Today

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    Warum wird vom HB immer ein "Mehr" an Geduld abverlangt und diese sogleich zu deren Prädiktor ernannt?

    Kann man von jemandem, der mehr versteht auch mehr Verständnis erwarten – ja. Aber isst Geduld noch nötig, wenn man etwas versteht? Nachdem HBs die Situationen viel schneller auffassen und die Möglichkeiten erkennen, haben sie selber ja gar kein Grund ihren Mitmenschen gegenüber mit falsche Erwartungshaltungen gegenüberzutreten. Spielt es eine Rolle, ob im Vergleich von HBs ein "mehr" an Geduld abverlangt wird, wenn HBs auch überall im Vergleich ein "mehr" haben? Entspricht natürlich dem Klischee, dass ein HBs "alles" können. Dann können HBs das im Vergleich zu nicht-HBs vielleicht weniger, weil sie einfach kein "mehr" an Geduld haben..

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    Mit Bitte um Kraft zur Geduld Dich endlich zu verstehen

    Oh, rein auf mich persönlich bezogen, ist meine Geduld von der gegenseitigen gefühlsmäßigen Bindung abhängig und dem gegenseitigen Interesse abhängig. Ist die Basis der Beziehung rein geistiger Natur, dann muss sie auf einer Ebene stattfinden, auf der eine gegenseitige Auseinandersetzung stattfinden kann, sonst besteht die Kommunikation aus zwei Monologen anstatt einem Dialog. Wenn es dann jemand darauf anlegt, mich zu provozieren und eben meine Geduldsgrenze auszutesten, dann ist meine Geduld genau da zu Ende – denn, dafür ist mein Leben zu kurz.


    Ich vereinfach einmal Deinen Satz: Warum verlangen einige Mensche mehr Geduld von anderen Menschen, als sie selber bereit sind aufzubringen oder als sie selber haben? Der Grund ist doch egal. Doppelmoral ist weit verbreitet. Es ist doch nur ein "Aufhänger". Auf die Art: "Du bist doch so klug, also muss Du auch mehr Geduld haben." Ich finde, es hat nichts mit Intelligenz zu tun, ob jemand den anderen gleichwertig behandelt oder nicht. Aber wenn die Wertigkeit eines Menschen mit seiner Intelligenz steigt, dann wir ihm auf allen Gebieten "mehr Intelligenz" abverlangt. Ich denke das beruht hauptsächlich auf Vorurteilen/Ideale/Klischees. Es gibt ja Menschen, die von anderen etwas verlangen, ohne dass sie festgestellt haben, ob der Betreffende überhaupt diese Fähigkeit hat und wenn er sie hat, dann hat er sie auch ohne, dass man es verlangt. Es gibt geduldige Menschen und ungeduldige – völlig unabhängig von ihrem Intelligenzquotienten. Ob sich der HB selber mehr Geduld abverlangt, das hängt von seiner eigenen Denkweise ab. Wenn der HB ungeduldig ist, dann ist es doch völlig irreal ihm "mehr" Geduld abzuverlangen, oder? Meiner Meinung nach hat das überhaupt nichts mit dem HB an sich zu tun. Menschen, die den HB "anzapfen", die tun das auch mit jedem anderen, der ihnen nützlich sein kann.

    Monika65

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    Warum sollte ihm dieses "Talent" fehlen? Ich habe erst jüngst gelesen, dass hochbegabte Kinder, oft entgegen der üblichen Vorstellung, eine höhere soziale Kompentenz haben als viele Gleichaltrige. Für mich ist das nachvollziehbar. Vielleicht ist das nur ein gewisser Entwicklungsvorsprung, den die anderen Kinder später aufholen, denn Empathie ist altersabhängig, also abhängig von der Gehirnentwicklung.


    Wenn es aber so ist, das hochbegabte Kinder in der Regel in dieser Hinsicht keineswegs im Regen stehen, warum ist das oder sollte es dann bei Erwachsenen so sein?

