Ich kann mich nicht mitteilen

    Hey


    also es ist irgendwie komisch, weiß nicht mal wie ich anfangen soll... Wenn ich mit jemandem zusammen bin weiß ich nie worüber ich reden soll, aber wirklich überhaupt nicht. Bei meinem freund gehts noch wir unterhalten uns halt über alltägliche sachen oder kommentieren dinge die wir gelesen oder gesehen haben oder sowas.


    mit fremden oder bekannten rede ich fast nie und wenn antworte ich nur einsilbig weil wie gesagt ich gar nicht weiß worüber ich reden soll.


    bei meinem therapeuten tritt das problem auch auf. ich weiß oft nicht worüber ich reden soll, dabei gäbe es sicher eine menge dinge die ich sagen könnte... manchmal frage ich mich auch ob es vielleicht einfach gar nichts gibt das mich bewegt. ich mein ich könnte ihm auch jede einzelne sekunde meines lebens erzählen an die ich mich erinnere, aber das ist auch bescheuert, wäre aber so das einzige was mir einfiele. aus meinem aktuellen leben gibt es nichts besonderes.


    kennt das jemand auch?


    wenn ja wie geht ihr damit um?

  • 128 Antworten

    Ich kenne das auch. Leider.


    Deshalb bin ich darauf angewiesen, dass mein Gesprächspartner beim Plaudern besser drauf ist, d.h. dass dieser Person mehr Themen einfallen als mir. Es ist aber manchmal wirklich hart, vor allem wenn ich mit 'ner Frau unterwegs bin.


    Da kommt es echt überhaupt nicht gut, wenn ich so gar nichts zu sagen habe. Die Frau muss da einfach denken, dass ich abweisend bin und mich in ihrer Nähe unwohl fühle - obwohl das gar nicht stimmt.


    Mittlerweile aber erwähne ich dieses Manko ganz offen und ehrlich. Ab und zu ergibt sich alleine schon daraus ein nettes Gespräch. Außerdem habe ich mir einige Themen zurechtgelegt, mit denen ich mich zumindest eine Zeit lang ein wenig unterhalten kann.

    Zitat

    aus meinem aktuellen leben gibt es nichts besonderes

    Ja, auch das kenne ich. Aber das gilt vermutlich für 90% aller Menschen. Das Leben ist nun mal nicht immer so voller erwähnenswerter Ereignisse; meistens geht es immer seinen stets gleichen Gang. Was soll man darüber dann reden?

    Mir geht es auch genauso. Gerade gestern hatte ich ein Vorstellungsgespräch an meinem Arbeitsplatz... es ging um eine interne Ausschreibung. Es fiel mir (wieder mal) unglaublich schwer, die (richtigen) Worte zu finden. Ich habe zweifelsohne einen großen Wortschatz, daran liegt es nicht. Beim Schreiben habe ich auch keine Probleme, man kann sich ja jedes Wort meinetwegen viermal überlegen ;-)


    Ich glaube auch, ich denke einfach meistens nicht, was ich sagen möchte - oder auch wie bei Dir Sarah, mir fällt auch nie ein, was nun Kluges sagen könnte. Irgendeine Verbindung von meinem Denk- zu meinem Sprachzentrum scheint zudem nicht zu funktionieren, dabei mag ich mit anderen kommunizieren, endlich normal sein... Aber so bin ich vielleicht nunmal einfach, zu ruhig für die Welt. Das ist nicht normal für die anderen... Besonders ausrasten könnte ich, wenn andere fragen: "Warum bist Du denn so ruhig?", "Sag doch mal was!" Grrrrr :(v Vielleicht geht es Dir auch so?


    Scheinen einiges gemeinsam zu haben (Dein Thread über keine Freunde) ;-) Du bist nicht allein.


    Aber was kann man dagegen tun?! Das wenige Sprechen gehört zu unserem Charakter/unserem Verhalten und lässt sich nicht einfach so ändern.

    Annerl

    Zitat

    Besonders ausrasten könnte ich, wenn andere fragen: "Warum bist Du denn so ruhig?", "Sag doch mal was!" Grrrrr

    Oder wenn die Therapeutin in die Stille hinein fragt: "Was beschäftigt Sie grade?" Und man, wenn man ehrlich wäre, antworten müsste: "Ich frage mich, wann Sie endlich etwas sagen, um die Stille zu beenden." :-/

    Zitat
    Zitat

    "Warum bist Du denn so ruhig?", "Sag doch mal was!"

    Die Frage kenne ich nur zu gut :=o

    Und ich erst ]:D .


    Habe mich mittlerweile damit abgefunden, dass ich so bin. Es ist leider unumstritten, dass man viele Nachteile im Leben hat, wenn man ein introvertierter Mensch ist. In der Schule fängt es an, bei der Job- & Partnersuche geht's weiter.


    Allerdings sind die meisten stillen Menschen wirklich meist mit einem um so reicheren Innenleben beschenkt worden und erfüllen nicht das, was andere dann leicht über sie denken: langweilig, uninteressant, fade, dumm etc pp.


