Also wenn ich ehrlich bin, hatte ich zum Anfang meiner Therapie den Gedanken "nicht existieren" zu wollen. Ich wollte an Stelle meiner Schwester gestorben sein.


    Das is mein Ernst... und mir wurde einmal gesagt "Das ist schwachsinn" und ich hab meinen Therapeuten dafür gehasst.


    Ich konnte mir ja selbst nicht erklären, woher dieser spezielle Gedanke kommt. Vermutlich kam er daher, dass ich meinen Selbstwert nicht wahrgenommen habe und den meiner Schwester als höher angenommen hab für die Gesellschaft und die Familie.


    Wir haben noch oft über das nicht existieren wollen gesprochen, denn umbringen wollte ich mich nicht. Ich wollte das nur alles so nicht mehr und wusste garnicht wie ich da raus kommen soll


    Im Laufe der Therapie (und vermutlich auch dank der Tabletten die meine Stimmung etwas stabilisierten) kam ich nach und nach von dieser Idee ab.


    Irgendwann war sie nicht mehr ständig präsent...irgendwann verschwunden...eben dadurch dass ich mein Leben geändert habe, meine Selbstansicht und gelernt habe, dass man manche Dinge einfach nicht ändern kann und sich daran nicht die Schuld geben muss.


    Rational denke ich noch heute, die Welt wäre besser dran wenn ich statt meiner Schwester gestorben wäre, denn ich bin...ja nicht grad der glücklichste Mensch, sie war ein Sonnenschein und hätte das Leben verdient gehabt.


    Rational weiß ich aber auch, dass es nunmal nicht so ist und ich das beste aus dem machen sollte, was ich habe.


    Welche Therapieformen hast du denn probiert? Verhaltenstherapie hat mir geholfen, aber manche brauchen eine tiefenpsychologische, weil alles etwas tiefer sitzt.

    Was ich unternommen habe? Praktisch alles, was in meiner Macht stand. Ich habe mir den Arsch aufgerissen, um meinem Glück irgendwie auf die Sprünge zu helfen. Nachdem alles nichts brachte, ließ ich es auf mich zu kommen, weil ich nichts erzwingen wollte. Auch das war erfolglos.


    Mittlerweile habe ich ein gewisses Alter erreicht und mir ist die Zeit davon gerannt... Praktisch gesehen habe ich aufgegeben. Ja, schwach ich weiß, aber so bin ich.


    Ich war in mehreren Verhaltenstherapien, aber nie besonders lange. Ich kann das nicht, ich HASSE Therapeuten - mich regt das Gelaber so auf. Ich möchte nicht therapiert werden. Und ich möchte auch nicht meine Situation so hinnehmen wie sie eben ist und lernen es zu akzeptieren, weil es nicht anders geht. Das war noch nie mein Ding. Der Plan für den Suizid steht bereits, es geht mir lediglich um das Überbrücken der Zeit, bis meine Eltern nicht mehr leben. Aber mir ist gerade köar geworden, dass es auch egal ist, was ich bis dahin tue.... denn wenn ich ohnehin in wenigen Jahren sterbe, brauche ich nun auch nichts mehr reißen.

    Mann kann im ersten Beitrag richtig verfolgen, wie dein Denken immer mehr abgedriftet ist in die Sinnlosigkeit ... und du hast dich darin verfangen, bist nun förmlich gefesselt im Negativen und findest keinen Ausgang, sprich Sinn mehr ... Das ist wirklich schlimm.


    Sinn muss man sich meistens suchen, wenn man ihn nicht im Leben selbst sieht. Das Leben kann man trotzdem als Schule oder Aufgabe, die es zu meistern gilt, begreifen - auch wenn diese Sicht nicht mehr angesagt ist. Nur Vergnügen und ständigem Wohlfühlen hinterher zu jagen, macht offenbar die wenigsten Menschen glücklich. Aber Kontraste können es! Sie können ein anderes Gefühl geben als nur noch traurig im Bett zu liegen oder Ablenkung zu suchen.


    Deshalb mein Rat: Schaffe dir selbst die Kontraste. Geh raus, unter Leute, wenn zuhaus, dann sei zuhause, tue etwas, dann ruhe aus. Setze dir selbst auch anstrengende Ziele und arbeite dafür, auch wenn es zunächst keinen Spaß macht und überhaupt nicht leicht fällt.


    Wenn das gar nicht mehr geht, brauchst du Hilfe.

    Ich bin der meinung der TE brauch auch so Hilfe, aber wir als "Leute irgendwo im Internet" können ihn schlecht zwingen.


    Eine Tagesklinik oder stationäre Aufnahme würde ich am sinnvollsten erachten, da ambulante Therapie ja nicht hilft.