    Natürlich haben hochbegabte Kinder in der Regel auch höhere Anlagen ihre sozialen Fähigkeit zu entwickeln, aber nur wenn einmal überhaupt entdeckt wird, dass das Kind, das man da hat hochbegabt ist, worauf mittlerweile ja die Umgebung (Europa) doch sensibilisiert ist. Deine Aussage bezieht sich auf die heutigen erkannten hochbegabten Kinder. Ich beziehe mich auf HBs generell – sowohl jene, die erkannt und gefördert wurden, als auch jene, die zwar eine oder verschiedene Hochbegabungen hatten, aber diese nie gefördert wurden. Auch wenn sie von hausaus neugierig und auch autodidakt sind, so brauchen sie trotzdem Anleitung und wenigstens die Mittel, damit sie es sich selber etwas beibringen können. In solchen Fällen gibt es keine auf sie zugeschneiderte Erziehung und auf einigen Gebieten schaffen sie von sich aus, dass sie durch ihr Talent auch etwas leisten und in anderen wieder nicht. In Ländern, in denen sowohl die Schulausbildung als auch das Bildungsniveau niedrig ist, wird ein HB Kind weitaus weniger Chancen haben, seine Talente jemals im hohen Maße zu entwickeln, wie in Ländern mit einem hohen Bildungsniveau. Aber auch hier landen trotzdem noch genug HBs in Sonderschulen oder machen ihre normale Schulkarriere, wie alle anderen auch, bis sie vielleicht später selber entdecken oder von jemandem entdeckt wird, welches Potential sie eigentlich zur Verfügung haben. So wird dann eben oft die Entwicklung der sozialen Kompetenz nicht mehr so hoch entwickelt, wie bei HBs, die schon im Kindergarten als solche identifiziert wurden.

    Lotta

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    Ist es denn wirklich so, daß ein Hochbegabter ALLES weiß und alles versteht Ich glaube nicht. Die Hochbegabten, die ich kenne, sind Spezialisten auf EINIGEN Gebieten (Musik, Mathematik usw.) auf anderen Gebieten wieder habens sie nur durchschnittliche Kenntnisse und Fähigkeiten.

    Es gibt verschiede Arten von Hochbegabungen, solche, die so ziemlich auf allen Ebenen hochbegabt sind, genauso ausgesprochene musikalische, mathematische, etc. Hochbegabungen, bei denen aber auch die Intelligenz recht hoch ist und dann solche Menschen, die generell einen sehr hohen IQ haben, aber von Hochbegabung nicht mehr geredet wird. Das alles sind Möglichkeiten, die über die Intelligenz und Begabung der durchschnittlichen Bevölkerung liegt.

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    Ich finde auch nicht, daß ein Hochbegabter sich "herablassen" muß, mir einem "normalen" Menschen zu reden, und daß so ein Gespräch immer unbefriedigend für den Hochbegabten ausgehen muß. Wieso ist es eine Einschränkung, Gesprächsthemen zu wählen, die der Gegenüber versteht Vielleicht hat der "normale" Gesprächspartner Kenntnisse auf einem Gebiet, von dem der Hochbegabte keine Ahnung hat, und ein Gespräch darüber kann durchaus beide bereichern.

    Es hängt immer davon ab, was man sich von einem Gespräch wünscht und welche Interessen man selber hat. Jeder kann von jedem etwas lernen, daran habe ich überhaupt kein Zweifel.

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    Wenn sich zwei "normale" Leute unterhalten wollen, zum Beispiel ein Arzt und ein Ingenieur für... was weiß ich... dann wird doch auch der Arzt nicht verlangen, daß der Ingenieur seine Medizinischen Fachausdrücke kennt und über sämtliche Krankheiten, Therapien, Anatomie usw. Bescheid weiß. Genau so, wie der Ingenieur vom Arzt nicht verlangen kann, daß er sich in seinem Bereich auskennt. Wenn nun z.B der Arzt aber nur über Medizin sprechen möchte, dann ist es klar, daß das Gespräch für ihn unbefriedigend verlaufen wird, weil er eben viel erklären muß, damit der Gesprächspartner ihn versteht.

