• Ich bin lebensmüde

    In Hinblick auf die Tatsache, dass das Thema wenig Beachtung finden wird, poste ich dennoch mal meine Gedanken. Mein Leben verlief in vielerlei Hinsicht nicht optimal - sei es bedingt durch das Elternhaus und dortige Alkoholprobleme, Mobbing im Kindesalter und Ausgrenzung. Vieles hat tiefe Spuren hinterlassen.Ich weiß, dass ich unwichtig bin. Für die…
  • 153 Antworten
    Evoluzzer schrieb:

    Willkommen in der Realität.


    Alias 972854 schrieb:

    Ja, und da fühle ich plötzlich wieder wie in der Schule, als ich gehänselt und gemobbt wurde - irgendwas muss doch an mir sein, was die Menschen abschreckt!

    Tja, das ist die eigentliche Aufgabe, die du bis jetzt nicht erledigt hast, die alte Scheiße endlich zu begraben.

    Es ist nicht irgend etwas an dir, was die Menschen abschreckt, es ist irgend etwas in dir, was Angst hat, die alte Scheiße zu entsorgen. Das ist wie: wasch mich, aber mach mich nicht naß.

    Das ist aber Unsinn. Ich sagte ja, dass ich u.a. in Therapie war und auch viele Dinge für mich aufgearbeitet habe. Mein Verhältnis zu meinen Eltern ist heute sehr gut, wir haben viel darüber gesprochen und auch die Vorwürfe begraben. Ich arbeite seit meiner Kindheit daran. Mir zu vorzuwerfen ich hätte mich damit nie beschäftigt, finde ich sehr dreist und kurzsichtig.


    Ich bin fest der Meinung, dass gewisse Prägungen einfach nicht mehr beliebig entfernbar sind und das sagt auch die Psychologie. Wenn ein Menschen nie Liebe erfahren hat, kann er diese auch an niemanden zurückgeben, geschweige denn sich selbst lieben. Man kann vielleicht lernen mit diesen Dingen irgendwie umzugehen, aber was einmal in der Kindheit ins "Gehirn gestempelt wurde", wird für immer dort bleiben. Wir sind ja keine Maschinen.

    Es ist immer einfach zu behaupten, man müsse sich nur hinsetzen und irgendwas "anpacken". Das sind naive, pragmatische Lösungsansätze, die aber schlichtweg nicht umsetzbar sind. Über die Jahre habe ich ja auch andere viele Betroffene kennengelernt und die haben mich immer als stark und ausgeglichen charakterisiert. Das mag in meiner Alltagsrolle auch genau so erscheinen. Aber tief in mir sind da immer noch die Ungerechtigkeiten und Verletzungen aus der Kindheit und je weniger ich unter Leute komme, desto präsenter sind diese Erinnerungen.


    @BeautifulDay89
    Und was soll die Lösung sein? Kopf auf, und Gehirn austauschen. Die Software ist defekt. Oder eben vorn Zug springen, Drogen ... Es wäre einfach auch nur schon, wenn ich dumm wäre und nicht so viel über den ganzen Müll nachdenken würde. RTL2 einschalten und sich über das tolle Programm freuen. Vielleicht hilft ja eine Lobotomie oder mit dem Kopf mal richtig gegen die Wand laufen. Keine Ahnung ...


    ... die Welt in der ich lebe kann ich nicht austauschen. Die müsste gerecht und fair sein, wo niemand andere hänselt und für Dinge benutzt oder missbraucht, wo Menschen aufrichtig sind und sich auch aufrichtig lieben - mit allen Höhen und Tiefen. Ich wünsche mir eine Utopie und das kann natürlich nicht gut sein.

    Ja, eine solche Welt wünsche ich mir auch. Das einzige was dort herrscht ist die Liebe und dort gibt es keinen Hass. Aber eine solche Welt wird es nie in dieser Form geben. Aber das ist der falsche Ansatz. Veränderung fängt nicht bei anderen an sondern bei sich selbst. Es bringt nichts andere Leute für ihr Verhalten anzuprangern denn du kannst andere Leute nicht ändern.


