Hilfe, wann werd ich endlich erwachsen?

    ;-DJep, ernst gemeint. Sehe ich aber nicht als all zu großes Problem an, welches ich zu ernst nehme. Aber Gedanken mache ich mir doch ein wenig. Daher freue ich mich auf andere Meinungen bzw Empfindungen.


    Aber erstmal Hallo *:)

    Fühlt man sich irgendwann mal wirklich erwachsen? Ich habe das Gefühl, dass bei mir irgendwas fehlt,... dass ich diesbzgl geistig minderbemittelt bin.

    Während andere ihr Leben aufbauen, passiert bei mir nicht besonders viel.

    Obwohl, doch! Ich freue mich, wenn ein Spongebob-Marathon im TV läuft. :=o Spaß beiseite (ich schaus natürlich gern mal)


    In meinen eigenen vier Wänden und nur im Beisein meines Mannes bin ich oft (zu) kindisch, verspielt. Oft frage ich mich doch, ob das wirklich meinem Alter entspricht. Mitte 30 bin ich übrigens.

    Langsam aber doch sollte ich mir Gedanken über die Familienplanung / Nachwuchs machen. Bwaah - ich und Mutter?! ICH soll jetzt so eine enorme Verantwortung tragen?! Auweia! Ich bin doch ERST Mitte 30 - (eigentlich sollte ich da SCHON sagen...oder) Tja ja...


    Wie geht oder ging es euch damit? :-D

  • 35 Antworten

    Ich bin 37 und es geht mir ganz genau gleich ;-D. Ich habe aufgehört mir diese Frage zu stellen, ich bin so und werde wohl auch so bleiben. Und das ist völlig ok :)^

    Wenn ich mich in meinem engen Freundeskreis umschaue, sind die Ü30 Kinder doch die Regel und nicht die Ausnahme;-D


    Das Wichtigste ist das man sich in dieser Rolle wohl fühlt. Alles andere ist zweitrangig.

    Ein ziemlich hartes Indiz ist der Nutella-Verbrauch.

    Alle Kinder lieben Nutella zum Frühstück. Erwachsene, bei denen das auch so ist, sind mir in dieser Hinsicht hochgradig suspekt. ;-D

    Ich bin Anfang 50 und verknüpfe den Erfahrungsschatz meines Lebens mit kindlicher Begeisterung und der Fähigkeit, authentisch zu bleiben. Ich will keine Rolle leben, die man von mir erwartet. Ich bin kompetent im Job, finanziell unabhängig, spießiger Eigenheimbesitzer. Wenn ich Unfug machen will, mache ich halt Unfug (und manche spontanen Einfälle lösen bei meiner Frau auch nach über 30 Jahren noch einen verwunderten Blick aus). Und was ist gegen einen spontanen Nerf-Angriff einzuwenden? Oder gegen eine sommerliche Wasserschlacht im Family-Pool inkl. Pistolen und Ballons? Eben - nix, wenn es Spaß macht.


    Und wenn du Kinder bekommst, musst du dich zwangsläufig entscheiden, ob du deinen Kindern ein authentisches Vorbild sein willst (mit allen - manchmal pädagogisch nicht so wertvollen - Macken), oder ob du gegenüber den Kindern konsequent vorleben kannst, wie sie sich verhalten sollen und wie sie erwachsen werden sollen. Daher kann ich deine Distanz zum Kinderwunsch auch bisschen verstehen. Wenn kein Kinderwunsch da ist, ist er halt nicht da. War bei uns auch so. "Ich müsste jetzt mal an Familienplanung denken" ist ein schlechter Grund in meinen Augen.

    Ich bin in vieler Hinsicht auch nicht erwachsen.


    Ich liebe superzuckriges, knallbuntes Zuckerzeug (in der Eisdiele bestellt mein 13jahriger Straciatella und Vanille und ich Engelblau und Waldmeister...) und ich liebe Brauseufos, während er normale Schokolade isst. Ich trinke Cola, er Apfelschorle... Ich liebe fettiges Fleisch, er wenn nur Hähnchen...


    Und "zu süß" gibt es für mich quasi nicht.


    Irgendwie ist da an mir ein wesentlicher Entwicklungsschritt vorbeigegangen.

    MarieCurie schrieb:

    Fühlt man sich irgendwann mal wirklich erwachsen?

    Nicht wirklich!


    Mein Mann kann sich mit Mitte 60 immer noch (oder schon wieder?) richtig kindisch benehmen. Aber Spaß beiseite.