    Beide könnten sehr viel von einander lernen und sich dann auch über beide Bereiche unterhalten, wobei natürlich beide immer die Spezialisten auf ihrem Gebiet bleiben. Es muss meiner Meinung nach auch nicht unbefriedigend sein, jemandem etwas einmal zu erklären, wenn man merkt dass es das Gegenüber interessiert und es auch begreift. Unbefriedigend werden solche Erklärungen, wenn das Gegenüber es nicht begreift. Aber man erklärt doch schließlich oft etwas, das der andere lernen muss, damit er einen überhaupt begreift, weil man selber schon das Wissen hat, der andere aber noch nicht. Man lernt ja nie aus. Wenn gegenseitiges Interesse vorhanden ist, dann sollte es kein Problem sein – das meine ich auch.

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    Aber genau so gut könnte es sein, daß sich die beiden sehr gut und für beide Seiten befriedigend über Musik oder Politik oder Sport unterhalten werden, eben Themen, die beide interessieren und von denen beide etwas verstehen.


    Auf die Hochbegabten übertragen sehe ich es so: Ein Mensch, der sich ausschließlich über Quantenphysik unterhalten möchte, wird einsam bleiben und nur wenig Gesprächspartner finden. Aber ein wirklich intelligenter Mensch, auch wenn er hochbegabt ist, sollte in der Lage sein, auch andere Gesprächsthemen mit "normalen" Menschen zu finden, die auch für ihn bereichernd sein können.

    Ganz Deiner Meinung. Aber auch wenn er das kann, bleibt ihm auf einem oder mehreren Bereichen die Unzufriedenheit, dass er eben gerade für diese Bereiche niemanden hat, mit dem er sich austauschen kann. Der Wunsch bleibt ihm, sich doch auch mit Menschen zu unterhalten, mit denen er sich über Quantenphysik unterhalten kann. Es hängt von seiner eigenen Flexibilität ab, wie er seinen Wunsch verwirklicht.

    theorie

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    bei hochbegabten teenagern ist die autoaggression bis hin zum selbstmord leider überdurchschnittlich häufig. verzweiflung und depression sind alltäglich.


    hochbegabte erwachsene schliesslich, fallen auch selten durch ihre emotionale stabilität und ausgeglichenheit auf.


    es hilft den betroffenen nicht weiter, wenn das mittelmass sich zu wort meldet mit kommentaren wie: "na ja, irgendwo wird auch er defizite haben..." in perfider art und weise werden so mitunter schon kleine kinder schadenfroh unter die lupe genommen, auch von lehrern, deren eigenen nachkommen die hochbegabung abgeht, z.b.

    Das finde ich interessant, denn Du selber schreibst, dass sie oft das Defizit haben, dass ihnen die soziale Kompetenz/emotionale Intelligenz fehlt. Ich habe eher den Eindruck, dass Du nicht von HB redest, sondern von Menschen, mit einem hohen IQ. Denen fehlt es oft an emotionaler Intelligenz.

    Wenn ein Mensch gerade in der europäischen Gesellschaft durch einen hohen IQ auffällt, dann ist er eine Bedrohung für andere, weil die gesellschaftlichen Werte allgemein an Leistungsfähigkeit gemessen werden und letztlich existenziell sind. Ein Mensch mit einem außergewöhnlichen musikalischen oder künstlerischen Talent wird weniger Neider auf sich ziehen, wie einer mit einem mathematischen oder technischen Talent, auch wenn er schön ist. Das mit der Schönheit sehe ich anders, denn in vielen Bereichen ist es weniger nützlich intelligent zu sein, als schön zu sein.


