• Ich vermisse meine Heimatstadt

    Hi, ich komme aus Österreich (Wien) und bin Anfang des Jahres aufgrund der Liebe nach Franken (Nürnberg) gezogen. Ich bin gerade sehr unglücklich hier. Ich vermisse Wien einfach. Letztes Jahr habe ich mir gerade wieder einen Freundeskreis in Wien aufgebaut, zu meiner Familie in Wien habe ich keinen bzw. kaum Kontakt mehr. Hier in D versuche ich beruflich…
  • 137 Antworten

    Gerne. Ich kann mich ja dann per PN melden.

    ich verbinde mit Wien jetzt nicht immer nur schöne Sachen, aber ich muss klar zugeben, dass ich echt "Heimweh" hab und mir den Neustart hier einfacher vorgestellt habe.

    Vielleicht ist es auch durch Corona nicht möglich gewesen, sich hier einzugewöhnen.

    Ich weiß nur, dass ich dort einfach meine Wurzeln habe, die Stadt gewohnt bin, eine gute Anbindung zu haben ohne Auto, Freunde spontan treffen zu können, usw., obwohl jetzt teilweise auch vieler meiner Freunde über Deutschland und Österreich verteilt sind.

    Ich kann es nicht genau beschreiben, was mich an Wien reizt. Es ist auch mehr ein Gefühl, ganz komisch. Ich habe davor auch in keiner anderen Stadt gelebt.


    Vielleicht ist es möglich, in einem höheren Semester in eine Hochschule nach Wien zu wechseln und bis dahin zu schauen, dass ich mein Leben sonst in den Griff bekomme ;-)

    Ich denke, du lässt dich einfach nicht auf Nürnberg ein. Nürnberg ist meine Heimatstadt und absolut niemand, den ich kenne „braucht“, wirklich das Auto. Die Infrastruktur mit U-Bahn, S-Bahn und Bus ist gut, wenn man nicht gerade im hintersten Eck wohnt. Nürnberg ist auch von der Fläche nicht sooo groß und wenn man ein bisschen lebensmüde ist, kommt man mit dem Rad überall hin. Aber da wirklich vorsichtig sein, weil die miesen Radwege und unachtsamen Autofahrer sind hier eine echte Gefahr.

    Wir haben hier, wenn nicht gerade corona ist, im Sommer fast immer irgendwo eine tolle Veranstaltung wie Stadtfeste und co. Los ist hier immer was. Es gibt verschiedene kneipentourveranstaltungen, bezahlbare Führungen etc etc etc. Also es ist eine Menge geboten, wenn man sich darauf einlässt.

    Ich hab meine Heimatstadt für deine verlassen vor über sieben Jahren. Und meine Heimatstadt liebe ich noch immer, Heimweh hört nie ganz auf. Wenn ich dort bin blüht mein Herz und es wird für immer der Ort sein, der für mich Zuhause ist.

    ABER Wien ist inzwischen auch mein Zuhause. Es hat mich mitverändert und ich habe hier begonnen mein Leben zu führen und anzukommen. Und das kann ich dir nur raten:

    Denk nicht beim Ankommen ans Zurückkehren. Lass dich ein auf dieses Leben. Ich hatte zuerst nur den Plan den Master zu machen und keinen Plan für danach, aber das bewusst nicht, denn ich wollte nicht mit einem Bein in meiner Heimatstadt bleiben und mir die Erfahrung ruinieren. Und was soll ich sagen? Ich hab mich dann doch in die Stadt verliebt und jetzt hab ich halt doppelt Zuhause. Du kannst immer zurück, aber warum sich nicht wirklich mal einlassen auf das andere?

    Glaube mir, sobald du mal nen Freundeskreis dort hast, werden deine Erfahrungen vielfältiger und du beginnst ein 'eigenes' Leben in Nürnberg.

    Bei mir war nach zwei Jahren klar, dass ein Leben in Deutschland für mich inzwischen generell ausgeschlossen ist. Dinge ändern sich und dich mit, also lass los und denk nicht daran wanns zurückgeht. Sonst bist du nur auf Besuch und verpasst das Leben.

    Zitat

    Sonst bist du nur auf Besuch und verpasst das Leben.

    schöner satz.


    ein Wechsel zurück nach Wien kostet geld. nur wieder in deiner Heimatstadt zu sein löst kurzfristig keine probleme.


    langfristig wenn die Bedingung passen, steht einer Rückkehr nichts im Weg


    ich sehe es wie die anderen, komme an, lerne neue freunde kennen, die umgebung, fränkische schweiz, etc.

    guck dir erstmal an was es draußen sonst noch gibt

    Ich würde sagen: Gib Dir noch eine Chance. Corona hat eine Menge verhindert (Freundeskreis aufbauen,...), so dass Du vielleicht da die Normalisierung abwarten solltest. Und den Studienbeginn, wo Du Leute kennenlernen kannst.


