hiergibtsfreibier


    Liebeskummer wirft einen psychisch gesunden Menschen nicht so lange und so schwer aus der Bahn.


    Ich vermute, dass diese Frau nur das Fass zum Überlaufen gebracht hat.


    Ich würde dir auch raten, möglichst bald einen Therapeuten zu suchen, mit dem du dir die wirklichen Probleme mal anschauen kannst.


    Je länger du wartest umso schwerer kann die Depression werden.

    Zitat

    Zu welchem Arzt sollte ich denn gehen? Und was sagt man da: "hey, ich brauche einen Termin, weil ich gerade vor Liebeskummer sterbe?"

    Du musst gar nicht zu einem Arzt gehen.


    Die Krankenkassen haben eine Liste mit Therapeuten, die von der Krankenkasse anerkannt sind und bezahlt werden. Da suchst du dir 2-3 Therapeuten aus und machst einen ersten Termin zum Kennenlernen.


    Man muss jemanden finden, dem man vertrauen kann. Darum gibt es immer eine Probestunde zum Kennenlernen.


    Der Therapeut stellt dann einen Antrag bei der Krankenkasse für die Kostenübernahme, wenn ihr euch einig seid, dass ihr zusammenarbeiten könnt.


    Bei einem Arzt (Psychiater) würde ich nicht unbedingt eine Therapie machen.


    Die verschreiben eher Medikamente und haben weniger Zeit für Therapien.


    Es wird übrigens nicht der Liebeskummer behandelt, sondern die Ursache für deinen Absturz gesucht und aufgearbeitet.

    Ich glaube, dass du vor allem dein Glück finden musst - eine Frau, die dich versteht und so nimmt, wie du bist, ohne tausend Bedingungen zu stellen. Dass du das Gefühl brauchst, angekommen zu sein. Bei einer Frau, die vorurteilsfrei ist und sich deine Meinung anhört. Die dich mit deinen Stärken und Schwächen annimmt, ohne dass du dich verbiegen musst.


    Ich wünsche dir von Herzen, dass die Richtige auf dich zukommt und dich anspricht, falls es dir schwer fällt. Alles andere ergibt sich dann.


    Viel Glück und alles Gute für dich! @:) :)*

    Für nächsten Monat soll ich nun einen neuen Job anfangen. Ich kann das nicht. Ich will nicht. Mittlerweile wärs mir sogar egal, wenn ich unter der Brücke pennen müsste. Mir fehlt der Mut zum Arzt zu gehen, ich komm mir wie eine Versagerin vor. Vermutlich bin ich das auch, eine gescheiterte Existenz. Es gibt so viele Menschen, die leben WOLLEN und mit schlimmer Krankheit gestraft sind und ich sitze hier und weiß mein Leben nicht zu schätzen.

    Das ist ein freies Land, hiergibtsfreibier. Wer unter der Brücke pennen will und den Job nicht antreten, hat die Freiheit dazu.


    Die unterlassene Hilfeleistung anderer fängt an bei konkretem Suizidvorhaben (Eigengefährdung) oder Fremdgefährdung. Du kannst diese Spirale also noch ein bisschen weiter drehen lassen und schauen, was sich ergibt.


    Wer ist eher eine Versagerin, sie?


    Obdachlose Frau


    Oder sie?


    Patientenzimmer in der Psychiatrie


    Wer noch ne Weile wartet, mit Alkohol und Drogen weitermacht, vielleicht dann in der Öffentlichkeit andere gefährdet, sieht es zwischendurch auch mal so aus:


    Frau in Zwangsjacke in der Psychiatrie


    Was passiert dann: In der weit überwiegenden Zahl der Fälle sind Depressionen sehr gut behandelbar. Mit Medikamenten und begleitenden Therapien, von denen die Vorstellung "naja man redet halt mal mit einer Person, die dafür bezahlt wird" eine krasse Fehleinschätzung sind. Nur aus Sicht der Depression mag das so aussehen.


    It's your choice.


    Wofür schämst du dich also? Es wäre ein guter Schritt, dein derzeitiges Verhalten endlich als psychische Krankheit zu begreifen. Und die logische Konsequenz abzuleiten, dass du ärztliche Hilfe brauchst. Ich empfehle dir den direkten Weg in ein psychiatrisches Krankenhaus zur Diagnose dort. Das braucht keine mehreren Schritte oder aufwändigen Termine und Gänge, sondern erstmal nur eine Taxifahrt, die du noch organisieren musst. Der Rest (Job, Wohnung) kommt dann schon schrittweise in Ordnung. Aber mit deiner Eigeninitiative, die du bald wieder entwickeln kannst und wirst.

