Neidesschwanger?

    Der Ausgewogenheit halber wechlse ich mal die Perspektive: es soll nicht um die Beweislast der Hochbegabten gehen, sondern um die Frage "Bin ich neidisch?"


    Was mich persönlich angeht:


    - wäre ich gerne mathematisch begabt gewesen, es hätte mein Leben leichter gemacht. Natürlich habe ich diejenigen beneidet, die auch die höhere Mathematik ohne erkennbare Mühe sofort begriffen haben.


    - wäre ich gerne musikalisch begabter, als ich es bin, denn ich wäre gern (siehe Traumberufe-thread) Musiker geworden. Deshalb war ich auch neidisch auf diejenigen, welche mit solchen Gaben gesegnet waren - allerdings wurde mir bewußt, dass ich vor allem auch zu faul gewesen bin.


    Aber hat das mein Verhältnis zu diesen Menschen beeinträchtigt?


    - Ja, wenn sie außer ihrer Begabung auch sonst mit mir nichts gemein hatten. Denn ausschlaggebend ware die Frage gemeinsamer Interessen.


    - demzufolge: wo Gemeinsamkeiten bestanden, gab es auch kein problem im miteinander


    Giftgrüner Neid ist es nicht gewesen. Ich habe Leute, die ich als Mathegenies empfunden habe, nicht gehasst. Einige waren lediglich etwas abgeschottet, introvertiert usw. Das hat man nicht zu bewerten, aber es gibt dann eben oft keine Berührungspunkte.


    Es gab aber auch gesellige Überflieger, mit denen man herzlich gerne Bier trinken ging. Ier ging es nie um Konkurrenz, denn mit dem Überflieger kann man nicht konkurrieren. Insofern ist das verhältnis wieder ganz entspannt.


    Ich weiß, dass es Leute gibt, die auf klügere oder begabtere regelrecht gewaltförmig reagieren. Zu denen gehöre ich nicht.

    ___ich weiß gar nicht___

    ob dieser hochgeniale Gedanke hier schon mal geäußert wurde. (Lesen ist nicht so mein Fall, ich schöpfe den Reichtum meiner Ideen aus mir selber.)


    Also hier jetzt "der Gedanke".


    Was Hochbegabung ist, entscheidet lediglich der Wellengang des gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Auf- und Niedergangs im Laufe der Epochen.


    Jedes Individuum hat eine Fähigkeit, mit der sie alle anderen überragt. Ist das nun ausgerechnet etwas, wie sagen wir mal das Nasebohren und das präzise Formen von exakt runden Kügelchen, die man mit dem Finger gezielt und treffsicher "verschießen" kann, etwa im Klassenzimmer oder in der Kirche, so endet diese Meisterschaft bzw. die allgemeine Anerkennung zweifellos mit dem Abklingen der Pubertät. (danach wird es schwer, Gleichaltrige dafür zu begeistern) Andere Fähigkeiten haben dann mehr Chancen auf Erfolg. Auf dem großen Experimentiertisch der Evolution ist aber Begabung fürs Nasebohren und Begabung für Mathematik ein und dasselbe: Ein Blind-Versuch.


    ;-D

    @derindaslichtgeht

    "Blind-Versuche", gewiß. Nur manche führen zu Vorteilen im Rahmen der Evolution - was in der Umkehrung NICHT bedeutet, daß alles andere zwangsläufig zum Nachteil gereicht.


    Die temporäre bzw. epochale gesellschaftliche Definition und Operationalisierung von HB ist in diesem Sinne tatsächlich mehr zweifelhaft, weil relativ. Messbar wäre sie lediglich am evolutionären Kriterium. Eine Messung, welche nicht nur durch die zeitliche Dimension erschwert sondern durch kulturelle Einflüsse (Geburtenkontrolle und Ausschaltung der natürlichen Selektion) kontaminiert wird. Es bleiben somit nur wissenschaftlich definierte Quasi-Kriterien, deren Objektivitat (sowie Reliabilität und Validität) dem Alltagsverstand verschlossen bleiben.


    Interessant aber bleibt, wie geht die Gesellschaft mit einer Anderstbegabung um, welche deren Nichtbesitzer unter reinen evolutionären Bedingungen ins "Hintertreffen" bringen würden?

