• Ich denke, ich habe ein schwerwiegendes psychisches / neurologisches Problem

    Guten Abend, seit sehr vielen Jahren habe ich ein psychisches Problem, welches meinen Alltag zunehmend beeinflusst. Und zwar entwickle ich immer wieder eine paranoide Idee, auf die ich mich dann tagelang fixiere und in die ich mich massiv hineinsteigere. Danach gibt es dann Tage, wo ich völlig normal lebe und keinerlei merkwürdigen Gedanken habe. …
  • 19 Antworten

    Ich habe ungefähr 50 Schizophreniker betreut.

    Ein Herr has es auch versteckt, bis wir draußen waren und hat dann seine blühende Psychose im Bus ausgelassen


    Er hat sich ständig such bei mir am nächsten Tag entschuldigt. Er wusste genau was er getan hat (Morddrohungen). .

    Das was der TE schreibt klingt alles ganz stark nach starken Zwangsgedanken, und das ist etwas dazu eindeutig abgegrenztes.

    Dass man sich hinterher dran erinnert ist doch gar kein Widerspruch!? Man kann es trotzdem in dem Moment für wahr halten.

    Meine Erfahrung ist die, dass psychotische Leute sich an einiges aber nicht alles erinnern.

    Also, wenn sie irgendwann Medikamente bekommen können sie sich daran erinnern was im Wahn passiert ist. Viele Betroffene schämen sich dann.

    Ich habe auch mal ein Interview einer an Schizophrenie erkrankten Frau gesehen,

    Pycho schrieb:

    Was meint ihr, sind das normale Vorgänge?

    Ne du, das ist nicht normal.


    Aus meiner Sicht drückt dein Fadentitel die Situation schon passend aus: "Ich denke, ich habe ein schwerwiegendes psychisches / neurologisches Problem". Das zeugt ja auch von Einsicht.


    Ohne die Suizidvorbereitungen wäre es vielleicht noch irgendwie verargumentierbar. Aber mit: ist schwerwiegend schon die passende Beschreibung. Wenn du es schaffst: entsorg zuerst das Seil wieder.


    Und sonst: durch diese Art von Generalparanoia: schau, was du selbst noch schaffst an Terminen z.B. beim Wahrnehmen eines Termins bei Psychiater/in und Psychotherapeutin.

    Gibt es sonst noch irgendeine Person, der du vertraust? Die auch Sachen für dich regeln könnte, die du nicht mehr schaffst? Ich glaub, alleine packst du das nicht. Und vor den Ärzten scheint es ja auch schon ein Universalmisstrauen bei dir zu geben.


    Zwischenziel könnte erstmal ein tagesklinisches oder stationäres Behandlungsangebot sein.