Hauskauf überfordert mich

    Hallo liebe Community,


    seit einiger Zeit beschäftigt mich folgendes Problem:


    Mein jetziger Mann (damaliger Freund) und ich haben im Sommer 2019 ein Haus gekauft. Wir haben zuvor 4 Jahre lang nach etwas Passendem gesucht. Das Haus war auf den ersten Blick ein Glückstreffer. Leider offenbaren sich nach und nach Baustellen, mit denen ich jedenfalls vorher nicht gerechnet habe.

    Ich will vorerst nicht zu sehr ausschweifen, aber ich bin derzeit an dem Punkt, dass ich unbedingt ausziehen will. Ich sitze nahezu jeden Abend zu Hause und weine, weil ich es einfach nicht mehr in dem Haus aushalten kann. Mich überfordert das Haus vollkommen und ich bin der Meinung, dass ich eher der Typ "Mietwohnung" statt "Eigenheim" bin.

    Selbstverständlich habe ich auch mit meinem Mann gesprochen. Er kann sich überhaupt nicht vorstellen auszuziehen, findet die "Baustellen" nicht schlimm und sagt (womit er ja auch Recht hat), dass man bei einem alten Haus immer mit "Herausforderungen" rechnen muss. Ich würde lieber wieder in einer kleinen Wohnung leben und jeden Monat Miete bezahlen. Andererseits möchte ich mich ja von meinem Mann nicht trennen. Was soll ich machen, wenn der gemeinsame Traum jetzt nur noch seiner ist???

    Ich würde mich über ein paar Denkanstöße und natürlich auch Rückfragen von euch sehr freuen.


    Viele liebe Grüße

  • 115 Antworten

    Ach herje, das klingt ja nicht so schön :-( Magst Du über die "Herausforderungen" berichten? Was muss denn da alles noch gemacht werden, und warum fühlst Du Dich nicht wohl dort?

    Was für Baustellen sind das denn? IST es wirklich so schlimm oder wirkt es auf dich einfach so, weil du es dir anders vorgestellt hattest?

    mini_789 schrieb:

    Ich sitze nahezu jeden Abend zu Hause und weine, weil ich es einfach nicht mehr in dem Haus aushalten kann.

    Naja, verständlich wenn man auf einer "Baustelle" wohnt. Da hat man noch nicht die Wohnlichkeit, Ruhe und Gemütlichkeit wie man sie vorher in einer fertigen Mietwohnung hatte.


    Macht ihr das alles selbst oder eine Baufirma?

    Zu der Frage von Hyperion möchte ich zusätzlich noch fragen, könnt ihr euch die ständigen Reparaturen leisten, also ist das Finanzielle auch ein Problem? Oder geht es darum gar nicht?

    Eine Baustelle haben wir ganz und gar nicht. Ich glaube das ist in meinem Beitrag falsch rüber gekommen - sorry.

    Derzeit haben wir es eigentlich sogar sehr wohnlich. Der vorherige Besitzer hat schon vieles renoviert (auch wenn es nicht immer unser Standard ist, was die Qualität der verwendeten Materialien angeht), sodass wir im Prinzip nur unsere Möbel geschnappt und hier rein gestellt haben.

    Die großen, für uns nicht handelbaren Baustellen, die wir bisher hatten, haben alles Handwerker gemacht.

    wie alt seid ihr denn, ein Haus zu haben bedeutet immer Arbeit.


    selbst in einer eigentumswohnung


    wenn du Miete zahlst, wirtschaftest du in die Taschen anderer.


    und im Alter macht sich eigentum bemerkbar, wenn die Fixkosten sinken und mehr Geld im Beutel bleibt

    Es tut mir echt leid für dich dass du so fühlst. So eine Überforderung ist nicht ohne. Überfordert dich jetzt das Haus und die Baustellen, oder wie dein Mann damit umgeht Dass du nicht glücklich bist. Ich kann mir das für euch beide wahnsinnig schwierig vorstellen, wenn man den anderen nicht wirklich verstehen kann ihn aber trotzdem leiden sehen muss.