    @Today

    Hat ein Huhn auf einem Hühnerhof eine Verletzung, sei es am Kamm oder am Ars.., so picken alle anderen sofort daran herum, bis dieses sich total zurückzieht. Ja, es wird sogar verfolgt. Die Andersartigkeit genügt. Das ist in der Menschlichen Gesellschaft keineswegs anders. Die Masse des Gehirns hat damit offenbar wenig zu tun.

    Lewian

    Zitat

    Ansonsten: Begabung ist nicht eindimensional und ihre Messung ist beliebig anfechtbar. Es hat nichts mit besonderer Begabung zu tun, Menschen in "oben" und "unten" (bzw. "Mitte") einzuteilen (wie VampireLady schon gesagt hat), ob man das nun mit IQ, EQ, oder noch ausgeklügelteren Koppeltests macht. Daher ist das Begriffskonstrukt "hochbegabt" in meinen Augen hochproblematisch....

    Ich finde auch, dass der Begriff "hochbegabt" problematisch ist, wenn man es alleine stehen lässt. Gesellschaftlich spielt es an sich keine Rolle, ob jemand durch eine hohe Begabung oder mehrere Begabungen aus dem Rahmen fällt, den sie sich als Norm zurecht gelegt hat. Ich sehe das Problem auch erst in der Auf- oder Abwertung von Menschn, die anders sind.

    yoseff

    Zitat

    Es gab aber auch gesellige Überflieger, mit denen man herzlich gerne Bier trinken ging. Ier ging es nie um Konkurrenz, denn mit dem Überflieger kann man nicht konkurrieren. Insofern ist das verhältnis wieder ganz entspannt....

    Ja, aber trotzdem bleibt das geistige Unverständnis, auch wenn man sich gefühlsmäßig zueinander angezogen fühlt und ein Bier trinken gehen kann. Im Prinzip bleibt dem HB übrig, dass er sich nur über Gebiete mit seinem Gegenüber unterhält, die auch sein Gegenüber versteht, was wiederum dazu führt, dass er sich selber einschränkt. Wenn er sich wieder so gibt, wie er ist, dann wird er entweder fasziniert angeschaut und hält einen Monolog oder er wird verständnislos angeschaut. In beiden Fällen findet keine gegenseitige Auseinandersetzung statt, weil das Gegenüber nicht darauf eingehen kann. Theoretisch sollte man davon ausgehen können, dass der, der mehr weiß, sich aber umgekehrt jederzeit auf sein Gegenüber einstellen kann, was ja auch nicht funktioniert, weil ihm der Gesprächspartner zu langweilig wird, weil er zu langsam ist, man ihm viel zu viel erklären muss und der es immer noch nicht versteht, weil es nicht nur um Wissen geht sondern auch um die Fähigkeit sich auf das Gegenüber einlassen zu können und das hat etwas mit Einfühlungsvermögen und Kommunikation zu tun. Das heißt, dem HB fehlt in dem Sinne wieder oft ein anderes Talent, damit es zu einer gegenseitigen Auseinandersetzung kommen kann. Auch der HB hat Mankos gegenüber seinen Mitmenschen. So wie Du oben schreibst, wenn nicht wenigstens andere Gemeinsamkeiten vorhanden sind, dann funktioniert ein Miteinander nicht, weil sich die wenigsten Menschen für die Interessen eines anderen interessieren, nur weil sie den anderen mögen.

    Zitat

    Ich weiß, dass es Leute gibt, die auf klügere oder begabtere regelrecht gewaltförmig reagieren. Zu denen gehöre ich nicht.

    Nicht umsonst wurden Intellektuelle schon immer verfolgt und werden es auch nach wie vor.

    derindaslichtgeht

    Zitat

    Hat ein Huhn auf einem Hühnerhof eine Verletzung, sei es am Kamm oder am Ars.., so picken alle anderen sofort daran herum, bis dieses sich total zurückzieht. Ja, es wird sogar verfolgt. Die Andersartigkeit genügt. Das ist in der Menschlichen Gesellschaft keineswegs anders. Die Masse des Gehirns hat damit offenbar wenig zu tun.

    Das sehe ich auch so. Anderssein reicht, um ausgegrenzt zu werden. Es ist ja auch nicht unbedingt befriedigend, ständig damit konfrontiert zu werden, dass der andere viel mehr weiß, als man selber. Nur, wenn man selbstbewusst ist und auch damit zufrieden, wie man selber ist, stört es nicht, dass ein anderer mehr weiß, mehr kann, etc. etc. Es hängt auch von Art ab, wie und wodurch man sich identifiziert und ob und wie man sich mit anderen vergleicht.