    Wir haben verantwortungsvolle Beruf, mehrere Kinder erzogen, tun uns in der Öffentlichkeit korrekt verhalten, blödeln aber immer noch genauso rum, wie früher. Im Herbst bin ich durch die raschelnden Blätter gestafft, habe am Wochenende gefrorene Pfützen zerknackt, bin geschliedert. Da denke ich schon mal, hoffentlich hat mich jetzt niemand gesehen. Mein Mann sieht dafür mit einer Begeisterung Trickfilmeund hat auch sonst so einiges auf Lager. Also, alles halb so wild.


    In die Mutterrolle wächst man rein. Das sind irgendwie alles getrennte Dinge, die nebeneinander existieren können. Man braucht das "Seichte" auch mal zum Runterkommen.

    Comran schrieb:

    mit allen - manchmal pädagogisch nicht so wertvollen - Macken

    Die haben wir unseren Kindern auch ganz authentisch vorgelebt - inklusive über Zäune klettern und über Weiden abkürzen|-o

    Ich glaube, die Kunst ist es, zu wissen, wann verantwortungsvolles Verhalten angesagt ist... Und wann man auch mal kindlich sein kann. Und eben die Grenzen zu erkennen.


    "Schauspielern" gegenüber den eigenen Kindern klappt auf lange Sicht sowieso nicht.


    Ich kenne auch eine mittlerweile 60jahrige, die im Spiel mit Kindern wirklich zwischenzeitlich komplett (!!!) vergisst, dass sie erwachsen ist, in der Rolle einer ca 12 jährigen hangenbleibt, sich bei Konflikten so verhält - was echt auch zu unschönen Situationen geführt hat, weil eben auch ernsthaft übelgenommen wurde und nicht adäquat reagiert wurde.


    Ausgelassen zu sein wie ein Kind, kreativ, phantasievoll, so spielen können - das finde ich toll. Aber: im Umgang mit Kindern muss man dennoch auch dann im Kopf haben, dass man nicht gleichaltrig ist.

    MarieCurie schrieb:

    Fühlt man sich irgendwann mal wirklich erwachsen? Ich habe das Gefühl, dass bei mir irgendwas fehlt,... dass ich diesbzgl geistig minderbemittelt bin.

    Ich habe grinsen müssen, als ich den Titel gelesen habe. Die Frage ist, was du dir unter erwachsen vorstellst. Dieses Klassische - also, was mich anbelangt, wohl nie und das ist auch gut so.;-DUmgekehrt wird mein Spiegelbild immer älter und mein Gefühl, mein Innenleben, meine Art zu denken ändert sich tatsächlich nicht.


    MarieCurie schrieb:

    In meinen eigenen vier Wänden und nur im Beisein meines Mannes bin ich oft (zu) kindisch, verspielt. Oft frage ich mich doch, ob das wirklich meinem Alter entspricht. Mitte 30 bin ich übrigens.

    Ich auch und ich finde es sehr schade, dass viele dieses Verspielte, Neugierige, Kreative, denn das sind ja so die Bezeichnungen von außen, die einem reflektieren, dass man nicht erwachsen ist, die ich gar nicht missen möchte. Also nicht kindisch, denn das ist ja unreif und das bin ich z. B. meiner Ansicht nach auch nicht. Spaß am Leben zu haben, Dinge zu tun, die vielleicht öfter nur Kinder tun, weil sie noch nicht konditioniert sind, ist für mich zumindest nie Ausdruck von Reife oder Erwachsensein gewesen. Deswegen findet man mich dann auch, wenn es die Möglichkeit gibt (ja fast seit einem Jahr nicht mehr und das ist wirklich etwas, was mir fehlt) bei den Kleinkindern und nicht den "Erwachsenen". Die sind zeitweise einfach nur fad, vernünftig, sachlich, blablabla. Ja, bin ich auch, kann ich auch, aber das alleine macht mich halt nicht aus.

    MarieCurie schrieb:

    Langsam aber doch sollte ich mir Gedanken über die Familienplanung / Nachwuchs machen. Bwaah - ich und Mutter?! ICH soll jetzt so eine enorme Verantwortung tragen?! Auweia! Ich bin doch ERST Mitte 30 - (eigentlich sollte ich da SCHON sagen...oder) Tja ja...

    Naja, ich sehe da keinen Widerspruch. Man kann doch die Verantwortung für sich und für ein Kind tragen, vernünftig aggieren, wo Vernunft geboten ist und trotzdem auch "verspielt" sein, oft soger beides zusammen. Als Kind hätte ich mir auch Eltern gewünscht, die sich dann eher so verhalten haben wie ich und nicht diese teilweise schreckliche Vernunft, die Kinder in einem bestimmten Alter ja gar nicht wirklich verstehen. Vielleicht wirst du dann ja mit deinen Kindern "erwachsen".