    Ich schäme mich, dass es soweit gekommen bist. Ich war noch nie wirklich psychisch stabil, aber im Endeffekt ging es immer irgendwie. Habe mich so durch die Schule geschleppt, mehr schlecht, als Recht und war nie in irgendwas gut. Mir hat auch Unterstützung gefehlt, aber gut, kann man eben nicht ändern. Und jetzt soll ich in die Klapse? Das ist für mich wie ein Stempel, wie der endgültige Beweis "so, hier haste es schriftlich, du kriegst NICHTS auf die Reihe". Davon mal abgesehen kann ich zumindest nicht in eine Klinik gehen. Meine Mutter wirft mich raus wir (wir wohnen in einem Zweifamilienhaus, sie unten, ich oben), wenn ich den neuen Job nicht antrete. Allein bei dem Gedanken wird mir schlecht, aufstehen und mit anderen sprechen.


    Im Übrigen ist mir aufgefallen, dass ich auch tierische Denkprobleme habe. Ich habe plötzlich kaum Orientierungssinn, verwechsle Dinge und bekomme einfachste Kommunikation nicht auf die Reihe (also im Sinne von, mir fehlen Wörter, "erstarre" plötzlich und weiß nicht mehr, was ich sagen soll). Ist das normal?

    Zitat

    Im Übrigen ist mir aufgefallen, dass ich auch tierische Denkprobleme habe. Ich habe plötzlich kaum Orientierungssinn, verwechsle Dinge und bekomme einfachste Kommunikation nicht auf die Reihe (also im Sinne von, mir fehlen Wörter, "erstarre" plötzlich und weiß nicht mehr, was ich sagen soll). Ist das normal?

    Das spricht alles sehr für eine Depression.

    Zitat

    Ich war noch nie wirklich psychisch stabil, aber im Endeffekt ging es immer irgendwie.

    Das habe ich schon vermutet: Liebeskummer wirft einen psychisch gesunden Menschen nicht so lange und so schwer aus der Bahn. (das hab ich dir gestern geschrieben)

    Zitat

    Und jetzt soll ich in die Klapse?

    Es gibt auch einen anderen Weg, den habe ich am 13.09.17 um 19:01 beschrieben.


    Für diesen Weg müsstest du aber selbst Termine machen und auch hingehen.


    Wenn du das nicht schaffst, ist eine Klinik erstmal der beste Weg.


    Du solltest dich wirklich entscheiden, etwas zu unternehmen.


    Eine so schwere Depression wird von alleine nicht besser.

    Tu mir nen Gefallen und nenne ein es wie es heißt: psychiatrische Klinik/Krankenhaus. Dort werden psychische Erkrankungen (also des Gehirns) diagnostiziert und therapiert, in der Regel dann stationär (also auch über Nacht dort bleibend).

    Zitat

    Ist das normal?

    Also ich mache hier keine Ferndiagnose auf Basis der wenigen Informationen. Das überlass ich gern den Medizinern, und zwar genau dann, wenn sie dich als Patient vor sich haben. Nahe liegend ist aber eine Wechselwirkung mit dem Alkohol-, Cannabis- und Kokainkonsum, den du nanntest. All das: Orientierung, Kognition, Erinnerung, Kommunikation wird vom Gehirn gesteuert. Art und Häufigkeit der Störungen sollen in deinem Fall die Mediziner beurteilen. Wenn du selbst aber noch nen Anfangsverdacht brauchtest: da hast du ihn.


    Viel von deinen Befürchtungen sehe ich als typisches Denken in einer Depression. Dabei hat der Weg über eine ärztliche Diagnose und dann Therapie ENORME CHANCEN für deine Genesung.


    Dein Job oder die Reaktion deiner Mutter sind das letzte, worüber du dir derzeit Sorgen machen solltest. Eine Krankmeldung (da steht kein Grund drauf) kann das organisatorisch lösen. Hol dir ne ordentliche Diagnose. Und ich empfehle ein psychiatrisches Krankenhaus, weil sie dort vielfältige Geräte für die Diagnose direkt da haben, was ein Psychiater/Neurologe nicht vor Ort hat. Du selbst bist mündig und für dich verantwortlich und kannst dann dort selbst entscheiden, wie es weiter geht, du kannst nach der Diagnose dort auch wieder gehen.