    Hätte aber eine schöne hochintelligente Person auch noch die Begabung der emotionalen Intelligen und die Begabung nicht nur ihre eigene Sprache zu sprechen, sondern die Sprache der anderen zu erlernen und sich mit ihnen in ihrer eigenen Sprache zu unterhalten, gäbe es diesen Neid gar nicht, denn dann hätte sie die Fähigkeit, diesen klar zu machen, dass für Neig gar kein Grund vorhanden ist, weil sie auch darauf achten würde, dass sie nicht überheblich und arrogant bei den Mitmenschen ankommt. Insofern gehe ich immer mehr davon aus, dass hier nicht die Rede von HB ist, sondern sehr intelligenten Menschen, die einseitig talentiert und Leistungsfähig sind, in anderen Bereichen wiederum kein "mehr" an Talent haben.

    yosefd

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    Ich bin kein Auskenner. Aber ich würde sagen, es kommt darauf an, ob der Hochbegabte zugleich auch ein bestimmtes Thema für sich entdeckt hat, dass für ihn zentral ist. Wenn z. B. einer ein wissenschaftliches Spezialgebiet hat, über das er nur mit Fachleuten reden kann, allerdings solchen, die ebenbürtig sind.


    Wenn der Hochbegabte aber ganz normale Interessen hat, kann man sich - theoretisch - auch ganz normal mit ihm unterhalten.

    Sehe ich genauso. Ich möchte nicht alles wiederholen, weil meine Antwort an Lotta, genauso auf Deinen Beitrag zutrifft. Wie auch oben schon erwähnt, bleibt der Wunsch, sich eben mit geistig Ebenbürtigen zu unterhalten, was bei einem Menschen, der einen Gesprächspartner für das Thema Quantenphysik leichter fällt, als jemand, der auf vielen Gebieten als HB ist, ein Pendant braucht. Dadurch kann die Sonderstellung schon sehr belastend werden.

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    Im übrigen kann ich mich mit normal intelligenten Quantenphysikern auch nicht unterhalten.


    Allerdings kenne ich wohl nur die Sorte "Überflieger", Leute, die im Fach besonders gut waren, die ich aber nicht als Hochbegabte empfunden habe. Mit denen konnte man trotz eines wirklich erheblichen Wissensvorsprungs häufig sehr angenehm zusammensitzen.

    Ja, das sind auch keine HBs, sondern Menschen mit einem außergewöhnlichem Talent – manchmal auch dem einzigen Interesse. Gerade solche Menschen haben oft ein sehr trauriges Leben, weil sie sich im Leben nicht selten nicht zurecht finden, weil ihnen praktische Fähigkeiten fehlen, aber auch nicht in der Lage sind mit ihrem Talent mehr als andere nicht so hoch-talentierte Menschen zu erreichen. Das zeigt eine Beobachtungsstudie, die über Jahrzehnte gemacht wurde und wo z. B. aus einem mathematischen Talent im Erwachsenenalter Mathematiklehrer wurden, etc.


    Dass man sich ab und zu nett unterhalten kann, das ist sicher keine Frage, aber im Prinzip kurbelt der, der den Wissensvorsprung hat – vor allem wenn er mehr auf einem Gebiet einen Wissensvorsprung hat – sein Wissen immer wieder zusammen und das Gespräch ist für ihn eine Unterforderung. Anders, wenn es sich auf gefühlsmäßiger Ebene abspielt, weil da jeder verschieden ist und da kann jeder von jedem lernen.

    yoseff

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    Diese Defizit-Vermutung trifft immer ins Schwarze, weil das dahinter stehende Ideal einer Persönlichkeit von niemanden einzuhalten ist. Genauso könnte man vermuten, einer hätte einen Fuß. Auch hier kann man kaum fehlgehen.


    Insofern ist diese Defizit-Nummer ziemlich beknackt und perfide: man muss - bei jedem - nur lange genug suchen, um fündig zu werden.

    In dem Sinne finde ich es auch unangebracht, denn so wie Du, bin ich der Meinung, dass jeder von jedem lernen kann – dazu ist aber Interesse Voraussetzung.


    Es ist natürlich eine sachliche und keine wertende Aussage, wenn von Defiziten die Rede ist. Ein Defizit auf einem Gebiet bedeutet keine Verurteilung, dass ein Mensch nun "blöde" oder "dumm" ist. Das gilt es in solchen Diskussionen nicht außer Acht zu lassen, denn es gilt nur die Unterschiede festzustellen. Wenn ich sage, dass ich einen Defizit auf der Computerprogrammierungsebene habe, so bedeutet es ja nicht, dass ich nun als Mensch ein Defizit habe, wobei Du schon recht hast, dass in Beschreibungen oft auch eine negative Wertung impliziert ist oder sein kann.