    @ TE:

    Hast du jemand Medikamente genommen oder bekommen? Antidepressiva?


    Mir haben sie sehr geholfen wieder auf die Beine zu kommen.


    Allerdings hab ich das Gefühl, du willst garnicht auf die Beine kommen.

    Zitat

    Ich bin der meinung der TE brauch auch so Hilfe, aber wir als "Leute irgendwo im Internet" können ihn schlecht zwingen.


    Eine Tagesklinik oder stationäre Aufnahme würde ich am sinnvollsten erachten, da ambulante Therapie ja nicht hilft.

    Das kann sein. Mehr als einen Impuls können ihm wir "Leute irgendwo aus dem Internet" sicher nicht geben. So war es auch von mir gemeint.

    Such dir bitte Hilfe! Falls deine Gedanken akut werden kannst du dich auch in einer psychiatrischen Institutsambulanz vorstellen oder dich selbst einweisen.


    Ich arbeite selbst als angehende psychologische Psychotherapeutin in einer großen Psychiatrie und möchte hier gar nicht so viel zu deinen Texten schreiben, da es mehr Sinn macht wenn du vorstellig wirst - allerdings klingt alles sehr bedenklich, weshalb ich dir rate dir bald Hilfe zu suchen.

    Ich habe mir Ziele gesetzt und hart dafür gearbeitet - am Ende habe ich absolut nichts damit erreicht, außer das ich weiterhin unglücklich war. Diese ständigen Rückschläge haben mir bestätigt, dass nicht jedem 'Glück' wiederfährt und irgendwann hat man keine Lust mehr. Man ist nur noch müde vom Leben und ich möchte das nicht mehr, ich kann es auch nicht. Alle sagen "Versuch es, versuch es", aber was habe ich denn die letzten Jahre getan? Ich möchte nicht den Rest meines Lebens damit verbracht haben es zu immer und immer wieder zu versuchen. Manche Sachen sollen einfach nicht sein - so siehts aus.


    Medikamente habe ich noch nie für irgendwas genommen. Ich lehne beinahe jede Art von Medikation, egal wie stark meine Schmerzen sind strikt ab.... weil ich Angst habe dadurch nicht mehr klar denken zu können, besonders durch Psychopharmaka.

    Sorry, wenn ich jetzt hart klinge aber, du denkst jetzt auch nicht klar.


    Du denkst nur auf Selbstmordhin wegen deiner Depression.


    Ich verleugne nicht, dass AD Auswirkungen auf Stimmung etc. haben.


    Vielleicht haben auch die Nebenwirkungen die ersten Wochen etwas von "nicht klar denken können".


    Aber klar denken konnte ich auch mit Antidepressiva.


    Nur nicht mehr ganz so...schlimme Dinge.


    Ich wusste schon noch wann es mir schlecht geht, aber ich bin emotional nicht immer wieder abgefallen.


    Du bist meiner Meinung nach jetzt schon emotional abgestumpft, aber halt krass ins negative tendierend.


    Von daher würde ich es dir empfehlen, einfach mal probieren.


    Manche Schmerzmittel haben mich im Denken viel mehr beeinflusst als meine AD, weil ich nur noch ans Schlafen gedacht habe.


    Halluzinogene Wirkung haben ADs eigentlich auch nicht.

    Zitat

    Ich habe mir Ziele gesetzt und hart dafür gearbeitet - am Ende habe ich absolut nichts damit erreicht, außer das ich weiterhin unglücklich war. Diese ständigen Rückschläge haben mir bestätigt, dass nicht jedem 'Glück' wiederfährt und irgendwann hat man keine Lust mehr. Man ist nur noch müde vom Leben und ich möchte das nicht mehr, ich kann es auch nicht. Alle sagen "Versuch es, versuch es", aber was habe ich denn die letzten Jahre getan? Ich möchte nicht den Rest meines Lebens damit verbracht haben es zu immer und immer wieder zu versuchen. Manche Sachen sollen einfach nicht sein - so siehts aus.

    Du bist nicht nur enttäuscht, sondern auch sehr verbittert. Nicht, dass das nicht zu verstehen wäre, aber hier hilft nur Vertrauen und Geduld. Dein Leben wegzuwerfen, würde nichts zwangsläufig verbessern. Weißt du, was danach kommt? Ob nicht vielleicht dieselbe Aufgabe noch einmal auf dich zukommt?

    Wer sagt, dass ich nicht klar denke? Wer entscheidet, dass MEINE Gedanken falsch sind und auf eine Depression zurück zuführen sind? Komme ich verwirrt rüber oder verstricke ich mich in abstruse Theorien? Nein. Ich kann die Realität gut erkennen und möchte danach handeln, wie es mir beliebt. Ich entscheide für mich selbst, was ich ertragen möchte und was nicht, ich bin für mich selbst verantwortlich. Mag sein, dass Medi's meine Stimmung aufhellen würden, doch ich habe das Gefühl dann nicht mehr ich selbst zu sein. Wie armselig wäre das, dass ich AD's nehmen muss, um mein Leben zu ertragen? Ich möchte niemanden angreifen, der das nimmt, um Gottes Willen... ich kann's schlecht erklären, sorry.