    Bestimmt kennst du den folgenden Spruch:


    Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


    (Das Wort "Gott" habe ich stehen lassen weil es zum Spruch gehört. Kann ersetzt oder gestrichen werden je nach persönlicher Ansicht)


    Wenn du die Situation nicht ändern kannst, ändere dich denn dort fängt die wahre Veränderung an. Leb so, wie du es für richtig hältst und sei so der erste Schritt in die richtige Richtung. Du hast so viel Macht die Welt um dich herum positiver zu gestalten. ABER du musst mit anpacken. Von nichts kommt nichts. Negatives zieht wie gesagt Negatives an. Wenn du jedoch deine Einstellung, dein Mindset mal komplett umstellst, wirst du sehen, dass die Welt da draussen auch anders kann. Ich spreche hier aus persönlicher Erfahrung. Hat aber bei mir gut 30 Jahre gebraucht um dieses Denken umzusetzen.


    Das ganze ist aber ein Lernprozess der mitunter Jahre dauern kann. Eine Anleitung dafür gibt es nicht. Schön wärs, dann hätte ich meine 20er heilvoller überstanden ;-D

    Zitat

    Die müsste gerecht und fair sein, wo niemand andere hänselt und für Dinge benutzt oder missbraucht, wo Menschen aufrichtig sind und sich auch aufrichtig lieben - mit allen Höhen und Tiefen.

    Zitat

    Wenn du jedoch deine Einstellung, dein Mindset mal komplett umstellst, wirst du sehen, dass die Welt da draussen auch anders kann.

    Ich finde das Mindset schon ganz in Ordnung. Was soll man denn da umstellen?


    Das Gegenteil davon wäre meines Erachtens alle Menschen mit Argwohn zu betrachten und rigoros ohne Rücksicht seinen eigenen Weg zu gehen. Dann sind wir aber wieder bei:

    Zitat

    Negatives zieht wie gesagt Negatives an.

    Wenn man sich selber ändern soll, weil man die anderen nicht ändern kann, heißt das in meinen Augen sich anzupassen. Also legt man zukünftig Verhaltensweisen an den Tag, die man bisher angeprangert hat.

    Das kann doch nicht die Lösung sein.

    An den TE:

    Bei mir war es ganz genauso Mobbing im Kindesalter, Probleme mit den Eltern, keine Zuneigung. Ich muss mir heutzutage immer noch Sachen aus der Familie gefallen lassen und das mit über 30, bin aber kein Mensch der austeilt sondern nur lächelt und innerlich weint. Aber man lernt mit der Zeit damit umzugehen. "Du bist nichts, kannst nichts, du hast einen weg" ich mein ich höre mir das bis heute noch regelmäßig an, aber mir würde nie in den Sinn kommen daran zu denken das Die Welt ohne mich besser dran wäre oder Suizidgedanken zu haben. Nein! Dafür ist das Leben doch zu wertvoll auch in bestimmten Situationen

    Alias 972854 schrieb:

    Um es mal ganz kurz zu fassen: Es gibt nichts, dass mich wirklich davon überzeugt, dass man auf dieser Welt sein müsste. Natürlich hat man hier da die schönen Seiten, aber der "große Wurf" ist das alles nicht.

    Das sehe ich (leider) ganz genau so. Ich habe viel Energie ins Berufliche gelegt, dachte immer, je mehr Erfolg, je mehr Geld, je mehr Ziele erreicht, desto näher komme ich dem Gefühl des grossen Wurfs. Leider wurde es eher immer schlimmer. Je mehr ich erreicht hatte, desto leerer wurde ich. Das hat mich komplett desillusioniert, denn das war immer mein Lebenshalt (Zielstrebigkeit, Ehrgeiz) gewesen, der nun gefühlt zusammengebrochen ist.


