Stunden-Woche oder Überstunden ohne Ende).


    Aber privat bemerke ich schon seit einiger Zeit eine gewisse Gefühlslosigkeit bei mir. Ich empfinde nicht mehr wirklich etwas, außer öfters eine tiefe Traurigkeit. Ich fühle mich innerlich so leer und auch traurig. Ich habe keine wirklichen Gefühle mehr für meinen Partner, spüre nicht, dass ich ihn liebe, obwohl ich mir sicher bin, dass ich es eigentlich tue.



    Ich kann keine Entscheidungen treffen. Das fängt bei größeren Dingen an (Kinder ja/nein, neuer Job, etc.) und hört bei so banalen Sachen auf, wie was ich zum Frühstück essen möchte. Ich mache mir über viele Dinge auch endlos viele Gedanken, bin in Gedankenspiralen gefangen.


    Ich bin privat auch nicht wirklich belastbar. Wenn Dinge in der Familie passieren (Oma im Krankenhaus, Hund stirbt), dann wirft mich das völlig aus der Bahn. Da möchte ich mich am liebsten nur verkriechen.





    Wenn ich mir im Internet die Symptome über Depressionen durchlese, dann treffen nicht viele Kriterien auf mich wirklich zu. Ich kann zum Beispiel recht gut schlafen, ab und zu gibt es Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen passt das schon. Ich komme morgens auch ganz normal aus dem Bett. Ich esse auch normal, obwohl gerade in den letzten paar Tagen mein Appetit plötzlich abgenommen hat. Auch habe ich zwischendurch immer wieder Phasen, in denen es mir gut geht, wo ich mich ganz normal fühle, lache und mir meine oben beschriebenen Gedanken so absurd und weit weg vorkommen. Da denke ich mir, dass das schon wieder wird und dass ich übertreibe. Und dann falle ich wieder unvermittelt in ein tiefes schwarzes Loch.


    Jetzt bin ich mir unsicher, was ich tun soll? Meine Hausärztin ist jetzt 2 Wochen im Urlaub, aber ich habe mir gedacht, dass ich mal mit ihr sprechen werde? Oder übertreibe ich?

  • 6 Antworten

    Das kann der Anfang einer Depression sein oder auch phasenweise depressive Zustände.

    Es müssen nicht alle Symptome einer Depression auf jeden Menschen passen.


    Vielleicht hilft es dir schon, wenn du mal mit einer guten Freundin dein Leben sortierst.

    Alias 940568 schrieb:

    Ich mache mir über viele Dinge auch endlos viele Gedanken, bin in Gedankenspiralen gefangen.

    Vielleicht ist dein Leben nicht so, wie du es dir mal vorgestellt hast.

    Dann liegt es an dir, das zu ändern.

    Diese endlosen Gedankenspiralen entstehen, wenn man zu wenig handelt.

    es gibt auch pflanzliche antidepressiva, die müssen aber hochdosiert sein, auch dauert es zwei wochen bis sie wirken, aber vielleicht ein versuch wert.


    ich nehme seit drei jahren orthomol mental, mikronährstoffe für‘s gehirn, ist zwar teuer, ich fühle mich aber deutlich besser, die grübelphasen sind besser geworden

    Zitat

    Das kann der Anfang einer Depression sein oder auch phasenweise depressive Zustände.

    Es müssen nicht alle Symptome einer Depression auf jeden Menschen passen.

    Ich bemerke seit ca. anderthalb Jahren, dass es mir mal schlechter und mal besser geht. Zwischendurch waren die Symptome auch mal für 2 Monate weg und dann passierte wieder etwas Unerwartetes in meinem Leben, das mich komplett aus der Bahn geworfen hat. Es irritiert mich halt, dass ich beispielsweise vor 2 Wochen kein Problem damit hatte, unser neues Sofa alleine zusammenzubauen und dann über mehrere Tage hinweg das komplette Wohnzimmer umzugestalten. Dann kamen aber wieder 2 freie Tage, an denen ich überhaupt nichts gemacht habe, nicht mal Mittagessen gekocht, weil ich mich einfach nicht aufraffen konnte.


    Zitat

    Vielleicht ist dein Leben nicht so, wie du es dir mal vorgestellt hast.

    Dann liegt es an dir, das zu ändern.

    Diese endlosen Gedankenspiralen entstehen, wenn man zu wenig handelt.


    Nein, mein Leben ist nicht so, wie ich es mir früher vorgestellt habe. Aber es ist nicht unbedingt schlechter, würde ich sagen. Halt anders. Und etwas zu ändern ist halt schwierig, wenn ich schon mit den kleinsten Entscheidungen überfordert bin. Ich wüsste auch gar nicht, was ich ändern sollte. Ich kann mir einfach kein Szenario vorstellen, in dem ich wirklich glücklich wäre.




    Alias 940568 schrieb:

    Und etwas zu ändern ist halt schwierig, wenn ich schon mit den kleinsten Entscheidungen überfordert bin. Ich wüsste auch gar nicht, was ich ändern sollte. Ich kann mir einfach kein Szenario vorstellen, in dem ich wirklich glücklich wäre.

    Es kann natürlich sein, dass das eine körperliche Ursache hat (Schilddrüse, Vitamin- oder Mineralstoffmangel usw.).

    Du solltest dem auf jeden Fall auf den Grund gehen.

    Du kannst dir auch selbst einen Psychotherapeuten suchen.

    Dafür musst du nicht auf deine Hausärztin warten.


    Für Therapieplätze besteht eine lange Warteliste bei den Therapeuten, die eine Zulassung bei der Krankenkasse haben.

    Wenn du es dir leisten kannst, würde ich den Therapeuten selbst bezahlen.

    Bei den privaten Therapeuten bekommt man schneller einen Termin.


    Eine Stunde kostet m. E. um die 100 Euro.

    Wenn du mal 2-3 Stunden nimmst, kannst du schon eine Menge klären.


    Du musst für dich mal klären, ob du mit deinem Leben glücklich bist.

    Vielleicht liegt hier der Grund für deine depressive Stimmung.

    Für eine Änderung muss man nicht vorher wissen, was man statt dessen will.

    Das wäre der 2. Schritt vor dem 1. Schritt.