Ja, diese paradoxe Reaktion gibt es leider und das hat auch mit der Einstellung nichts zu tun. Aber es gibt ja auch noch andere beruhigende Medikamente.


    Warum kannst du dich nicht anfassen lassen und was passiert dann mit dir?

    Jetzt habe ich zu schnell abgeschickt, ich beginne unkontrolliert zu zittern und um mich zu schlagen, sofern ich nicht wegrennen kann. Auch wurde mir gesagt, ich würde schreien. Ich bekomme das nicht wirklich mit, ich merk nur dass ich wirklich einfach nur noch weg will

    Hm, das ist schwierig. Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall eine zweite Zahnklinik suchen und es dort nochmal versuchen! Ich denke, dass eine Behandlung unter Vollnarkose im Moment tatsächlich die unkomplizierteste Möglichkeit wäre. Alles andere wäre ja Qual. Du solltest evtl. im Vorfeld noch ein anderes Beruhigungsmedikament ausprobrieren, dass du dann nehmen könntest, bevor du in die Zahnklinik gehst. Was der Arzt in der Zahnklinik geschrieben hat, ist ja unter aller Sau :(v

    Zitat

    Ja, diese paradoxe Reaktion gibt es leider und das hat auch mit der Einstellung nichts zu tun. Aber es gibt ja auch noch andere beruhigende Medikamente.

    Genau. Meines Wissens ist jeder Mensch narkotisierbar. Wenn der TE auf Benzodiazepine "paradox" reagiert, gibt es andere Möglichkeiten. Ein Anästhesist sollte sich damit auskennen...

    Wäre denn eine Inhalationsnarkose eine Möglichkeit? Die Maske könntest du dir selbst auf das Gesicht halten.


    Und wenn sie dir dann eine "richtige" Narkose spritzen müssen, bekommst du das nicht mehr mit.

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    Wäre denn eine Inhalationsnarkose eine Möglichkeit? Die Maske könntest du dir selbst auf das Gesicht halten.


    Und wenn sie dir dann eine "richtige" Narkose spritzen müssen, bekommst du das nicht mehr mit.

    Das wäre vermutlich der beste Weg, nur haben wir nur die eine Zahnklinik in der Nähe. Wenn wir was finden, werde ich das vorschlagen, danke für die Idee.

    Die Idee mit der Inhalationsnarkose ist an sich finde ich auch gut. Nur das selbst draufhalten wird wohl nicht reichen. Denn wenn er durch die Narkose wegsackt, lässt er ja auch die Maske los und dann besteht doch die Gefahr, dass das Gas in den Raum strömt. Aber er kann sich die Maske selbst aufsetzen und diese fixieren, z.B. mit einem Gummiband. Sonst fällt mir noch ein Blasrohr ein. ;-)


    Sonst: Wenn dein Arzt Latex-Handschuhe anhat, fasst er doch nur die Latex-Handschuhe von innen an, und die Latex-Handschuhe berühren dich. Und das sollte doch ok sein, oder nicht? Und sicherlich hat kein Arzt was dagegen, wenn du ihn bittest, Latex-Handschuhe bei der Untersuchung zu tragen. Gegen deine Berührungsängste wirst du dann unabhängig davon noch was tun müssen, sonst hast du es ja in der Gesellschaft schwer.


    Ich verstehe übrigens schon, dass die Ärzte eine Lösung von dir wollen.

    Zitat

    Sonst: Wenn dein Arzt Latex-Handschuhe anhat, fasst er doch nur die Latex-Handschuhe von innen an, und die Latex-Handschuhe berühren dich. Und das sollte doch ok sein, oder nicht?

    Nein, das geht auch nicht, das ist auch eine Berührung

    Zitat

    Gegen deine Berührungsängste wirst du dann unabhängig davon noch was tun müssen, sonst hast du es ja in der Gesellschaft schwer.