    Ich glaube, dass es wahrscheinlich mit Liebe zu tun hat. Ich habe Menschen in meinem Leben gehabt, die mich geliebt haben, das habe ich gespürt (nicht meine Eltern). Aber ich kann keine Liebe annehmen, ich kann Liebe nur zerstören. Ebenfalls bin ich nicht fähig, Liebe zu geben. Ich fühle mich damit nicht unbedingt einsam, aber unendlich leer.


    Dieses Konstrukt des "grossen Wurfs" ist letztendlich nur ein Behelfs-Konstrukt. Man möchte sich einbilden, dass es einen grossen Wurf gibt, zu dem man nur den Schlüssel findet müsste und dann würde alles gut werden.


    Alias 972854 schrieb:

    Nur bin ich überhaupt nicht so ein destruktiver Mensch, sondern suche nach kreativen Lösungen.

    Erzäh mal, falls du etwas Kreatives gefunden hast...

    Ja, eben. Sehr, sehr gut formuliert. Verändere dich selbst, wenn du die Welt nicht ändern kannst. Das nennt sich "anpassen". Darin bin ich wirklich sehr schlecht. Wenn mir etwas im Leben nicht gefallen hat, habe ich es verändert. Auf der anderen Seite bin ich sehr tolerant und kompromissbereit, wenn es nicht gegen prinzipielle Lebensentwürfe spricht. Ich bin also keineswegs das "Arschloch", dass immer mit dem Kopf durch die Wand muss. Überhaupt nicht.


    Es gibt aber Dinge, die mir grundsätzlich missfallen. Und die bemängele ja nicht nur ich. Viele denken immer erst an sich und ganz weit dahinter an andere. Das erlebt man nicht nur in seinem Alltag, sondern auch in politischen Prozessen oder beim Lobbyismus. In der Corona-Krise merken wir das auch wieder sehr deutlich - Solidarität finde nur punktuell statt und ist kein Grundkonsens.


    Wir reden jetzt darüber, dass Menschen in Supermärkten, in Kliniken oder in der Reinigung deutlich unbezahlt sind - allen ist das bewusst, aber ändern wird sich daran nichts. Wir ändern auch nichts daran, dass alle 30 DAX-Unternehmen Geld nach Panama & Co. bringen und damit Steuern hinterziehen, aber jetzt nach Subventionen in Milliardenhöhe bitten, die eben genau der Staat finanzieren soll, dem diese erwähnten Steuereinnahmen fehlen. Das ist doch grotesk! Leider ist das nur ein Trieb dieses Krebsgeschwürs, dass sich durch die ganze Gesellschaft zieht und alle tun so, als wäre als prima. Im Grunde bescheißen wir uns alle gegenseitig und wer am besten bescheißen kann fährt Porsche.

    Erst heute sah ich Dokumentation, wie die Leute in Weimar und Erfurt vom KZ Buchenwald profitierten. Die haben genau gewusst, was da läuft und haben sich trotzdem bereichert, Öfen gebaut, Leichen verbrannt, Menschen aus Sadismus gequält ... der Mensch IST so. Keine Spur von Empathie. Ich glaube nicht, dass das Ausnahmesituationen sind, sondern lediglich das zu Tage treten lassen, was allen dem Menschen sowieso innewohnt. Das findet ja in allen erdenklichen Bereichen statt - nicht in diesem Extrem, aber am Prinzip hat sich nicht geändert.


    Und ja, im Grunde möchte ich mich da nicht anpassen. Soviel Drogen kann ich nicht nehmen.

    Skolka schrieb:

    Erzäh mal, falls du etwas Kreatives gefunden hast...

