• Ich bin lebensmüde

    In Hinblick auf die Tatsache, dass das Thema wenig Beachtung finden wird, poste ich dennoch mal meine Gedanken. Mein Leben verlief in vielerlei Hinsicht nicht optimal - sei es bedingt durch das Elternhaus und dortige Alkoholprobleme, Mobbing im Kindesalter und Ausgrenzung. Vieles hat tiefe Spuren hinterlassen.Ich weiß, dass ich unwichtig bin. Für die…
  • 153 Antworten

    Tja das ist eine gute Frage, ich musste sowas nicht lernen und konnte mich immer schon am besten mit mir selber beschäftigen, andere Menschen stressen mich eher. (zwei auf einmal sind noch ok)


    Die Frage ist ja, auch wenn es deine Probleme tatsächlich lösen würde, ob es von dir aus wünschenswert ist,eigentlich möchtest du ja andere Menschen um dich rum und bist eher von der Einsankeit gestresst...


    wie wäre es denn mit nem onlinegame? anerkennung wirst du da durch fleiss bestimmt bekommen.

    Ich mag leider keine Computerspiele und kann mich dafür auch nicht begeistern. Ich koche sehr gern und beschäftige mich mit meinen Pflanzen, baue auch Gemüse an.


    Zur Weihnachtsfeier unserer Familie kochte ich etwas Marokkanisches, weil es halt jedes Jahr das gleiche gibt (Kartoffelsalat und Bockwurst). Es wurde auch von allen probiert und als sehr lecker attestiert - wirklich gegessen hat aber es keiner. Ich glaube schon, dass es irgendwie auch an mir liegt. Das soll mir keiner erzählen.


    Danke aber, für deine Ratschläge. Ich bin ja dankbar, dass überhaupt jemand was schreibt.

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    Ich arbeite, bin freundlich, die Menschen mögen mich.

    Das klingt doch gut und ist schon mal viel wert.

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    Die Welt dreht sich auch ohne mich weiter.

    Das gilt doch für jeden Menschen. ;-)

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    Mir fehlt einfach die Sinnhaftigkeit meines Daseins. Wenn eine Person für nichts und niemanden wichtig ist, lebt sie doch einfach nur ihre Zeit herunter. Wozu soll das gut sein?

    Dein Leben hat so viel Bedeutung wie du ihm gibst. Du kannst dein Leben natürlich einfach nur für dich leben oder du suchst dir Dinge, wo du einen Unterschied in der Welt machen kannst.

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    Kann man es denn irgendwie erlernen auch ohne Anerkennung zu leben?

    Das wäre ein gutes Thema für den Psychologen gewesen.


    Ich kann vieles verstehen, was du sagst, aber ein richtiges Problem sehe ich nicht. Es wirkt auf mich, als ob du hohe Erwartungen an anderen hast und sie sollen dir Anerkennung und Interesse schenken. Weil du das nicht bekommst, denkst du dein Leben sei sinnlos. Habe ich das richtig verstanden? Du solltest dich davon lösen, was andere machen oder denken. Konzentriere dich lieber auf dich.


    Magst du immer noch Musik? Kauf dir jetzt ein Instrument. Lernst du immer noch gerne? Suche dir ein Thema und beschäftige dich damit. Du brauchst nicht das teuerste Equipment um anzufangen. Fang klein hat, mit ursprünglichen Methoden, anderen Aspekten, usw.


    Vielleicht würde es dir auch gut tun, wenn du etwas gibst anstatt etwas zu wollen? Engagiere dich ehrenamtlich, hilf Leuten mit deinem Wissen, z.B. auf Fachseiten, such dir einen Nebenjob als Babysitter, Hundesitter, Nachilfelehrer oder ähnliches, nähe Mundschutzmasken oder organisiere bunte Bilder von Kindern fürs lokale Altersheim. Das sind jetzt nur Beispiele, es wird sicher etwas geben, was zu dir passt und du in deiner Nähe umsetzen kannst.


    Gib nicht auf, du wirst deinen Weg schon finden. @:)

    gato schrieb:

    Vielleicht würde es dir auch gut tun, wenn du etwas gibst anstatt etwas zu wollen?

    Genau das ist ja das zentrale Thema meines Rückzuges: Ich habe in den letzten, vielen Jahren so viel für andere gemacht und dafür eben sehr selten Anerkennung oder ein Dankeschön bekommen. Vieles wird dann zur Normalität und dann sagt niemand mehr Danke.