    Ist doch schön, wenn man andere dann verblüffen kann und sie merken, Moment, der oder die ist ja doch ein ziemlich lebendiger und facettenreicher Mensch, der vielleicht auf den Mund, aber ganz sicher nicht auf den Kopf gefallen ist ;-).


    Ich schiebe diesen Zwang, dass man sich so Small Talk-mäßig mit jedem unterhalten können muss auf unsere recht unverbindlich & oberflächlich gewordene Gesellschaft und habe einfach für mich beschlossen, dass ich da nicht mitmachen möchte, ich bin halt nicht so, wer damit ein Problem hat, sein Pech....

    Ich kenne das auch...


    kenne es sogar wenn jmd was sagt mir fällt nichts dazu ein und erst nach 1 minuter oder so fällt mir etwas ein , dann denke ich mir aber das kannse jezt auch nicht mehr sagen :D

    So würde ich das auch sehen.


    Allerdings habe ich selbst ein Problem damit, wenn mein Gesprächspartner nichts mit mir spricht. Ganz besonders unwohl fühle ich mich bei einem Date. Da beginne ich dann automatisch zu denken, dass sie mich nicht leiden kann, weil sie nichts zu mir sagt :-/

    Zitat

    Ich schiebe diesen Zwang, dass man sich so Small Talk-mäßig mit jedem unterhalten können muss auf unsere recht unverbindlich & oberflächlich gewordene Gesellschaft und habe einfach für mich beschlossen, dass ich da nicht mitmachen möchte,

    Naja jeder fängt mal mit Smalltalk an. Es heißt ja nicht, dass du jeden sofort wegen total belanglosem Vollplappern musst.

    Zitat

    ich bin halt nicht so, wer damit ein Problem hat, sein Pech....

    Wer den Mund nicht aufmacht, wird auch nie sein facettenreiches Innenleben mit anderen austauschen können.

    Zitat

    So würde ich das auch sehen.


    Allerdings habe ich selbst ein Problem damit, wenn mein Gesprächspartner nichts mit mir spricht. Ganz besonders unwohl fühle ich mich bei einem Date. Da beginne ich dann automatisch zu denken, dass sie mich nicht leiden kann, weil sie nichts zu mir sagt :-/

    Dann erzähl etwas von dir und mach Aussagen oder sprech doch konkret an, hey kennst du diese "ich-weiss-nicht-was-ich-sagen-soll" Situationen?


    Oder du kannst auch gleich sagen, lassen wir diesen Kennenlern-Mist weg und gehen gleich in die Tiefe.

    Ich kenne das auch! Mein Problem ist nicht, dass ich introvertiert bin, sondern dass ich die meisten Dinge für nicht erwähnenswert finde. Oft kommt die Frage "Was gibt es neues?" und ich kann dann nix erzählen. Andere erzählen hingegen ganz banale Dinge. Ich befürchte, dass das das Problem ist, warum ich schwer neue Freunde finde. Ich habe zwar welche, wünsche mir jedoch, meinen Freundeskreis zu erweitern.


    Wenn man nicht auf Menschen trifft, mit denen man in dieser Hinsicht zusammenpasst, ist das mühsam. Bei manchen ergeben sich Gespräche von ganz allein, manchmal braucht man jemandem, der das Gespräch in die Hand nimmt oder in die richtigen Bahnen lenkt.


    Ganz allgemein empfinde ich mich aber oft leer und mein Leben ereignislos, obwohl es nicht (immer) so ist.

    Zitat

    Wer den Mund nicht aufmacht, wird auch nie sein facettenreiches Innenleben mit anderen austauschen können.

    Ja, das stimmt wohl. Bei meinem Partner, meiner Familie und Freunden, die ich schon sehr lange kenne, ist das auch kein Problem. Ich brauche halt das Gefühl, dass es passt, bevor ich jmd vertraue und mich öffnen kann. Insofern möchte ich mein Innenleben mit den allermeisten Leuten auch gar nicht teilen.

    Zitat

    Allerdings habe ich selbst ein Problem damit, wenn mein Gesprächspartner nichts mit mir spricht. Ganz besonders unwohl fühle ich mich bei einem Date. Da beginne ich dann automatisch zu denken, dass sie mich nicht leiden kann, weil sie nichts zu mir sagt

    Ja, sowas kenne ich auch. Ist wirklich unangenehm. Andererseits, das Gespräch könnte ja von beiden ausgehen. Wenn ich merke, dass ich mich zu sehr unter Druck setze, sage ich mir, dass der andere ja auch nichts sagt, der könnte ja auch mal das Gespräch suchen, bin ja nicht als Alleinunterhalter da.....


    Ein Date ist natürlich nochmal eine ganz spezielle Situation, weil da auch noch der Druck dazu kommt, dass man beim anderen unbedingt einen positiven Eindruck hinterlassen möchte... ":/


    Vielleicht ist es dann besser wenn man sich vorher eine Liste macht mit gemeinsamen Gesprächsthemen (zb ein gemeinsames Hobby) und dann hat man etwas,w oran man sich ein wenig orientieren kann ?