    Den großen Wurf nicht. Aber es gibt durchaus auch schöne Erlebnisse. Ich habe vor knapp einer Woche ein paar Gurkensamen als Anzucht gesät und schon gestern waren zwei Pflänzchen zu sehen. Ich weiß auch, dass diese Pflänzchen mich jetzt brauchen und darum kümmere ich mich sehr gern um sie. In 2-3 Monaten kann ich dann meine eigene Ernte genießen. Ich mag Pflanzen einfach sehr, weil sie deine Fürsorge erwidern.

    melb1985


    Ich sprach von Veränderung. Nicht von Anpassung. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Veränderung ist Entwicklung. Entwicklung ist Fortschritt und Fortschritt braucht es hier weil es nix bringt auf der Stelle im Kreis zu laufen...


    Ich war auch nie gut im Anpassen. Deswegen habe ich mich verändert. Ein langer Lernprozess. Ich habe an mir gearbeitet. Ich habe auch Erfahrung mit Mobbing. Ich wurde meine gesamte Schulzeit von mehreren Klassen gemobbt und wurde damit alleine gelassen. Das hat meinen Charakter geformt und tiefe Narben hinterlassen. Hätte ich nicht in all der ganzen Zeit an mir gearbeitet würde ich wohl heute noch heulend dasitzen und mit dem Finger auf diese Leute zeigen und ihnen die Schuld zuschieben. Was hätte ich davon? Nix ausser ne Menge verschwendeter Zeit. Deswegen habe ich an mir gearbeitet und mich verändert um damit abzuschliessen.


    Deine Faszination für Pflanzen kann ich gut nachvollziehen. Bei mir wachsen momentan auch diverse Pflänzchen und ich könnte mich den ganzen Tag damit befassen. Die Natur gibt einem so viel. Nur die wenigsten Menschen realisieren das. Bei mir wachsen gerade zwei Zitronenbäumchen vir sich hin. Letzten Spätsommer aus Zitronen gezogen und nun sind sie schon gute 15cm gross! Daneben noch Heidelbeere, Erdbeeren, Mini-Sonnenblumen und dieses Jahr habe ich eine Nutzpflanzensamen-Mischung angesetzt um unseren Insekten, Bienen und Schmetterlingen eine Nahrungsquelle zu bieten. Das wächst jetzt alles schön vor sich hin. Bin auf die erste Blume gespannt. Die Kornblumen und Kapuzinerkresse sind schon richtig weit :-)


    Hast du sonst auch noch was angepflanzt?

    Zitat

    Dieses Konstrukt des "grossen Wurfs" ist letztendlich nur ein Behelfs-Konstrukt. Man möchte sich einbilden, dass es einen grossen Wurf gibt, zu dem man nur den Schlüssel findet müsste und dann würde alles gut werden.

    Geht es nicht vielleicht auch darum, ob der "große Wurf" auch möglich ist?

    Berufliche Karriere kann man sich erarbeiten. Liebe nicht. Ok, kann man schon, aber ob diese Form von Liebe erstrebenswert ist, steht auf einen anderen Blatt.

    Bei der beruflichen Karriere bleibt die Frage, wie man das definiert. Für den einen ist das mit Geld, Macht und Status verbunden. Ein freiberuflicher Künstler, der vielleicht gerade mal seinen Lebensunterhalt decken kann, betrachtet seinen Job aber vielleicht auch als Karriere. Dennoch müssen für diese Karrieren die Voraussetzungen stimmen. Der Eine braucht Geld, weil vielleicht die Ausbildung sehr teuer ist, ein Anderer braucht Connections, weil ohne die gar nichts zu reißen ist und der Nächste die zur erträumten Karriere notwendige Intelligenz.

    Wenn diese Voraussetzungen aber nicht passen, bleiben die Möglichkeiten limitiert. Und so gibt man sich mit Notlösungen zufrieden.

    Noch schlechter ist es, wenn die Voraussetzungen auf einem großen Teil des Weges vorhanden sind und später sind wieder andere Voraussetzungen notwendig, die man eben nicht hat und manchmal eben auch nicht erwerben kann. Dan war Teil 1 des Weges sinnlos und man steht vor dem Nichts.

