Ich hab mich nicht im Griff :-(

    Ich habe mich nicht im Griff. Aber das ist nur zu Hause so. In der Öffentlichkeit würde mir das nicht passieren. Mein Sohn (6) ist zur Zeit sehr anstrengend und mich überfordert das. Ich schreie ständig rum. Manchmal bei wirklichen "Vergehen" aber häufig bei normalen Sachen. Es gibt gar keine Abstufung. Also ich meine das so: bei allem was mein süßer Sohn macht, das nicht ganz okay ist, brülle ich los. Es gibt nur selten normale Lautstärke bei Vergehen. Er nimmt mich oft garnicht mehr ernst. Das ist wie ein Kreislauf aus dem ich nicht raus komme. Wenn ich versuche meinen Sohn richtig zu behandeln, also vernünftig auf Sachen hinweise, reagiert er oft garnicht, dann fange ich nach kurzer Zeit wieder an zu brüllen. Wenn ich Pech habe, schaltet er auf stur und ich höre nicht auf zu brüllen und dann werde ich ungerecht und bestrafe ihn. Mit TV-Verbot... etc. Ungerecht, weil die Strafen eigentlich nicht im Verhältnis zum Vergehen stehen. Beispiel: Er soll seine Sachen in den Tornister räumen, oder sowas.


    Was kann ich nur tun, um mich wieder zu fangen? Ich bin ein Mensch, der sich selbst gut reflektiert. Ich weiß, dass es falsch ist was ich mache. Das steht außer Frage!


    Ich bemitleide meinen Sohn manchmal, dass er mich als Mutter hat. Und wir beide haben ein sehr enges Verhältnis zueinander.

  • 11 Antworten

    Es ist normal, dass du in der Mutterrolle an Grenzen rankommst.


    Wie sieht es denn sonst bei dir aus mit Belastungen? Wie geht es dir in der Welt? Mit Partner, deiner sonstigen Familie, Arbeit, Nachbarn, mit deinen eigenen Bedürfnissen?


    Du schreibst ja dass du dich reflektierst. Ich meine damit nur, es ist wichtig alle Stressoren zu identifizieren um dann deine Handlungsoptionen/Stellschrauben klar zu sehen.


    Man muss schon sehr innerlich gefestigt sein, reif und weise sein, um emotionslos seinem Kind die Grenzen aufzuzeigen, von denen man weiß (oder überzeugt ist), dass sie notwendig und konstruktiv sind.


    Es gibt außerdem deine Interessen und die von deinem Kind (und noch von anderen).


    Du kommst hier etwas labil rüber in der Hinsicht, dass du dann ein schlechtes Gewissen kriegst, wenn du deinem Kind eine Grenze aufgezeigt hast. Ich habe das schon bei anderen Eltern beobachtet und es ist auch erwartbar.


    Werde dir klar, auch unter Holen von Beratung von egal woher (solange derjenige sich auskennt) was für Grenzen du deinem Kind zu setzen hast, und wie du das durchziehst.


    Ich verstehe das mit dem Rumgeschrei. Aber ich deute das so: du kommst ins Schwimmen, weil du streßmäßig schon dünnhäutig bist, dann hast du einen Qualitätsanspruch an deine Erziehung, bist dir aber auch unsicher was richtig ist, und das Kind testet dabei noch erbarmungslos die Grenzen aus, ein Gewissen scheint ihm fremd zu sein.


    Du darfst Grenzen aufstellen, die du gegen das Kind durchsetzen darfst, und sogar sollst. Das ist doch gar keine Frage. Wenn du das Gefühl hast, du sollst verarscht werden, dann schrei halt nicht, aber mach deine Ansagen und zieh sie durch.


    Alleine mal vom drüber nachdenken. Ich bin unerfahren, aber es liegt ja teilweise auf der Hand was die Kindererziehung für Mühen mit sich bringt.


    Du bist nicht alleine. Schau mal die Frau, die wusste es auch in der Hitze des Gefechts bald nicht mehr genau wie es wohl gemacht werden soll:


    http://justillon.de/2016/03/mutter-ruft-polizei-tochter-will-nicht-ins-bett/


    Ich finde es gut, dass du die Erziehung ernst nimmst. Du willst das Gute, und das ist die Hauptsache. Wir kochen alle mit Wasser. Ich wünsch dir und euch alles Gute.

    Du brauchst meiner Meinung nach eine neue Taktik der Selbstwahrnehmung in der Situation.


    Eine Versachlichung der legitimen Bedürfnisse und Ansprüche, dann das in Worte fassen. Dann wird es durchgezogen. Das heißt dann, dass Sohnemann mal lernen muss was zu verstehen und anzunehmen, sonst kann man nicht ewig herummachen. Dann muss er in irgendeinem angemessenen Umfang mit Sanktionen zurechtkommen.

    Ich finde es ein bisschen schade, dass auch hier gleich wieder "nötige Konsequenzen" als wichtiges Erziehungsmittel propagiert werden.


    Es gibt ganz unterschiedliche Erziehungsansätze und Möglichkeiten.


    Um die geht es hier doch aber erst zweitrangig.