    Deine Mutter würde dich nicht rauswerfen bei Krebs, bei einem Schlaganfall, bei einer Herz-Rhythmus-Störung, bei einer Lungenentzündung. Sondern sie würde dir den medizinischen Weg und dort die Behandlung empfehlen und darauf hoffen, dass du wieder gesundest. Warum also die Stigmatisierung beim Verdacht einer psychischen Erkrankung? Im Moment zählt aber erstmal nicht, wie es dazu gekommen ist oder inwieweit deine Mitwirkung den Verlauf so geprägt hat. Es zählt, dass du den Schritt zu einer ärztlichen Diagnose deiner deutlichen Beschwerden schaffst.


    Nimm es als Rat eines Menschen, der in einer ähnlichen Situation war. Aber der heute wieder lachen kann. Dank der Medikamente (vorübergehend für etwa 1,5 Jahre) und der Therapie (länger).

    Ihr wisst nicht, wie schwer das ist. Mich irgendwo hinsetzen und sagen, was mein Problem ist. Wenn ich rausgehe und mit anderen sprechen muss, setze ich eine Maske auf und irgendwie kann ich die nicht ablegen, so eine Art falsches Lächeln das draußen bestehen bleibt.


    Ich weiß nicht, wie ich das machen soll.


    Meine Mutter würde mich vielleicht nicht bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt rauswerfen, das sind ja auch richtige Krankheiten in ihren Augen. Für sich bin ich einfach nur ein faules Stück Dreck und wenn man keinen Job hat oder wichtige Sachen vergisst, muss man auch nicht in einem Haus wohnen. Was soll ich als Adresse angeben nach der Klinik? Obdachlosenasyl? Davon mal abgesehen sind doch Kliniken ständig voll. Stationär geht auf keinen Fall.

    Ich schließe mich der Mehrheit hier an und sage, dass es sich bei dir um sehr eindeutige Anzeichen von einer schweren Depression handelt. Und die Tatsache, dass du in diesem Forum um Hilfe bittest, zeigt ja auch, dass du was verändern möchtest. Leider können wir das nicht für dich tun, sondern du allein musst etwas tun. Auch wenn es dir sinnlos erscheint, versuche es. Allerdings nicht mit der Einstellung: "Das klappt sowieso nicht". Versuche offen für neue Erfahrungen zu sein und lerne, dein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

    Zitat

    Ihr wisst nicht, wie schwer das ist. Mich irgendwo hinsetzen und sagen, was mein Problem ist. Wenn ich rausgehe und mit anderen sprechen muss, setze ich eine Maske auf und irgendwie kann ich die nicht ablegen, so eine Art falsches Lächeln das draußen bestehen bleibt.

    Das kenne ich sehr gut. Ich hab das schon in meiner Kindheit immer so machen ,müssen und es hat eine Weile gedauert, bis ich es geschafft habe, diese Maske abzulegen. Nicht bei allen Menschen und in allen Situationen natürlich, aber es wird besser. Man macht Fortschritte, egal wie klein sie sind.


    Und was den Liebekummer betrifft. Geht es dir wirklich um diese Person oder nur darum, dass du jemanden hattest der bei dir war. Sowas ähnliches hatte ich nämlich auch. Ich konnte nur noch an diesen einen Mann denken, der mich total aus der Bahn geworfen hat. Ich habe gehofft und gewartet, dass er sich bei mir meldet, obwohl ich den Kontakt selbst abgebrochen hatte. Verrückt ich weiß :=o


    Und irgendwann ist mir aufgefallen, dass es mir nicht nur um ihn ging sondern darum, überhaupt jemanden zu haben. Ich wollte nicht alleine sein und dachte, wenn ich ihn nicht nehme, wird sich vielleicht niemals wieder einer für mich interessieren. Es war bitter das vor mir selbst zuzugeben, aber es hat mir unheimlich geholfen, mal ehrlich zu mir selbst zu sein. Den ich glaube, um jemand anderen wirklich lieben zu können, muss man sich erstmal selbst lieben. Und das habe ich überhaupt nicht getan.


    Das heißt natürlich nicht, dass es bei dir auch so sein muss, dafür kenne ich dich und die Hintergründe deiner Geschichte nicht.


