Ich vermisse meine Heimatstadt

    Hi,

    ich komme aus Österreich (Wien) und bin Anfang des Jahres aufgrund der Liebe nach Franken (Nürnberg) gezogen.

    Ich bin gerade sehr unglücklich hier. Ich vermisse Wien einfach.

    Letztes Jahr habe ich mir gerade wieder einen Freundeskreis in Wien aufgebaut, zu meiner Familie in Wien habe ich keinen bzw. kaum Kontakt mehr.

    Hier in D versuche ich beruflich umzusatteln und möchte ein neues Studium an einer Hochschule beginnen. Ich habe hier mittlerweile auch schon einen Job hier gefunden, den ich während des Studiums "behalten" kann. Bei dem Gedanken, mehrere Jahre hier zu bleiben, auch um zu studieren, wird mir schlecht. Sind doch fast 4 Jahre.

    Ich kann nicht mal konkret sagen, was ich an Wien vermisse.

    Es ist einfach so ein Gefühl.

    Auch Corona hat alles durcheinander gebracht, ich hatte keine Zeit, mir Freundschaften hier aufzubauen.

    Merke abends, dass ich so richtig nostalgisch werde.

    Was soll ich tun?

    Abwarten und Tee trinken?


    Langsam verzweifle ich.


    Bitte um Hilfe.


    Liebe Grüße!

  • 144 Antworten

    Er versteht mich und meint ich habe große Opfer für ihn gebracht. Eine Fernbeziehung wollte ich nicht.

    Ich bin auch zu ihm gezogen, weil hier die Karrierechancen nach meinem Studienabschluss recht gut wären.

    Mein Partner hätte vor ein paar Monaten auch schweren Herzens seinen Job aufgeben wollen, jetzt hat er gekündigt und fängt hier nen neuen Job an.

    Alias 974059 schrieb:

    Ich bin auch zu ihm gezogen, weil hier die Karrierechancen nach meinem Studienabschluss recht gut wären.

    Und das ist nicht mehr so bzw. hat sich denn eines der Gründe, aus denen du dich entschieden hast nach Nürnberg zu ziehen, geändert?

    Nun ja, ich merke, dass ich von der Infrastruktur von Wien her sehr verwöhnt war und das grad letztes Jahr sehr genossen habe.

    Ich bin hier nicht mobil, habe keinen Führerschein. Den bräuchte man in Wien in den meisten Fällen nicht.

    Auch sonst ist Wien nicht umsonst eine der lebenswertesten Städte.

    Ich kanns nicht genau beschreiben, was mir fehlt. Aber Nürnberg ist eben nicht Wien.

    Ich dachte ja zunächst auch, dass mir ein Tapetenwechsel gut tun würde, jetzt bemerke ich aber, dass ich doch ganz schönes "Heimweh" habe.

    Alias 974059 schrieb:

    Ich dachte ja zunächst auch, dass mir ein Tapetenwechsel gut tun würde, jetzt bemerke ich aber, dass ich doch ganz schönes "Heimweh" habe.

    Mir geht es wie dir, nur das ich von Wien nach NRW gezogen bin.

    Muss regelmäßig "nachhause" sonst werde ich richtig depressiv.


    Bin ein wirklicher Großstadtmensch.


    Wir können uns auch gerne per PN austauschen / plaudern ☺️😊

    Mir geht's ähnlich, nur dass ich meine Wahlheimat vermisse. Ich bin mi 18 nach Berlin gezogen und dann mit 30 wieder in meine Geburtsstadt gezogen (hochschwanger und alleine, ich wollte dann lieber in der Nähe meiner Familie sein)


    Tja, und ich vermisse Berlin... Die Großstadt, die Möglichkeiten auch ohne Auto, die gefühlt größere Freiheit... Aber ich würde meinen Sohn jetzt nicht hier wegreissen.