    Today

    Zitat

    "willste' oder kannste' nicht?", der ehemals bemühte Französischlehrer fragte.

    Das hängt von der jeweiligen Weltanschauung des einzelnen ab, ob man der Meinung ist, dass der Mensch die freie Wahl hat oder nicht so zu sein, wie er will.


    Zitat:


    Der Mensch kann zwar wissen was er will, aber nicht wollen was er will.

    marthyrium einer mutter

    ein hochbegabtes kind? so etwas gibt es nicht, ein ordentliches deutsches kind wird eingeschult mit sechs jahren, kann dann nicht lesen, nicht schreiben und nicht rechnen.


    was tun also mit einem 4 jährigen, der lesen und schreiben kann, der im kopf bis hundert rechnet, der die uhr lesen kann, der aus langeweile den globus auswenig lernt? der verzweifelt in die kanalisation der stadt abtauchen will um das unterirdische zu erforschen, aber an einer gasmaske in kinderkopfgrösse scheitert?


    was tut eine kompetente deutsche lehrerin mit einem eingeschulten 5 jährigen, der sich langweilt, den sie aber nicht in die dritte klasse schicken kann, weil er die schreibschrift noch nicht perfekt beherrscht? was tun mitschüler mit einem, den sie nicht verstehen, weil er in seiner geistigen entwicklung schon 4 jahre weiter ist? wie fühlt sich einer, der mit den worten am gymnasium begrüsst wird mit "so ein junges schulkind haben wir hier ja noch nie gehabt"? wie fühlt sich einer der noch nicht volljährig sein erstes semester an der uni hat?


    mein sohn hat glück gehabt. er hatte ein zumindest für ihn relative stabiles elternhaus, eine kindheit und jugend ohnen nennenswerte familiäre tiefen. er hat freunde gefunden, die mit seinen "macken" zurechtkommen. er hat freunde gefunden, die ihm auf einzelnen gebieten ebenbürtig sind. da hat er einen freund, mit dem er computerprogramme schreibt und an die industrie verkauft. einen, der wie er ein absolutes gehör hat, ein andere bietet ihm paroli bei seinen motorischen fähigkeiten. sozial völlig integriert - scheinbar zumindest.


    die selbstzweifel über die andersartigkeit führen in den seltensten fällen zur deprssion, manchmal zu verstimmungen. seine andersartigkeit weiss er heute positiv einzusetzen. wobei er sich dessen bewusst ist, dass sein leben leichter wäre, wäre er wie alle anderen.

    Wie gewohnt guter Threadanstoß, Partiziplein !!

    Gleichwohl tout de suite die königliche Rüge, daß Du bezüglich Deiner Selbst so unscharf wie provokativ bleibst und Dich in Deiner unnachahmlichen Art gleichsam arrogant über die Diskutierenden erhebst.... aber gerade ob dieser dauerhaften hybrischen Distanziertheit liebt man Dich hier, und das ist ja auch ganz prima!


    Die HBten, die mir in meinen 32 Jahren so über den Weg gelaufen sind - und es waren und sind nicht wenige - , waren durch die Bank "Freaks", die mehr schlecht als recht durchs Leben torkelten. [Unvergessen zB die Story in meiner ersten Englischstunde, als unser Lehrer uns aufforderte, zu ihm "Good Morning, Sir" zu sagen und sich ein (hb) Freund von mir sträubte und ihm dann als Elfjähriger die komplette Geschichte der englischen Adelstitel einführte mit dem Hinweis, daß ER als lausiger StR ja nun wirklich alles andere als ein "Sir" sei. Er übersprung später 2 Klassen und dümpelt heute als einsamer Programmierer dahin...]