    Ich würde dir eine Psychotherapie sehr ans Herz legen. Depressionen und psychische Krankheiten allgemein sind am Ende genau das: Krankheiten. Man kann sie nicht sehen oder mit einen Blutbild feststellen, aber Krankheiten sind es trotzdem. Du musst dich nicht als Versager fühlen. Leider werden psychische Leiden in unserer Gesellschaft oft nicht ernst genommen und den Betroffenen wird oft (bewusst und auch unbewusst) vermittelt, dass sie selbst Schuld sind an ihrer Lage. Auch ich habe das früher geglaubt. Das ich nur krank bin, weil ich schwach bin. Aber das stimmt nicht. Ich bin einfach krank. Nicht mehr und nicht weniger.


    In einer Gruppentherapie hat die Therapeutin mal gesagt: "Was Ihnen angetan wurde ist schrecklich und unfair und es war nicht Ihre Schuld. Sie konnten da nichts gegen tun. Aber wie Sie heute damit umgehen und wie Sie ihr Leben heute gestalten liegt ganz bei Ihnen! Sie können weitermachen wie bisher oder Sie nehmen ihr Leben in die Hand und leben es so, wie Sie es wollen."


    Das hat mich damals wahnsinnig motiviert und ich sage mir dies seitdem immer wieder selbst, wenn ich wieder in diesem depressiven Teufeskreis gefangen bin und mir alles sinnlos vorkommt. Es hat mir unwahrscheinlich geholfen und hilft mir auch heute noch oft.

    Ist die Trennung von der Person, in die du verliebt warst und noch bist, endgültig oder gibt es noch Chancen, dass ihr wieder zusammenkommt? Manchmal braucht man eine Zeitlang Abstand voneinander, um danach wieder zusammenfinden zu können.


    Wenn du wirklich in diese Person verliebt bist - und davon gehe ich mal aus - wünsche ich dir, dass du noch eine Chance bekommst, ihn (oder sie) richtig kennenzulernen und er (oder sie) dich. Wahrscheinlich würde es dir helfen, wenn die Person sich bei dir melden würde und den ersten Schritt macht, wenn du nicht so richtig weißt, wie du die Sache angehen sollst....


    Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück..... @:)

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    Ich glaube, dass du vor allem dein Glück finden musst - eine Frau, die dich versteht und so nimmt, wie du bist, ohne tausend Bedingungen zu stellen.

    Zitat

    Ist die Trennung von der Person, in die du verliebt warst und noch bist, endgültig oder gibt es noch Chancen, dass ihr wieder zusammenkommt?

    Schmetterling42 ich glaube, du erkennst nicht die Schwere des Problems.


    Hiergibtsfreibier hat die Person kaum gekannt und hat seit über einem Jahr schwere Probleme, die sehr nach einer handfesten Depression aussehen.


    Hiergibtsfreibier schreibt "Ich war noch nie wirklich psychisch stabil".


    Man muss erstmal gesund sein und mit sich selbst klarkommen, bevor man an eine Partnerschaft denken kann.

    Hanca, ich denke, das eine schließt das andere nicht aus - im Gegenteil: Um gesund zu werden, braucht man ein stabiles Umfeld und Leute, die einem Rückhalt geben, damit man motivierter an eine Psychotherapie herangeht. Wenn man sowieso keine Perspektive hat und weiß, dass man nach der Therapie alleine dastehen wird, wird man in den Therapiestunden nicht so motiviert sein. Man hat ja nichts, worauf man sich freuen und hinarbeiten kann.


    Deshalb bin ich der Meinung, dass "Hiergibtsfreibier" um sein Glück kämpfen sollte, wenn es noch eine Chance gibt, dass sich da etwas entwickeln könnte. Und dass er/sie parallel dazu die Psychotherapie macht, um an sich zu arbeiten.

    Schmetterling42, wenn du die Beiträge von Hiergibtsfreibier mal genau durchliest, ist er oder sie in einem Zustand, wo man lieber nicht dem Traumpartner über den Weg läuft.

    Zitat

    Seit etwas über einem Jahr habe ich nicht mehr vernünftig geschlafen, sehe aus wie ein Zombie.

    Die Perspektive in einer Therapie sollte immer sein, dass man sich selbst erkennt und es gut mit sich selbst aushält.


    Lebenslang psychisch instabil zu sein, ist nicht sehr attraktiv für einen möglichen Partner.