    @Kleio

    Zitat

    Theoretisch sollte man davon ausgehen können, dass der, der mehr weiß, sich aber umgekehrt jederzeit auf sein Gegenüber einstellen kann, was ja auch nicht funktioniert, weil ihm der Gesprächspartner zu langweilig wird, weil er zu langsam ist, man ihm viel zu viel erklären muss und der es immer noch nicht versteht, weil es nicht nur um Wissen geht sondern auch um die Fähigkeit sich auf das Gegenüber einlassen zu können und das hat etwas mit Einfühlungsvermögen und Kommunikation zu tun. Das heißt, dem HB fehlt in dem Sinne wieder oft ein anderes Talent, damit es zu einer gegenseitigen Auseinandersetzung kommen kann.

    Warum wird vom HB immer ein "Mehr" an Geduld abverlangt und diese sogleich zu deren Prädiktor ernannt?


    Mit Bitte um Kraft zur Geduld Dich endlich zu verstehen

    Kleio

    Zitat

    Das heißt, dem HB fehlt in dem Sinne wieder oft ein anderes Talent, damit es zu einer gegenseitigen Auseinandersetzung kommen kann.

    Warum sollte ihm dieses "Talent" fehlen? Ich habe erst jüngst gelesen, dass hochbegabte Kinder, oft entgegen der üblichen Vorstellung, eine höhere soziale Kompentenz haben als viele Gleichaltrige. Für mich ist das nachvollziehbar. Vielleicht ist das nur ein gewisser Entwicklungsvorsprung, den die anderen Kinder später aufholen, denn Empathie ist altersabhängig, also abhängig von der Gehirnentwicklung.


    Wenn es aber so ist, das hochbegabte Kinder in der Regel in dieser Hinsicht keineswegs im Regen stehen, warum ist das oder sollte es dann bei Erwachsenen so sein?

    @Monika65

    Ich möchte, ausnahmsweise spekulativ behaupten, daß HB-Kinder eine höhere Sensibilität gegenüber ihrer Umwelt entwickeln müssen, wenn sie halbwegs überleben bzw. psychisch gesund bleiben und nicht an ihrer sozialen Umwelt zugrunde gehen möchten. Demnach eine gelernte und nicht ererbte Fertigkeit - wobei die Fähigkeit dazu bei allen Kindern besteht.


    Wie gesagt eine intuitive Ableitung.

    Zitat

    Ja, aber trotzdem bleibt das geistige Unverständnis, auch wenn man sich gefühlsmäßig zueinander angezogen fühlt und ein Bier trinken gehen kann. Im Prinzip bleibt dem HB übrig, dass er sich nur über Gebiete mit seinem Gegenüber unterhält, die auch sein Gegenüber versteht, was wiederum dazu führt, dass er sich selber einschränkt.

    Ist es denn wirklich so, daß ein Hochbegabter ALLES weiß und alles versteht ??? Ich glaube nicht. Die Hochbegabten, die ich kenne, sind Spezialisten auf EINIGEN Gebieten (Musik, Mathematik usw.) auf anderen Gebieten wieder habens sie nur durchschnittliche Kenntnisse und Fähigkeiten.


    Ich finde auch nicht, daß ein Hochbegabter sich "herablassen" muß, mir einem "normalen" Menschen zu reden, und daß so ein Gespräch immer unbefriedigend für den Hochbegabten ausgehen muß. Wieso ist es eine Einschränkung, Gesprächsthemen zu wählen, die der Gegenüber versteht ??? Vielleicht hat der "normale" Gesprächspartner Kenntnisse auf einem Gebiet, von dem der Hochbegabte keine Ahnung hat, und ein Gespräch darüber kann durchaus beide bereichern.


    Wenn sich zwei "normale" Leute unterhalten wollen, zum Beispiel ein Arzt und ein Ingenieur für... was weiß ich... dann wird doch auch der Arzt nicht verlangen, daß der Ingenieur seine Medizinischen Fachausdrücke kennt und über sämtliche Krankheiten, Therapien, Anatomie usw. Bescheid weiß. Genau so, wie der Ingenieur vom Arzt nicht verlangen kann, daß er sich in seinem Bereich auskennt. Wenn nun z.B der Arzt aber nur über Medizin sprechen möchte, dann ist es klar, daß das Gespräch für ihn unbefriedigend verlaufen wird, weil er eben viel erklären muß, damit der Gesprächspartner ihn versteht.