    Alias 974059 schrieb:

    Ich kanns nicht genau beschreiben, was mir fehlt. Aber Nürnberg ist eben nicht Wien.

    Ja.

    Alias 974059 schrieb:

    Ich dachte ja zunächst auch, dass mir ein Tapetenwechsel gut tun würde, jetzt bemerke ich aber, dass ich doch ganz schönes "Heimweh" habe.

    Ja, warum auch nicht. Die Frage ist ja, was du mit diesem Heimweh tust und wie wichtig es für dich ist gegenüber den Punkten, die Dir in Nürnberg wichtig sind. Wien ist ja nicht aus der Welt. Du kannst doch immer wieder hin. Wenn du in deiner Beziehung keine neue Heimat findest, dich der neuen Stadt öffnest, dann war es vielleicht die falsche Entscheidung. Würdest du denn in Wien besser zurecht kommen, ohne Partner, den Karrierechancen, etc.?

    Zitat

    Wenn du in deiner Beziehung keine neue Heimat findest

    ":/ bei all dem verständnis für deine opfer, hast du das gefühl, dass dich dein freund unterstützt dich in der neuen heimat wohl zu fühlen.

    Wien wirkt schon allein von den Fotos und Videos beeindruckend. Da habe ich auch schon mal gedacht, dass ich da gerne leben würde.


    Vielleicht kannst du ja versuchen ein Jahr durchzuhalten, ob es irgendwie klappt und immer wieder "Heimaturlaube" in Wien einlegen ?


    Und wenn es gar nicht geht wieder zurückziehen, da werden sich schon irgendwelche neuen Wege finden

    Mich sträubt es zb mein neues "zuhause" als meine Heimat anzusehen.

    Wird es bei mir nie sein.

    Aber gut... Heimat ist für mich der Ort, an dem ich geboren wurde, aufgewachsen bin, an dem ich meine Wurzeln habe.

    Hm, für mich gibt es zweimal "Heimat" - einmal da, wo der Großteil meiner Familie lebt, wo ich aber nicht direkt am Ort hängen würde, eher an Menschen.


    Und dann die Stadt in die ich mich mit 14 verliebt habe, in die ich mit 18 gezogen bin und dort sehr lange gelebt habe, und mentalitatsmassig usw einfach dort viel mehr zuhause bin....


    Ich bin da oft ziemlich zerrissen. Am liebsten würde ich mrine ganze Familie dahinverpflanzen. Aber das würde auch wieder nicht ganz passen...

    Zitat

    und mentalitatsmassig usw einfach dort viel mehr zuhause bin....

    Versteh ich aber,...

    Aber der Ort, in dem ich zurzeit wohne, ist doof. 😁 Vermutlich sträubt es mich auch deswegen.

    MarieCurie schrieb:
    Zitat

    und mentalitatsmassig usw einfach dort viel mehr zuhause bin....

    Versteh ich aber,...

    Aber der Ort, in dem ich zurzeit wohne, ist doof. 😁 Vermutlich sträubt es mich auch deswegen.

    Kann ich gut verstehen. Ich habe auch gute zehn Jahre gebraucht um mich hier einigermaßen wohlzufuhlen... Ich passe echt nicht gut nach Westfalen obwohl ich hier geboren wurde.


    Es hat aber geholfen dass jetzt hier mehr Leute mit Migrationshintergrund wohnen als Leute die hier groß geworden sind.


    Ich habe immer zielsicher Freunde aus Sachsen, der Türkei, Syrien und Berlin. Nix, was auch nur irgendwie westfalisch ist.


    Dadurch ändert sich auch die Mentalität und das ändert alles. Zum Glück.


    Auch wenn man hier dennoch angesehen wird als habe man zwei Köpfe wenn man sagt, daß man weder Auto noch Führerschein hat und das größte Ziel nicht das Häuschen mit Garten ist.


    Anderes von meinem Berliner Leben würde ich hier nicht erwähnen. Ich glaube, das gäbe einige Ohnmachten.