    Die Leute wussten dann auch schon, dass ich nicht "Nein" sagen kann und es wurde teils systematisch ausgenutzt. Vor allem auch beruflich und finanziell. Durch meine Gutmütigkeit habe ich mehrere tausend Euro verloren, Dinge verborgt und nie wiederbekommen, Geld geliehen. Man reicht den kleinen Finger und genommen wird die ganze Hand.


    Irgendwann habe ich da die Reißleine gezogen, weil es mir auch seelisch nicht gut tat von allein Seiten ausgenutzt zu werden. Ich meine, klar ich helfen unseren alten Leuten hier im Haus und bin nach wie vor sehr hilfsbereit. Aber ich habe das deutlich reduziert, um nicht darunter leiden zu müssen.

    Du solltest damit aufhören nach Anerkennung zu suchen und hoffen. Sei dir selbst dein bester Freund, tue das was du tust aus Überzeugung, noch eine Portion Selbstvertrauen und gib deiner Selbstliebe einen Anstupser und du wirst auf Anerkennung anderer verzichten können.


    Du bist nicht darauf angewiesen, dass dir andere sagen wie toll du bist oder wie super du etwas gemacht hast denn Erwartungshaltung ist einer der grössten Fehler der Menschen. Mit der Erwartungshaltung projezieren wir unser Verhalten, unsere Sehnsüchte und unsere Wünsche auf andere und sind dann mal für mal enttäuscht weil wir nicht bekommen was wir erwartet haben. Das gleiche Spiel immer und immer wieder. Selten lernen wir daraus.


    Löse dich unbedingt von toxischen Menschen oder Situationen die sich für dich schlecht anfühlen oder Konsequenzen haben für dein Wohlbefinden. Das kann schon mal sehr helfen.


    Und tue nicht etwas wenn du dir dafür eine Gegenleistung erhoffst und frag dich nicht erst was für dich dabei herausspringen könnte. Tue es einfach ohne ein Danke zu erwarten. Schadet es dir mit der Zeit mehr als es dir gute Gefühle bereitet so wird es toxisch sein gemäss dem oberen Absatz. Löse dich davon.


    Denke mal an dich. Lass es dir gut gehen. Du hast es verdient glücklich zu sein. Lass dir das nicht nehmen und lade dir das übermässige Gewicht von den Schultern. Das ist nur unnützer Balast der dich auf deinem Lebensweg nur aufhält.


    Negatives zieht weiter Negatives an. Du solltest dein komplettes Mindset überarbeiten denn so kommst du kaum aus der Negativspirale hinaus. Sobald dein Hirn wieder merkt, was Positives bedeutet, gewöhnt es sich womöglich daran. Wäre doch eine schöne Basis um weiterzumachen :-)


    Wie steht es um dein Selbstvertrauen? Konntest du das je aufbauen und entwickeln?

    Wie wäre es denn, wenn du dir einen tierischen Begleiter für gemeinsame Wanderungen und Spaziergänge suchst? Weiß ja nicht, ob du tierlieb bist, aber ich finde, die Beziehung zu einem Tier gibt einem viel, man kann gut Kontakte zu anderen Menschen knüpfen und sich regelmäßig zu gemeinsamen Aktivitäten treffen. Wenn nicht genug Zeit für einen eigenen Hund ist, freuen sich auch die Tierheime über Gassigänger.

    Danke Dir ganz lieb :)_

    Golddust schrieb:

    Wie wäre es denn, wenn du dir einen tierischen Begleiter für gemeinsame Wanderungen und Spaziergänge suchst? Weiß ja nicht, ob du tierlieb bist, aber ich finde, die Beziehung zu einem Tier gibt einem viel, man kann gut Kontakte zu anderen Menschen knüpfen und sich regelmäßig zu gemeinsamen Aktivitäten treffen. Wenn nicht genug Zeit für einen eigenen Hund ist, freuen sich auch die Tierheime über Gassigänger.

    Ich mag Tiere sehr. Aber nur in der Natur. Hier daheim habe ich viele Pflanzen und kümmere mich gern um sie. Das ist mein kleines Hobby.


    Ich lerne recht schnell Leute kennen. Das ist gar nicht mein Problem. Das Problem ist eher wirklich auch Menschen zu begegnen, die "echt" sind und einen als Person mögen und nicht nur, weil man einen Hund hat oder zusammen ins Fitness-Studio geht.