    Aber genau so gut könnte es sein, daß sich die beiden sehr gut und für beide Seiten befriedigend über Musik oder Politik oder Sport unterhalten werden, eben Themen, die beide interessieren und von denen beide etwas verstehen.


    Auf die Hochbegabten übertragen seh ich es so: Ein Mensch, der sich ausschließlich über Quantenphysik unterhalten möchte, wird einsam bleiben und nur wenig Gesprächspartner finden. Aber ein wirklich intelligenter Mensch, auch wenn er hochbegabt ist, sollte in der Lage sein, auch andere Gesprächsthemen mit "normalen" Menschen zu finden, die auch für ihn bereichernd sein können.

    Today

    Sie verfügen früher als andere Kinder über Abstraktionsvermögen, eine Voraussetzung, um aus Einfühlung eine Art Regelwerk zu machen, Gerechtigkeit im weitesten Sinn. Aber vermutlich spielt das von dir Genannte auch eine Rolle.

    des hochbegabten geistesblitze

    zischen bisweilen einsam durch den raum und die umstehenden blinzeln irritiert.


    hochbegabte untereinander geniessen es mitten in ihrem gewitter zu stehen.


    die kommunikation ist eine andere, selbst der humor.


    bei hochbegabten kindern kann man beobachten, wie fröhlich sie zusammen sein können, während jedes für sich vielleicht schon eine leidvolle isolationserfahrung in einer regelschule gemacht hat.


    bei hochbegabten teenagern ist die autoaggression bis hin zum selbstmord leider überdurchschnittlich häufig. verzweiflung und depression sind alltäglich.


    hochbegabte erwachsene schliesslich, fallen auch selten durch ihre emotionale stabilität und ausgeglichenheit auf.


    es hilft den betroffenen nicht weiter, wenn das mittelmass sich zu wort meldet mit kommentaren wie: "na ja, irgendwo wird auch er defizite haben..." in perfider art und weise werden so mitunter schon kleine kinder schadenfroh unter die lupe genommen, auch von lehrern, deren eigenen nachkommen die hochbegabung abgeht, z.b.


    das thema ist sehr heikel und lässt sich nicht wegreden.


    die armen menschen von überragender intelligenz sind einfach da.


    die armen menschen von überragender schönheit sind einfach da.


    interessanterweise ziehen beide gruppen ähnliche neid- bis hassgefühle auf sich.


    wie entsetzlich, wenn sich beides vereint...


    mitleidsvoll,

    Ich hab das gefühl das man hier allgemeinswissen........oder wissen an sich mit hochbeganbung und intelligenz verwechselt.......bzw in einen topf wirft..........hochbegabung oder intelligenz, bzw der grad der intelligenz sagt nur etwas darüber aus, in welchem bereich man besser klar kommt, was einem leichter fällt .....wodrin man schneller ist....wie aufnahmefähig man in einem bestimmten bereich ist......

    des hochbegabten geistesblitze

    //Emotionale Intelligenz


    Der wissenschaftlich nicht greifbare, weil ebenso fälschlich wie der Begriff der IQ einen fundiert messbaren Grad implizierende Begriff, umfasst fünf Parameter. Nach Goleman sind dies:


    • Selbstbewusstsein (eigene Stärken und Schwächen kennen und ausdrücken können)


    • Selbstmotivation (die Fähigkeit sich trotz Unlust für eine Arbeit zu begeistern)


    • Selbstmanagement (planvolles Handeln im Bezug auf Zeit und Ressourcen)


    • Engagement in Gruppen (Teamfähigkeit, erweitert um Führungsqualitäten)


    • Empathie (Einfühlungsvermögen in Motive/Handlungen unsympathischen Verhaltens)


    Nicht das Vorhandensein von Gefühlen, sondern der bewusste Umgang mit Emotionen machen also eine hohe emotionale Intelligenz aus. Darüber hinaus zählen hierzu Eigenschaften wie Vertrauenswürdigkeit und Innovationsfreude oder die Motivationsfähigkeit und das Vermögen, Gefühle und Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. Dabei werden Befähigungen wie Teamführung, Selbstvertrauen, die Fähigkeit, sich selbst und andere aufzubauen sowie politisches Bewusstsein betrachtet.//