    Verbittert.... da denke ich an die alten Opi's, die mit dem Gehstock die Kinder von ihrem Grundstück vertreiben wollen. So bin ich nicht. Warum auch? Bloß weil ich eine Entscheidung aufgrund verganger Jahre getroffen habe? Es war nicht alles schlecht und ich war nie ein Pessimist. Meine Kindheit war praktisch ein Traum, die schönsten Jahre überhaupt und ich habe so viele Pläne gehabt. Kein einziger davon ging auf - versetz' dich in meine Lage. Natürlich könnte sich noch mehr Geduld auszahlen, das weiß man nie... aber was ist wenn nicht? Wenn ich neu anfange und erneut alles gebe, aber es sich nicht auszahlt? Wenn ich am Ende alt und grau bin, völlig allein und nur noch den Gedanken hege "Warum hast du dich damals nicht gegen das Leben entschieden?.... Warum hast du das mitgemacht?"


    Und ich weiß ganz genau, was nach dem Tod kommt: Nichts. Kein Sehen, kein Riechen, kein Fühlen, kein Schmecken, kein Denken. Ich bin einfach weg, ohne das ich auch nur den leisesten Hauch davon mitbekomme. Eben das, was ich mir wünsche.

    In Selbstmitleid versinken und sich als Opfer sehen ist immer ganz schlecht.


    So etwas entsteht unter anderem auch dadurch, dass man in seiner Kindheit viel negative Kritik einstecken musste und selten mal etwas positives zu hören bekam.


    Du kannst dein Leben nur dadurch zum positiven wenden, indem deine Gedanken sich ändern.


    Meiner Frage, was du konkret gemacht hast, bist du übrigens galant ausgewichen.


    Nochmal die Frage, was genau hast du alles unternommen?


    Wenn man Depressionen hat ist alles doppelt so schwer zu erledigen.


    Nicht umsonst nehmen so viele AD zur Unterstützung.


    Das ist für manche wie Rückenwind beim Fahrrad fahren, ohne ist es wie Wind von vorne.

    Zitat

    Und ich weiß ganz genau, was nach dem Tod kommt: Nichts. Kein Sehen, kein Riechen, kein Fühlen, kein Schmecken, kein Denken. Ich bin einfach weg, ohne das ich auch nur den leisesten Hauch davon mitbekomme. Eben das, was ich mir wünsche.

    Ach so. Na dann. Ich weiß zwar nicht vorher du deine Sicherheit darüber nimmst, aber ok. Bloß kannst du nachher ja dann auch nicht erleichtert sein, denn da ist nichts mehr, was Erleichterung fühlt. Nur hast du damit gleichzeitig die Chance weggeworfen, in diesem Leben noch Glück und Zufriedenheit zu finden. Aber natürlich ist das deine Sache.

    Hey


    Ich könnte jetzt Rum weinen und erzählen wie viel scheiße ich erleiden musste. Mich für den tot einer geliebten Person verantwortlich machen und auf mir Rum hacken weil ich meine Großfamilie zerstört hab. Öfters versuchte ich schon mich umzubringen. Und weißt du was ich wollte es eig nicht und am Ende konnte ich es nicht ich dachte wie du. Wie kann ich sowas meinen Eltern antun und weißt du was nach Jahren hab ich mich durch ein scheiß Erlebnis meiner Mutter gesagt das ich mich umbringen will. Weißt du was sie gesagt hat.


    Viel Spaß und führ weg.


    Seit dem Tag sage ich mir immer das Leben ist scheiße und lässt uns leiden. Immer frag ich mich warum meine Freundin so ein gutes Leben hat. Und jetzt sag ich dir eins. **sei stolz den die menschen die solch ein schönes Leben haben Eucheln uns was vor oder sind nicht instande so viel zu ertragen. Soviel und immer kommt was drauf. Ich bin sehr stolz denn du lebst du warst nicht feige und egoistisch du lebst. **


    Ich weiß nicht ob es für dich relevant ist aber ich hab mich das erste mal mit dem allem auseinander gesetzt da war ich 8 Jahre alt. Mit acht versuchte ich es das erste mal und aufgehalten durch meine uhroma die sagte das schickt sich nicht und nam das Messer mit machte die tür hinter sich zu und war weg. Nun bin ich schon einiges älter aber es steigert sich nur. Das was hilft da raus zu kommen ist reden oder schreiben. Ich war nie bei einem Therapeuten ich bräuchte einen aber sowas mache ich nicht weil ich stark genug geworden bin das was passiert vergesse ich. Es ist schwer aber ihrgendwann kann man es nur das unterdrückte muss gut behütet werde.