    Das kann ich gut verstehen.. viele echte Freundschaften entwickeln sich aber durch gemeinsame Interessen und Aktivitäten.

    Wenn man sich dadurch regelmäßig sieht, nochmal mehr.


    Wie sieht es denn bei dir mit einer Beziehung aus? Vielleicht würdest du da auch Wertschätzung erfahren.


    Eine sehr doofe Situation, wenn man immer gibt, aber wenig zurück kommt. Ob das Leben einen Sinn haben muss, weiß ich nicht. Aber man sollte es mit Dingen füllen, die einem Spaß machen.

    Alias 972854 schrieb:
    tzuisc schrieb:

    Ich finde bei dir hört man heraus das du dich nach Anerkennung anderer Menschen (stellvertretend für Eltern) sehnst.

    Das stimmt exakt. Nur habe ich die, trotz auch guter Leistungen, selten erhalten. Ich möchte mich auch nicht in den Vordergrund drängen und allen vorspielen, wie toll ich doch bin. Das ist nicht meine Art und ich bin auch nicht toller als andere.

    Ich möchte nur ganz normal von anderen als Menschen gewertschätzt werden und vielleicht auch ein, zwei um mich haben, die loyal zu mir sind und denen es um mich geht. Und ja, vielleicht habe ich die ein und andere depressive Ader mittlerweile an mir. In Gesellschaft macht vieles halt einfach mehr Spaß, nur irgendwie "mag mit mir keiner spielen". :°(

    Das hörte sich jetzt so süß an! x:)

    Also ich würde mit Dir spielen!!! :)_


    Die Dinge, von denen Du berichtest, kenne ich auch. Bevorzugte Schwester, die alles bekam, ich nichts. Menschen, die was von mir wollen, dann kann ich gehen, "ansonsten wollen die nicht mit mir spielen!"

    Man kommt sich so benutzt vor.

    Aber ich habe gelernt, auch nur Dinge zu machen, die ich mit mir selbst mache, habe gelernt, dass mir das reicht. Dann sagte ich mir, dass das im Grunde das wichtigste im Leben ist: wenn man sich selbst reicht! Dann ist man frei und unabhängig und kommt gar nicht mehr in diese Nöte.

    Oft, wenn man pausenlos Nieten zieht, macht man auch selbst was falsch. Man signalisiert etwas Falsches, was die falschen Leute anzieht.

    Ich sage mir immer: es bekommen alle Menschen dieselbe Welt aufgetischt! Die einen kommen klar, die anderen nicht. Es muß ja irgendwie an einem selbst liegen. 8-(

    Ach, ich weiß nicht....

    Freundschaften wachsen nicht an Bäumen. Und um "loyale" Leute zu einfach so zu finden reicht ein Leben nicht aus.

    By the way: woher willst Du wissen, dass die Leute dich nur ausnutzen und nichts zurückgeben? Hast Du sie mal gefragt?

    Ich mag nicht glauben, dass man enfach einen losen Bekannten nach Geld oder Hilfe fragt. Jedenfalls würde ich das nie tun. Und mich hat auch bisher keiner aus dieser Gruppe gefragt.

    Meiner Meinung nach ergeben sich Freundschaften aus gemeinsamen Hobbys und Interessen. Gemeinsame Erlebnisse verbinden. Daraus kann eine dauerhafte Beziehung erwachsen.

    Komisch, dass hier noch niemand nach dem Alter gefragt hat. Wäre vielleicht hilfreich.

    Eine "klassische Depression" ist es vielleicht nicht, aber eben ein Zustand, der einer Depression gleich kommt. Wie du in diesen Zustand gekommen bist, lässt sich leicht nachvollziehen. Leider hat sich dein gesamtes Denken ebenso dieser Situation angepasst.

    Jeder Mensch strebt nach Anerkennung, weil als soziales Wesen braucht er diese wie Essen, Trinken und Schlaf. Bekommt man sie nicht, leidet man einen Mangel, aus diesem Mangel entstehen Symptome. Ein Symptom davon ist, dass man einfach die Lust am Leben verliert.

    Anerkennung kann man leider nicht einfordern. Manche erkaufen sie sich, geben eine Menge Geld dafür aus und werden trotzdem nicht glücklich.