    Die sind angeboren

    Zitat

    Ich verstehe übrigens schon, dass die Ärzte eine Lösung von dir wollen.

    Noch einer der das Problem nicht versteht %-|

    Zitat

    Noch einer der das Problem nicht versteht %-|

    Würde ich so nicht sagen ;-)


    Aber du musst das leider auch mal so sehen, dass viele Ärzte damit überfordert sind oder so etwas schlichtweg nicht kennen. Dass das für dich schlimm ist, steht außer Frage. Gut, der eine Arzt, der das mit der Lüge geschrieben hat, war ne Nullnummer, der wollte sich ja nicht mal ansatzweise damit befassen, wie es scheint. Insofern kann ich schon verstehen, wenn die Ärzte eine Lösung von dir wollen. Besser fände ich es, wenn sich die Ärzte mit dir zusammensetzen würden, um gemeinsam über eine Lösung nachzudenken. Das wäre wohl die sinnvollste Möglichkeit.


    Kannst du dich von wirklich gar niemandem anfassen lassen oder gibt es vielleicht jemanden aus deiner Familie?

    Zitat

    Kannst du dich von wirklich gar niemandem anfassen lassen oder gibt es vielleicht jemanden aus deiner Familie?

    ganz selten mal von meiner Mutter, aber es ist mir extrem unangenehm und ich geh auch ausser reichweite, so schnell ich kann

    Zitat

    Noch einer der das Problem nicht versteht %-|

    Sag mal, antwortest du den Ärzten auch so? Du sagst hier mehrfach, man würde dich nur nicht verstehen. So schwer ist es aber nicht. Nur: Auch wenn alle kapiert haben, dass du dich nicht berühren lassen kannst, ändert das nichts an den begrenzten Möglichkeiten.


    Wenn alles vorgeschlagene nicht geht, bleibt wohl nur Fixierung und dann spritzen. Da kannst du dich nicht wehren, egal wie du zitterst und um dich schlagen willst. Kein schönes Erlebnis, aber der Abszess der dich schon so in die Knie zwingt wird dich sonst auch weiter in die Knie zwingen.


    Und auch wenn dir ein Arzt die Inhalation-Narkosemaske selbst in die Hand drückt, wirst du danach berührt werden müssen.

    @ Fass mich nicht an!

    Hast du schon eine Patientenverfügung geschrieben?


    Ich kann mir vorstellen, dass die bald wichtig werden könnte. Es könnten sich Fragen zu Fixierungen, künstlichem Koma, Zwangsernährung stellen.


    Warum: Unsere Art der indirekten Eingriffe über Aktoren, die nur ferngesteuert werden, sind vermutlich nicht weit genug, dass sie deinen Ansprüchen (und denen der Ärzte) und den Kostenvorstellungen der Kasse genügen. Dort würde dich bei einer Operation kein Mensch berühren. Ggf. kannst du sowas als Privatpatient bezahlen. Fixiert werden müsstest du trotzdem, und mindestens lokal betäubt.


    Also ist die einfachere und billigere Art: die direkte Behandlung durch einen Arzt. Aber einen Patienten, der bei Annäherung eines anderen Menschen (hier des Behandelnden) um sich schlägt und tritt und schreit, kann man so nicht verantwortungsvoll behandeln. Also wird man dich fixieren müssen. Bleiben die Schreie. Da diese die Konzentration des Behandelnden massiv stören, sind sie kein akzeptabler Begleitumstand. Aber die Schreie bekommt man nur durch Mechanik nicht weg, selbst wenn dein Mund zwangsgeschlossen werden würde. Also Vollnarkose, wo lokale Betäubung nicht reicht. Und das Programm vermutlich auch für die Nachbehandlungen, wenn es nicht erreicht werden kann, dass z.B. ein Vertrauensarzt in sehr kurzer Zeit einen Status bei dir erlangt, der ähnlich deiner Mutter ist: zwar noch extrem unangenehm, aber ja offenbar möglich. Die Fragen nach künstlichem Koma und künstlicher Ernährung stellen sich, sobald quasi die Vollnarkosen für den Behandlungszeitraum nicht unterbrochen werden.