    Hallo zusammen


    also mir fällt das ganz oft auf wenn ich mit Freunden von meinen Freunden zusammen sitze. Bei meinen eigenen "Leuten" fällt mir das nicht so schwer aber bei anderen. Da sitz ich da und beschäftige mich stunden lang mit meinem Glas/Handy/Gabel usw. weil ich einfach nicht weiß was ich sagen soll. Ich denke auch immer dass die Themen diemir so einfallen total langweilig für alle anderen sind und die sich dann nur denken was ich da für einen Mist erzähle.


    Genau wie meine Vor-Posterin schrieb wenn mich jemand fragt wies mir geht und was es neues gibt winke ich das immer ab mit "jaja alles bestens" und "nix besonderes" obwohl ich zich dinge erlebt habe aber einfach nicht finde dass diese erwähnenswert sind. Im Gegensatz erleb ich es sehr oft dass mri Leute die dümmsten Kleinigkeiten erzählen und ich das auch ganz angenehm finde weil es dann eben was zu bereden gibt


    oh man ich denke das hängt wieder mit meinem nicht vorhandenen Selbstbewußtsein zusammen

    Zitat

    Ich kenne das auch! Mein Problem ist nicht, dass ich introvertiert bin, sondern dass ich die meisten Dinge für nicht erwähnenswert finde. Oft kommt die Frage "Was gibt es neues?" und ich kann dann nix erzählen.

    Kenne ich auch...ich finde zwar echt nicht, dass ich ein langweiliges, ereignisloses Leben habe, aber bei solchen Fragen kommt mir auch meist nur ein "nichts Besonderes" über die Lippen. Es ist, als ob in dem Moment mein Kopf komplett leer ist und alle Erlebnisse wie weggewischt. Endet meist damit, dass Freundinnen mich total zuquatschen, was mich dann auch manchmal nervt, und man selber erzählt gar nicht so viel.


    Manchmal gibt sich das dann aber auch, wenn die Wellenlänge stimmt, und mir fallen dann im Laufe der Zeit auch Sachen ein, die ich erzählen möchte...


    Dass das alles mit geringem SB zusammenhängt galube ich schon auch...obwohl manche Menschen ja tatsächlich von Natur aus einfach ruhiger sind, und das ist doch auch okay..

    Zitat

    Dann erzähl etwas von dir und mach Aussagen oder sprech doch konkret an, hey kennst du diese "ich-weiss-nicht-was-ich-sagen-soll" Situationen?

    Ja, mache ich eh. Und manchmal führ alleine das schon zu einer Lösung der Situation und zu einem netten Gespräch :-)


    Ich denke es liegt tatsächlich an geringem Selbstvertrauen. Leute, die sich für toll halten oder die sich einfach nix pfeifen, die reden leichter und frei von der Leber weg und die haben auch kein Problem damit irgendeinen total langweiligen Schwachsinn zu verzapfen, bei dem ich mir denken würde "Das ist vieeeel zu faaad, das darf ich auf keinen Fall erzählen".


    Ach ja, mit manchen Personen gelingt es sogar mir einen ganzen Abend lang ein tolles Gespräch am Laufen zu halten. Irgendwie schaffen die es mich aus meinem Kokon zu locken.

    Das ist bei mir auch so Grüner Kaktus, manche Menschen gehen so offen auf mich zu, quatschen mich einfach an (sprechen mich vorallem NICHT auf meine Art an) und da kann ich mich dann gut öffnen! Mit solchen Menschen bin ich gerne zusammen. Bei all den anderen muss man irgendwie durch - besonders im Beruf. Habe das Glück, wirklich tolle Kolleginnen und eine tolle Chefin zu haben - sie nehmen mich, wie ich bin.


    Mein Freund ist außerdem das komplette Gegenteil von mir, er ist extrovertiert, hat einen relativ großen Freundeskreis! Anscheinend ergänzen wir uns ganz gut, ich bringe etwas Ruhe in sein Leben und er aktiviert etwas Selbstvertrauen in mir. ;-) Das tut so gut.


    Ich war mal mit meinem Ex-Freund und einer größeren Gruppe zusammen; eine von denen meinte zu mir, ich solle doch mal einen Schlag aus meinem Leben erzählen. Ganz großes Kino, ich habe gesagt, ich wüsste nichts und wurde ausgelacht.


    Was glaubt ihr, warum ihr so ruhig seid? War etwas in der Kindheit/Jugend? Ich wurde mit 13 in der Klasse auf's Übelste gehänselt, das könnte eine Ursache gewesen sein...

    Ich finde, es ist ein großer Unterschied, hier von Introvertierheit/Schüchternheit zu sprechen oder davon, dass man einfach nicht jede Banalität mitteilen will. Worum geht es hier? Ich fühle mich nämlich der ersten Gruppe absolut nicht zugehörig.