    Beverly96 schrieb:

    Zu der Frage von Hyperion möchte ich zusätzlich noch fragen, könnt ihr euch die ständigen Reparaturen leisten, also ist das Finanzielle auch ein Problem? Oder geht es darum gar nicht?

    Finanziell haben wir kein Problem. Selbstverständlich haben wir das Haus finanziert und nicht mal eben aus der Portokasse bezahlt, aber wir haben uns dabei finanziell nicht übernommen, sodass wir uns die Renovierungen / Sanierungen gut leisten können. Also an das Thema "finanzielle Sorgen" würde ich einen Haken machen :)

    Ich verstehe das Problem nicht.


    Ihr habt keine Baustelle und genug Geld, falls es doch welche geben sollte.... also gehe ich davon aus, dass dir das Haus an sich nicht gefällt und du die nächsten 60 Jahre nicht drin wohnen willst?!

    Ist in dem Haus irgendetwas passiert, Einbruch oder Gewaltverbrechen, dass du es nicht aushältst? Oder hast du Angst vor einem solchen Szenario. Oder ist es die Umgebung, doofe Nachbarn, lange Fahrtwege, Haus mitten in der Pampa und dementsprechend keine sozialen Kontakte?


    Für mein Verständnis fehlt ein rationaler Grund weshalb du dort nicht wohnen möchtest. Denn abgesehen vom "ich bin ein Wohnungstyp" klingt alles andere mehr als gut.

    Also:

    - Das Finanzielle ist im grünen Bereich. Check.

    - Das Haus ist keine Baustelle, sondern wohnlich. Check.

    Was genau ist nun das Problem?

    Der Garten?

    Ich kann ja mal kurz berichten, was bisher unsere Herausforderungen mit dem Haus waren. Vielleicht wird der ein oder andere von euch es danach belächeln, aber für mich sind das wirklich sehr sehr schlimme "Baustellen", die mir Tag für Tag Sorgen bereiten.

    Als die Vorbesitzer ausgezogen sind und wir die Schlüssel bekommen haben, haben wir direkt einen Schaden im Keller bemerkt. Es kam sozusagen "die Kellerdecke runter", was man vorher dank vollgestellter, deckenhoher Regale nicht gesehen hat. Nach Gesprächen/Besichtigungen mit Baufirma + Statiker: Alarm, da Einsturzgefahr. Fachfirma hat aber letztes Jahr schon ordnungsgemäß saniert.

    Aktuelle Situation: An dem Haupthaus ist ein Anbau dran. Zwischen Anbau und Haupthaus hat sich ein Riss gebildet. Vorbesitzer hat diesen wunderschön kaschiert. Nun haben wir ihn aber bemerkt. Bausachverständiger sagt, wäre nicht schlimm, ist normal, da Anbau anders arbeitet als Haupthaus. Baufirma sagt auch, ist nicht schlimm. Allerdings dringt durch den derzeit wieder offenen Riss und das feuchte Wetter Feuchtigkeit ein, welche man ganz leicht auch im Wohnzimmer schon sehen kann + zusätzliche Risse. Der Flur hat Fliesen, welche auch durch den Riss schon locker sind und man sieht, dass der Riss durchgängig ist.

    Bitte entschuldigt meine laienhaften Ausführungen. Die Baufirma und auch der Sachverständige haben zwei unterschiedliche Vorschläge zur Sanierung gemacht, aber beide mit dem Hinweis, dass das keine Garantie auf "ewige Ruhe" ist, also es könnte passieren, dass es wieder aufreist.

    Die Aussage, dass keine Einsturzgefahr besteht, beruhigt mich hierbei leider kein klitzekleines bisschen.

    Es sind natürlich jetzt keine Lappalien… Aber alles machbar und wenn du sagst finanziell ist es kein Problem dann solltest du doch ruhig schlafen können. Außer das Problem liegt woanders und das Haus ist nur die Metapher dafür… Wie sieht sonst in deinem Leben aus?