Oh, ein connaisseur ;-D


    Mit simpler Freundlichkeit kommt man bei Dir nicht weiter, gell? Lass mich erklären:


    1. Vor § 833 S. 1 BGb steht § 832 BGB, dahinter § 833 S. 2 BGB. Das ist der Zusammenhang. Das dürfte Dir einleuchten.


    2. Ich habe (nur) den ersten Satz eines zweisätzigen Paragraphen zitiert, um die grundsätzlich immer bestehende Haftung eines Tierhaltes darzulegen. Satz 1 beschreibt die sog. Regel, die grundsätzliche Haftung des Tierhalters. Die ist vollständig und existent, diese grundsätzliche Haftung. Satz 2 beschreibt die Ausnahme von dieser Regel. Dann gibt es neben der gesetzlichen Vorschrift etliches an Kasuistik, die einem erkennenden Gericht als Auslegungshilfe dienen kann, aber nicht muss. Ich habe in diesem Faden lediglich zwetschge darauf hingewiesen, dass ihre Aussage furchtbar falsch ist, und dass an der grundsätzlichen Einstandspflicht nicht mittels vager Fallbeispiele gerüttelt werden kann. Sonst habe ich nichts weiter geschrieben, weil ich -aus den mehrfach geschilderten Gründen- den konkreten Fall nicht kommentieren wollte/konnte.


    3. Jetzt kommst Du, und versuchst, mir eine zu klatschen.

    .


    Wieso? [...]

    Also, wenn beispielweise ein Hamster (= Tier = Sache) einen Elefanten (= Tier = Sache) böse am Ohr knabbert, die Sache (= Elefant) also beschädigt hat, dann ist der Halter des Hamsters schadenersatzpflichtig? Auch wenn der Elefant beschädigt wurde, während er in das Gehege des Hamsters auf dem privaten Betriebsgelände des Halters gehüpft ist? ":/


    Also rein Beispielhaft? ":/

    ES fließt kein Blut wenn ein Hund eine Katze tötet!!!


    Wahrscheinlich hat er sie direkt im Genick gepackt und es war ganz schnell vorbei, dass heißt die Katze musste nicht mal lange leiden :)- :)- denn das ist die Stelle wo direkt ganz viele Botenstoffe ausgestoßen werden und die Katze nix mehr merkt. Ich habe noch mal nachgedacht wahrscheinlich wusste der Hund schon was er da macht sonst hätte er anders zugebissen. Es ist ganz traurig aber der Hund hat halt nach seinem Instinkt gehandelt. ich würde zu den Katzenbesitzern gehen und nochmals mit ihnen reden.....


    Aber dem Freund bzw. der Familie passiert nix, da es das Grundstück von ihnen war und der Kater ein Eindringling.

    Mein lieber Muff, rein beispielhaft wäre das nach § 833 BGB so:


    1. Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.


    -> Ja, der Hamsterhalter müsste dem Elefantenhalter den Schaden am Elefantenohr ersetzen.


    2. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist [...]


    Wenn der Hamsterhalter den Hamster als Haustier hält (davon darf man wohl im Falle des Hamsters ausgehen) und nicht als Hamsterdompteur auftritt oder mit Hamsterfellen handelt, sondern den Nager nur zu seinem persönlichen Vergnügen besitzt, dann haftet er unbedingt, denn er übt keinen Hamsterberuf aus. Dann bricht die Prüfung an dieser Stelle ab; die Ersatzpflicht besteht.