    Und vermutlich wird eine gewisse Sehnsucht bleiben... Das ist aber etwas anderes, als extremes Heimweh.


    Gibt es jetzt denn Orte, die Du schon kennen- und mögen gelernt hast? Vielleicht kann auhc das helfen: Neue Lieblingsorte...


    Ich hatte es gestern umgekehrt: Ich wohne wieder in meiner Heimatregion; habe vorher 15 Jahre in NRW studiert & gelebt, dann 3 Jahre Hamburg, dann Rückkehr aufs Land. Ich war gestern an meinen Studienort und hätte heulen können, weil ich da so viel einfach vermisse. Die Atmosphäre, die Möglichkeiten,... Wir reden hier von einer 300.000-Einwohner-Stadt, nicht irgendeiner Metropole. Aber der Charme... *seufz* Habe ich hier auf dem Land nicht, und ich bin nur 90 km entfernt vom Studienort. Die Sehnsucht wird bleiben, aber es gibt dort halt keine Joboptionen.

    Dennoch habe ich auch etliche Dinge an meinem neuen Wohnort lieb gewonnen.

    Zitat

    Ich kann es nicht genau beschreiben, was mich an Wien reizt. Es ist auch mehr ein Gefühl, ganz komisch. Ich habe davor auch in keiner anderen Stadt gelebt

    Kenn ich, bei mir ist es auch so. Auch nach 10 Jahren noch.

    Es ist eine Verbundenheit, mein Herz blüht auf, ich fühle mich daheim.

    Freue mich auf meine Extrawurstsemmel, Käsleberkässemmel 😁 und soo viel mehr. Selbst auf das Fahren mit den Wiener Linien freue ich mich. 🤔

    Denn hier in D wohne ich wirklich in nem Kaff.


    Dazu kommt diese herrliche Anonymität, dieses übliche Stadtleben, die Eigenheiten der Wiener. Und noch schöner,... mein heißgeliebter Dialekt.


    Ein Problem bei mir ist aber auch: Ich kann und will mich nicht mit den NRW'lern hier identifizieren. Bzw mit den Menschen mit denen ich hier lebe,... möchte nicht alle ansprechen. Ich gebe mir Mühe, aber da treffen unterschiedliche Welten aufeinander. Wenn ich es zulassen würde, würde ich verdammt oft anecken und mich wahrscheinlich sehr unbeliebt machen.


    Zuhause, in Wien, kann ich ich sein.

    Ich kenne Heimweh auch. Würde aber dennoch sagen, halte noch ein bisschen durch und schau ob es besser wird.

    Wenn du erst Anfang des Jahres umgezogen bist, ist das noch nicht lange und Corona hat dir nicht wirklich die Chance gegeben, Leute kennenzulernen.


    Gib Nürnberg eine Chance . Deine Heimat wird es nie ersetzen können, aber wenn du dort tolle Leute kennengelernt hast, kann es erträglich und schön werden.

    Wenn dein Studium beginnt, lernst du ganz sicher neue Menschen kennen.@:)


    Und bei dir immer bewusst: niemand zwingt dich , dort zu bleiben und Wien läuft nicht weg. Du kannst jederzeit wieder zurück.


    Ich wünsche dir alles alles Gute!:)*

    Ich kenne das Gefühl und wollte nirgendwo lieber leben als in meiner Heimatstadt.


    Als ich fürs Studium zum ersten Mal wegziehen musste, habe ich mich mit Händen und Füßen gewehrt. Ich hab der neuen Stadt absolut keine Chance gegeben und bin keinen Tag länger geblieben als die geplanten zwei Jahre. Damit habe ich mir rückblickend das Leben nur selbst schwer gemacht. Wäre ich offener an dir Stadtd rangegangen, hätte ich sicher eine gute Zeit dort haben können. Ich habe in den letzten Jahren oft Menschen getroffen, die neidisch waren weil ich dort studieren konnte und gerne mit mir getauscht hätten.


    Als ich dann für den Rest des Studium wieder in eine andere Stadt musste, habe ich mir vorgenommen, positiver und offener an die Stadt ranzugehen. Ok, die Stadt mochte ich auch verschiedenen Gründen von vorne herein lieber aber es war eben auch nicht die Stadt, in der ich lebe wollte. Und trotzdem tue ich es jetzt seit 5 Jahren und 2 davon komplett freiwillig. Ich könnte jederzeit zurückgehen. Bin aber wegen eines ziemlich guten Jobs geblieben und mir geht es gut hier.