    Aus dieser Anerkennung-Abhängigkeit muss man sich lösen. Scheiß drauf, wenn die Anerkennung nicht von den Leuten kommt, von denen man sie gerne hätte. Die Konsequenz muss sein, man macht sein eigenes Ding, erkennt sich selbst an und freut sich über Dinge, die man geschafft hat, oder einem Freude bereiten. Das mit deinem Hobby Pflanzen finde ich z.B. richtig cool.

    Ich hätte folgenden Tip für dich: Auch wenn du keine Sportskanone bist, Sport ist immer ein gutes Mittel. Es muss gar kein Hochleistungssport sein. Fahrradfahren genügt. Irgend etwas, wobei du dich körperlich auspowern kannst, ein gesundes Gefühl von Erschöpfung erzeugt. Dein Körper dankt es dir mit der Produktion von Endorphinen und anderen Belohnungshormonen, die im Gehirn dafür sorgen, dass du dich, Muskelkater hin oder her, langfristig immer besser fühlst. Das ist ungefähr so, als würde man den ganzen Tag ein Grinsen aufsetzen, irgendwann stellt sich gute Laune im Gehirn ein. Klingt komisch, ist aber so und funktioniert. Nur mit Gedanken allein kommt man nicht an diesen Punkt. Probiers aus.

    Wenn du das durchziehst wirst du in ein paar Jahren lächelnd den Kopf darüber schütteln, dass du dich fast schon mal verabschieden wolltest. Versprochen!

    Kalinkana schrieb:

    Oft, wenn man pausenlos Nieten zieht, macht man auch selbst was falsch. Man signalisiert etwas Falsches, was die falschen Leute anzieht.

    Ich sage mir immer: es bekommen alle Menschen dieselbe Welt aufgetischt! Die einen kommen klar, die anderen nicht. Es muß ja irgendwie an einem selbst liegen. 8-(

    Ja, eben. Das ist so ein Grundgedanke an mir. Ich sehe das mitunter auch eher analytisch, als klagend. Irgendwas muss da sein, was mich ins Fett-Töpfchen treten lässt. Anderen scheint das Glück stets wohlgesonnen zu sein und ich bin eher so der Typ: Natural Born Loser. Irgendwie halt seltsam.


    Ich hatte das auch in meinen wenigen Beziehungen. Mein letzter Freund war einfach ein echt lieber Kerl, aber es hatte irgendwelche psychischen Probleme und beleidigte mich phasenweise richtig übel. Irgendwann musste ich das beenden und litt auch lange drunter. Seither bin ich "abstinent" und versuche auch mit mir allein klar zukommen.


    Sport mache ich schon länger und laufe 2-3x die Woche ein paar Kilometer und das hilft mir wirklich auch den Kopf frei zubekommen. Allerdings löst es nicht meine Probleme aus der Kindheit und das ich irgendwie immer an falsche Menschen gerate. Je älter ich werde, desto mehr holen mich vor allem diese Kindheitserinnerungen wieder ein. Ich bin übrigens Mitte 30.

    Alias 972854 schrieb:

    Allerdings löst es nicht meine Probleme aus der Kindheit und das ich irgendwie immer an falsche Menschen gerate. Je älter ich werde, desto mehr holen mich vor allem diese Kindheitserinnerungen wieder ein. Ich bin übrigens Mitte 30.

    Da wäre es doch angeziegt, im Rahmen therapeutischer Sitzungen, diese gezielt aufzuarbeiten. Die Verhaltensmuster, die du in der Kindheit entwickelt hast, müssten nachhaltig aufgebrochen werden. So lange man immer nur auf der Ebene Verhaltenstraining unterwegs ist, wird sich an den ursprünglichen und ursächlichen Problemen nichts ändern. Hauptproblem dabei ist und bleibt, den richtigen Therapeuten dafür zu finden.

    Zitat

    Anderen scheint das Glück stets wohlgesonnen zu sein

    Vorsicht. Glück ist nichts was man einfach hat. Glücklich sein ist eine Lebenseinstellung und nichts was man sucht und dann findet und dann auch behält.


    Es liegt viel in der Kraft der Anziehung. Du strahlst aus was und wie du lebst. Deswegen schrieb ich ja Negatives zieht Negatives an. Wenn du nur trübsalblasend und selbstmitleidig durchs Leben wanderst, dann wird du von deiner Umgebung auch genau diese Reflektion erhalten. Wie ein Spiegel.


    Wenn du glücklich sein willst, dann entscheide dich aktiv dazu und fang an auch so zu leben.


    DAS ist der erste Schritt um glücklich zu sein.