@ Kleio

    Ich wollte dem Threadsteller schreiben – aber das geht irgendwie nicht. Natürlich habe ich jeden Beitrag hier gelesen – wir reden aber aneinander vorbei. Ihr meint Leute mit Handicap zu verstehen, tut es aber nicht. Es ist sehr arrogant das zu glauben sorry. Ich stottere z.B. seit ich Kind bin und IHR könnt euch nicht ansatzweise in diese Lage reinversetzen. Ich meint das zu können, aber ihr könnt es nicht. Handicaps sind keine Probleme, die man löst und genau das versteht ihr nicht. Handicaps sind Dinge, mit denen man leben muss und genau dieser Lernprozess ist etwas, dass sich jemand Außenstehendes nicht vorstellen kann, weil ihm jeglicher Bezug dazu fehlt.


    Ich begleite teilweise auch Leute mit psychischen Problemen, mit Depressionen, Psychosen, usw. ... nicht professionell, sondern als Hilfe. Deren größtes Problem ist das Unverständnis anderer Leute. Sie isolieren sich, weil niemand ihre Leiden nachvollziehen kann. Ich kenne Leute mit Depressionen, wo die Diagnose bekannt ist und die werden trotzdem entlassen oder gemobbt auf der Arbeit. Das denke ich mir doch net aus. Ich kenne auch Transsexuelle, die erst nach der Personenstandsänderung auf das Damenklo durften oder mit Frau angesprochen wurden. Tut doch net immer so, als wäre die Welt so wunderbar verständnisvoll.


    Sobald man keiner Norm entspricht, soll man sich zusammenreißen und nicht so anstellen. Wie oft haben wir das gehabt ??? Unsere Gesellschaft ist viel kränker, als der krankestes Psycho. Bei uns funktioniert alles nur über Normen, Durchschnitte usw. – und wenn jemand aus dem Raster fällt, ist er durch und wird ausgelacht, gemobbt oder vollgelabert.


    Die Wartezimmer bei den Psychologen sind voll. 2 Jahre Wartzeit ... weil niemand mehr den andern versteht oder sich die Mühe macht. Natürlich gibt es auch Leute, die einen verstehen – da sind Gespräche sehr fruchtbar und man zieht sich diese "Lebenskniffe" daraus. Mein Psychologe meinte mal, dass die "Mitte" immer der Punkt des Seelenfriedens ist. Interpretiert das mal – ich könnte Bücher drüber schreiben. Die goldene Mitte ... wow, das drei Wörte, die mehr sagen, als ganze Lexika. Und genau diese Dinge sind es, die das Leben reicher machen und net so "Wurstbrötchen-Tipps" ala gehe mal zum Friseur.

    caira78

    Zitat

    Wieso können wir es nicht einfach dabei belassen?

    Wer wir und was belassen?

    Zitat

    Ich habe keine Lösungen gesucht, sondern wollte einfach nur "mal reden", weil ich niemanden habe.

    Du hast allerdings auch geschrieben:

    Zitat

    Ich bin natürlich wegen Lösungen hier und Strategien. Ich sehe meine TS auch als Behinderung – ganz im Ernst – für mich ist das halt eine Ganzkörperbehinderung, die entsprechend großflächig Probleme erzeugt und nicht etwa nur eine Hand voll ... hatten wir ja. Das relativiert man mal nicht eben und dann ist das Thema durch.

    Zitat

    Mir hilft es, wenn ich meine Probleme niederschreibe. Entschuldige.

    Ja, sogar dann kommt es vor, dass man darauf hingewiesen wird, dass man die Dinge auch anders sehen kann.

    caira78

    Zitat

    Die Wartezimmer bei den Psychologen sind voll. 2 Jahre Wartzeit ... weil niemand mehr den andern versteht oder sich die Mühe macht.

    Verstehen? Ich kann Dich verstehen, ich kann jemanden verstehen, der vergewaltigt wurde, ich kann einen Serienmörder verstehen. Und was nun? Ändert das irgend etwas für Dich, wenn Du verstanden wirst? Die meisten Menschen wissen was Leid ist, viele wissen, was großes Leid ist. Ich denke, das ist die kleinste Übung nachvollziehen zu können, wenn jemand leidet. Was soll daran also so schwer sein zu verstehen, dass Du leidest? Gar nichts. Norm - ich kenne keine genormten Menschen. Sie sind alle unterschiedlich und sie denken unterschiedlich.


    Natürlich muss jemand Dein Problem verstehen, sonst kann er doch gar nicht darauf eingehen und Dir eine andere Möglichkeit aufweisen. Ich habe den Eindruck, dass Du meinst, Du wüsstest alles und da Dich ja kaum jemand verstehen kann, deswegen gibt es für Dich auch nichts von anderen zu lernen. Deswegen versteht auch niemand, warum Du Dich wertlos fühlst. Das eine hat meiner Meinung nach nichts mit dem anderen zu tun. Wenn es also um Lösungen geht, geht es dann darum, dass Du Deinerseits eine andere Denweise verstehst, Dich damit auseinandersetzt und Du wiederholst wieder das, was Du schon geschrieben hast. Die Frage war, hast Du Dich damit auseinandergesetzt? Auseinandersetzung heißt, sich auf die Gedankengänge anderer einlassen, für sich herauszufinden, was man selbst tun könnte, um die jetzige Einstellung zu ändern, wie man zu einem gesunden Selbstwert gelangt, was man selbst tun kann, etc. etc. Im weiteren probieren, was funktioniert, was nicht, dann das nächste, etc. etc. Was bringt es Dir, wenn man Dir hier verbal den Kopf tätschelt und bemitleidet, wie arm Du Doch bist? Das verstärkt doch höchstens nur Deine Position. Darin sehe ich wirklich keinen Sinn.