    Viele meiner Freunde sind nach dem Studium weggezogen und durch Berufseinstieg und Corona haben ich gerade auch wenig Sozialkontakte. Manchmal überkommt mich dann auch das Heimweh und ich gucke Wohnungen und Jobangebote in meiner Heimatstadt durch. Aber das legt sich irgendwann wieder.

    Obwohl ich lieber woanders leben würde, lebe ich hier gut und gerne. Ich freue mich wenn ich in meiner Heimatstadt sein kann aber ich komme auch gerne wieder zurück in meine jetzige Stadt. Es gibt hier halt auch Dinge, die besser als zuhause sind und die genieße ich und freue mich, dass ich diese Möglichkeiten hier habe.

    Ich bin vor 6 Jahren der Liebe wegen ungezogen. Nur zwei Stunden Fahrt, aber vom Westen in den Osten war nicht einfach. Nach 2 1/2 Jahren wars das mit der Beziehung und ich wollte unbedingt zurück, bin aber aus verschiedenen Gründen eher unzufrieden hier geblieben, weil in der Heimatstadt auch vieles anders ist und viele Freunde weg sind. Freunde hatte ich hier zum Glück, hab meinen Mann kennengelernt und werde wohl, wenn auch immer noch etwas widerwillig, hierbleiben, wegen Haus und weil mein Mann in seiner Heimat so fest verwurzelt ist.

    Naja, "jederzeit" zurück ist auch schwierig, da ja dann das Studium dran hängt.

    Ob es möglich ist, im Zweifelsfalle nach Wien an eine Fachhochschule zu wechseln, bevor der Bachelor beendet ist, weiß ich nicht.

    Ne, das geht nicht. Jedenfalls nicht ohne Kompromisse. Dir bleibt nur durchhalten oder abbrechen. Ich an deiner Stelle würde durchhalten. Du kannst später immer noch zurück. Toi toi

    Alias 974059 schrieb:

    Naja, "jederzeit" zurück ist auch schwierig, da ja dann das Studium dran hängt.

    Ob es möglich ist, im Zweifelsfalle nach Wien an eine Fachhochschule zu wechseln, bevor der Bachelor beendet ist, weiß ich nicht.

    Davon kann ich dir nur rießig abraten! Schon der Wechsel im selben Fach von einer Uni in DE nach AT nach(!) dem Bachelor zum Master hin hat mir so viele zusätzliche Auflagen gebracht, dass nur die Tatsache dass Wien meinen Wunschmaster bot das zusätzliche Jahr wieder aufgewogen hat. Im laufenden Studium erfordert das sehr genaues Planen uns Vorgehen. Die Hochschulen brauen da alle gern ihr eigenes Süppchen.

    Mit "jederzeit zurück" meinte ich auch eher, nach dem Studium oder halt in absehbarer Zeit, sodass du Nürnberg jetzt erstmal nur als "Besuch" sehen kannst.


    Dennoch, im Leben muss man oft Kompromisse eingehen. Alles Gute ist häufig nie bei einander.

    Schau, ich pendel täglich 150km (75km zur Arbeit und abends 75km zurück) . Das nervt mich seit Jahren und ein Wechsel ist nicht in Sicht.


    Nun könnte man meinen , "dann zieh doch näher an den Arbeitsplatz heran"

    Ja könnte ich. Aber wir haben hier ein Haus, ich meine Familie , mein Mann seinen Job hier, die Kinder ihre Freunde.

    Mein Mann kommt gebürtig aus Bayern, ist meinetwegen nach Hessen gezogen. Klar vermisst er auch manchmal seine Heimat. Aber er hat Hessen eine Chance gegeben und hier auch Freunde gefunden.


    Liverpool hat es treffend geschrieben, wenn man einer Stadt erst gar keine Chance gibt, wird es schwierig. So ging es mir nach dem Abi mit Frankfurt. OK, da wohnte ich auch echt in einer unschönen Assigegend (war halt billigX-\%:|) aber ich setzte mir da auch von Anfang in den Kopf "Was für eine Dreckstadt!Hier bleibe ich nicht"

    Rückblickend war es eine nette Zeit, ich habe einige liebe Menschen kennengelernt und nachts durch die Bars geturnt. Aber zu der Zeit , hatte ich nur ein Ziel: fertig werden und wieder weg hier!


    Vielleicht wäre ein Kompromiss noch, näher an Wien ranziehen, dennoch in DE zu bleiben (wegen dem Studium). So hast du es nicht allzu weit nach Hause und kannst schnell mal nach Hause fahren.