Ich denke, ich habe ein schwerwiegendes psychisches / neurologisches Problem

    Guten Abend,


    seit sehr vielen Jahren habe ich ein psychisches Problem, welches meinen Alltag zunehmend beeinflusst. Und zwar entwickle ich immer wieder eine paranoide Idee, auf die ich mich dann tagelang fixiere und in die ich mich massiv hineinsteigere. Danach gibt es dann Tage, wo ich völlig normal lebe und keinerlei merkwürdigen Gedanken habe.


    Meistens sind das paranoide Ängste, z. B. dass mich eine Frau zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigen könnte. Oder es ist die panische Angst davor, dass mich die Regierung entführen, foltern und mundtot machen will. Oder es ist die Angst davor, dass mich politische Gegner totprügeln. Oder es ist die Angst davor, dass mich z. B. ein Nachbar wegen einer Nichtigkeit mit Säure meine Augen verätzen will. Oder es sind diverse Krankheitsängste, von Krebs bis hin zu unterschiedlichen Auto-Immun-Erkrankungen. Nach einer Impfung oder Blutentnahme habe ich tagelang die Sorge, dass mich der Arzt vorsätzlich mit irgendeiner Krankheit anstecken wollte. Danach muss ich erstmal wieder zum Test (ist ein Teufelskreis).


    Jahrelang haben sich die Ängste nur in meinem Kopf abgespielt, nach ein paar Tagen wilder Gedanken war es dann zunächst überstanden und alles war gut. Seit 1 -2 Jahren jedoch wirken sich diese Ängste auf meinen Alltag aus. Ich habe begonnen, mich auf diese möglichen Ereignisse vorzubereiten. So habe ich z. B. im Baumarkt ein Seil gekauft und fertig geknotet am Balkongeländer hängen für den Fall, dass mich der Geheimdienst verschleppen will oder ich an Krebs erkranke. Ich gehe auch nicht mehr nachts raus und fahre mit Frauen alleine keinen Aufzug mehr.


    Kommunizieren tue ich nur noch über sichere Leitungen (wie VPN), ich habe kein Smartphone mehr, wo man mich leicht orten kann. Ich gehe in keine Läden mehr, die videoüberwacht sind (und das sind gefühlt 99 % aller Läden). Erst vor kurzem wurde ich von der Polizei verhaftet und mit Gewalt zum Gericht gebracht, weil ich als Zeuge vorgeladen war und nicht zur Hauptverhandlung ging, da ich Angst vor den Täter hatte (es ging um eine Nötigung im Straßenverkehr).


    Was meint ihr, sind das normale Vorgänge? Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass sich die ganze Welt gegen mich verschworen hat und mir was böses will (vielleicht ist es ja auch tatsächlich so). Das erstaunliche ist jedoch ,dass es schubweise erfolgt. Mal liege mich tagelang mit Suizidgedanken im Bett und dann geht es mir wieder viele Tage bestens.


    Ein MRT vom Schädel war übrigens unaufällig (da hatte ich Angst vor einen Hirntumor, welches aber angeblich ausgeschlossen wurde, aber vielleicht hatte der Radiologe auch was gegen mich und hat es nur mit Absicht übersehen).

  • 19 Antworten

    Zusammenfassend kann man sagen, du hast Angst vor Menschen. Hab das Gefühl da fehlt Vertrauen.


    Deine Ängste sind auf keinen Fall "normal", für mich hört sich das schon etwas gestört an.


    Ruf mal da an:

    Über die Rufnummer 116 117 werden Sie an den jeweiligen Bereitschaftsdienst in Ihrer Region weitergeleitet.

    Da gibs kurzfristige Termine, erzähl das alles offen (so wie hier) einem Psychologen, der kann dir bestimmt sagen was man tun kann. Hoffentlich denkste nicht der will dir auch was böses. :-o

    Hol dir bitte Hilfe. Dass du hier schreibst, zeigt ja schon, dass dir eigentlich klar ist, dass das nicht gesund ist.

    Zitat

    Was meint ihr, sind das normale Vorgänge? Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass sich die ganze Welt gegen mich verschworen hat und mir was böses will (vielleicht ist es ja auch tatsächlich so). Das erstaunliche ist jedoch ,dass es schubweise erfolgt. Mal liege mich tagelang mit Suizidgedanken im Bett und dann geht es mir wieder viele Tage bestens.

    Bist du dieser Überzeugung immer oder nur an den Tagen an denen du merkwürdige Gedanken hast?

    Was denkst du über diese Gedanken und Ängste an den normalen Tagen? Denkst du es könnte etwas an deinen Ängsten dran, (also z.B. dass dich die Regierung entführen will?). Ein bisschen hörst du dich nämlich so an.

    Bei einer Psychose wissen die Betroffenen aber nicht, dass das alles wahnhaft ist. Das scheint hier schon klar zu sein. Daher eher Zwangsstörung ;-).

    Das stimmt nicht. Psychotische Leute erinnern sich an fast alles. Sie können sagen, was in der Psychose passiert, wie es Anfang, was sie angestellt haben usw.


    Viele merken das es wahnhaft wird, längst vor der Psychose richtig erst ausbricht

    Unabhängig davon ob Luci vom Fach ist, ist die getätigte Aussage in genau der Art, wie ich erwähnt hatte, unzutreffend. Ein Psychotiker im akuten Wahn erkennt keineswegs die Irrealität seiner Vorstellungen.