    Als eine Auslegung des Phänomens kann man sagen: Hochbegabung ist für den Betroffenen oftmals nicht angenehm. Nicht immer können sich Hochbegabte geeignet und verständlich ausdrücken, insbesondere können andere Menschen ihren häufig auf Assoziation und Alliteration beruhenden Gedankensprüngen kaum folgen. Aufgrund ihrer einen oder anderen besonderen Leistungsfähigkeit erzeugen sie Konfliktsituationen (Konkurrenzdruck), die sie selbst häufig erst spät wahrnehmen. Das Chaos finden sie in der Regel interessanter als die Ordnung, oder sie entwickeln spontan ganze Ordnungssysteme. Ihre Fantasie macht sie grundsätzlich anfälliger für Ängste; einem äußeren Erwartungsdruck steht innerer Selbstzweifel gegenüber. Häufig ist auch ein ausgeprägteres Gerechtigkeitsgefühl vorzufinden, das sie verschieden ausgestalten; Wertesysteme stellen sie in Frage. Einige Untersuchungen behaupten Korrelationen dieser Art.


    Hochbegabten fehlt oft die Beziehungsfähigkeit und wer nicht beziehungsfähig ist, der kann entweder mit seinen eigenen Gefühlen oder anderer nicht umgehen und dann ist er auch nicht in allem hochbegabt, weil seine emotionale Intelligenz zu wünschen übrig lässt und anderen nicht auf der selben Ebene entgegengeht. Auch Hochbegabte sind nicht in allem hochbegabt, sondern mittelmäßig oder schlecht.

    KLeio

    Zitat

    Ja, aber trotzdem bleibt das geistige Unverständnis, auch wenn man sich gefühlsmäßig zueinander angezogen fühlt und ein Bier trinken gehen kann. Im Prinzip bleibt dem HB übrig, dass er sich nur über Gebiete mit seinem Gegenüber unterhält, die auch sein Gegenüber versteht, was wiederum dazu führt, dass er sich selber einschränkt.

    Ich bin kein Auskenner. Aber ich würde sagen, es kommt darauf an, ob der Hochbegabte zugleich auch ein bestimmtes Thema für sich entdeckt hat, dass für ihn zentral ist. Wenn z. B. einer ein wissenschaftliches Spezialgebiet hat, über das er nur mit Fachleuten reden kann, allerdings solchen, die ebenbürtig sind.


    Wenn der Hochbegabte aber ganz normale Interessen hat, kann man sich - theoretisch - auch ganz normal mit ihm unterhalten.


    Es kann gut und gerne sein, dass einer ein Genie der Quantenphysik ist, aber dennoch gerne Fußball spielt und ein Bier trinkt. Auch ein Hochbegabter könnte ein Mensch sein, der im Alltag kaum auffällt, weil völlig normal.


    Im übrigen kann ich mich mit normal intelligenten Quantenphysikern auch nicht unterhalten. ;-)


    Allerdings kenne ich wohl nur die Sorte "Überflieger", Leute, die im Fach besonders gut waren, die ich aber nicht als Hochbegabte empfunden habe. Mit denen konnte man trotz eines wirklich erheblichen Wissensvorsprungs häufig sehr angenehm zusammensitzen.

    Defizite

    Zitat

    es hilft den betroffenen nicht weiter, wenn das mittelmass sich zu wort meldet mit kommentaren wie: "na ja, irgendwo wird auch er defizite haben..." in perfider art und weise werden so mitunter schon kleine kinder schadenfroh unter die lupe genommen, auch von lehrern, deren eigenen nachkommen die hochbegabung abgeht, z.b.

    Diese Defizit-Vermutung trifft immer ins Schwarze, weil das dahinter stehende Ideal einer Persönlichkeit von niemanden einzuhalten ist. Genauso könnte man vermuten, einer hätte einen Fuß. Auch hier kann man kaum fehlgehen.


    Insofern ist diese Defizit-Nummer ziemlich beknackt und perfide: man muss - bei jedem - nur lange genug suchen, um fündig zu werden.

    @yoseff

    Zitat

    Insofern ist diese Defizit-Nummer ziemlich beknackt und perfide: man muss - bei jedem - nur lange genug suchen, um fündig zu werden.

    Zu müßig die Deduktion und Versuche der Falsifikation -


    ... der "einfache Mensch" mit kognitiven Ressourcen im allgemeinen Falle geizt.


    ... der "einfache Mensch" (?) - welch' garstig Wort, denn


    "willste' oder kannste' nicht?", der ehemals bemühte Französischlehrer fragte.


    Heut' im Schweinsgalopp *:) 8-)´