    Zitat

    Naja, Essenz dieser Unterhaltung ist halt für mich, dass ich mich zu dämlich anstelle. Das blieb jetzt mal so in der Summe hängen.

    Nein, die Essenz dieser Unterhaltung ist, dass Du nicht bereit bist, Dich auf andere Denkweisen einzulassen.

    Du caira... Ich bin selbst seit Jahren in Therapie. Habe Depressionen und eine chronische körperliche Erkrankung. Ich höre fast nichts. Spüre meine Beine nicht mehr. Und nun? MEINE Welt ist verständnisvoll. War sie aber auch nicht immer. Anfangs war ich auch so wie du – ich bin arm, die Welt ist scheiße. Ich werde nie (körperlich) gesund sein, Depressionen sind auch nicht unbedingt heilbar.


    Und weißt du was.. Ich war es irgendwann satt rumzuheulen zu sagen... Ihr versteht mich nicht. Ihr habt ja keine Ahnung wie es mir geht. Mag sein, dass die Leute das nicht wissen. Nur, was bringt mir das? Ich hab mich selbst aus der Scheiße hochgekämpft, und heute geht es mir trotz Depression und meinen Erkrankungen gut. Weil die Welt ist, was man aus ihr macht. Es ist einfach zu sagen, ihr versteht mich nicht, habt doch keine Ahnung. Nur ob deine Einstellung dir nutzt und dich glücklich macht.... Ist deine Sache.

    Achja, Neurodermitis und Ekzeme habe ich auch noch. Meine Hände sind knallrot, ebenso wie die Haut in den Ellenbeugen und teilweise sind sogar meine Augenlider knallrot von Ekzemen. So viel zum Thema "ich werde nie eine wunderschöne Frau sein". Rumheulen macht mich auch nicht schöner.

    Die Depressionen habe ich seit ca. 15 Jahren. In Therapie bin ich erst seit zwei Jahren, und ich hätte NIE gedacht, dass ich irgendwann an dem Punkt stehen würde, wo ich heute bin – was meine Lebensqualität angeht. Und wenn dies nach so "kurzer" Zeit schon möglich ist... :-) ganz ehrlich, ich freu mich, auf das was noch kommt!


    Und ich wünsche dir, dass es dir auch irgendwann so geht!

    Für meine Angststörung habe ich auch 5 Jahre gebraucht ... naja, ich denke mal mind. 2-3 Jahre werde ich noch brauchen. Kann man jetzt zwar wieder rumnörgeln, aber braucht Zeit. Viel Zeit.


    Noch möchte ich eigentlich nicht abrücken und mein Schicksal so dulden, dann lieber tot, ganz ehrlich. Derzeit – also aktuell, heute, hier und jetzt, wird der Weg nur darüber zu führen sein den Kompromiss zu minimieren und soweit wie es geht Frau zu werden. Sprich, das was geht und finanziert werden kann wird operiert. :[] ... und darüber diskutiere ich auch nicht.

    caira78 Sicher ist es nicht leicht für eine Frau wie dich. Ich bin nicht TS aber eins habe ich gemeinsam mit dir. Ich sehne mich irgendwie nach Familie und Partnerschaft. Durch meine Andersartigkeit fällt es mir sehr schwer Kontakte zu knüpfen. In meinem Umfeld haben alle Kinder und Familie. Aber ich sehe auch die Konflikte in den Familien, dann bin ich wieder Froh alleine zu sein. Dennoch kannst du daran anknüpfen, dein Selbstwertgefühl und die Ausstrahlung so zu steigern, dass du für Männer Interessant wirst und dich annehmen wie du bist. Du kannst deinen Körper und Charakter nicht grundlegend verändern, aber lernen zu deinen Gefühlen zu stehen. Ich arbeite ständig daran. Dann wird es auch den Partner geben der die Andersartigkeit liebt und annimmt. Es bringt nichts sich zu verstellen und so sein wie der Durchschnitt, wenn es dich letztendlich unglücklich macht. Einige müssen halt aus der Norm schlagen. Genau das sind die Besonderen Menschen, die viel zu bieten haben. Die Hoffnung darfst du nie aufgeben, denn die Liebe kann auch im Alter zuschlagen. Es ist nie zu spät. Verzweifle nicht, sondern geh es an. Selbst mit den Hormonen, kann ich mit dir mitfühlen. Ich bin schon lange Hormonell umgestellt, aus gesundheitlichen Gründen. Nur werden mir die weiblichen Hormone Entzogen. Mein Körper wirkt eher männlich. Trotzdem bin ich innerlich noch eine Frau. Weibliche Hormone schaden meiner Gesundheit. Von Depressionen und Nebenwirkungen bin ich auch nicht verschont. Aber so lebt es sich erträglicher.

    @ caira78

    Zitat

    Derzeit – also aktuell, heute, hier und jetzt, wird der Weg nur darüber zu führen sein den Kompromiss zu minimieren und soweit wie es geht Frau zu werden. Sprich, das was geht und finanziert werden kann wird operiert. :[] ... und darüber diskutiere ich auch nicht.

    Dein Frustverhalten und der letztendliche Rundumschlag gegen alles und jeden in diesem Thread ist meiner Beobachtung nach ein typisch männliches Verhalten. Habe ich in mehreren Jahren so noch von keiner Userin hier erlebt – die haben sich selbst in den schlimmsten Situationen wesentlich souveräner aufgeführt. Wahrscheinlich hättest du dein Hauptaugenmerk von vornherein auf solche Aspekte richten sollen, anstatt dich in einer körperlichen Baustelle zu verstricken, die du niemals zu deiner vollkommenen Zufriedenheit abschließen werden kannst.