    Die Frage der Nutzerin ist nicht, ob sie Konsequenzen in der Erziehung durchsetzen soll und welche und wie. Es geht darum, dass sie selbst bemerkt, dass sie unangemessen reagiert und anders reagiert als sie das möchte und sich unfair verhält.


    Das hat mit der tatsächlichen Situation gar nichts zu tun. Es geht um eine entstandene Dynamik die nicht schön ist.


    Sie ist aber auch nicht unnormal. Du bist keine schlechte Mutter deswegen. Das kennen viele Eltern. Es schaukelt sich eben hoch.


    Die Schwierigkeit bei festgefahren Verhaltensmustern ist, dass man sie nicht "ein bisschen" ändern kann. Sie laufen ab einem gewissen Punkt automatisiert ab.


    Deswegen ist die beste Möglichkeit in dem Moment wo man merkt, dass man in ein schlechtes Verhaltensmuster fällt, dieses radikal zu verlassen.


    da gibt es ganz unterschiedliche Taktiken. Bis 50 zählen. Ein Lied singen. raus gehen. Hüpfen.


    Komplett raus aus der Situation und eine andere Stimmung bekommen. Dann überlegen was genau man eigentlich jetzt von dem Kind möchte und welche Taktik sich dazu nun eignet.


    Dazu würde ich nicht unbedingt Foren befragen. Es gibt ganz gute Literatur dazu aber ich höre auch viel Gutes von Elternkursen. Eine Freundin war auf einem tollen Kurs "Starke Eltern, starke Kinder".


    Einfach mal mit unterschiedlichsten Erziehungsansätzen beschäftigen und überlegen was davon am Besten zu einem selbst passt.

    Ich mag es, in gewissen Situationen rauszugehen, eine zu rauchen und runterzukommen. Nach ein paar Minuten geht es dann wieder.


    Als radikaler Ansatz: Einfach mal eine Kamera mitlaufen lassen im Raum? Und dich selber ungeschönt mit dem Geschehenen konfrontieren?


    Du hast ja mit deiner Intuition Recht, dass dauerhaftes Schreien psychische Gewalt ist und auch nix bringt. ..


    Alternativ: Vielleicht dich mal in die Kindposition versetzen: Wie würdest du dich fühlen, wenn dich dein Partner (z.B.) zusammenbrüllen würde? Wie wirst du selber (aktuell) gerne behandelt, wie bringen dir Freunde / Familie / Partner Fehler nahe? :)*

    Hallo


    Fühl dich gedrückt. Ist bei mir auch so. Mein Sohn ist jetzt 15 und natürlich gibt es da pubertätsbedingt schon mal Streit und was zu meckern, aber ich reagiere auch oft total über und bin wirklich fies, obwohl eigentlich nichts groß passiert ist. Wenn ich zuhause bin (Urlaub), dann geht es, aber wenn noch der Stress von der Arbeit dazu kommt, bin ich sofort auf 180, und der arme Kerl kann ja eigentlich gar nichts dafür.


    Ich würde es ihm gerne erklären und natürlich habe ich auch schon gesagt, dass ich abends einfach fertig mit den Nerven bin und im Prinzip weiß, dass er gar nichts so schlimmes gemacht hat. Trotzdem passiert es immer wieder und ich finde es furchtbar, weil mir das Kind dann insgesamt doch leid tut. Er ist so nett und ich so eine Niete als Mutter :o/(

    Pocketmouse

    Zitat

    Dazu würde ich nicht unbedingt Foren befragen. Es gibt ganz gute Literatur dazu aber ich höre auch viel Gutes von Elternkursen. Eine Freundin war auf einem tollen Kurs "Starke Eltern, starke Kinder".

    Von dem Kurs habe ich gehört und ich habe mich schon vor Jahren danit befasst. Leider wird er hier nicht angeboten.


    Danke dir für deine Antwort. Ich werde das versuchen mit dem verlassen der Situation. Ich will das unbedingt schaffen!


    IchIrgendwann


    Bei mir ist es so wie du es beschreibst. Wenn ich Urlaub habe, bin ich zufriedener, entspannter und habe mich eher im Griff.


    Mein süßer Sohn hat heute zu mir gesagt, dass er ausziehen will zu Oma und Opa, weil ich so gemein bin :�( Das tat mir so leid. Er sagte das beim Frühstück, wo garkein Gemecker vorangegangen war. Es ist einfach zum Kotzen, dass ich so eine bekloppte Mutter bin.

    @ Nutzer21

    Mir geht das leider auch ab und zu mal so. Das ist mir danach echt peinlich und tut mir super leid.


    Allerdings ist dein Sohn ja auch nur ein Mensch und die sagen manchmal Sachen die sie gar nicht so meinen, weil er sich eben auch nicht immer im Griff hat. Vermutlich will er gar nicht von dir weg


    Aber klar, wenn eine mama sowas hört, ist das ein schlimmer Schlag. Zumal man ja weiß, das man daran nicht unbeteiligt war :o(


    Meine einzige Idee dazu ist, dass ich über eine Therapie nachdenke. So läuft es einfach nicht gut und am Ende leiden alle :o(


    LG


    Ich