    LG lucy wenn du magst kannst du schreiben. (PN)

    Komme ich verwirrt rüber oder verstricke ich mich in abstruse Theorien?


    Ich habe eine mittelgradige Depression und bin noch nie verwirrt rüber gekommen oder hatte abstruse Theorien oder Selbstmordgedanken. Und nun?


    Du bist nur jemand, der meint es besser zu wissen als die Fachleute.


    Dein Fall liegt für mich sowas von klar auf der Hand.

    Ich kann da nur zustimmen.


    Ich bin jemand der eine mittelgradige Depression mit Existenzunwollen (Keine direkten Suizidgedanken, ich wollte aber nicht mehr existieren. Ich hätte mir niemals etwas absichtlich angetan, hätte mich ein Bus erwischt, wäre es aber für mich...eine Erlösung gewesen. Ich trenne diese Beiden Absichten aber gern. Da sie für mich unterschiedlich sind!) und seltsamen Todeswünschen a la "Ich wünschte ein Meteor würde die Erde zerstören, damit ich sterben kann, aber keiner um mich trauern muss und keiner mich vermisst" sage, Suizidgedanken SIND abstruse Theorien.


    Alle wirklich alle.


    Sie kommen von einem überforderten Gehirn.


    Irgendein Selbstzerstörungsknopf hast du gedrückt in deiner Vergangenheit.


    The Red Button.


    Und der Red button verhindert jetzt dass du rational denkst, wie von der Evolution vorgesehen (Fortpflanzung, Sinn in Arbeit...sowas halt). Du hast deinen Selbstzerstörungsmechanismus schon angestellt...der Countdown läuft.


    Und jetzt brauchst du einen Entschärfer. jemand der die Kabel durchtrennt.


    Das kann entweder ein Therapeut oder ein Antidepressivum sein...ODER es funktioniert nur effektiv beides.


    Es tut mir wirklich weh zu lesen, was der TE schreibt.


    Ich sehe diese ganze Verzweiflung und Alles...


    Aber andererseits....so leid es mir auch tut...sehe ich auch keine Einsicht, dass man etwas tun kann.


    Und dann wiederrum frage ich mich, wofür dieser Thread überhaupt da ist.


    Alles was gesagt wird, prallt vom TE einfach ab.


    Ist ja sowieso schon alles gegessen...


    Alles geplant...Strick schon gekauft, is doch alles super so wies kommen wird...


    Nur frag ich mich dann halt, was der Thread soll...brauchst du Mitwisser, was erwartest du dir von dem Thread?


    Jjemand der dich versteht und mir dir gemeinsamen Suizid macht?


    Oder willst du wirklich Hilfe...?

    Und auch meine Frage noch einmal: Wer sagt, dass meine Gedanken falsch sind? Sollte ich nicht über meinen Tod selbst entscheiden dürfen, wenn es mir beliebt?


    Ich habe so viel unternommen, ich habe etliche Jobs versucht, um an Geld zu kommen und versucht mich dort mit allen gut zu stellen. Am Ende wurde über mich hergezogen oder wurde sogar fertig gemacht. Ich hatte manchmal 3 Jobs gleichzeitig, um mir das zu finanzieren, was ich wollte.... trotz Panikattacken. Am Ende musste ich einen großen Teil des Geldes meiner Familie zum überleben geben und mir selbst blieb nichts (was ich auch gerne tat keine Frage, aber dennoch). Ich war für die Menschen, die ich mochte immer da und sorgte mich um sie - zum einen, weil es selbstverständlich für mich ist, dass man sich um geliebte Personen sorgt, zum anderen, weil ich hoffte Liebe und Geborgenheit zu bekommen.... am Ende vertiefte sich keine Bekanntschaft, es blieb einseitig. Ich habe versucht der Liebe auf die Sprünge zu helfen mit etlichen Versuchen... nun bin ich noch immer nie in den Genuss von gegenseitigem Verliebtsein gekommen.


    Reicht dir diese Antwort, Plüschbiest?


    Ich glaube auch nicht, dass ich es besser weiß, als die Fachleute. Es gab Zeiten in meinem Leben, da wusste ich, dass ich Depressionen hatte, sie wurden mir diagnostiziert und ich habe mich schlecht gefühlt... das jetzt fühlt sich anders an. Auch wenn der Alltag schwer zu bewältigen ist und ich kaum aufzustehen vermag, so gibt es auch schöne Momente, die ich genieße, mich aber niemals von meinem Entschluss abbringen könnten.