    Dann kannst Du nur noch auf der Ebene des Mitverschuldens arbeiten, die nach der Prüfung des Tatbestandes abgeprüft wird. Dort fragst Du, ob der Anspruchsinhaber, also der Elefantenhalter, vielleicht auch ein klitzekleines Bisschen Schuld daran hat, dass das Elefantenohr zu Schaden gekommen ist. Und hier kommt es auf den konkreten Einzelfall an. Da muss man sich die Konstellationen einmal vorstellen. Wenn der Hamsterhalter in nördlichen Indien lebt und seinen Hamsterkäfig schön raus auf die sonnige Straße gestellt hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Elefant vorbeikommt und mit seinem dicken Fuß in den Käfig gerät, vergleichsweise hoch. Wenn der Elefantenhalter hoch auf dem Haupt seines Elefanten ganz arglos und nicht nach unten sehend über die Straße geritten ist, musste er nicht zwangsläufig mit dem Hamsterkäfig rechnen. Dann ist sein Verschuldensanteil vermutlich nicht so schrecklich hoch. Wenn jedoch ein Elefant aus dem Berliner Zoo ausbricht, weil der Zoowärter das Schließen der Elefantenkäfigtür vergessen hat, es bis an den Wannsee schafft und dort einen Jägerzaun niederrennt, sich plötzlich in einem Hamsterfreigehege aufhält, sich von Hamstern umzingelt sieht und eines dieser Tierchen sich an seinem Ohr festbeißt, dann ist der Mitverschuldensanteil des Berliner Zoos sicherlich höher als derjenige des indischen Hamsterkäfigbesitzers. Wenn dieser Fall allerdings tatsächlich eintritt, dann ist der Schaden des Wannseegrundstückseigentümers, den der Elefant verursacht hat, wahrscheinlich höher als der Elefantenohrschaden, den der Hamster verursacht hat, so dass der Elefantenohrschaden ohnehin, Mitverschulden hin oder her, durch Aufrechnung des ebenfalls geschädigten Hamsterbesitzers in der Versenkung verschwände.




    Zur Sicherheit, und weil ein paar andere spannende Eventualitäten sowie HS 2 behandelt werden, auch die andere Seite des Falls: Der Elefant beschädigt den Hamster. :-D


    1. Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.


    -> Ja, der Elefantenhalter müsste dem Hamsterhalter den Schaden am Hamster ersetzen.


    2. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, [...]


    -> Die Haftung könnte ausnahmsweise (!) nicht eintreten. Hier sind ein paar Vorabfragen zu klären. Ist der Elefant ein Haustier? Wahrscheinlich ja, darüber kann man aber schon streiten. Gezähmte Tiere sind zB schonmal keine Haustiere. Auf jeden Fall müsste der Halter entweder Elefantendompteur oder so sein, in jedem Fall beruflich mit dem Elefanten arbeiten. Ein Zirkus wäre okay. Wenn der Halter ein Zirkus wäre, der den Elefanten selbst aufgezogen hat, handelte es sich bei Deinem Elefanten, Muff, um ein Haustier, denn ein Haustier ist auch das von einer juristischen Person gehaltene Tier, wenn es für deren Aufgabenbereich eingesetzt wird. Beruf, Erwerb, Lebensgrundlage läge hier auch vor, denn ein Zirkus verdient seinen "Lebens"unterhalt u.A. mit dem Elefanten, wenn dieser vor Publikum durch einen brennenden Reifen springt.


    Hätte ich im konkreten Fall rechtlich beraten dürfen, hätte ich eben diese Passage der Vorschrift Discedere vorgehalten, weil sie § 833 S. 2, 1. HS BGB (glaube ich, die Passage ist ja gelöscht) unzulässigerweise mit der Frage des Mitverschuldens durcheinandergewürfelt hat. § 833 S. 2 schränkt die Einstandspflicht in Deinem Elefantenfall ein, denn der Elefant dient der Lebensgrundlage des Zirkus. Zum Ausgangsfall will ich mich nach wie vor nicht äußern, denn ich will ja niemanden rechtlich beraten, aber ich hätte es Discedere vorgehalten, wenn sie behauptet hätte, man hätte mit § 833 S. 2, 1. HS BGB arbeiten können.


    3. und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.


    -> Besondere Beachtung verdient hier das Wörtchen "und", der Elefantenhalter müsste den Elefanten zur Erhaltung seiner Lebensgrundlage verwenden (Beruf) und zusätzlich müsste er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet haben, es sei denn, der Elefant hätte den Hamster auch bei Beachtung eben dieser plattgetreten.


    Dein Elefantenhalter kann sich exculpieren, wenn er darlegt und beweist, dass er seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Er haftet also nicht, wenn der Elefant in seinem Wohnwagen ordnungsgemäß angekettet war, der Clown sich jedoch einen Spaß erlaubt und die Kette durchgesägt hat und der Elefant nur deshalb losgehen und dabei in einen Hamsterkäfig geraten konnte. Dann müsste der Hamsterhalter sich im Zweifel am Clown schadlos halten, wenn das denn ginge, q.e.d. Der Elefantenhalter hätte sich jedoch exculpiert. Wobei ihm das Verhalten des Clowns ggf. zugerechnet werden könnte, aber jetzt habe ich keine Lust mehr.




    Soviel zum "Thema". :-D

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