    Paritu schrieb:

    Ausgelassen zu sein wie ein Kind, kreativ, phantasievoll, so spielen können - das finde ich toll. Aber: im Umgang mit Kindern muss man dennoch auch dann im Kopf haben, dass man nicht gleichaltrig ist.

    :)^Genau, ich kann wie Pippi Langstrump aussehen, mich so benehmen, aber bei einer Kreuzung bleiben trotzdem alle stehen, schauen bzw. wird auch nicht mitten auf der Straße getanzt, sondern auf dem Gehweg.

    Ich kenne das auch - mich je nachdem nicht erwachsen fühlen oder verhalten - und sage immer: Ich bin irgendwie zwischen 8 und 18 hängen geblieben. (Ich bin Ende 30) :-D

    Aber ich finde es auch gut und wichtig, sich auf gesunde Art und Weise das Kind-Sein zu erhalten.

    Ich glaube, man fühlt sich immer gleich. Das Gefühl wächst mit einem mit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Leute morgens aufstehen und dann ist da plötzlich ein "Ich bin erwachsen" Gefühl, das auf einmal das gesamte Denken und handeln bestimmt.

    Melete schrieb:
    Paritu schrieb:

    Ausgelassen zu sein wie ein Kind, kreativ, phantasievoll, so spielen können - das finde ich toll. Aber: im Umgang mit Kindern muss man dennoch auch dann im Kopf haben, dass man nicht gleichaltrig ist.

    :)^Genau, ich kann wie Pippi Langstrump aussehen, mich so benehmen, aber bei einer Kreuzung bleiben trotzdem alle stehen, schauen bzw. wird auch nicht mitten auf der Straße getanzt, sondern auf dem Gehweg.

    Ganz genau... Und auch beim geneinsamen Spiel zB sehen, dass ein Kind sehr müde wird, deshalb "jaulig" ist und dann das Spiel eben abbrechen statt auf das Kind einmeckern ;-)


    Es gibt Menschen, die verhalten sich gegenüber jungen Kindern (zB Fünfjährigen) ewig als wären sie selbst nicht erwachsen sondern die genervten pubertierenden älteren Geschwister, statt dann zu merken *warum* das Kind gerade nicht mehr konzentriert weiter spielt.

    MarieCurie schrieb:

    In meinen eigenen vier Wänden und nur im Beisein meines Mannes bin ich oft (zu) kindisch, verspielt. Oft frage ich mich doch, ob das wirklich meinem Alter entspricht. Mitte 30 bin ich übrigens.

    Langsam aber doch sollte ich mir Gedanken über die Familienplanung / Nachwuchs machen. Bwaah - ich und Mutter?!


    Gerade mit Nachwuchs wird dieses "Problem", wenn es denn überhaupt eins ist, ja eher weniger. Denn mit dem Nachwuchs macht man doch dauernd Quatsch. Da verschwimmen die Grenzen, ob Du nun Quatsch für Dich oder für die Kinder machst oder einfach für alle.


    Ich kann es nachvollziehen, bei uns ist das auch so. Wir albern mit den Katzen herum und auch miteinander. Solange Du das alles trennen kannst und dich bei der Arbeit, bei einem Behördengang und in der Öffentlichkeit halbwegs normal benimmst, kannst Du doch daheim machen was Du willst.


    Wenn ich so meine Kollegen anschaue, auch was man jetzt ja so durch Homeoffice-Videokonferenzen mitbekommen, ist das eigentlich bei den meisten so.


    Viel schlimmer wäre es, wenn Du nicht lachen könntest und alles, was jemand sagt bitterernst nimmst. Diese Leute finde ich viel anstrengender als ein 30jähriges "Kind". :)^


    Lost Places schrieb:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Leute morgens aufstehen und dann ist da plötzlich ein "Ich bin erwachsen" Gefühl

    Ab und zu hatte ich schon so ein Erleben. Ok, nicht ganz so aber in die Richtung: Ich Spiele nach wie vor öfters mal ein paar Online Games und die Community dort wird kaum älter, der Schnitt ist sicher nach wie vor so um die 20. Da kann es schon passieren, dass ich mal für eine Stunde in einer Gruppe deutlich jüngerer Leute gefangen bin. Wenn die dann noch übertrieben klischeehaft sind, z. B. in jedem zweiten Satz "Ehre" sagt oder so, dann denke ich mir "ich bin zu alt für son scheiß".


    Soll heißen, ich benehme mich vielleicht immernoch wie mit 20, aber wahrscheinlich nicht so, wie die heutigen 20jährigen.