Hilfe! Diagnose histrionische Persönlichkeitsstörung

    Meine Mutter gab mir nach einem längeren Gespräch über öfters wechselnde Sexualpartner und immer wollende Aufmerksamkeit, meine vor zwei Jahren erhaltende Diagnose, bisher wusste ich nur von einer Depression, welche ich mittlerweile überwunden haben, jetzt stand dort aber auch noch etwas von mittelstark ausgeprägten histrionischen Persönlichkeitsstörung. Zur Zeit der Diagnose war ich 15, jetzt werde ich bald 18.


    Ich weiß, das meine Eltern mir die Diagnose nur vorenthielten um mir mein Leben einfacher zu gestalten, aber da ich mich jetzt im Internet etwas über diese Persönlichkeitsstörung schlau gemacht habe, habe ich keine Ahnung wie ich damit umzugehen habe.


    Beinahe alles was ich auf verschiedenen Webseiten gelesen habe, trifft auf mich und meine Verhaltensweisen zu.


    Nur das ich Aufmerksamkeit in manchen Situationen auch ganz gerne mal vermeide, welche in denen ich kritisiert werde zum Beispiel. Und ich muss nicht 24/7 im Mittelpunkt stehen, aber die meiste Zeit genieße ich es schon.


    Auf den Websites stand vor allem, wie schwer es ist für andere Menschen, Beziehungen mit einer so anstrengenden persönlichkeit, einzugehen.


    Und ehrlich gesagt sehne ich mich nach ein paar Jahren Sprunghaftigkeit, nach etwas festem.


    ich weiß definitiv, das ich an dieser Persönlichkeitsstörung arbeiten will und werde nächste Woche mit meiner Psychologin anfangen.


    Und trotzdem hat es mir Angst gemacht zu lesen, wie ich mich verhalte und zu merken, dass all die beschriebenen Auswirkungen dieses Verhaltens immer eintrafen..


    Das Thema beschäftigt mich jetzt schon den ganzen Abend und jetzt beschloss ich, mir vorerst Hilfe hier zu suchen.


    Wie soll ich mit dieser Diagnose umgehen, sollte ich es momentanen Freunden sagen, warum ich mich so verhalte oder würde es sie eher abschrecken?


    Und vor allem, sollte ich versuchen auf graue Maus zu machen, auch wenn mir das wirklich schwer fällt und mein Verhalten beobachten und mich mit einer Therapie wirklich bessern?


    Hat hier vielleicht irgendwer Erfahrungen mit Freunden oder Partnern, die an einer histrionischen Persönlichkeitsstörung leiden oder selbst die Diagnose erhalten? Wie seit ihr damit umgegangen?


    Danke im Voraus!

  • 7 Antworten

    Hallo Iouno


    Deine Mutter gab dir ein Diagnose? ":/ Ist sie denn eine Fachperson?


    Eine Persönlichkeitsstörung gibt man nie im Jugendalter, das ist eine Diagnose, die man eigentlich erst ab dem Erwachsenenalter stellt. Ich finde das irgendwie merkwürdig, dem eigenen Kind Diagnosen an den Kopf zu werfen - was willst du denn damit anfangen, ausser in Google nach Symptomen zu suchen und dich verrückt zu machen?

    Eine Diagnose ist nicht in Stein gemeißelt - du bist nicht dazu verurteilt, lebenslang eine "histrionische Persönlichkeit" zu sein. Du hast oder hattest diese Persönlichkeitsstörung, und wie du die Depression überwinden kannst, kannst du auch diese überwinden. Sonst wäre jede Therapie sinnlos. Außerdem bist du noch ein Teenager, und sicher ist vieles der "Symptome" den Schwierigkeiten zuzurechnen, die man in dem Alter nun einmal hat. Zumal die Diagnose schon zwei Jahre her ist. Das kann heute schon anders aussehen. Man entwickelt sich stetig weiter, gerade wie gesagt in deinem Alter.