    Aus meiner Sicht geht es letztlich um folgende Sachen: wie sehr dürfen Ärzte bestimmen, wie sie ihre Patienten in deren Wohl behandeln? Wie sehr dürfen sie bestimmen, was zu deinen Wohl ist? Und wie gehen Ärzte mit psychischen Besonderheiten ihrer Patienten um? Also: Welches Einflussrecht behält ein Patient, der Gründe nennt, sich nicht behandeln zu lassen, oder nur auf bestimmte Art nicht, aber selbst keine findet, die er für sich als geeignet erachtet.


    Ich denke, Ärzte/Psychotherapeuten in psychiatrischen und psychotherapeutischen Einrichtungen sind mit diesen Fragen wohl vertraut. Und wissen um den Stand von Rechtsprechung und Ethik, ich habe es erlebt, die sind da auch nicht zimperlich. Andere Ärzte (Hausärzte, Zahnärzte) handeln da wohl intuitiver und vorsichtiger und im Zweifel so, dass sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Deshalb behandeln sie keinen Patienten, der ihre Art der Behandlung ablehnt, und finden notfalls halt mit der Formulierung "Der Leidensdruck ist noch nicht hoch genug" ihre Rechtfertigung dafür. Und für die psych. Besonderheiten ihrer Patienten fühlen sie sich nicht verantwortlich. Die Form der Behandlung lassen sie sich nicht vom Patienten vorschreiben, ich denke, da geht es vor allem um Verantwortung, aber auch um Macht.


    Welches Recht hat also ein psychisch besonderer Mensch, über seinen Gesundheitszustand selbst zu entscheiden, selbst wenn er sich bewusst oder indirekt für eine Krankheit ggf. mit Todesfolge entscheidet? Etwas, wo dann aber zusätzlich die psychische Besonderheit genau diese Entscheidungskraft beeinflusst, und ein Zwangsdenken bestimmte Alternativen ausschließt?


    Der dich psychotherapeutisch Behandelnde hat dir zum Schluss aus meiner Sicht klare Worte mitgegeben. Nun liegt es an dir. Das Problem, was gerade versucht, dich zu töten, bist du selbst. Oder zumindest ein Teil deiner Gedanken und Vorstellungen (vorbehaltlich einer Untersuchung auf neurologische Ursachen, ich weiß nicht, ob die bisher untersucht wurden und ausgeschlossen werden konnten). Darin sehe ich auch eine Chance. Für dich, dieses Problem selbst anzugehen und loszuwerden.

    Jetzt wo ich das lese, ziehe ich es vor beim nächsten Mal nachzuhelfen, ich bin doch kein Tier :(v


    Machts gut, ich habe mich nun entschieden, wie ich vorgehen werde. Besser schlimmstenfalls durch eigene Hand sterben, als gefoltert zu werden.


    Wie kann man sich hier löschen lassen?

    Zitat

    nur damit kein falscher Eindruck entsteht, ich meine damit die Anmeldung bei legalen Sterbehilfeorganisationen,

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass du mit deinem derzeitigen Problem ein Kandidat für die in manchen Ländern legale/straffreie Sterbehilfe wärst. Denke du trägst hier wirklich äußerst dick auf...

    ich kann mich natürlich sehr irren und völlig das falsche in so einer situation sagen, aber ich sag mal einfach geradeheraus das, was ich bei deinem post empfinde:


    wenn du vorhast, dir das leben zu nehmen, musst du das bestimmt nicht groß hier ankündigen. wenn du es wirklich vorhättest, könntest du doch locker auf die reaktionen anderer verzichten, oder etwa nicht?


    was bezweckst du also mit dem post?

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