    Und noch viel schlechter ist es, wenn sich der große Traum als Enttäuschung entpuppt. Der nächste Traum ist aufgrund fehlender Voraussetzungen aber vielleicht nicht realisierbar. Also begnügt man sich wieder mit der Notlösung.

    Wenn der große Traum der Karriere nur ein unbewusster Ersatz für etwas ist, was man eben nicht nicht bekommt, dann bricht das selbst erschaffene Konstrukt zum Selbsterhalt zusammen.

    Man sollte meines Erachtens auch unterscheiden zwischen materiellen und immateriellen Bedürfnissen. Erstere sind für den Einzelnen leichter zu befriedigen. Obwohl auch das enttäuschen kann, wenn man die Mittel nicht hat. Wobei ich grundsätzlich materiellen Besitz immer als Kompensationsstrategie ansehe. Die immateriellen Bedürfnisse kann man nun mal nicht kaufen. Und wenn die fehlen, ist es auch mit dem Kompensieren irgendwann vorbei. Bei immateriellen Bedürfnissen noch den "großen Wurf" zu landen, wenn man nicht mal selber weiß, warum man etwas nicht erreicht, halte ich mittlerweile für unmöglich.

    Zitat

    Aber ich kann keine Liebe annehmen, ich kann Liebe nur zerstören. Ebenfalls bin ich nicht fähig, Liebe zu geben. Ich fühle mich damit nicht unbedingt einsam, aber unendlich leer.

    Aber kann es sein, dass "Nicht-Annehmen-Können", "Zerstören" und die Unfähigkeit, Liebe zu geben mit der inneren Leere zusammenhängen?

    Zitat

    Im Grunde bescheißen wir uns alle gegenseitig und wer am besten bescheißen kann fährt Porsche.

    Das spiegelt ebenso die Denkweise der Gesellschaft wider. Hauptsache Porsche fahren. Dabei gehen die unterbezahlten und überlasteten Pflegekräfte total unter, die morgens mit dem Bus zur Arbeit fahren. Wenn Empathie stattfinden würde, hätte der gut verdienende Porschefahrer einen Mittelklassewagen gekauft und den Rest gespendet.

    Zitat

    Ich sprach von Veränderung. Nicht von Anpassung. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Veränderung ist Entwicklung. Entwicklung ist Fortschritt und Fortschritt braucht es hier weil es nix bringt auf der Stelle im Kreis zu laufen...

    Aber ich mag mich, so wie ich bin. Das missfällt aber anderen. Also muss ich mich anpassen. Ich weiß einerseits nicht wie und andererseits kommt da Feedback zu Dingen mit denen ich mit mir im Reinen bin. Das passt aber zur Allgemeinheit irgendwie nicht dazu. Um seiner selbst Willen findet man nur schwer Anerkennung, Liebe oder wie man das sonst bezeichnen möchte.

    Mobbingerfahrung habe ich auch. Aber das ist lange her. Ich muss die Leute nicht mehr sehen. Sie fügen mir keinen direkten Schaden mehr zu. Mich hat schon damals immer am Leben gehalten, dass dieser Zustand irgendwann vorbei ist. Ich bin nur noch insofern in der Opferrolle, dass mein Lebensplan immer wieder zusammenbricht während die Täter vorankommen. Ich beneide sie allerdings nur bedingt darum, weil bei näherer Betrachtung vieles sehr oberflächlich ist. Und das möchte ich für mich wiederum nicht.


    Ich habe mir auch meine Ersatzstrategien gesucht. Dauerhaft funktionieren die aber nicht. Ich bin eben auch nur ein Mensch und damit ein soziales Wesen.