    Zitat

    Das Thema beschäftigt mich jetzt schon den ganzen Abend und jetzt beschloss ich, mir vorerst Hilfe hier zu suchen.


    Wie soll ich mit dieser Diagnose umgehen, sollte ich es momentanen Freunden sagen, warum ich mich so verhalte oder würde es sie eher abschrecken?

    Ich verstehe, dass Dich in Gedanken der Inhalt der geoffenbarten Diagnose beschäftigt. Deine Freunde kennen Dich wie Du bist und würden womöglich mit einer plötzlichen Veränderung Deines Verhaltens eher irritiert sein als mit einer langsamen Veränderung, die durch den Therapie-Prozess zustande kommt.

    Zitat

    Und vor allem, sollte ich versuchen auf graue Maus zu machen, auch wenn mir das wirklich schwer fällt und mein Verhalten beobachten und mich mit einer Therapie wirklich bessern?


    Hat hier vielleicht irgendwer Erfahrungen mit Freunden oder Partnern, die an einer histrionischen Persönlichkeitsstörung leiden oder selbst die Diagnose erhalten? Wie seit ihr damit umgegangen?

    Etwas "anderes" zu versuchen ist eigentlich der Versuch, mit eigenen Mitteln etwas anderes auszuprobieren. Ich denke, mit Hilfe einer ausgebildeten Therapeutin (oder auch eines Therapeuten) hast Du professionelle Hilfe an Deiner Seite, die Dir auch Auswege oder Alternativen zu zeigen kann, bzw hilft, mit der Verunsicherung umzugehen, die hier mittels der unerwarteten Diagnosestellung aufgetaucht ist.

    Ich schließe mich ebenfalls an: Persönlichkeitsstörungen (Ausnahme Borderline) dürfen als Diagnose erst nach dem 18. Lebensjahr vergeben werden, wenn die Pubertät vorbei ist und die Persönlichkeit ausgereifter.


    Viel wichtiger ist aber: Wie geht es DIR? Da stehen zwar Diagnosen im Raum, aber wie geht es Dir; wie sieht Dein Leben aus? Es gibt ja auch Unterschiede, von minimaler Symptomatik bis hin zu ganz extremen Ausprägungen. Bleib' so, wie Du bist - offensichtlich hast Du ja Freunde, bist also nicht sozial völlig isoliert.


    Und: Die Diagnosen sind ja scon etwas älter... Du kannst Dich verändert haben...


    Krampfhaftes Anders-verhalten bringt NICHTS. Du bist Du - und wenn an Deinem Verhalten FÜR DICH etwas problematisch ist, dann solltest Du es in der Therapie vorsichtig beleuchten. Erkennen, warum Du ggf. best. Verhaltensmuster zeigst. Erarbeiten, wie Du best. Ziele im Kontakt mit anderen auf anderem Wege erreichen kannst. "Warum ist Aufmerksamkeit so wichtig?" als wichtigste Frage. Bitte nicht verzagen, sondern schauen, was Du tun kannst (und da ist viel möglich!).

    Ersteinmal danke für jede Hilfe,


    wenn das wirklich stimmt das man solche Diagnosen erst später stellen kann, frage ich mich warum ich sie dann schon damals von einer Psychiaterin bekommen habe..


    Wahrscheinlich liegt ein Fehler vor. Da ich im nächsten Monat 18 werde, werde ich mit meiner psychologin besprechen ob eine neu-Diagnose gemacht werden sollte.


    Aber lieber lasse ich das Verrückt machen und stelle mir die von euch Frage warum ich die Aufmerksamkeit brauche etc.


    Mich komplett zu verändern wäre mir eh nicht so recht, und da es menschen gibt die ja mit meinem verhalten meistens klarkommen, ist das vielleicht auch gar nicht nötig. professionelle Hilfe habe ich schon.


    Vielen Dank auf jeden Fall schon einmal.