    Möglich, daß sie durch die Skepsis ihrer Umwelt ihnen gegenüber es von vornherein nicht schaffen, einen Grundstock an Emotionaler Intelligenz aufzubauen, den es einfach braucht, um glücklich in einer Gemeinschaft wie der Unseren zu leben.


    Stärke der Persönlichkeit speist sich aus vielen Quellen. Aber primär sicher nicht aus Intelligenz. Recognition is the key, und da haben es die Kollegen HB einfach schwerer, weil sie ohne Unterlaß beäugt und aus Schwäche der Umwelt geschnitten werden. Daher dürfte es für sie deutlich schwieriger sein, Selbstzufriedenheit zu erlangen - sich also eine Basis ihres Lebensglücks zu schaffen, denn ohne daß die Umwelt uns sagt wie toll wir sind werden wir es nie glauben.


    Gut daß ich überdurchschnittlich schlau und überdurchschnittlich nett bin und dazu noch unfaßbar überdurchschnittlich aussehe...


    ;-D


    Mit einem 2000er Marquez de Grinon im Glas grüßend,

    rotschopf

    Zitat

    die selbstzweifel über die andersartigkeit führen in den seltensten fällen zur deprssion, manchmal zu verstimmungen. seine andersartigkeit weiss er heute positiv einzusetzen. wobei er sich dessen bewusst ist, dass sein leben leichter wäre, wäre er wie alle anderen....

    Aber er hat offensichtlich auch soziale Fähigkeiten, denn emotional Intelligent heißt ja nicht, dass man keine Konflikte hat, sondern, dass man sich und andere so annimmt, wie sie sind und Lösungen findet und Dein Sohn hat sich Lösungen gefunden, indem er einfach nicht das von anderen erwartet und verlangt hat, was er selber kann. Er teilt seine Interessen halt nicht mit einem, sondern interessenbezogen mit Menschen.


    Welche Begabungen hat Dein Sohn? Wie geht er sonst mit Menschen um, ich meine wertet er ander ab, die weniger Wissen als er. Findet er, dass es auch Gebiete gibt, auf denen er von anderen lernen kann?

    Kleio

    unser grosser hat ausgeprägte fähigkeiten auf dem naturwissenschaftlichen gebiet, ausserdem würde er spielend leicht ein instrument lernen, hat sich aber vehement geweigert sowohl geige, als auch klavier zu lernen. lediglich zu hohen feiertagen und irgendwelchen runden geburtstagen der opas und omas ist er bereit innerhalb von wenigen stunden klavierstücke einzustudieren. aufgefallen ist mir sein absolutes gehör schon als er noch ein zwerg war und ich noch fremde kinder unterrichtet habe. spielend leicht konnte er bereits als dreijähriger eine terz von einer quinte unterscheiden. alles was mit technik, mathematik, physik und logik zu tun hat fliegt ihm zu.


    da er sich seiner auffälligkeit bewusst ist und gern als "normal" eingestuft und behandelt werden möchte geht er mit anderen völlig "normal" um. das ging in der schule soweit, dass er nicht auf prüfungen lernten, oder den stoff nicht wiederholte, nur um wieder im guten mittelfeld zu schwimmen.


    auffällig allerding war in all den jahre, dass er nie einen besten freund hatte, sondern immer eine vielzahl von mehr oder weniger guten freunden, die seinen interessen und seiner freizeitgestaltung "angepasst" waren - und sie waren alle immer um einiges älter. und er sucht sich auch heute noch freaks, fachidioten, anderer aussenseiter von denen er lernen kann und die ihn fordern. ich komme inzwischen mit einer ganzen menge verschiedener schwieriger persönlichkeiten zurecht, die in unserem haus ein und aus gehen.


    gelitten, richtig gelitten hat er nur während der grundschulzeit, aber da konnten wir sehr viel über die familie ausgleichen. interessanterweise findet zwischen unseren kindern kein konkurrenzkampf ( mehr ) statt - das war zumindest für mich ein hartes stück arbeit. in anfallende projekte wird der kleine bruder inzwischen mit eingebunden, um layout und künstlerische gestaltung zu übernehmen. ;-)