    BeautifulDay89 schrieb:

    Deine Faszination für Pflanzen kann ich gut nachvollziehen. Bei mir wachsen momentan auch diverse Pflänzchen und ich könnte mich den ganzen Tag damit befassen. Die Natur gibt einem so viel. Nur die wenigsten Menschen realisieren das. Bei mir wachsen gerade zwei Zitronenbäumchen vir sich hin. Letzten Spätsommer aus Zitronen gezogen und nun sind sie schon gute 15cm gross! Daneben noch Heidelbeere, Erdbeeren, Mini-Sonnenblumen und dieses Jahr habe ich eine Nutzpflanzensamen-Mischung angesetzt um unseren Insekten, Bienen und Schmetterlingen eine Nahrungsquelle zu bieten. Das wächst jetzt alles schön vor sich hin. Bin auf die erste Blume gespannt. Die Kornblumen und Kapuzinerkresse sind schon richtig weit :-)


    Hast du sonst auch noch was angepflanzt?

    Ich habe eigentlich jedes Jahr Tomaten. Die schmecken natürlich sehr toll, wachsen schnell und brauchen viel Fürsorge. Allein schon, wenn man die Blätter oder Stengel berührt, duftet das ja so toll. Ein bisschen gibt mir das auch das Gefühl des "Gebraucht-Werdens". Daneben habe ich auch zwei Paprikas und eine Zwerg-Chili.


    Rein aus Interesse habe ich jetzt auch verschiedene andere Gemüsepflanzen angesät. Gurken, Schoten, eine Zucchini ... es ist einfach toll, wenn da nach 1-2 Wochen das kleines Pflänzchen aus dem Boden kommt. Ich freue mich dann immer wie ein Schneekönig. Keine Ahnung, wo ich nachher alle hinstellen soll, aber da werden sich Lösungen finden lassen. Paar Kräuter kommen auch noch in einen Kasten. Habe da voll die Macke, mags aber total.;-D


    Puncto Veränderung: Naja, ich glaube ich bin schon jemand, der sich massiv geändert hat. Ich bin eher extrovertiert und habe das durch die Hänselei lange unterdrückt. Irgendwann habe ich mich aber getraut und die Leute kennen mich heute auch als offensiv und tolerant, wobei ich niemand bin, der sich in den Mittelpunkt stellt. Solche narzisstischen Züge fehlen mir komplett. Ich aber bin keine Spaßbremse oder eine Art "Mauerblümchen". Davon habe ich mich wirklich emanzipiert. Ich bin auch sehr humorvoll und machen jeden Quatsch mit.


    Auf der anderen Seite existiert aber auch dieser unglaublich tiefe Abgrund in mir. Wenn ich manchmal davon erzähle, erschreckt es nicht selten die Leute. Das habe ich zig Male gehört. Ich kann auch "ganz normal" am Kneipentisch darüber debattieren, ob es safe ist vom 6. Stock zu springen oder von 8ten. Oft bin ich selbst verwundert, dass solche völlig gegensätzliche Seiten in einer Person existieren können - und nein, ich bin nicht manisch-depressiv oder Borderliner. Der Hang zum Extremen durchzieht aber irgendwie meine ganze Lebensgeschichte.

    Alias 972854 schrieb:

    Ich habe eigentlich jedes Jahr Tomaten. Die schmecken natürlich sehr toll, wachsen schnell und brauchen viel Fürsorge. Allein schon, wenn man die Blätter oder Stengel berührt, duftet das ja so toll. Ein bisschen gibt mir das auch das Gefühl des "Gebraucht-Werdens". Daneben habe ich auch zwei Paprikas und eine Zwerg-Chili.


    Rein aus Interesse habe ich jetzt auch verschiedene andere Gemüsepflanzen angesät. Gurken, Schoten, eine Zucchini ... es ist einfach toll, wenn da nach 1-2 Wochen das kleines Pflänzchen aus dem Boden kommt. Ich freue mich dann immer wie ein Schneekönig. Keine Ahnung, wo ich nachher alle hinstellen soll, aber da werden sich Lösungen finden lassen. Paar Kräuter kommen auch noch in einen Kasten. Habe da voll die Macke, mags aber total. ;-D

    Ich finde das gerade sehr erfrischend, wie begeistert du von der Pflanzenthematik sprichst! Das bringt mich gerade echt zum lächeln!


    Falls du das nicht schon mal versucht hast: Eine Avocado-Pflanze ist sehr schön anzusehen und leicht zu ziehen aus dem Kern. Ich habe mir in den letzten 4 Jahren nun 8 Stück angezüchtet die nun munter vor sich her wachsen auf der Fensterbank. Die wachsen sooo schön!


    Ich habe vor 5 Wochen auch eben ganz viel angepflanzt und mein Balkon ist nun ziemlich vollgestellt mit Blumen, Pflanzen und Kräuter und sogar ein Baum wächst von Tag zu Tag mehr gen Himmel. Ein Schwarzeschen-Sämchen hat sich vor etwa 4 Jahren in eins meiner Blumenkistchen verirrt und wächst seit da jede Saison um rund einen halben Meter! Das gleiche ist mir vor 5 Jahren mit einer Birke passiert. Die fing zwischen den Erdbeeren an zu wachsen bis sie rund 3 Meter hoch war. Da habe ich sie draussen in der Nähe weiterer Birken eingepflanzt. Seit 2 Jahren wächst sie prächtig vor sich hin.


    Die Natur gibt einem soooo viel. Schade, dass nur die wenigsten Menschen empfänglich sind für diese wahre Schönheit.


    Alias 972854 schrieb:

    Auf der anderen Seite existiert aber auch dieser unglaublich tiefe Abgrund in mir. Wenn ich manchmal davon erzähle, erschreckt es nicht selten die Leute

    Das kenne ich auch von mir. Ich erfreue mich des Lebens tagtäglich (auch wenn ich nicht in allem den Sinn erkenne) und dennoch gibt es oftmals Momente, wo ich genau an diesem Abgrund stehe und mal in die Tiefe schaue. Das finde ich jedoch nichts negatives. Es zeigt, dass da eine tiefe Bodenständigkeit und ausgeprägte Tiefgründigkeit vorhanden ist. Ich finde, dass sowas heute sehr selten zu finden ist. Das tiefgründigste über was viele Menschen heutzutage diskutieren können ist der dunkle Blauton des neuesten Essie-Nagellacks wenn du verstehst was ich meine. Leute, mit denen man wirklich intensiv philosophieren kann sind selten geworden. Man gilt heute fast als Freak wenn man länger als 10 Minuten miteinander diskutieren kann.

    Danke für Deine lieben Worte. Ja, bin ich total bei Dir. Ich habe mit Mode nicht so super viel am Hut und bin absolut kein Fashion-Victim, kann mich aber auch mal "schick" anziehen. So ist es nicht. Ich habe eben nur meinen eigenen Stil und bei den normalen Ketten werde ich selten fündig. Und über Philosophie kann man nur mit sehr wenigen Menschen reden. Man muss es ja auch nicht übertreiben, aber verändert doch sehr die Sicht auf die Welt und wie man andere Menschen wahrnimmt. Die heutige Schnelllebigkeit vieler Dinge lässt selten Raum für Tiefgründigkeit und ist manchmal auch gar nicht erwünscht.

    Ja, das mit Deinen Bäumchen ist ja auch eine sehr schöne Idee. Ich habe hier so eine Birkenfeige stehen. Die mag ich auch sehr, weil sie immer schön grün ist und wie ein Baum in klein ausschaut. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, auf was da noch kommt. Da gibts ja noch zu unheimlich viel zu entdecken. Aktuell warte ich, dass es draußen stabil warm bleibt, damit ich die Pflanzen mal alle auf den Balkon stellen kann.